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1. Einleitung
Die Magisterarbeit soll einen Beitrag zur Diskussion und Betrachtung von Tod und Sterben in mittelalterlicher Literatur leisten. Hierzu werde ich versuchen, das Thema im Nibelungenlied 1 anhand von prägnanten, ausgewählten Passagen festzumachen und zu analysieren.
1.1. Quellen, Literatur und Forschungsstand
Ich werde als Quelle zum Thema die Handschrift B nach der Textausgabe von Karl Bartsch und Helmut de Boor 2 untersuchen. Sie dient als zentraler Quelltext und bedarf einer ausführlicheren Betrachtung. Als Hilfsmittel werden die Fassungen von Michael Batts 3 genutzt.
Der Forschungsstand zu NL und Klage, Textfassungen und artverwandten, möglichen Quellen der Heldendichtung des Mittelalters 4 , ist umfangreich und reicht weit ins letzte Jahrhundert zurück. Wenn möglich, werde ich überwiegend Untersuchungsergebnisse jüngerer Zeit dazu verwenden, herausgearbeitete Thesen zu unterstützen oder als Gegenargumente anzuführen. Die Arbeiten, Aufsätze und Sammelbände von Jan-Dirk Müller, 5 Joachim Heinzle, 6 Christoph Fasbender, 7 Otfrid Ehrismann, 8 Bettina Geier, 9 Thomas Möbius, 10 Edward
1 Im Folgenden NL.
2 Das Nibelungenlied, Mhd.,Nhd., nach dem Text von Karl Bartsch und Helmut de Boor ins Neuhochdeutsche übersetzt und kommentiert von Siegfried Grosse, Stuttgart 2002, im Folgenden Grosse.
3 Das Nibelungenlied, Paralleldruck der Handschriften A, B und C nebst Lesarten der übrigen Handschriften, hg. von Michael S. Batts, Tübingen 1971, im Folgenden Batts Handschrift C.
4 Im Folgenden MA.
5 Müller, Jan-Dirk, Spielregeln für den Untergang, Die Welt des Nibelungenliedes, Tübingen 1998; Das Nibelungenlied, 2. überarbeitete und ergänzte Ausgabe, Berlin 2005; Müller, Jan-Dirk, Sage, Kultur, Gattung, Text, Zu einigen Voraussetzungen des Verständnisses mittelalterlicher Literatur am Beispiel des ,Nibelungenliedes‘, 2001, in: Nibelungenlied und Nibelungenklage, Neue Wege der Forschung, hg. von Christoph Fasbender, Darmstadt 2005, S. 123 - 141.
6 Die Nibelungen, Sage, Epos, Mythos, hg. von Joachim Heinzle, Klaus Klein und Ute Obhof, Wiesbaden 2003.
7 Nibelungenlied und Nibelungenklage, Neue Wege der Forschung, hg. von Christoph Fasbender, Darmstadt 2005.
8 Ehrismann, Otfrid, Nibelungenlied, Epoche, Werk, Wirkung, 2. neubearb. Aufl., München 2002.
9 Geier, Bettina, Täuschungshandlungen im Nibelungenlied, Ein Beitrag zur Differenzierung von List und Betrug, Göppingen 1999.
10 Möbius, Thomas, Studien zum Rachegedanken in der deutschen Literatur des Mittelalters, in: Europäische Hochschulschriften, Reihe 1, Deutsche Sprache und Literatur, Band 1395, Frankfurt am Main, Berlin, New York, Paris, Wien 1993.
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Haymes, 11 Marianne Mischke, 12 sowie ältere Beiträge von Norbert Ohler, 13 Bernhard Burger 14 und Jochen Splett 15 decken eine Bandbreite des möglichen Zugangs der Bearbeitung ab.
MÜLLER untersucht die Entwicklung Kriemhilds zur verantwortlichen Gestalt beim Nibelungenuntergang und erschließt das Sterben um sie herum in Spielregeln der Welt des NL. Hierbei nähert er sich dem Muster des Epos auf verschiedenen Ebenen, wobei sowohl die Beziehungen zwischen den Figuren, sei es durch Treueeide oder höfische Stellungen, als auch die Gewalt verinnerlichenden Passagen angesprochen werden. Die weiteren Arbeiten, die hier zum NL von MÜLLER hinzugezogen werden, stellen eine Anleitung zur Herangehensweise der Übersetzung und der Interpretation des Stoffes dar, wie sie in der Neuzeit verwendet werden sollte. HEINZLE stellt in Sammelbänden Aufsätze zu verschiedenen Themen vor. Hierbei werden die Schwerpunkte auf die Rezeption, den Stellenwert im europäischen/skandinavischen Raum und die Darstellungen des Nibelungenstoffes in den Medien der letzten Jahrhunderte gelegt. Zum Nibelungenverständnis stellt FASBENDER Arbeiten zusammen. Diese haben sich in den letzten drei Jahrzehnten nicht nur mit dem Lied, sondern mit dem Stoff im Allgemeinen beschäftigt und sich mit dem Traditionsgut in unterschiedlichen Auffassungen auseinandergesetzt. Strukturiert geht EH-RISMANN die Bearbeitung an, indem er zunächst die Überlieferung von Stoff und Text in seinen Varianten beleuchtet, um dann die beiden Teile des Liedes anhand der âventiuren 16 zu untersuchen. Abschließend spricht er die Problem-behandlung sowie die verschiedenen Darstellungsweisen des Nibelungenliedes in den vergangenen Jahrhunderten an. Von Täuschungshandlung und den zentralen Punkten dieser Arbeit, die den Tod Siegfrieds und sowohl die auslösenden Momente, als auch die Folgen der Tat ansprechen, schreibt GEIER in ihrer Arbeit. Ähnlich wie sie legt MÖBIUS seine Dissertation zum Rachegedanken
11 Haymes, Edward, Das Nibelungenlied, Geschichte und Interpretation, München 1999.
12 Mischke, Marianne, Der Umgang mit dem Tod, Vom Wandel in der abendländischen Geschichte, Berlin 1996.
13 Ohler, Norbert, Sterben und Tod im Mittelalter, München 1990.
14 Burger, Bernhard, Die Grundlegung des Untergangsgeschehens im Nibelungenlied, Freiburg 1985.
15 Splett, Jochen, Rüdiger von Bechelaren, Studien zum zweiten Teil des Nibelungenliedes, Heidelberg 1968.
16 Im Folgenden werde ich den mittelhochdeutschen Begriff verwenden, wenn es sich um die einzelnen Erzählungen des NL handelt. Vgl. Definition Sachwörterbuch der Mediävistik: S. 69, Vgl. Brandt, Rüdiger, Grundkurs germanistische Mediävistik, Literaturwissenschaft, München 1999: S. 191, 194f.
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vor. Er behandelt die Rachestellen des Nibelungenlieds mit vergleichbarer deutscher Literatur des MA. Sein Augenmerk liegt auf der Blutrache Kriemhilds, die sich im Lied aus auslösenden Ereignissen entwickelt. Ähnlich beschreibt BURGER seine Ansicht, dass der Untergang den ersten Teil des Liedes zur Grundlage hat. Er beschränkt sich bei der Bearbeitung auf die auslösenden Episoden, die zu Siegfrieds Tod führen und Kriemhilds Leid verursachen. HAYMES versucht einen Zugang zur Literatur in der Epoche zu finden. Seine Arbeit stellt eine „Einführung in die gesellschaftlichen, politischen und literarischen Hintergründe um 1200“ 17 dar. Parallel dazu kann man OHLERs Erklärungen zum Sterben und Tod im MA lesen, um einen Einstieg in die zeitgenössische Denkweise zu bekommen. Schrittweise geht er auf verschiedene Todesarten ein, bespricht Bahrprobe, Blutrache und den Tod auf dem Schlachtfeld. MISCHKEs Beitrag zur Entwicklung und Veränderung von Todesbildern im Mittelalter bis zur Neuzeit kann hier hinzugezogen werden. Die Rüdigerfigur wird von SPLETT umfassend beleuchtet. Kapitelweise geht er auf die Funktionen Rüdigers im zweiten Teil des NL ein. Zudem wird erläutert, welche Bedeutung Rüdigers Stellung für den Gesamtzusammenhang hat.
Die weiterführende Literatur der vorliegenden Autoren soll ebenfalls berücksichtigt werden. Hinzu kommen Textausgaben von vergleichbaren, epischen Werken, die die Darstellungsformen höfisch-ritterlicher Kultur zum Thema haben, wie einige Beispiele aus der Dietrichepik. Die Sekundärliteratur zum NL ist unüberschaubar, deshalb werden die nahe liegenden Untersuchungen und möglichst aktuelle Arbeiten zum Thema Tod gewählt.
1.2. Thema und Ziel der Arbeit
Zunächst muss man die Haltung gegenüber Leben, Tod, Sterben und Jenseitserwartung der mittelalterlichen Bevölkerung verstehen. Hierzu wird der Tod im MA durch geeignete Definitionen in der Literatur dargestellt und das Verhältnis der Menschen zum Sterben im Alltag wiedergeben. Dadurch kommt man zur Beschreibung des Heldentods in der mittelalterlichen Gesellschaft.
17 Haymes: S. 7.
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Als nächste Frage stellt sich dann, wie man den Heldentod im Epos betrachtet. Wie wird dieser in der Literatur, speziell in der Heldenepik dargestellt? Nach einer kurzen Einführung können die zentralen Aspekte der Arbeit genannt werden: die wichtigsten Szenen, die betrachtet werden, sind Siegfrieds Tod, der Treuekonflikt Rüdigers vor seinem Tod und der Untergang der Burgunden. Im nächsten Abschnitt werden deshalb die wichtigsten Handlungsfiguren vorgestellt, deren Aktionen in Beispielszenen die genannten Todespassagen einleiten. Die verschiedenen Arten des Sterbens im NL werfen Fragen nach Definition und Beschreibung des Todes auf. Diese werden in Hinblick auf die wichtigsten Ereignisse (Siegfried, Rüdiger, Burgundenuntergang) 18 in Beispielszenen nach Bildern des Todes und wichtigen Motiven bei der Handlung der Hauptfiguren untersucht.
Dies führt zu den drei Hauptthemen der Arbeit. Es werden gewichtige Aspekte des Sterbens im Gesamtwerk an Beispielen angeführt, die zeigen sollen, warum die gewählten Schwerpunkte notwendige Bestandteile einer Analyse zum Tod im NL sind. Es folgen Beispiele aus dem Text zur Art, zu Bildern und zur Personifizierung des Todes, zu Metaphern vom Tod sowie zur Beziehung zwischen Mensch und Tod. Der vorausschauende Erzähler wird in Auszügen hierzu eine Rolle spielen.
Die Sterbeszene Siegfrieds im ersten Teil des NL wird zunächst betrachtet, bevor die Tragweite der 16. âventiure für das Gesamtepos eingeschätzt wird. Die Auslöser für den Tod (wie Brautwerbungsbetrug, Frauenzank und Mordrat) sowie die Durchführung der Tat durch Hagen, führen über die Bahrprobe zum Rachemotiv Kriemhilds im zweiten Teil des Liedes, der mit dem Burgundenuntergang und dem Tod vieler Helden, darunter Rüdiger von Bechelaren mit seinem Treuekonflikt, endet.
Im letzten Teil werden die Hauptmotive, die zum Tod und Sterben im NL führen, mithilfe von vorher bearbeiteten Themen zusammengefasst und ihre Auswirkung auf die Figurenkonstellationen wird angesprochen. Ziel der Arbeit soll sein, anhand der Sterbeszenen klar zu machen, was HAAS bereits verdeutlicht
18 Namen, Titel und Orte werde ich in der neuhochdeutschen Fassung in der gesamten Arbeit verwenden. Lediglich die Quellzitate der Textausgaben werden in der angegebenen mittel- hochdeutschen Form verwendet.
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hat: das Heldische wird durch den Eingriff der weiblichen Protagonisten umgekehrt und führt damit zum Untergang. 19 Hier kann man gegensätzlicher Meinung der Behauptung sein, dass „Sterben hier die höchste Selbstverständlichkeit“ darstelle und „nicht sonderlich erwähnenswert“ sei. 20 Das zentrale Thema des Sterbens ist daher von gesonderter Wichtigkeit, weil es den Handlungsverlauf ausmacht.
19 Vgl. Haas, Alois, Der geistliche Heldentod, in: Tod im Mittelalter, hg. von Arno Borst, Konstanz 1993, S. 169-190: S. 176.
20 Vgl. Haas, Alois, Todesbilder im Mittelalter, Fakten und Hinweise in der deutschen Litera- tur, Darmstadt 1989: S. 138.
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2. Tod und Sterben im Mittelalter
Eine allgemeine Definition vom Tod ist in wenigen Sätzen nicht zusammenfassbar. Fragt man PATSCHOVSKY, „variieren die Antworten auf die Frage, was denn Tod eigentlich sei. Das wechselt nach Zeit, Raum, persönlicher Disposition, vor allem aber ist es abhängig vom geistigen Horizont einer Gesellschaft, von ihrem Menschenbild und dem daraus abgeleiteten praktischen Umgang mit Tod und Sterben.“ 21
Im Gegensatz zu den heutigen Ansichten 22 bedeutet der Tod im MA nicht das Ende, sondern einen weiteren Schritt des Lebens. OHLER nennt ein Kapitel seiner Arbeit „Der Tod - nicht Ziel, sondern Durchgang“, 23 was mit der folgenden Aussage zur heutigen Ansicht kombinierbar ist: „Angesichts einer Lebenserwartung von siebzig bis achtzig Jahren kann man es sich heute leisten, den Gedanken an den eigenen Tod lange zu verdrängen.“ 24 Im MA befindet er sich jedoch stets im Bewusstsein der Gesellschaft, denn die Lebenserwartung ist gering. 25 Der Tod kündigt sich nicht selten im Traum an und ist durch das Aussehen des Betroffenen für die Umwelt in der Öffentlichkeit oft erkennbar. MISCHKE sagt dazu, dass „die Ankündigung des normalen Todes […] sich aus natürlichen Zeichen [ergebe], [gehe] aber auch aus einer inneren Überzeugung, dem spontanen Erkennen, hervor.“ 26
Das offene Umgehen mit dem Sterben führt unweigerlich zu einer Abstumpfung und Furchtlosigkeit vor dem Tod. Der Tod an sich gilt nicht als gefürchtet, sondern die ewige Verdammnis 27 und der „unverhoffte Tod“ 28 . Die Menschen haben Jenseitserwartungen und bereiten sich in einem Leben zwischen Tugend und Laster auf die Sterbestunde vor. 29 Überwiegt ein sündhaftes Le-
21 Patschovsky,Alexander, Tod im Mittelalter, Eine Einführung, in: Tod im Mittelalter, hg. von Arno Borst, Konstanz 1993, S. 9 - 24: S. 9.
22 Ausnahmen finden sich in einigen religiösen Gesinnungen.
23 Vgl. Ohler: S. 158ff.
24 Ebd.: S. 30.
25 Vgl. Mischke: S. 28f. „Die Kindersterblichkeit war im Mittelalter sehr hoch.“ Aus dem NL erfahren wir nur von Ortlieb, Sohn Kriemhilds und Etzels, der allerdings durch Hagen und nicht auf natürlichem Weg als Kind stirbt.
26 Ebd.: S. 40. Kriemhilds Träume und Utes Traum im NL sagen den Tod anderer vorher.
27 Vgl. Mischke: S. 38.
28 Ebd.: S. 41.
29 Vgl. Europäische Mentalitätsgeschichte, Hauptthemen in Einzeldarstellungen, hg. von Peter Dinzelbacher, Stuttgart 1993, im Folgenden Europ. Mentalitätsgeschichte: S. 246.
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ben, so ist ein vorbildliches Sterben - nicht selten als öffentlicher Akt 30 - die letzte Möglichkeit, dem Fegefeuer zu entgehen.
„Gefaßt(er) [sic!] konnte dem Tod - und dem künftigen Gericht! - entgegensehen, wer rechtschaffen lebte, sein Tun an den Normen des Evangeliums und den Lehren der Kirche ausrichtete.“ 31
Der Tod wird seit dem 12. Jahrhundert oft personifiziert. 32 Nicht selten spielt es beim Sterben eine Rolle, ob man sich den guten Tod zu Lebzeiten verdient macht. 33 Dies ist unabhängig davon, welchem Stand und welcher sozialen Schicht man angehört. „Er [der Tod] drohte jedem zu jeder Zeit und war als >>Jedermann<< vertraut.“ 34 Zu sehen ist er in Abbildungen, Totenmasken und wieder zu finden in Erzählungen. Aus diesem Grund stellt sich ein jeder schon in jungen Jahren auf die Stunde des Todes ein, die mit dem „öffentlichen Ereignis“ 35 Sterben als Zeremoniell beginnt.
„Auch betete man um den >guten< Tod, auf den man sich in Ruhe, durch Gebete, Werke der Buße und den Empfang der Sterbesakramente vorbereiten wollte.“ 36 Stiftungen und Hinterlassenschaften sollen zudem das Nicht-Vergessen nach dem Ableben sichern. 37 Hierbei ist durch die Standeszugehörigkeit prädestiniert, welche sozialen Verhaltensnormen für ein Individuum in Frage kommen, doch lässt diese keine persönliche Selbstverwirklichung mit sozialer Abweichung zu. 38 Durch Bestattung der Toten an Orten, die als Friedhöfe gelten, wird die „Gemeinschaft der Lebenden und Verstorbenen bewusst“ 39 und die alltägliche Gegenwart des Todes wird dargestellt. „[…] Bis ins 20. Jahrhundert starb man nicht vereinzelt; vielmehr erfuhr sich noch der Sterbende als Glied der Gemeinschaft, der er zeitlebens angehört hatte.“ 40 Nicht selten erscheinen auch die Toten den Hinterbliebenen im Traum. 41
30 Vgl. Europ. Mentalitätsgeschichte: S. 245.
31 Ohler: S. 32.
32 Vgl. Europ. Mentalitätsgeschichte: S. 249.
33 Vgl. Borst, Arno, Lebensformen im Mittelalter, Hamburg 2004: S. 126.
34 Ebd.: S. 126.
35 Mischke: S. 35.
36 Ohler: S. 30, Vgl. Dinzelbacher, Peter, Angst im Mittelalter, Teufels-, Todes- und Gotteserfahrung, Mentalitätsgeschichte und Ikonographie, Paderborn, München, Wien, Zürich 1996: S. 228.
37 Vgl. Ohler: S. 34f.
38 Vgl. Mischke: S. 36.
39 Vgl. Ohler: S. 154, Vgl. Borst: S. 126, Vgl. Mischke: S. 48.
40 Ohler: S. 56.
41 Vgl. Europ. Mentalitätsgeschichte: S. 24.
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Weiter schreibt MISCHKE zusammenfassend dazu, dass „in den Menschen des frühen Mittelalters […] wirkend und leitend ein Gefühl der Unentrinnbarkeit vor dem Tod [lebe]. Er war ihnen vertraut, und ohne ihn ließ sich das Leben auf dieser Welt nicht denken. Das Todesgefühl war ein allgemeines, überpersönliches Gefühl, kein persönliches, einmaliges; es war ein Gemeinschaftsgefühl, so wie auch das Erlebnis des Todes ein Gemeinschaftserlebnis war.“ 42
Eine derartige Haltung gegenüber Tod und Sterben sieht man nicht nur in mittelalterlichen Lebensformen und ihren Ständen. Die Darstellung dieser Haltung lässt sich zum Teil in der Literatur des MA wieder finden.
2.1. Der Heldentod in der mittelalterlichen Gesellschaft
Beim Umgang mit der alltäglichen Gegenwart des Todes spielen auch unterschiedliche Todesarten eine Rolle. Um ein vorbildliches Sterben zu erlangen, muss man dieses und den gewünschten Tod vorbereiten können. Mithilfe von Sterbebüchlein, die die so genannten ars moriendi für den Laien zugänglich machen, kann die Gesellschaft auch ohne geistlichen Beistand eine optimale Vorbereitung treffen. 43 Sollte der Mensch ein Leben voller Sünden führen, hat er die Möglichkeit, sich nicht nur davon freizukaufen, indem er Buße tut, sondern er kann auch seinen Nachlass an weltlichen Dingen regeln. Ein reines Gewissen bringt die Hoffnung auf einen guten Tod und das Jenseits. Anders ist dies beim Tod auf dem Schlachtfeld. Für einen Ritter ist der Heldentod erwünscht. Ein Streben nach dem heldenhaften Sterben ist zunächst nichts Ungewöhnliches und wird im Bewusstsein vorbereitet. Diese Furchtlosigkeit wird in der Heldendichtung oft besungen. 44 Der Held, der in die Schlacht zieht, verabschiedet sich von seiner Liebsten, regelt den Nachlass und geht nach dem Gebet mit der Gewissheit in die Schlacht, nicht wiederzukehren. Zur Voraussetzung eines heldenhaften Todes durch einen ebenbürtigen Gegner stirbt der Ritter auf dem Schlachtfeld für seinen König oder eine gute Sache. Die Vorbereitung darauf, nichts unerledigt zu hinterlassen, gehört dazu. Dies zeigt auch die schriftliche Tradition auf.
42 Mischke: S. 38.
43 Vgl. Lexikon des Mittelalters, hg. von Robert-Henri Bautier u.a., Bände I bis X, München, Zürich 1980-1999, LexMA(I): S.1040.
44 Vgl. Europ. Mentalitätsgeschichte: S. 246f.
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BORST meint, dass, „wenn die mittelalterliche Literatur tausendfach den Satz wiederholt, daß [sic!] wir in einer alternden, rasch ihrem Ende entgegeneilenden Welt leben, so ist das kein literarischer Gemeinplatz, sondern Lebenserfahrung.“ 45 Die Allgegenwärtigkeit des Todes beim täglichen Anblick von Schmerz, Leid und Sterben stumpft ab. 46 Anders, fast gegenteilig, sind die Reaktionen in einem Epos wie dem NL.
2.2. Der Heldentod im Epos
Heldenepik ist meist einheimisch, aus der Völkerwanderungszeit und wie hier das NL zudem anonym verfasst. 47 Bei den ausgewählten Beispielen handelt es sich um die vorher angedeuteten Fallbeispiele. Siegfried kann sich nicht auf einen vorbildlichen Tod einstellen. Die Bahrprobe folgt als Rechtsmittel zur Beweisführung des Mordes. Das Geschehen kommt der mittelalterlichen Definitionen des Sterbens - wie sie die Gegenwart sieht - in der Literatur nicht nach.
„Vom Tod gezeichnet, bemühten Menschen sich am Ende ihres Lebens um Frieden in ihrer Umgebung.“ 48 Die Norm wird nicht erreicht 49 und der als unbesiegbar geltende Held Siegfried wird durch Betrug, List und Gier nach Macht und Reichtum ermordet, was ein Auslöser für darauf folgendes Unheil im Epos ist und von verschiedenen Vorboten angekündigt wird. Untergang und der Schlusskatastrophe liegen auslösende Taten der Hauptbeteiligten zu Grunde. Laut HAAS stirbt Siegfried einen heldischen Tod, trotz unheldischer Umstände. 50
Im Epos findet man dazu häufig mystische Elemente im Sterben wieder, die den Aberglauben der Menschen in der mittelalterlichen Gesellschaft widerspiegeln. Anhand des Beispiels NL erkennt man in der Bahrprobe 51 die gespaltene Haltung gegenüber dem Heldentod, sollte dieser einmal nicht auf dem heldischen Wege eintreten, wie es durch den Mord an Siegfried geschehen ist.
45 Borst: S. 125.
46 Vgl. Mischke: S. 31.
47 Vgl. Brandt: S. 204f.
48 Ohler: S. 57.
49 Kriemhild verhält sich nahezu durchgehend gegensätzlich. Vgl. Lienert, Elisabeth, Perspektiven der Deutung des Nibelungenliedes, in: Die Nibelungen, Sage, Epos, Mythos, hg. von Joachim Heinzle, Klaus Klein und Ute Obhof, Wiesbaden 2003, S. 91 - 112: S. 101.
50 Vgl. Haas 1993: S. 174ff.
51 Vgl. Ohler: S. 99.
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Alltägliche Rituale, wie das Begräbnis, werden sogar ausführlich in die Epen übertragen. 52 Über die Klage sagt MISCHKE, dass sie „allgemeine Sitte [und] vorzugsweise Sache des weiblichen Geschlechts“ 53 sei. Kriemhilds Klage, die große Anzahl der Teilnehmer an Totenwache, Begräbnis und Leichenzug zeugen wie die lange Dauer der Totenwache von einer hohen sozialen Stellung des Verstorbenen, in diesem Fall Siegfrieds. 54 Trauerkleidung und ein Leben als Witwe sind die Norm und andauernde Feindschaften werden manchmal aufgehoben. 55 Auch Siegfrieds Mörder Hagen findet einen nahezu ehrenvollen Tod. 56 Seine Enthauptung wird durch Hildebrand gesühnt. Bei der Bearbeitung des NL ist von vornherein klar, dass fremde Elemente in die epische Tradition wirken und das Bekannte verändern. 57
2.3. Der Heldentod im Nibelungenlied
Es stellt sich die Frage, wie Siegfrieds Tod beschrieben wird, was die Auslöser der Tat sind und welche Hauptfiguren daran beteiligt sind. Die Charaktere 58 sollen mit ihren Vorgeschichten vorgestellt werden, damit ihre Rollenverteilung im ersten Teil mit der im zweiten Teil des NL verglichen werden kann. Des Weiteren wird ein Überblick über die am besten diskutierbaren Szenen von Rüdigers Treuekonflikt und dem Untergang der Nibelungen gegeben. Um von vornherein einen Exkurs in historische Belege und Quellen zu vermeiden, kann man DE VRIES zitieren, der sagt, dass die Darstellung von Siegfrieds Tod „unmittelbare Veranlassung zur burgundischen Katastrophe [sei]. Das hat mit wirklicher Geschichte nichts zu tun; hier erblickt man eine durchaus dichterische Schöpfung, die Zusammenhänge auch dort sieht oder herstellt, wo sie überhaupt nicht vorhanden sind.“ 59
52 Vgl. Leicher, Richard, Die Totenklage in der deutschen Epik von der ältesten Zeit bis zur Nibelungen-Klage, Breslau 1927: S. 134f.
53 Mischke: S. 45.
54 Vgl. Mischke: S. 46.
55 Vgl. ebd.: S. 50f. Kriemhild heiratet wieder und die Feindschaft zu Hagen bleibt bestehen.
56 Vgl. Ohler: S. 215f. Die Enthauptung gilt im MA bei Mördern als ehrenvoll. So gewährt der Dichter des NL Hagen zumindest noch teilweise einen guten Tod durchs Schwert, allerdings durch die Unholdin Kriemhild und damit unehrenhaft durch eine Frau.
57 Vgl. Haymes: S. 62.
58 Der Begriff darf im mittelalterlichen Kontext nicht im psychologischen Sinn von Charakter verstanden werden und wird im Folgenden von mir lediglich als Synonym für Figur verwendet.
59 de Vries, Jan, Heldenlied und Heldensage, Bern, München 1961: S. 85. Es soll deutlich gemacht werden, dass weder an historischen Bezügen gezweifelt wird, noch an dem Ursprung des NL in eben diesen. Lediglich im Kontext der vorliegenden Arbeit sollen diese Fakten keine tragende Rolle spielen.
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Das bildhafte, symbolische Denken des MA beim Thema Tod kann man im NL entdecken. Beim Frauenzank, beim Brautwerbebetrug und dem folgenden Mordrat findet man Belege dafür. Diese Abschnitte entwickeln sich über Siegfrieds Tod im ersten-, zur Rachegeschichte im zweiten Teil, bis zum Untergang der Nibelungen. Gezeigt werden soll, was schon HAAS beschreibt: „Und doch lebt die ganze Gattung des germanisch bestimmten Heldenepos von diesem Dunkel eines fraglosen, dunklen, tödlichen Geschicks, das aus kleinstem Anlaß [sic!] ganze Völker in Tod und Verderben schickt.“ 60
60 Haas 1989: S. 136.
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3. Die wichtigsten Sterbeszenen
In der ersten âventiure des Epos wird die Schlusskatastrophe angedeutet. Die Information über einen schlimmen Ausgang erhält der Zuhörer an mehreren Stellen der Erzählung. Sie zieht sich wie ein roter Faden durch die Episoden. Die vorausschauenden Träume Kriemhilds machen bewusst, dass die mittelalterliche Denkweise beim Rezitieren eines Epos der Größe des NL nicht auf Spannung bis zum Ende zielt, 61 sondern darauf ausgelegt ist, dass die Handlung und das Geschehen überwiegend bekannt sind. 62 HEINZLE sagt dazu: „die Geschichten von Siegfrieds Tod und vom Untergang der Burgunden waren seit Jahrhunderten bekannt, der Dichter des >Nibelungenliedes< war Erbe dieser Tradition und wollte und tat nicht mehr, als die alten maere neu zu erzählen.“ 63 Es ist von Interesse zu erfahren, wie es zum tragischen Geschehen kommt. Die detaillierte Ausschmückung des Erzählers weist darauf hin, dass das Publikum sich dann unterhalten fühlt, wenn ausschweifend berichtet wird. Dies wiederum führt zur Betrachtung der Denkweise über den Tod. Ein offenes Verhalten gegenüber dem bereits vorhandenen Wissen, dass Siegfried unausweichlich sterben wird, ist der alltäglichen Gegenwart vom Tod und dem Umgang mit ihm gleichzusetzen. Der adressierte Zuhörer möchte erfahren wie es dazu kommen kann, dass die Freude, die zunächst Siegmund und Sieglinde in Anbetracht der Elternschaft des größten Helden genießen, oder die Kriemhilds und Siegfrieds Liebe ergibt, oder die König Gunther und seine Brüder empfinden, wenn sie unbesiegt durch die Freundschaft und Verwandtschaft mit Siegfried ein friedliches Leben führen können, in ein so großes Leid umschlagen kann, dass sie zum Schluss des Liedes mit der Nibelungen-Not endet. Die Kapitel weise Bearbeitung in der Reihenfolge der Erzählung, macht den Handlungsverlauf deutlich. 64 Die Auswahl der Szenen ist nach Relevanz für die Handlung vorgenommen worden. Die Stellen werden so betrachtet, dass sie eine Abfolge bilden und den ersten und zweiten Teil des NL verbinden.
61 Vgl. Haymes: S. 65.
62 Vgl. Müller, Jan-Dirk, Sage, Kultur, Gattung, Text, Zu einigen Voraussetzungen des Verständnisses mittelalterlicher Literatur am Beispiel des ,Nibelungenliedes‘, 2001, in: Nibelungenlied und Nibelungenklage, Neue Wege der Forschung, hg. von Christoph Fasbender, Darmstadt 2005, S. 123 - 141 2001: S. 129.
63 Heinzle, Joachim, Mittelhochdeutsche Dietrichepik, Untersuchungen zur Tradierungsweise, Überlieferungskritik und Gattungsgeschichte später Heldendichtung, München 1978: S. 93.
64 „Chronologisch“ kann nicht im Sinne von „Zeit“ gewertet werden, da die Zeitangaben im NL und auch in anderen mittelalterlichen Werken keine realistische Bedeutung haben. Vgl. dazu Grosse: S. 998ff.
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3.1. Auslöser für Siegfrieds Tod
BRANDT schreibt, dass in „Epik […] Handlung erzählt [wird]“ und „damit etwas passiert, muß [sic!] erst etwas anderes passieren, das die weitere Handlung in Gang setzt.“ 65 Die Vorgeschichte zur wichtigen âventiure 16, in der der Held Siegfried ermordet wird, besteht aus zahlreichen auslösenden Momenten zur Tat. Die beteiligten Figuren werden vorgestellt und handeln, wie auch Siegfried selbst aktiv wird und es entstehen Figurenkonstellationen. Die auslösenden Momente beginnen mit dem Vasallendienst Siegfrieds bei der Brautwerbung Brünhilds auf Isenstein. Gunther vernimmt den Ruf Brünhilds und will die schönste Frau für sich gewinnen. Bei Gunthers Entschluss, die Werbefahrt anzutreten, meldet sich Siegfried als Berater. “Daz wil ich widerrâten”, sprach dô Sîvrit. „Da möchte ich von abraten“, sprach Siegfried. “jâ hât diu küneginne sô vreislîche sit, „Ja, hat die Königin solch schreckliche Sitten, swer umb ir minne wirbet, daz ez im hôhe stât. dass, wer um ihre Liebe wirbt sich verrennen wird. des muget ir der reise haben wærlîchen rât.” 66 Das sollt ihr zur Reise wahrlich erfahren.“
Aus der Stelle geht nicht hervor, woher Siegfried das Wissen über die Sitten Brünhilds hat. Wie auch die Werbefahrt Siegfrieds zu Kriemhild, basiert Gunthers eigene Brautfahrt auf den Ruf der Auserwählten. Man kann vermuten, dass Siegfried Brünhild schon einmal getroffen hat oder ebenfalls nur ihren Ruf kennt. Diese Tatsache ist auf Kenntnisse des Dichters von anderen Sagen über Siegfried und Brünhild zurückzuführen.
Da weder Gunther noch Hagen an der Aussage Siegfrieds zweifeln, schlägt Hagen vor, Siegfried solle Gunther helfen. Gunther macht Siegfried ein Angebot. [“] tuostu, des ich dich bit, [„] Tust Du, worum ich Dich bitte und wirt mir z’eime trûte daz minneclîche wîp, und wird sie meine Gemahlin, die liebliche Frau, ich will durch dînen willen wâgen êre unde lîp.“ (Grosse 332, 2-4) so will ich Deinetwegen Ehre und Leben riskieren.“
65 Brandt: S. 178.
66 Grosse 6. âventiure Strophe 330, Zeilen 1-4. Im Folgenden werde ich die âventiure lediglich beim ersten Zitat der jeweiligen und bei Querverweisen angeben, ansonsten Grosse 330, 1-4.
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Gunthers Versprechen steht hier im Gegensatz zu seiner Beteiligung beim Mordrat. 67
SCHULZE sagt dazu: „Im Sachsenkrieg, in der Werbung um Brünhild und ihrer Bewältigung entscheidet die Stärke der Einzelpersönlichkeit, Gunther kann die notwendigen Leistungen nicht erbringen und spielt eigentlich eine königsunwürdige Rolle.“ 68 Im NL nimmt Gunther mehrfach diese Position ein. Trotz der bekannten Gefahren erkennt Siegfried eine Möglichkeit, sich Kriemhild zur Braut zu machen. Als Gegenleistung für seine Hilfe fordert er ihre Hand und stellt die Gefahr, die von Brünhild ausgeht, hinten an. Siegfried und Gunther besiegeln ihre Abmachung mit einem Eid. [“] und kumt diu scœne Prünhilt her in ditze lant, [„] und kommt die schöne Brünhild hier in dieses Land, sô wil ich dir ze wîbe mîne swester geben, [”] (Grosse 334, 2-3) so will ich Dir meine Schwester zur Frau geben, [“] Des swuoren si dô eide, die réckén vil hêr. (Grosse 335, 1) Das schworen sie als Eid, die angesehenen Männer. Es werden bewusst Motive aus Brautwerbungsgeschichten eingebaut, 69 deren „konventionelle […] Schemata“ 70 gestört sind. Hier handelt es sich um eine der Stellen im NL, an denen sich der Protagonist der Gefahr bewusst ist, sich aber trotz des Wissens um das mögliche Scheitern gegen den richtigen Weg entscheidet. Siegfried könnte in neuzeitlicher Betrachtung als egoistisch bezeichnet werden. Im mittelhochdeutschen Epos darf man die Vorgehensweise nicht nutzen, Figuren zu psychologisieren. 71 Es werden Rollen der einzelnen Figuren dargestellt, die sie in den unterschiedlichen Passagen einnehmen und die einer möglichen Entwicklung der Charakterzüge gegenüberstehen. 72 Es handelt sich um einen weiteren Schritt im Handlungsverlauf hin zum Untergang, wenn Siegfried für seine Dienste als Gegenleistung etwas fordert. 73 Man kann an dieser Stelle nicht davon sprechen, Siegfried müsse sich gegen die Fahrt nach Isenstein entscheiden, um nachfolgende Geschehnisse zu vermeiden, sondern erfährt hier lediglich vom Beginn des Vasallendienstes Siegfrieds. Der Erzähler macht eine Vorausschau auf das Ende.
67 Vgl. Grosse: S. 772.
68 Schulze, Ursula, Nibelungen und Kudrun, in: Epische Stoffe des Mittelalters, hg. von Volker Mertens und Ulrich Müller, Stuttgart 1984, S. 111-114: S. 120.
69 Vgl. Heinzle 1978: S. 207.
70 Lienert: S. 94.
71 Vgl. Nibelungenlied und Nibelungenklage: S. 9, Vgl. Haug, Walter, Montage und Individualität im Nibelungenlied, 1987, in: Nibelungenlied und Nibelungenklage, Neue Wege der Forschung, hg. von Christoph Fasbender, Darmstadt 2005, S. 13 - 29: S. 22.
72 Vgl. Lienert: S. 92, Vgl. Haug: S. 22.
73 Vgl. Grosse: S. 778.
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des muosten die vil küenen sît in grôzen sorgen sîn. (Grosse 335, 4)
Deshalb mussten die kühnen Ritter später in großer Sorge sein. Das Untergangsgeschehen ist stets präsent und für den Zuhörer ist es wichtig, auf welchen Stationen er dorthin gelangt. Im Verlauf ist auch Siegfried die Gefahr, die von Brünhild ausgeht, bewusst. Von ihm ist der Plan, wie die Gruppe nach Isenstein reisen soll.
[“] ich sol iuch baz bewîsen, degen küene unde guot.[”] (Grosse, 340, 4) [„] Ich werde Euch sagen, was wir tun werden, edle, kühne Ritter. [“] Niemand am Wormser Hof versucht Gunther von der Brautfahrt abzubringen, sobald die Abmachung zwischen ihm und Siegfried besteht. Wenn Gunther und Siegfried vor der Abreise vor Kriemhild treten, wird die Beziehung der beiden zueinander dargestellt. Friwentlîche blicke und güetlîchez sehen, Mit freundlichen Blicken und liebevoll sahen sie sich an, des mohte dâ in beiden harte vil gescehen. es passierte da bei beiden einiges. er truoc si ime herzen, si was im sô der lîp. Er trug sie im Herzen, so sehr war sie ihm lieb. sît wart diu scœne Kriemhilt des starken Sîvrides wîp. (Grosse 353, 1-4) Dass daraufhin die schöne Kriemhild die Frau des starken Siegfried wurde. Ein weiterer Vorausblick schließt den Kreis der Geschichte bis nach der erfolgreichen Brautwerbung. Kriemhild kann nur Siegfrieds Frau werden, wenn seine Hilfe für Gunther erfolgreich endet. Die emotionalen Beschreibungen des Erzählers der Liebesgefühle beider füreinander, können eine Ahnung wecken, warum Siegfried eine gefahrvolle Aufgabe wie diese übernimmt. Für die schöne Frau seines Herzens will er im Gegenzug Brünhild erobern. Diese soll eine für Gunther Ebenbürtige sein, was später die ersten Konflikte auslöst. Bei der ordnungsgemäßen Verabschiedung der Helden zur Fahrt, macht Kriemhild eine Aussage zum Stand Gunthers.
Si sprach: “vil lieber bruoder, ir möhtet noch bestân Sie sprach: „Geliebter Bruder, noch könnt Ihr bleiben unt wurbet ander frouwen (daz hiez’ ich wol getân), und andere Frauen werben (dass hielt ich für ratsam), dâ iu sô sêre enwâge stüende niht der lîp. so würdet Ihr auch nicht Euer Leben so sehr riskieren. ir mugt hie nâher vinden ein alsô hôchgeborn wîp.” (Grosse 372, 1-4) Ihr mögt auch in der Nähe eine adlige Frau finden.“ Sie weiß nichts von der Vorgehensweise Siegfrieds und Gunthers bei der folgenden Brautwerbung und wird auch nie davon erfahren. Kriemhild ist, genau wie Gunther, überzeugt davon, dass die Frau, um die geworben wird, für Gun-
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ther standesgemäß sei. Brünhild macht bei der Ankunft der Wormser als Erste die Feststellung, dass Siegfried gekommen sei um sie zu werben. Dies ist ein Irrtum, der Konsequenzen hat. Zunächst jedoch verlangt Kriemhild Siegfried noch das Versprechen ab, Gunther zu beschützen. Si sprach: “ herre Sîvrit, lât iu bevolhen sîn Sie sprach: „Herr Siegfried, lasst Euch anvertraut sein ûf triuwe und ûf genâde den lieben bruoder mîn, auf Treue und auf Gnade meinen geliebten Bruder, daz im iht gewerre in Prǘnhilde lant.” sodass ihm nichts geschehe in Brünhilds Land.“ daz lobte der vil küene in froun Kriemhilde hant. (Grosse 374, 1-4) Das schwor der Tapfere Frau Kriemhild in die Hand. Dieses Versprechen kann man in mehrfacher Art betrachten. Für den allwissenden Zuhörer tritt die Ironie hervor. Würde Kriemhild die Zukunft kennen, wäre ihre Sorge um Gunther nicht vorhanden. Das spätere Drama wird an dieser Stelle sehr deutlich durch die Liebe und Zuneigung, die alle Beteiligten aufgrund ihrer Unwissenheit haben, gegensätzlich. Der Höhepunkt dieser Szene ist Siegfrieds Antwort, die er als Versprechen gibt. […] “ob mir mîn lében bestât, […] „So lange ich lebe sô sult ir aller sorgen, frouwe, haben rât. sollt Ihr frei von allen Sorgen sein, Herrin. ich bringe’n iu gesunden her wider an den Rîn, Ich bringe ihn gesund und munter zurück an den Rhein, daz wizzet sicherlîchen.” […] (Grosse 375, 1-4) dass sei Euch gewiss.
Der Todgeweihte gibt seiner Geliebten das Versprechen, einen seiner Mörder mit dem Leben zu beschützen. Das Hervorheben der Tragik dieser Situation wird wiederum bezweckt, kennt man den Ausgang der Handlung. Es folgt der Vasallendienst, der in der gesamten Handlung einer der prägnantesten Auslöser allen Übels ist. 74 Er ist Siegfrieds Idee und durch ihn setzt er sich als Gunthers Lehnsmann herab. Die Mitgereisten werden eingeweiht.
74 Vgl. Bumke, Joachim, Sigfrids Fahrt ins Nibelungenland, Zur 8. Aventiure des Nibelungen- lieds, in: PBB 80, Tübingen 1958, S. 253-268: S. 253f.
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[“]Unt wil iu helden râten, ir habt einen muot.
[„] Ich will Euch Helden raten einstimmig ir jehet gelîche, jâ dunket ez mich guot. [”] (Grosse 385, 1-2) das Gleiche zu behaupten, denn das halte ich für das Beste. [“] [“] Gunther sî mîn herre, und ich sî sîn man. [„] Gunther ist mein Herr und ich sein Lehnsmann. des er dâ hât gedingen, daz wirt álléz getân.” (Grosse 386, 3-4) So wird das Erhoffte auch eintreffen.“
Nicht für Gunther oder sich selbst begibt sich Siegfried in den Dienst. Er handelt so, um die Hand Kriemhilds zu gewinnen. “Jane lób’ ichz niht sô verre durch die liebe dîn „Dennoch gelobe ich es nicht um Deinetwegen sô durch dîne swester, daz scœne magedîn. sondern wegen Deiner Schwester, dem schönen Mädchen. diu ist mir sam mîn sêle und sô mîn selbes lîp. Die ist mir so wertvoll wie meine Seele und mein Leben. ich wil daz gerne dienen, daz sie wérdé mîn wîp.” (Grosse 388, 1-4) Ich will es gerne ausführen, sodass sie meine Frau wird.“ Dadurch führt er unbewusst die Umkehrung der Aussage, die der Dichter an dieser Stelle macht, herbei. […] dâ von in wol gescach,[…] (Grosse 387, 3) […] Deshalb geschah ihnen Gutes, […]
Die Vorausschau soll auf den guten Ausgang der Brautwerbung bezogen sein, nicht auf das Gesamtepos. Drei Fehlverhalten nimmt GEIER hier an, durch die die Handlung ihren fatalen Lauf nimmt. Siegfried wirbt nicht durch normalen Minnedienst um Kriemhild, Gunther geht eine undurchführbare Brautfahrt an und Brünhild macht den Vorschlag, davon Abstand zu nehmen, was Gunther nicht annimmt. 75 Der Held Siegfried ist noch die zentrale Figur des Epos und übernimmt die Führung in seinen eigenen Tod und den Untergang der Burgunden.
Bei der Ankunft auf Isenstein geht Gunther davon aus, dass Siegfried sich dort auskenne und fragt ihn nach Auskunft über die Frauen. Er vrâgte Sîvride, den gesellen sîn: Er fragte Siegfried, seinen Gefährten: “ist iu daz iht künde umb disiu magedîn, „Könnt Ihr etwas verkünden über diese Mädchen,
die dort her nider scouwent gein uns ûf die vluot? [”] (Grosse 7. âventiure 390, 1-3) die dort runter schauen auf uns in den Fluten? [“]
75 Vgl. Geier: S. 88.
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Siegfried erkennt Brünhild unter den Frauen und teilt dies mit. “Dir hât erwelt vil rehte dîner ougen schîn: „Dir hat die Richtige erwählt Deiner Augen Schein: ez ist diu edel Prünhilt, daz schœne magedîn, [”] (Grosse 393, 1-2) Es ist die edle Brünhild, das schöne Mädchen. [“]
Der Erzähler bezeichnet die Reisegruppe als Unbekannte. 76 Siegfried spielt seine Rolle und verrichtet den unwürdigen Dienst als Lehnsmann Gunthers. Der Steigbügeldienst wird detailliert beschrieben und konkretisiert. Sîfrit der küene ein ros zôch ûf den sant; […] Der kühne Siegfried führte ein Ross ans Ufer; […] des dûhte sich getiuret des künec Guntheres lîp. (Grosse 396, 2 und 4) deshalb fühlte sich erhoben König Gunther in seiner Person. Er habt’ im dâ bî zoume daz zierlîche marc, Er hielt es am Zaumzeug das verzierte Pferd, gúot únde schœne, vil michel unde starc, gut und schön, groß und stark, unz der künic Gunther ín den sátel gesáz. bis dass der König Gunther in den Sattel aufsaß. alsô diente im Sîfrit, des er doch sît vil gar vergaz. (Grosse 397, 1-4) So diente ihm Siegfried, was er jedoch völlig vergessen sollte. Dô zôh er ouch daz sîne von dem schiffe dan. Da zog er auch seines dann vom Schiff. er hete solhen dienest vil selten ê getân, Er hatte solchen Dienst bisher noch nie erledigt, daz er bî stegereife gestüende helde mêr. bei dem er den Steigbügel hielt, bei einem bekannten Helden. daz sâhen durch diu venster die vrouwen schœn’ unde hêr. (Grosse 398, 1-4) Das sahen durch die Fenster die schönen, adligen Frauen. Der Dichter erklärt, dass der Steigbügeldienst von vielen Zeugen beobachtet wird. Dennoch sollte das Auftreten von Gunther und Siegfried die Augenzeugen verwundern.
Reht’ in einer mâze den helden vil gemeit Fast in gleichem Maße waren bei den vortrefflichen Helden, von snêblanker varwe ir ros unt ouch ir kleit von schneeweißer Farbe, ihre Rösser und ihre Kleider wâren vil gelîche. […] (Grosse 399, 1-3) sehr ähnlich. […]
Äußerlich gleichen sich die beiden, so wie sie in der Realität auch ebenbürtige Könige sind. 77 Warum der Dienst nötig für die Werbung ist, bleibt unbekannt. 78
76 Vgl. Grosse 395, 1.
77 Vgl. Grosse 3. âventiure 109, Vgl. Strohschneider, Peter, Einfache Regeln - komplexe Struk- turen, Ein strukturanalytisches Experiment zum ,Nibelungenlied‘, 1997, in: Nibelungenlied
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Die Beschreibung der Szene muss vom Erzähler ausgeschmückt worden sein, um beiden Recken zu huldigen. 79 Die Kleidung stammt von Kriemhild, 80 die von dem Betrug nichts weiß.
Siegfried übernimmt wieder seiner Rolle entsprechend die Führung. dô begonde im Sîfrit dâ von diu rehten mære sagen. (Grosse 406, 4) Da begann Siegfried ihm das richtige Vorgehen zu erklären. Im nachfolgenden Abschnitt stellt man fest, dass Siegfried nicht nur die allgemeinen höfischen Formen wahren will, sondern gezielt die Umgangsformen Isensteins beschreibt.
“Man pfliget in dirre bürge, daz wil ich iu sagen, „Man pflegt in dieser Burg, dass will ich Euch sagen, daz neheine geste hie wâfen sulen tragen. dass unbekannte Gäste hier keine Waffen tragen sollen. nu lât si tragen hinnen, daz ist wol getân.” (Grosse 407, 1-3) Nun lasst sie forttragen, so ist es am besten.“
An mehreren Stellen macht der Erzähler deutlich, dass Siegfried nicht nur Isenstein und die Gepflogenheiten dort kennt, sondern auch, dass er Brünhild und ihrem Gefolge bekannt ist. 81 Brünhilds Anhang mutmaßt, dass beide Könige gleichwertig sind.
[“]Der ander der gesellen der ist sô lobelîch. [„] Der andere der Gefährten, der ist so ruhmreich, ob er gewalt des hête, wol wær’ er ein künec rîch dass, wenn er die Macht hätte, ein reicher König wäre, ob wîten fürsten landen, und maht’ er diu gehân. über weite Fürstenländer, so könnte es sein.
man siht in bî den andern sô rehte hêrlîche stân. [”] (Grosse 412, 1-4) Man sieht ihn bei den anderen recht herausragend stehen. [“] Der Erzähler erklärt, dass nur Siegfried Brünhild bekämpfen könne. Die Konfrontation ist in der Geschichte vorgesehen. 82
und Nibelungenklage, Neue Wege der Forschung, hg. von Christoph Fasbender, Darmstadt 2005, S. 48 - 82: S. 59.
78 Vgl. Rinke, Moritz, Die Nibelungen, Hamburg 2002: S. 44. Im Theaterstück fragt an mehreren Stellen Frau Ute warum denn nicht Hagen die Zügel ergriffen habe. Auf ihren Ausruf folgt niemals eine konkrete Antwort, was das Unverständnis gegenwärtiger Forschung „Warum zum Vasallendienst noch den Steigbügeldienst?“ widerspiegeln könnte. Der Steigbügeldienst soll hier als weiterer Schritt und Unterstreichung des Geschehens in der Untergangshandlung anzusehen sein.
79 Vgl. Grosse: S. 780. Grosse verweist in seinem Kommentar auf Literatur die davon ausgeht, die Vorbereitung zum Vasallendienst sei kurzfristig geschehen, da sonst die Kleiderfarbe Siegfrieds nicht die gleiche wie Gunthers gewesen wäre.
80 Vgl. Strohschneider: S. 59.
81 Vgl. Grosse 411.
82 Vgl. als Bsp. Grosse 460ff.
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von sînen schœnen listen er hete kraft genuoc,
Bei seinen vielen Eigenschaften hatte er eine ausreichende Kraft, daz er mit dem sprunge den künic Gunther doch truoc. (Grosse 464, 3-4) dass er im Sprung den König Gunther dazu noch trug. Er allein ist kräftig genug, als Held des NL die stärkste Frau zu werben. STROHSCHNEIDER stellt das Problem dar, indem er sagt, dass „der bei der Braut präsente Werbungshelfer […] nämlich den absenten Werber im Raum der Evidenz als den Besten repräsentieren [müsse]. Das führt in der Regel notwendig dann zum Kurzschluß [sic!], wenn der Helfer zugleich selbst der Beste ist.“ 83 Der Dichter kommt bei der Beschreibung der Könige in Bedrängnis, wenn er versucht, keinen minderwertig darzustellen. Man kann diesen Fehler als Verwirrung bei der Ankunft der Wormser auf Isenstein sehen. Gunther und Siegfried treten gleich gekleidet auf, trotz Vasallendienst. Die Zweifel Brünhilds sind von Beginn an zu erkennen. Siegfried wird an mehreren Stellen nicht als Vasall Gunthers erkannt, dennoch vom Erzähler beim Ausführen von Diensten für den König beschrieben. Da Brünhild Siegfried zu kennen scheint, geht sie zunächst einmal davon aus, dass er um sie werben will.
[“] unt ist der starke Sîfrit komen in diz lant [„] und ist der starke Siegfried auch in dieses Land gekommen, durch willen mîner minne, ez gât im an den lîp. um meine Liebe zu werben, so wird es ihm ans Leben gehen. ich fürhte in niht sô sêre, daz ich wérdé sîn wîp.” (Grosse 416, 2-4) So sehr fürchte ich ihn nicht, dass ich seine Frau werde.“ Sie begrüßt ihn als Ersten, um, auf diesem Schluss basierend, die höfische Form zu wahren. 84 Jetzt setzt Siegfried aktiv seinen Stand herab, indem er vortäuscht, in Gunthers Dienst zu stehen. [“] der hie vor mir stât, [„] der hier vor mir steht,
wand’er ist mîn herre: der êren het ich gerne rât. (Grosse 420, 3-4) ist mein Herr: deshalb verzichte ich gerne auf die ehrenvolle Begrüßung. durch die dîne liebe sîn wir gevarn her. Wegen Deiner Liebe sind wir hierher gefahren. der will dich gerne minnen, [”] (Grosse 421, 2-3) Er will Dich gerne werben, [“]
Brünhild fällt auf den Betrug herein, was der Erzähler sie in direkter Rede als Bestätigung sagen lässt. 85 Erst später zweifelt sie an dem, was sie mit eigenen
83 Strohschneider: S. 49.
84 Vgl. Grosse 419.
85 Vgl. Grosse 423.
Arbeit zitieren:
Michael Bylsma, 2008, Tod und Sterben im Nibelungenlied, München, GRIN Verlag GmbH
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