SYMPTOMATIK DER ADHS 2
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Überblick über die ADHS 3
3. Diagnoserichtlinien 5
3.1 ICD-10 und DS-MIV 5
3.2 Diagnosestellung 5
3.2.1 Richtlinien für die Unaufmerksamkeit 6
3.2.2 Richtlinien für die Hyperaktivität- Impulsivität 6
3.3 Bemerkungen zu ICD-10 und DS-MIV 6
4. Kernsymptome 7
4.1 Unaufmerksamkeit 7
4.2 Hyperaktivität 8
4.3 Impulsivität 8
4.4 Wechselwirkungen zwischen Betroffenen und ihrem Umfeld 8
5. Altersspezifische Symptome 9
5.1 Säuglingsalter 9
5.2 Kleinkindalter 9
5.3 Grundschulalter 10
5.4 Jugendalter 11
5.5 Erwachsenenalter 11
6. Resümee 13
7. Literaturverzeichnis 14
7.1 Verwendete Quellen 14
7.2 Weitere Quellen 15
SYMPTOMATIK DER ADHS 3
1. Einleitung
Ob der Philipp heute still wohl bei Tische sitzen will? Also sprach in ernstem Ton der Papa zu seinem Sohn, und die Mutter blickte stumm auf dem ganzen Tisch herum. Doch der Philipp hörte nicht, dass zu ihm der Vater spricht. Er gaukelt und schaukelt. Er trappelt und zappelt auf dem Stuhle hin und her. (Hoffmann, 1977, S. 26)
Diese Reime dürften die meisten noch aus ihrer Kindheit in Erinnerung haben. Sie entstammen Der Geschichte vom Zappel-Philipp, welche der Arzt Heinrich Hoffmann 1844 geschrieben und in seinem Kinderbuch Der Struwwelpeter veröffentlicht hat. In der Erzählung wird beschrieben wie der Zappel-Philipp durch seine Unfähigkeit still zu sitzen mit dem Stuhl umkippt und dabei die Tischdecke samt dem Essen mit zu Boden reißt. Damit schildert Hoffmann ein typisches Verhaltensmuster eines von der Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung (ADHS) betroffenen Kindes. Die folgende Hausarbeit wird sich der Symptomatik dieser Störung widmen.
Zunächst wird in Kürze ein Überblick darüber geben, was unter der ADHS zu verstehen ist. Das nachfolgende Kapitel informiert darüber, nach welchen Richtlinien eine Diagnose auf das Vorhandensein der Störung gestellt werden kann. Im Anschluss werden die Kernsymptome näher vorgestellt. Es folgt eine Darstellung der jeweils typischen Symptome einzelner Lebensabschnitte.
Am Ende wird ein Resümee über die zusammengetragenen Informationen gezogen.
2. Überblick über die ADHS
Das Phänomen des so genannten Zappel-Philipps, welches heute als ADHS oder hyperkinetische Störung (HKS) bezeichnet wird, ist der Wissenschaft seit ca. 100 Jahren bekannt. Man ordnet diesem Begriff Störungen zu, welche gekennzeichnet sind durch die Kernsymptome Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität. Die ADHS kann folgendermaßen definiert werden:
Die Erkrankung besteht in der Kombination von extremen Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen einerseits und einer Hyperaktivität und motorischer Unruhe andererseits und entwickelt sich in den ersten fünf Lebensjahren. Später geht diese Symptomatik meist in erhöhte Impulsivität, oft auch in Drogenkonsum und Kriminalität über. (Henning & Netter, 2005, S. 257)
SYMPTOMATIK DER ADHS 4
Die ADHS ist eine bei Kindern häufig diagnostizierte Störung. Die Stellung der Diagnose muss durch einen kundigen Psychiater oder psychologischen Psychotherapeut vorgenommen werden. Eine ADHS wird diagnostiziert, wenn nach eingehender Prüfung eine Reihe bestimmter Symptome und Bedingungen nachgewiesen werden konnten. Für diese Einordnung stehen diverse Klassifikationssysteme zur Verfügung. Am gängigsten sind die jeweiligen Diagnoserichtlinien ICD-10 und DSM-IV, welche im dritten Kapitel erläutert werden.
Nur ein Teil der von ADHS betroffenen Kinder wissen, dass sie eine ADHS haben. Dies galt besonders in Zeiten, als ADHS noch nicht als anerkannte Störung existierte. Das gestörte Verhalten fiel als solches auch auf und wurde dokumentiert in Geschichten, wie der vom Zappel-Philipp. Mittlerweile konnte die Wissenschaft viele Erkenntnisse über die ADHS gewinnen und unsere Gesellschaft wurde für dieses Problem zunehmend sensibilisiert. In Folge dessen wurden auch häufiger Diagnosen gestellt. Dies führte bei einigen Teilen der Bevölkerung zu der Annahme, die Häufigkeit dieser Störung hätte zugenommen. Dies ist nicht der Fall. Man geht davon aus, dass in Deutschland etwa 6% der sechs- bis zehnjährigen Kinder von ADHS betroffen sind. (Grosse & Skrodzki, 2007) In einigen Statistiken tauchen auch höhere Prozentsätze auf, was auf unterschiedliche Erhebungsverfahren zurückzuführen ist. Die Häufigkeit liegt bei Jungen höher als bei Mädchen. Bei vielen der Betroffenen besteht die ADHS bis in das Jugendalter weiter, ca. ein Drittel sind auch noch als Erwachsene davon gekennzeichnet. (Bundesärztekammer, 2005) Innerhalb des Nervensystems der Betroffenen liegt eine Dysfunktionalität vor. In der Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft ADHS der Kinder- und Jugendärzte e.V. wird dies folgendermaßen beschrieben: „Neurophysisch kommt es zu einer unzureichenden automatisierten Selbstregulation der Aufmerksamkeit und exekutiven Funktionen, die das Denken, zielgerichtetes und flexibles Verhalten, Steuerung von Antrieb, Motivation und Affekt betreffen.“ (Grosse & Skrodzki 2007, S. 2). Wer ADHS hat kann, vereinfacht gesagt, seine Aufmerksamkeit, Motorik und Impulsivität nicht genügend kontrollieren.
Laut Russell A. Barkley wird die Störung durch eine unausreichende Aktivierung derjenigen „… Hirnregion [verursacht], die bei normaler Reifung für eine zunehmende Verhaltenshemmung, Selbstorganisation, Selbstregulierung und Voraussicht sorgt.“ (2005, S. 50) Diese Ansicht verdeutlicht, dass die ADHS neurologische Ursachen hat und nicht durch zum Beispiel die elterlichen Erziehungsmethoden ausgelöst wird.
Die Kinder mit ADHS sind genauso intelligent oder sogar intelligenter als Kinder ohne diese Störung. Diesen betroffenen Jungen und Mädchen mangelt es also nicht an
SYMPTOMATIK DER ADHS 5
Fähigkeiten, sondern an Selbstkontrolle. Sie haben sich nicht „im Griff”, was dazu führt das beispielsweise ihre sozialen Beziehungen und schulischen Leistungen beeinträchtigt werden. Der Verlauf ihrer Störung wird maßgeblich durch ihr Umfeld bestimmt, sowie dadurch ob eine Diagnose auf ADHS gestellt wurde. Für den Fall, dass die Krankheit diagnostiziert wurde, kann mittels Therapien, Medikamenten und ähnlichem Einfluss auf die Störung ausgeübt werden.
3. Diagnoserichtlinien
3.1 ICD-10 und DSM-IV
ADHS ist mit bestimmten diagnostischen Kriterien verbunden. Ob diese Störung bei
einer Person besteht kann durch einen Kinder- und Jugendpsychiater oder Kinder- und Jugendpsychotherapeut anhand von Klassifikationssystemen abgeklärt werden. Für die Diagnose der ADHS muss die Person ganz bestimmte Symptome und zusätzliche Bedingungen aufweisen. Als Richtlinien werden hierbei meist die Systeme ICD-10 und DSM-
IV 1 verwendet.
Da zwischen beiden Systemen keine größeren Unterschiede bestehen werden wir uns im Folgenden nur auf DSM-IV beziehen. Laut diesem Klassifikationssystem liegt eine ADHS vor, „… wenn unaufmerksames und impulsives Verhalten mit oder ohne deutliche Hyperaktivität ausgeprägt ist, nicht dem Alter und Entwicklungsstand entspricht und zu deutlicher Beeinträchtigung in verschiedenen sozialen Bezugssystemen und im Leistungsbereich von Schule und Beruf führt.“ (Grosse & Skrodzki, 2007, S. 1) Hinzu kommt, dass dieses Verhalten nicht durch eine andere Störung verursacht sein darf und einige Symptome bereits vor dem siebtem Lebensjahr auftreten müssen. Nicht alle drei Kernsymptome müssen vorhanden sein. Das bedeutet etwa, dass Hyperaktivität kein notweniger Bestandteil des Störungsbildes sein muss. Aus diesem Grund wird die Krankheit gegebenenfalls meist treffender als Aufmerksamkeitsstörung (ADS) und nicht als ADHS bezeichnet.
3. 2 Diagnosestellung
Bei der Stellung der Diagnose nach DSM-IV muss geprüft werden, ob hinreichend viele Symptome für das Vorhandensein von Unaufmerksamkeit und Hyperaktivität-
1
Jeweils die aktuellen deutschen Ausgaben der "International Statistical Classification of
Diseases and Related Health Problems" (ICD) der WHO und das “Diagnostic and Statistical
Manual of Mental Disorders“ (DSM) der Amerikanischen Psychiatrischen Vereinigung.
Arbeit zitieren:
Franziska Loth, Barbara Wulfken, 2008, Symptomatik der ADHS, München, GRIN Verlag GmbH
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