Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung - Allgemeines und Vorgehensweise 5
2 Anglizismus - Begriffsbestimmung 7
2.1 Klassifikation der Anglizismen für das Deutsche 8
2.1.1 äußeres Lehngut 10
2.1.2 inneres Lehngut 13
2.2 Klassifikation der Anglizismen für das Spanische 14
3 Sprachhistorischer Überblick 17
3.1 Beeinflussung des Spanischen durch andere europäische Sprachen 17
3.2 Beeinflussung des Deutschen durch andere europäische Sprachen 18
3.3 Gründe für die Übernahme und Verwendung von Anglizismen 19
4 Werbung 21
4.1 Abriss Entstehung 21
4.2 Werbesprache 22
4.2.1 Anglizismen in der Werbesprache 25
5 Das Korpus der Untersuchung 27
6 Darstellung der Ergebnisse 28
6.1 Anglizismenliste für das Deutsche 30
6.2 Anglizismenliste für das Spanische 37
2
7 Quantitative Ergebnisanalyse 39
7.1 Verwendungshäufigkeit der Anglizismen 40 7.2 Analyse der Wortarten 40
7.3 Analyse der Entlehnungskategorien für das Deutsche 41
7.4 Analyse der Entlehnungskategorien für das Spanische 42
8 Qualitative Ergebnisanalyse für das Deutsche -Integration der Anglizismen 43 8.1 Substantive 44 8.1.1 Das Genus 44
8.1.2 Die Flexion: Deklination und Pluralbildung 46 8.2 Komposita 47 8.3 Verben 48 8.4 Adjektive 49
8.5 Orthografische Integration 48
9 Qualitative Ergebnisanalyse für das Spanische -Integration der Anglizismen 51 9.1 Substantive 51 9.1.1 Das Genus 51 9.1.2 Die Pluralbildung 52
9.1.3 Die Kasusentsprechungen 53 9.2 Komposita 54 9.3 Verben 55 9.4 Adjektive 56
9.5 Orthografische Integration 56
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10 Zusammenfassung und Ergebnisse 59
11 Literaturverzeichnis 61
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1 Einleitung - Allgemeines und Vorgehensweise
Seit dem Zweiten Weltkrieg beschäftigt sich die Forschung intensiv mit Anglizismen im deutschen Sprachgebrauch. Die Besatzung von Deutschland durch englische und amerikanische Soldaten hatte erstmals einen sehr intensiven Sprachkontakt zwischen dem Englischen und dem Deutschen zur Folge. Aufgrund der dominanten Rolle des Englischen begann dies, einen starken Einfluss auf die deutsche Sprache auszuüben. Doch nicht nur Deutschland war einer Flut von Anglizismen, Wörtern englischen Ursprungs, ausgesetzt, sondern viele Länder Europas, darunter auch Spanien. Die USA hatten in der Entwicklung neuer Technologien und auch auf kultureller Ebene einen deutlichen Vorsprung gegenüber den europäischen Ländern. Dies hatte zur Folge, dass neue Begriffe und besonders Produktbezeichnungen aus der Technik aus dem Englischen in das Deutsche und Spanische in vermehrter Anzahl aufgenommen wurden. Die Anglizismen werden bei der Entlehnung und Aufnahme in eine andere Sprache in unterschiedlichem Ausmaß an das neue Sprachsystem adaptiert und in die Sprache integriert. Einige bleiben unverändert und werden, gleich dem englischen Original, in der neuen Sprache verwendet. Andere wiederum werden teilweise oder komplett nach den Regeln der aufnehmenden Sprache verändert. Vergleicht man die Alltagssprache mit der „Sondersprache“ der Werbung, findet man in der Werbesprache eine höhere Anzahl an Anglizismen, aufgenommen durch unterschiedliche Entlehnungsvorgänge. Die Werbesprache tendiert dazu, häufig mit Fremdwörtern zu jonglieren, die einen geringen Integrationsgrad besitzen und demnach dem englischen Original gleichen. Mithilfe des englischen Wortguts soll die Werbeanzeige modern erscheinen und den Kunden zum Kauf des beworbenen Produktes anregen. Trends sind interessant und das, was „in“ ist, wird gern gekauft. Es lassen sich schlussfolgernd folgende Thesen aufstellen: These 1: Die Anglizismen in den Werbeanzeigen besitzen einen geringen Integrationsgrad und werden häufig unverändert in die Empfängersprache Deutsch beziehungsweise Spanisch aufgenommen. These 2: In der Sprache der Werbung werden viele Luxuslehnwörter 1 nur um der Fremdheit willen verwendet.
1 Das sind Entlehnungen, die eine oder mehrere spanische bezeihungsweise deutsche
Entsprechungen haben und daher nicht zwingend notwendig übernommen werden müssen.
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In einer Untersuchung von Anglizismen in der deutschen und spanischen Werbesprache soll herausgefunden werden, ob diese Vermutungen ansatzweise oder als Regelmäßigkeiten bestätigt werden können.
Die Untersuchung wird sich auf Werbeanzeigen in den Printmedien beschränken. Wie aus vorherigen Studien zu diesem Thema hervorgeht, ist der Anglizismenanteil unter anderem in Werbeanzeigen für Mode besonders hoch. Deshalb wurden als Untersuchungskorpus 24 deutsche und spanische Ausgaben der Modezeitschrift „Cosmopolitan“ gewählt, die sowohl in deutscher als auch in spanischer Sprache erscheint.
Die im Rahmen der Untersuchung registrierten Anglizismen werden für das Deutsche und Spanische getrennt in jeweils einer Liste dargestellt. Im Anschluss folgt eine Analyse der morphologischen und orthografischen Veränderungen der englischen Entlehnungen im Vergleich zu ihrem englischen Vorbild. Anhand dieser Veränderungen können Aussagen über den Integrationsgrad des Lehnguts getroffen werden.
Ein Vergleich der deutschen und spanischen Untersuchungsergebnisse soll zeigen, ob Unterschiede in der Verwendungsfrequenz der verschiedenen Anglizismen in der Werbesprache des Spanischen und des Deutschen vorhanden sind und in welchem Ausmaß und auf welche Art und Weise, aufgespaltet in die häufigsten Wortarten (Substantive, Verben, Adjektive), sie in die jeweilige Sprache integriert sind.
Doch vorerst, zu Beginn der Arbeit, erfolgt eine theoretische, thematische Einführung mit den unterschiedlichen Ansätzen zur Begriffsbestimmung und Klassifikation der Anglizismen in Kapitel 2. Daran schließt in Kapitel 3 ein historischer Überblick an, über die fremdsprachlichen Einflüsse auf das Deutsche und das Spanische und die Gründe für die Übernahme von Anglizismen. Kapitel 4 vollzieht eine nähere Betrachtung der Werbung und deren Sprache, bevor im Anschluss die Untersuchung und deren Ergebnisse, als Kernpunkt der Arbeit, dargestellt und ausführlich erläutert werden.
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2 Anglizismus - Begriffsbestimmung
In diesem Kapitel wird der Begriff ‚Anglizismus’ erläutert. Eine einheitliche Definition scheint aber fast unmöglich, da sehr viele Ansätze in der Forschungsliteratur dazu existieren. Nach Pfitzner (1978:13) ist ein Anglizismus „[…] ein sprachliches Zeichen, dessen äußere Form aus englischen Morphemen beziehungsweise einer Kombination englischer und deutscher Morpheme besteht, dessen
Inhalt stets die Übernahme einer im englischen Sprachgebrauch üblichen Bedeutung
voraussetzt.“
In der spanischsprachigen Forschung definiert Pratt (1980) einen Anglizismus als ein linguistisches Element oder Gruppe, die im aktuellen Spanisch der Iberischen Halbinsel gebraucht wird und ein englisches Äußeres besitzt. 2 Den Definitionen des Begriffs ‚Anglizismus’ ist gemein, dass es sich um eine linguistische Entlehnung englischen Ursprungs handelt. Das schließt nicht nur das britische Englisch (BE) ein, sondern auch das amerikanische Englisch (AE) in den USA, die diversen anderen englischen Varietäten in Kanada, Australien, Neuseeland, Südafrika und sämtliche kleine, englische Sprachgebiete. Einige Sprachwissenschaftler versuchen, die Anglizismen anhand ihrer Herkunft in britische und amerikanische Entlehnungen zu unterscheiden. Doch dies ist meist nicht eindeutig zu gewährleisten, da die genaue Herkunft oft unklar ist. Viele britische Wörter werden im amerikanischen Englisch verbreitet und auf diesem Umweg anschließend als Anglizismen in andere Sprachen entlehnt. Ebenso werden auch Wörtern aus dem amerikanischen Englisch über das Britische in andere Sprachen, wie das Deutsche, entlehnt. Fink (1968:452) sagt hierzu: „In Folge des parallellaufenden BE-Einflusses und der vielgestaltigen sonstigen
fremdsprachlichen Einwirkungen auf das heutige Deutsch lässt sich bei bestimmten
Entlehnungen nicht eindeutig ermitteln, ob sie Amerikanismen sind, zumal diese
manchmal amerikanisches Lehngut aus nicht-englischen Sprachen darstellen.“
Da eine Differenzierung der englischen Entlehnungen in Britizismen und Amerikanismen selten möglich ist, wird in dieser Arbeit, wie unter anderem auch bei Pfitzner (1978) darauf verzichtet. Sie erhalten weiterhin den Oberbegriff ‚Anglizismus’.
2 Sinngemäß wiedergegeben nach Pratt (1980:115): „Un anglicismo es un elemento lingüístico, o
grupo de los mismos , que se emplea en el castellano peninsular contemperaneo y que tiene como
étimo inmediato un modelo inglés.“
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Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass Anglizismen sprachliche Entlehnungen sind, stammend aus der englischen Sprache, die an das Sprachsystem der Empfängersprache in variierendem Ausmaß morphologisch, orthografisch und phonologisch adaptiert und in den Sprachgebrauch integriert werden.
Auf die Integration der Anglizismen in die spanische beziehungsweise deutsche Sprache wird in Kapitel 6.4 dieser Arbeit noch ausführlicher eingegangen.
2.1 Klassifikation der Anglizismen für das Deutsche
Auch in Bezug auf die Klassifizierung des Terminus ‚Anglizismus’ existiert kein allgemeingültiges Konzept. Linguisten haben unterschiedliche Ansätze entwickelt, um das englische Lehngut zu untergliedern. Nachfolgend werden verschiedene Klassifikationsmodelle von deutschen Sprachwissenschaftlern dargestellt, die zahlreichen nachfolgenden Arbeiten zum Teil als Grundlage dienten. Sie lassen sich im Großen und Ganzen auch auf die englischen Entlehnungen im Spanischen übertragen und überschneiden sich teilweise mit den Konzepten der spanischen Sprachwissenschaftler. Deshalb werden an einigen Stellen zum Vergleich neben den deutschen auch spanische Sprachbeispiele angeführt.
Eine Möglichkeit, das Lehngut zu klassifizieren, ist nach dem Kriterium des Bekanntheitsgrad und der Verwendung: Yang (1990:9) differenziert dazu drei Typen von Anglizismen: 1. Konventionalisierte Anglizismen: Diese Anglizismen sind in starkem Ausmaß in die Alltagssprache integriert, obwohl sie häufig noch die Orthografie oder die Aussprache des englischen Originals innehaben. Beispiele dafür sind Jeans, Computer und Manager. 2. Anglizismen im Konventionalisierungsprozess: Sie sind noch nicht Teil des alltäglichen Sprachgebrauchs und erscheinen vielen Leuten noch fremd. Sie werden im weiteren Verlauf der Zeit entweder vollständig konventionalisiert oder verschwinden wieder aus dem Sprachgebrauch, zum Beispiel: Gay, Underdog.
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3. Zitatwörter, Eigennamen und Verwandtes: Dieser Typ von Anglizismen wird für Begriffe gebraucht, die in Zusammenhang mit englischsprachigen Ländern stehen, wie US-Army oder Highway.
Auch Fink (1968:470f) unterscheidet drei Typen von Anglizismen, jedoch nach dem Kriterium der Lebensdauer:
1. Gelegenheitsbildungen: Sie werden meist nur einmal verwendet und verschwinden anschließen wieder aus dem Sprachgebrauch.
2. Wörter, die einen zeitgemäßen Gegenstand oder eine Modeerscheinung bezeichnen: Sie bleiben längere Zeit im Wortschatz, bis sie von Neuerungen abgelöst werden.
3. Wörter, die länger im Wortschatz verweilen, weil sie bereits lange und tief in die Sprache integriert sind.
Eine der wichtigsten Klassifikationen des englischen Lehnguts hat Werner Betz 1959 vorgenommen. Sie diente vielen nachfolgenden Arbeiten über lexikalische Entlehnungsvorgänge als Grundlage. Zur Differenzierung wählte Betz das Kriterium der Art der Entlehnung. Er teilte die Anglizismen in ‚äußeres’ und ‚inneres Lehngut’ auf. Das äußere Lehngut beinhaltet die an der äußeren Form erkennbaren Übernahmen. Sie bestehen aus englischem Wortmaterial. Das innere Lehngut besteht aus Wortteilen der aufnehmenden Sprache; die Entlehnung ist äußerlich somit nicht erkennbar. (vgl. Betz 1959 [zitiert in Muhr 2002:32])
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2.1.1 äußeres Lehngut
Das äußere Lehngut unterteilt Betz in ‚direkte Entlehnungen’, ‚Mischkomposita’ und ‚Scheinentlehnungen’. Des Weiteren differenziert die direkte Entlehnung das ‚Fremdwort’, das ‚Lehnwort’ und das ‚Fremde Wort’. Diese Unterscheidung ist vergleichbar mit den drei Anglizismen-Typen nach Yang (1990). Fremdwörter sind Termini, die aus dem Englischen übernommen wurden, ohne äußerlich verändert worden zu sein. Sie bestehen demzufolge komplett aus englischen Morphemen. Typische Fremdwörter in der gegenwärtigen Alltagssprache sind Power, Job oder Homepage. Duckworth (1977:239) definiert ein Wort als
„[…] ‚fremd’, wenn Schreibung und Lautung nach den deutschen Lautregeln nicht übereinstimmen.“
Im Gegensatz dazu wird ein fremdes Wort zum Lehnwort, „[…] wenn Schreibung und Lautung nach den deutschen Lautregeln tatsächlich übereinstimmen.“
Lehnwörter haben im Zuge der Übernahme aus dem Englischen eine äußerliche Veränderung erfahren. Sie wurden in unterschiedlichem Ausmaß an die aufnehmende Sprache adaptiert. Bei diesem Prozess unterliegen die Wörter den
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orthographischen, phonologischen und morphologischen Regeln der aufnehmenden Sprache.
Die morphologische Adaption erfolgt, wenn an das englische Verb die deutsche Infinitivendung -en beziehungsweise im Spanischen eine der spanischen Infinitivendungen -ar, -er oder -ir angehängt wird: engl. to walk - dt. walken engl. to film - span. filmar
Auf phonologischer Ebene wird die Aussprache des entlehnten Wortes an die der aufnehmenden Sprache angepasst. Die orthografische Adaption erfolgt durch die Veränderung der Schreibung nach dem Vorbild der aufnehmenden Sprache: engl. club - dt. Klub engl. football - span. fútbol
Da im Deutschen beispielsweise der Wortanfang aller substantivischen Fremdwörter groß geschrieben wird, bleibt dieses Merkmal bei der Unterscheidung zwischen Lehn- und Fremdwort unberücksichtigt. Von Polenz (1979:23f) differenziert drei verschiedene Kategorien von Lehnwörtern:
1. Wörter des Bildungswortschatzes: Sie werden von Akademikern verstanden und verwendet, umfassen aber keine bestimmten Fachbereiche. 2. Wörter des Fachwortschatzes bestimmter Gebiete oder Berufe 3. bekannte Wörter des Gemeinwortschatzes
Die Grenzen zwischen Fremd- und Lehnwort sind fließend und die Forschung ist sich nach wie vor uneinig, wo diese Grenzen exakt gesetzt werden können. Diese undefinierbaren Grenzen sind nicht nur im Deutschen sondern auch im Spanischen zu beobachten, wo nahezu alle Fremdwörter in größtmöglichem Ausmaß an das Spanische angepasst werden, da die spanischen Muttersprachler, aufgrund der Unterschiedlichkeit der spanischen und der englischen Sprache, meist die englische nicht sehr gut beherrschen und somit unveränderte Fremdwörter schlecht verstehen und nur mangelhaft verwenden können. Fremde Wörter, auch als ‚Exotismen’ bezeichnet, benennen ausschließlich Gegenstände und Einrichtungen, die lediglich im englischen Sprachraum zu finden sind, wie zum Beispiel die high school. (vgl. Muhr 2002:33)
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Ebenfalls eine Form des äußeren Lehnguts ist neben der direkten Entlehnung das Mischkompositum. Es besteht äußerlich aus einem englischen Teil und einem Teil in der aufnehmenden Sprache. Im Deutschen findet man Mischkomposita wie Management-Studium oder Catering-Firma, im Spanischen el efecto lifting oder el Pack regalo.
Die dritte Form des äußeren Lehnguts ist die Scheinentlehnung. Am häufigsten tritt die lexikalische Form der Scheinentlehnung auf. Sie ist im engeren Sinne keine richtige Entlehnung, da sie nicht aus einer fremden Sprache wie dem Englischen stammt. Das Wort wurde zwar mit Hilfe von fremden englischen Morphemen gebildet, existiert aber in der englischen Sprache nicht. Es stellt eine Neuschöpfung der deutschen Sprache dar. Die so entstandenen Wörter werden auch als ‚Pseudoanglizismen’ bezeichnet. Carstensen (1980:77) definiert sie als „[…] Bildung von Wörtern […] im Deutschen mit englischen Morphemmaterial,
meistens in Analogie zu im Englischen existierenden ähnlichen Begriffen.“
Als typische Beispiele sind an dieser Stelle zu nennen: Handy (engl. mobile phone) oder Showmaster (engl. announcer, Talkmaster). (Muhr 2002:32f) Ebenso englisches Wortmaterial wird bei der morphologischen Scheinentlehnung verwendet. Doch es handelt sich um Wörter, die in der englischen Sprache auch existieren. Sie werden morphologisch verändert ins Deutsche übernommen und in dieser veränderten Form im Deutschen verwendet. Auch auf semantischer Ebene finden Scheinentlehnungen statt. Englisches Wortmaterial wird in die deutsche Sprache übernommen, ohne orthografisch, morphologisch oder phonologisch an diese angepasst zu werden. Zusammen mit der Bezeichnung werden auch eine oder mehrere seiner Bedeutungen übernommen. Zusätzlich nimmt die Entlehnung eine oder mehrere Bedeutungen im Deutschen an, die das Wort im Englischen nicht besitzt. Es unterliegt einer Bedeutungserweiterung. (vgl. Carstensen 1980:78) Die Gründe dafür liegen in der mangelhaften Beherrschung der englischen Sprache. Deutsche Sprecher, die das Englische nur teilweise oder gar nicht beherrschen, verwenden die Anglizismen in falscher Bedeutung. Engl. selfmade wird beispielsweise mit dt. „selbst gemacht“ übersetzt, obwohl dies die korrekte Übersetzung für engl. homemade ist. (vgl. Carstensen 1980:95f)
Die ‚falschen Freunde’, die Verwechslung ähnlich klingender Wörter, führen ebenso zur Bedeutungserweiterung der entlehnten Anglizismen. Ein Begriff nimmt zusätzlich die Bedeutung des anderen an, wie bei Rezession und Rezeption.
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Im Unterschied zu den verschiedenen Formen des äußeren Lehnguts ist das innere nicht äußerlich erkennbar und deshalb für Nicht-Muttersprachler sehr schwer wahrnehmbar.
2.1.2 inneres Lehngut
Betz unterteilt das innere Lehngut in seiner Klassifikation vorerst in ‚Lehnbedeutung’ und ‚Lehnbildung’ (siehe Grafik in 2.1). Bei der Entlehnung, der Übernahme der Anglizismen, wird selten der vollständige Bedeutungsumfang des Begriffes mit entlehnt. Häufig umfasst der Anglizismus in der aufnehmenden Sprache nur einen Teil seiner ursprünglichen Sememe (Wortbedeutungen). Man spricht von einer Bedeutungsverengung, wie sie beispielweise bei dem englischen Wort gag stattfand. Im Deutschen trägt es lediglich die Bedeutung „komischer Einfall“ und hat die zusätzliche Bedeutung „knebeln“ beim Entlehnungsvorgang verloren. (vgl. Muhr 2002:33) Eine weitere Form der Bedeutungsveränderung stellt die Bedeutungserweiterung dar. Wird ein englischer Begriff übernommen, erhält dieser in der Empfängersprache zu der bereits existierenden Bedeutung eine oder mehrere weitere Bedeutungen hinzu; zum Beispiel engl. cocktail („alkoholisches Mischgetränk) erhält im Deutschen die zusätzliche Bedeutung „Mischung“. Im Falle der Bedeutungsverschiebung, der dritten Form der
Bedeutungsveränderung, erhält der Anglizismus eine komplett andere Bedeutung in der Empfängersprache; zum Beispiel engl. body („Körper“) kennt man im deutschen Sprachgebrauch als Unterwäschestück für Frauen. Die zweite Kategorie inneren Lehnguts benennt Betz als ‚Lehnbildung’, die er nochmals in ‚Lehnübersetzung’, ‚Lehnübertragung’ und ‚Lehnschöpfung’ differenziert. Während bei der Lehnübersetzung der englische Begriff direkt in die jeweilige Sprache übersetzt wird, wird bei der Lehnübertragung lediglich ein Teil des Wortes übersetzt und der andere Teil aus der aufnehmenden Sprache übertragen. Eine direkte Übersetzung findet zum Beispiel bei engl. skyscraper statt, welches im Deutschen mit „Wolkenkratzer“ und im Spanischen mit „rascacielos“ übersetzt wird. Ein Beispiel für die Lehnübertragung ist dagegen engl. airlift. Der Teil air wird bei der Übernahme in dt. Luft übersetzt und der zweite Teil lift sinngemäß, analog zum englischen Modell, übertragen und durch
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Susann Piersig, 2009, Anglizismen in der Werbung - Ein Vergleich zwischen dem Deutschen und dem Spanischen, München, GRIN Verlag GmbH
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