Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
2 Eine historische Einordnung vom Film „Matilda“ 3
2.1 Biographie zum Autor Roald Dahl. 3
2.2 Besonderheiten des Autors Roald Dahl 4
3 Sachanalyse 5
3.1 Inhaltsangabe. 5
3.2 Erzählstruktur 6
3.3 Figurenzeichnung 6
3.3.1 Matilda - die Hauptfigur 6
3.3.2 Fräulein Knüppelkuh. 9
3.3.3 Fräulein Honig. 12
3.4 Plot Points 14
3.5 Sinnpotentialanalyse. 16
4 Entstehung und Wirkung der Komik im Film. 18
4.1 Definitionsversuch: „Komik“ 18
4.2 Komik durch Übertreibung 18
4.3 Komik durch Verfremdung „normaler“ Situationen 19
4.4 Komik durch schwarzen Humor 20
4.5 Art der Komikwirkung 20
5 Umsetzung des Films im Unterricht. 22
5.1 Tabellarische Projektplanung. 22
5.2 Alternativen für die Umsetzung 28
6 Zielformulierungen für die praktische Umsetzung im Unterricht. 30
6.1 Grobziele 30
6.2 Feinziele 30
6.3 Begründungen für die Wahl der didaktischen Schritte 30
7 Schlussbetrachtung. 32
8 Literatur- und Quellenverzeichnis. 33
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1 Einleitung
Fantastische Geschichten mit skurrilen Figuren und unglaublichen Handlungen stellen eine ergiebige Vorlage für den Literaturunterricht in der Grundschule dar. Im Vergleich zu ihren kommerziellen Konkurrenten sprechen sie ganz unterschiedliche Altersgruppen und Interessengebiete an.
Die fantastische Erzählung „Matilda“ stammt von dem Autor Roald Dahl und ist 1988 erschienen. Im Jahr 2001 wurde die Geschichte von Danny DeVito mit großem Erfolg verfilmt. Der Autor gestaltete in diesem Kinderbuch den Konflikt zwischen den Ängsten der Kinder und ihren allmächtigen Eltern. Realismus und Satire wurden von Roald Dahl über das Genre des schwarzen Humors mit einander verbunden. Im Mittelpunkt von Buch und Film steht ein vernachlässigtes Kind, das besondere Fähigkeiten erlangt und letztlich ein glückliches Leben führt.
Die vorliegende Projektplanung beschäftigt sich mit dem fantastischen Film „Matilda“. Mit ihr soll herausgearbeitet werden, inwieweit sich die Verfilmung des Buches mit Gewinn im Unterricht einsetzen lässt. In diesem Zusammenhang wird zunächst ein kleiner Einblick in das Leben und die Besonderheiten des Verfassers Roald Dahl gegeben. Darauf folgt eine ausführliche Sachanalyse mit einigen Besonderheiten zum Film „Matilda“. Ebenfalls liegt ein Schwerpunkt auf der Betrachtung der Komik mit ihrer Entstehung und Wirkung in der Verfilmung. Daran schließt sich die konkrete Umsetzung des Films im Unterricht mit einer tabellarischen Projektplanung an. Hierbei werden darüber hinaus Alternativen für die praktische Umsetzung des Werkes vorgestellt. In einem nächsten Punkt werden die Zielformulierungen für die Umsetzung des Films beleuchtet. Dabei werden gleichfalls die Begründungen für Wahl der didaktischen Schritte analysiert. Abschließend fassen wir unsere resultierenden Erkenntnisse aus der Projektplanung und dem Seminar in einer Schlussbetrachtung zusammen.
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2 Eine historische Einordnung vom Film „Matilda“
2.1 Biographie zum Autor Roald Dahl
Roald Dahl war ein norwegisch-walisischer Schriftsteller und lebte von 1916 - 1990. Er wurde in Llandaff bei Cardiff (Wales) geboren und starb in Great Missenden (Buckinghamshire). Er schrieb Kurzgeschichten und Romane für Kinder und Erwachsene, die von einem feinen schwarzen Humor geprägt sind und oftmals überraschend enden. Im Hinblick auf die Kinderliteratur gilt Roald Dahl als umstritten, weil seine Werke dem Genre des schwarzen Humors zuzuordnen sind.
Seine Schwester starb mit sieben Jahren an einer Blinddarmentzündung und wenige Wochen darauf sein Vater an einer Lungenentzündung. So lebte er mit seiner Mutter allein in Wales und verarbeitet diese schwere Zeit in seiner Autobiographie „Boy: Tales of Childhood“ (vgl. Zipes 2006, S. 376). Roald Dahl besuchte zunächst die Cathedral School in Llandaff und darauf zwei Internate in England. In der Zeit als Schüler entstand seine Inspiration für das Kinderbuch „Charlie und die Schokoladenfabrik“. Nach seiner schulischen Ausbildung begann er, entgegen den Wünschen seiner Mutter, ab Juni 1934 eine kaufmännische Ausbildung bei der Shell Oil Company.
Mit dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges wurde er zum Offizier ernannt und erhielt den Befehl, alle Deutschen, die in der Stadt lebten, zu verhaften. Im November 1939 begann Roald Dahl eine Ausbildung zum Piloten. Im Zuge seiner Aktivitäten als Pilot kam es zu einem schweren Unfall und damit zum Ende seiner Karriere als Flugzeugführer. Nach einer langen Genesungspause wurde er 1942 von seiner Firma nach Washington D.C. versetzt. Hier wirkte er als Agent des britischen Geheimdienstes. Im selben Jahr begann seine schriftstellerische Tätigkeit mit dem Veröffentlichen der Geschichte „Shot Down Over Libya“, in der er seine Erlebnisse vom Flugzeugabsturz verarbeitete und für die er 1000 Dollar Honorar erhielt (vgl. Zipes 2006, S. 378).
Nach dem Krieg war er von 1953 - 1983 mit der Schauspielerin Patricia Neals verheiratet, mit der er fünf Kinder hatte. Im selben Jahr der Scheidung ehelichte Roald Dahl seine zweite Frau, Felicity Ann Crosland. Sieben Jahre darauf verstarb er an Leukämie in seinem Haus in Buckinghamshire (vgl. Kümmerling-Meibauer 1999, S. 270). Zu seinem Gedenken wurde die „Roald Dahl Children's Gallery“ im Bucks County Museum eröffnet. Zu Ehren seines wohltätigen Wirkens in den Bereichen Neurologie, Hämatologie und Analphabetismus wurde die „Roald Dahl Foundation“ gegründet, die sich weiterhin für diese Bereiche (vgl. Kümmerling-Meibauer S. 270).
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Zu einigen seiner wichtigsten Werke zählen die Kinderbücher „Matilda“, „Charlie und die Schokoladenfabrik“ sowie „The Gremlins“, die beiden Autobiographien „Boy“ und „Im Alleingang“, die Kurzgeschichten für Erwachsene „Küsschen, Küsschen“ und „The Smoker“. Roald Dahl erhielt für seine Werke viele Auszeichnungen, darunter der „Deutsche Jugendliteraturpreis“ und die „Kalbacher Klapperschlange“ (vgl. Kümmerling-Meibauer S. 270).
2.2 Besonderheiten des Autors Roald Dahl
Roald Dahl verfasste seine Werke immer in einer kleinen, spärlich eingerichteten Holzhütte in seinem Garten. Dort fand er die Ruhe, die er für das Schreiben benötigte, welche er aber in seinem Wohnhaus nicht hatte. Seine Familie durfte ihn während seiner Arbeit nicht stören und musste die Zeit im Haus verbringen. An den Wänden in seiner Hütte hatte er Bilder aufgehängt, die ihm als Inspiration für das Schreiben dienen sollten. Roald Dahl schrieb seine Geschichten nicht an einem Schriebtisch, sondern in einem Sessel mit einem Block Papier auf den Knien. Da er nicht mit der Schreibmaschine umgehen konnte, verwendete er Bleistifte zum Schreiben.
In Bezug auf sein Schreibverhalten ist als eine wichtige Besonderheit zu erwähnen, dass er immer um halb zehn am Morgen begann, seine Fanpost zu beantworten und im Anschluss daran bis zum Mittag durchweg an seinen Werken schrieb. In der Mittagszeit machte er eine Pause und fing um vier Uhr am Nachmittag wieder an, in seiner Hütte zu schreiben. Auf diese Art und Weise entstanden alle seine Geschichten, Romane und Autobiographien.
Roald Dahl sagte selbst von sich, dass er ein sehr disziplinierter Schreiber sei, der von seinem Arbeitsrhythmus nie abweiche. Vielleicht ist das der Grund, warum seine Werke nach seinem Tod noch größere Berühmtheit erlangten (vgl. o.V., Internetquelle).
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3 Sachanalyse
3.1 Inhaltsangabe
Die Geschichte „Matilda“ handelt von einem intelligenten Mädchen namens Matilda, welches von ihren Eltern nicht genügend Aufmerksamkeit bekommt. Der Vater, Harry Wurmwald, widmet sich vorwiegend dem Verkauf von Gebrauchtwagen und die Mutter, Zinnia Wurmwald, dem Bingospielen. Ihr fünf Jahre älterer Bruder Michael ärgert Matilda sehr oft und schaut, wie seine Eltern, stundenlang Fernsehen.
Die Familie erkennt nicht, welche Begabung in Matilda steckt. Bereits als Baby ist sie in der Lage, ihren Namen zu schreiben. Im Alter von zwei Jahren kann sie sich allein versorgen und ihr Essen selber zubereiten. Mit vier Jahren hat sie alle Zeitschriften und Zeitungen, die sich im Haus der Familie befinden, gelesen. Im Anschluss stillt sie ihre Gier nach neuer Lektüre, indem sie sich Tag für Tag in die Stadtbibliothek begibt und dort ein Buch nach dem anderen „verschlingt“. Somit findet sie einen Weg, sich stets fortzubilden und ihre Leselust zu befriedigen. Als Matilda ihren Eltern demonstriert, über welch ein Wissen sie verfügt, wird sie von denen als „Klugscheißerin“ bezeichnet. Matilda beschließt nach dieser Auseinandersetzung, sich an ihrem Vater mit ein paar Streichen zu rächen. So trägt sie zum Beispiel an die Innenseite vom Hut ihres Vaters ein wenig Sekundenkleber auf. Als er den Hut dann aufsetzt, bekommt er ihn nicht mehr ab.
Matilda wünscht sich bald nichts sehnlicher, als in die Schule zu gehen. Ihre Eltern aber sind so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass sie es zunächst vergessen, sie einzuschulen. Als Herr Wurmwald Fräulein Knüppelkuh, die Rektorin einer Grundschule, ein Auto verkauft und mit ihr über Kinder geredet hat, beschließt er, seine Tochter in die Grundschule gehen zu lassen. Schon der erste Schultag Matildas zeigt ihr die Grausamkeit Fräulein Knüppelkuhs. Das ganze Gegenteil verkörpert Fräulein Honig, die Lehrerin der ersten Klasse. Sie erkennt als Klassenlehrerin von Matilda, dass dieses Mädchen nicht wie alle anderen Schüler ist. In der Geschichte kommt es zu einem Wendepunkt, als Matilda merkt, dass sie über eine ganz besondere Kraft verfügt. Sie kann mit ihren Augen Dinge bewegen. Dies geschieht anfangs unbewusst, wenn Matilda sich über etwas stark ärgert. Bald darauf kann Matilda ihre Kräfte kontrollieren und sie gewinnbringend, für die Umsetzung von Gerechtigkeit an der Schule, einsetzen. So zum Beispiel gegen die Rektorin Fräulein Knüppelkuh. Matilda vertraut ihrer Lehrerin Fräulein Honig und berichtet ihr von ihren Fähigkeiten. Sie möchte ihr beweisen, dass sie mit ihren telekinetischen Kräften ein Glas zum Umfallen bringen kann. Das gelingt ihr aber nicht gleich. Fräulein Honig mag Matilda und lädt sie zu
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sich nach Hause ein. Dort erzählt die Lehrerin von ihrer Kindheit. Sie hat im Alter von zwei Jahren ihre Mutter und im Alter von fünf Jahren ihren Vater verloren. Seitdem kümmerte sich ihre böse Tante, Fräulein Knüppelkuh, um sie. Matilda möchte mit ihren Kräften Fräulein Knüppelkuh aus dem Elternhaus von Fräulein Honig vertreiben, sodass ihre Klassenlehrerin wieder dort einziehen kann und ihr rechtmäßiges Erbe zurückerlangt, was ihr auch gelingen wird. Als Fräulein Knüppelkuh wieder einmal die Klasse von Matilda besucht, bewegt Matilda ein Stück Kreide mit ihren Augen und schreibt etwas auf die Tafel, was die Direktorin an einen Geist des verstorbenen Magnus glauben lässt. Daraufhin rennt Fräulein Knüppelkuh vor Schreck aus dem Schulgebäude und ist von da an spurlos verschwunden. Die Familie Wurmwald muss flüchten, da sie von der Polizei, aufgrund der Machenschaften des Vaters, verfolgt wird. Matilda möchte jedoch bei Fräulein Honig bleiben und kann ihre Eltern kurzerhand davon überzeugen, die Adoptionspapiere zu unterschreiben.
3.2 Erzählstruktur
Der auktoriale Erzähler befindet sich außerhalb des Geschehens (im so genannten „Off“) und gibt einen Überblick über die familiären Verhältnisse, Personen und die Entwicklung der Hauptfigur. Er stellt die verschiedenen Charaktere vor und kommentiert die Geschehnisse, wobei er vor allem Matildas Gedanken und Gefühle beschreibt. Der Erzähler wertet stark und lässt die Hauptfigur sehr sympathisch wirken. Er fungiert als Mittler zwischen Film und Zuschauer und führt den Rezipienten in das Geschehen ein. Er weiß über das Ende der Geschichte bereits Bescheid und macht mit seiner ruhigen Stimme deutlich, dass die Geschichte ein gutes Ende nehmen wird.
3.3 Figurenzeichnung
3.3.1 Matilda - die Hauptfigur
„Alle werden geboren…“ (DVD, 0:00:48), mit diesen Worten leitet der Erzähler die Geschichte über ein junges und hochbegabtes Mädchen, namens Matilda Wurmwald, ein. Passend dazu zeigen die ersten Bilder ein Säuglingsgesicht in Detailaufnahme. Es sind hauptsächlich positive Assoziationen wie süß, niedlich, unschuldig, die bei dem Beobachter hervorgerufen werden. Anschließend wird die Einstellungsgröße der Kamera totaler und der Zuschauer blickt aus der Vogelperspektive auf eine Säuglingsstation. Im Mittelpunkt befindet sich weiterhin dasselbe Neugeborene, dessen Name noch unbekannt ist.
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Die stereotypisch rosafarbige Kleidung
verrät jedoch, dass der Säugling weiblichen Geschlechts ist. Intuitiv erahnt der Betrachter bereits zu diesem Zeitpunkt, dass es sich um die titelgebende Person „Matilda“ handelt und schreibt dem Charakter die Rolle der Hauptfigur zu.
Doch nicht nur durch jene Verniedlichung wirkt Matilda sympathisch. Ebenso verrät der Erzähler aus dem Off verbunden mit der Kamerabewegung, dass sie die
Sympathieträgerin darstellt, indem er sagt: „Jedes menschliche Wesen ist einzigartig, im Guten wie im Bösen.“ (DVD, 0:01:00 - 0:01:04). Dabei ist die Kamera zunächst auf das Baby gerichtet und schwenkt mit den Worten „im Bösen“ zu dem Mann auf der anderen Seite der Glasscheibe, von dem der Zuschauer kurzerhand erfährt, dass er der Vater, Harry Wurmwald, ist. (siehe Abb.1) 1 Bereits ab diesem Moment sind die groben Charakterzüge den beiden handelnden Personen zugeordnet.
Insgesamt erhält Matilda wenig bis keine Aufmerksamkeit und Zuneigung von ihren Eltern. Zudem empfinden Harry und Zinnia ihren Nachwuchs eher als Störfaktor. Deutlich wird das zum Beispiel in der Filmsequenz, in welcher Harry Zinnia und Matilda aus dem Krankenhaus abholt und er zuerst die Kosten berechnet, während in seiner Hand der Babykorb mit dem Neugeborenen hin und her schleudert.
Die negative Haltung der Eltern gegenüber ihrer Tochter wird später durch Matildas Lesefreude zusätzlich verstärkt. Ihre Eltern können die Leidenschaft zu Büchern nicht nachvollziehen, da sie auf das Medium Fernsehen fixiert sind. Es entstehen zwei konträre Positionen. Aus diesen Gründen nimmt das intelligente Mädchen eine isolierte Stellung in ihrer Familie ein und lernt aus pragmatischen Gründen, sehr schnell für sich selbst zu sorgen, wozu sie bereits mit zwei Jahren in der Lage ist. Neben dem selbstständigen Anziehen und dem Kochen, entwickelt die Protagonistin ein Stilbewusstsein, das sich grundsätzlich von dem ihrer Mutter unterscheidet. Kleine Details wie die farblich passende Haarschleife zu einem schlichten Kleid oder frische Blumen auf dem Mittagstisch sind dabei von Bedeutung. Zinnia hingegen wählt ihre extravagante, körperbetonte Kleidung in grellen Farbzusammenstellungen, wobei die Accessoireauswahl anscheinend durch die Kriterien Quantität, Auffälligkeit und Größe bestimmt wird.
1 Sämtliche Bilder aus den Gliederungspunkten „Matilda - die Hauptfigur“ und „Fräulein Knüppelkuh“ entstammen der DVD „Matilda“. München: Columbia Tristar Home Entertainment, 2004
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Patrick Ziehm, 2008, Kinderfilm - Projektplanung zum Film "Matilda", München, GRIN Verlag GmbH
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