1 Einleitung 3
2 Der Begriff der virtuellen Realität 4
3 Identität: Theoretische Ansätze. 5
3.1 Das Konzept des Selbst von G.H. Mead 5
3.2 Die Definition des Selbst von William James. 6
3.3 Der Begriff des Selbst aus psychologischer Sichtweise 7
3.4 Identitätskonzept nach Gildemeister und Robert. 8
4 Identität im postmodernen Sinne 10
5 Identität auf Basis von anonymer Nutzung - Gender-
Swapping 12
6 Elektronisch vermittelte Kommunikation. 13
6.1 Charakteristika der Netzkommunikation 13
6.2 Varianten elektronisch vermittelter Kommunikation. 14
6.2.1 E-Mail. 14
6.2.2 Newsgroups. 14
6.2.3 Internet Relay Chat (IR)C 15
6.2.4 Multi User Dungeons (MUDs) MUD Object Oriented
(MOOs) 18
7 Schlussbetrachtung Fehler Textmarke nicht definiert.
Literaturverzeichnis 21
2
1 Einleitung
Im Rahmen dieser Arbeit wird untersucht wie sich Identitäten im Netz darstellen. Der folgenden Untersuchung liegt dabei die Frage zugrunde, inwieweit sich Individuen zum gegenwärtigen Zeitpunkt bei der Identitätskonfiguration noch an ehemals bestehenden Schemata orientieren können.
Im zweiten Kapitel geht es um die Darstellung des Begriffs der virtuellen Realität. Dieses Vorgehen erscheint sinnvoll, da es die virtuelle Realität ist, die dem Einzelnen ein Eintauchen in eine andere, künstliche Welt ermöglicht, in der Identitäten in anderer Form existieren.
Im dritten Kapitel dieser Arbeit werden verschiedene theoretische Ansätze dargestellt, die die Auseinandersetzung mit dem Identitätsbegriff zum Ge-genstand haben. Es wird deutlich, dass Identitätskonfiguration auf Basis von Selbstreflexion und Integration vollzogen wird.
Das vierte Kapitel betrachtet Identität in der Ära der Postmoderne. Im Gegensatz zu vergangenen Zeitaltern zeichnet sich die Postmoderne durch einen Wegfall ehemals bestehender Normen- und Wertebezüge aus. Um sich selbst zu begreifen ist das Individuum gefordert sich gänzlich andere Bezugspunkte in der Gesellschaft zu suchen.
Im Anschluss daran wird der Geschlechtsrollenwechsel, ein bemerkenswertes Phänomen in der Internetkommunikation, näher beleuchtet. Dieses Phänomen stützt sich allein auf die Anonymität der Kommunikationssituation im Internet.
Das sechste Kapitel setzt sich in konkreter Weise mit elektronisch vermittelter Kommunikation auseinander. Zum einen werden die Merkmale der Netzkommunikation dargelegt, und zum anderen werden vier verschiedene Varianten elektronisch vermittelter Kommunikation präsentiert.
Abschließend wird zusammenfassend dargestellt, inwieweit sich Identitäten im Netz tatsächlich in veränderter Weise präsentieren.
2 Der Begriff der virtuellen Realität
Virtuelle Realität bezeichnet eine vorübergehende, gewissermaßen irreale Seinsweise eines Objektes, das mit den Kategorien des Vorhandenseins nicht zu fassen ist. „’Virtuell’ heißt, dass etwas nur als elektronisches Bild existiert, aber sonst keine konkrete Gegenständlichkeit hat.“ (Lanier, Jaron 1991: 69) In diesem Sinne handelt es sich bei virtueller Realität um eine Wirklichkeit zweiter Ordnung, die von herkömmlich Wirklichem - der physischen Realität - getrennt ist. Aufgrund der Tatsache, dass „[...] Virtual Reality die natürliche Lebenswirklichkeit des Nutzers vollständig ausblendet (bis hin zur Verunmöglichung der Wahrnehmung des eigenen Körpers), schafft diese [...] Technologie eine künstliche Welt [...]“ (Buddemeier, Heinz 1996: 159), die sich von der natürlichen Umwelt unterscheidet.
Virtuelle Realität besitzt also den Charakter einer simulierten, synthetisierten Realität, die, auch wenn sie die herkömmliche Realität unterläuft, nicht weniger wirklich als wirkliche Wirklichkeit ist. Das ist so, weil sie zu einem integralen Bestandteil von Wirklichkeit avanciert ist, die sich kognitiv erfahren lässt. Gleichsam beruht virtuelle Realität auf einer Täuschung oder einer idealisierten Annahme. (Vgl. Keil-Slawik, Reinhard 1994: 208) Virtualität wird verwendet, weil uns das Vertraute nicht das tun lässt, was wir gerne tun würden. Mittels Virtualität lassen sich jedoch neue Erfahrungswelten erschließen. (Vgl. Keil-Slawik, Reinhard 1994: 210)
3 Identität: Theoretische Ansätze
Im folgenden werden einige theoretische Ansätze zur Darstellung des Identitätsbegriffes aufgeführt, die für die weiteren Ausführungen wichtig erscheinen. Eine allgemeine Einführung in die Identitätstheorie ist nicht zuletzt deshalb angebracht, da das Verständnis bzw. Konzept von Selbst und Identität tiefgreifenden, qualitativen Veränderungen ausgesetzt war, die es zu verstehen gilt.
3.1 Das Konzept des Selbst von G.H. Mead
Bedeutende Grundlagen der soziologischen Theorie über Identität lassen sich auf George Herbert Mead zurückführen.
Folgt man Mead, so ist das Selbst, oder die Ich-Identität, auf der einen Seite Verursacher und Auslöser sozialer Interaktionen und auf der anderen Seite auch deren Folge. Drei Komponenten des Selbst werden von Mead unterschieden: „I“, „Me“ und „The Generalised Other“. Das „Me“ ist Ausdruck der situativen Umstände, in denen sich das Individuum aufgrund nationaler und regionaler Herkunft und seiner familiären und politischen Verhältnisse befindet.
Die inhaltliche Ausgestaltung des „Me“ steht in engem Zusammenhang zum vorherrschenden Wirtschaftssystem, der religiösen Zuordnung und weltanschaulichen Aspekten, die etwa auf einer patriotischen Gesinnung oder ideologischen Aspekten gründen. Unter dem Einfluss dieser Inhalte kann sich das „Me“ - funktional betrachtet - zu einer inneren Kontrollinstanz bzw. zu einer Art Zensor entwickeln. Im Gegensatz dazu vermittelt das „I“ ein Gefühl der Freiheit und der Initiative. Einzig die Funktionen des „I“ sind somit in der Lage, unkonventionelle oder oppositionelle Haltungen hervorzubringen. (Vgl. Mead 1934: 175f)
Das Individuum entwickelt so viele unterschiedliche „Me“, wie es unterschiedlichen funktionalen Einheiten oder abstrakten gesellschaftlichen Klassen angehört. Die Gefahr einer Rollenkonfusion ist dabei weitestgehend ausgeschaltet, da das „Me“ in der Lage ist, aus den diversen Stücken ein Muster zu bilden, das als Ganzes auf die Erfahrungen des Einzelnen verweist. Dieses
Muster wird als „The Generalised Other“ bezeichnet. Das Bild des verallgemeinerten Anderen setzt sich aus Gesten, Sprache und Symbolen zusammen.
Bei eingehender Betrachtung der drei Komponenten wird deutlich, dass sich das Selbst nicht infolge passiver Adaption herausbildet, sondern auf einer aktiven Integrationsleistung gründet. Somit existiert das Selbst als ein Konstrukt, welches der Mensch mittels Selbstreflexion und Integration kreiert. Die drei Komponenten „Me“, „I“ und „The Generalised Other“ ergeben zusammen ein kognitives System, das Individuen ermöglicht, sich selbst zu definieren und anschlussfähiges Handeln in einer sozialen Welt herbeizuführen. Zudem sind Individuen mittels ihres kognitiven Systems in der Lage „soziale Zukunft“ zu konstruieren, in der sie als potentielle Akteure auftreten und in der Verhaltensweisen bis zu einem gewissen Grad berechenbar werden. Gemäß Mead konstruieren Individuen Identität im Rahmen von „Face-to-Face“- Interaktionen, aus denen sie Informationen gewinnen. (Vgl. Krappmann, Lothar 1988: 25) Denn innerhalb dieser Interaktionen werden von Individuen verbale und nonverbale Informationseinheiten aufgriffen, die in die Selbstdarstellung einfließen.
Wenngleich Mead zum Zeitpunkt der Konzeption seines Ansatzes noch nicht den Einfluss der Digitalisierung auf Kommunikation und somit soziale Interaktion zu berücksichtigen vermochte, lässt sich sein Ansatz dennoch auf die gegenwärtige Situation übertragen.
Durch das Aufkommen digitaler Technologien nimmt die soziale Interaktion zwischen Individuen verstärkt eine digitale Form an. Die traditionelle Faceto-Face-Kommunikation hingegen nimmt ab. Als Konsequenz ergibt sich die Herausbildung eines virtuellen Selbst, oder, um es im Sinne von G.H. Meads´ Theorie auszudrücken, die Formierung eines „virtuellen Me“.
3.2 Die Definition des Selbst von William James
Während G.H. Mead also sein Konzept des Selbst auf den drei Komponenten „Me“, „I“ und „The Generalised Other“ basieren lässt, stützt William James seine Definition des Selbst im Jahre 1890 grundsätzlich auf die Unterschei-
Arbeit zitieren:
Oliver Kreft, 2001, Cyberself: Identitäten im Netz, München, GRIN Verlag GmbH
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