Inhalt
1. Onlinejournalismus Printjournalismus im Netz Seite 3
2. Ausbildung von Onlinejournalisten Erarbeitung eines Profils Seite 6
2.1. Ausbildungsschwerpunkte Multimedialität und Non-Linearität Seite 8
2.2. Ausbildungsschwerpunkte Interaktivität und Kommunikativität Seite 9
2.3. Ausbildungsschwerpunkte Ubiquität und Echtzeit-Aktualität Seite 10
3. Onlinejournalismus eine echte berufliche Perspektive Seite 12
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1. Onlinejournalismus – Printjournalismus im Netz?
„Journalismus ist Handwerk. Wenn ihr gute Handwerker seid, werdet ihr auch gute Journalisten.“ 1 Mit dieser klaren Aussage plädiert der Hamburger Professor und Leiter der renommierten Henri-Nannen-Schule, Dr. Christoph Fasel, für eine solide Ausbildung der Nachwuchsjournalisten aller Genres. Diese Ausbildung findet an seinem Institut multimedial statt. Doch Basis ist auch für Fasel der klassische Kärrnerweg über den lokalen Printjournalismus: „Der Weg beginnt in der Grasnarbe, in den Lokalredaktionen. Dort lernt man das Handwerk von der Pike auf. Auch die Henri-Nannen-Schüler gehen in die Lokalredaktionen.“ 2
Journalismus ist – wie kaum ein anderes Berufsfeld – ein Tummelplatz für Quer- und Seiteneinsteiger, Neben- und Hobbyberufler. Während die Redaktionen der Tageszeitungen früher wie heute traditionell mit gut ausgebildeten Journalisten – die in der Regel ein hauseigenes Volontariat absolviert haben – besetzt sind, hat die Ausbreitung der elektronischen Medien zu einem starken Anstieg des Bedarfs an journalistischen Mitarbeitern geführt, die oft multiple Talente mitbringen müssen: Recherche, journalistische und technische Beitragsaufbereitung, Moderation und ein gewisses Maß an Entertainment liegen beispielsweise beim Lokalradio oft in ein und derselben Hand. Dass diese Person häufig auch noch mit verhältnismäßig geringen Honoraren entlohnt wird, wirkt sich negativ auf die journalistische Qualität aus.
Die Schleusen auf dem journalistischen Arbeitsmarkt so richtig geöffnet hat indes erst der Onlinejournalismus. Während Print- und elektronische Medien vergleichweise hohe Marktbarrieren mit sich bringen – von der Markteintrittsinvestition über die Erfüllung rechtlicher Auflagen bis hin zur betrieblichen Organisation – bietet das Internet praktisch Jedermann die Möglichkeit, ohne nennenswerte Kosten publizistisch (und damit auch journalistisch) tätig zu werden. Das Stichwort lautet hier „ePublishing“ 3 – und es umfasst nicht nur die herkömmliche Veröffentlichung in Form einer Internetpräsenz, sondern darüber
1 Prof. Christoph Fasel, Henri Nannen Schule, in einem Interview für absolut-karriere.de; publiziert im Januar 2008 unter http://www.absolut-karriere.de/interviews/fasel.html 2 ebenda 3 Def.: „E-Publishing umfasst alle Formen von Informationen auf elektronischem Wege zu veröffentlichen und zu verteilen. Das kann eine E-Mail sein, ein elektronisches Magazin (E-Zine), ein Datenblatt oder ein elektronischer Informationsdienst. Dokumente für E-Publishing werden im Allgemeinen im PDF-Format erstellt und sind von Webseiten abrufbar.“ Quelle: Online-Lexikon http://www.itwissen.info/ im Januar 2008
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hinaus auch publizistische Newsletter-Dienste und andere Varianten der elektronischen Informationsverteilung.
Freilich ist nicht alles, was online publiziert wird, auch gleich Journalismus. Doch gilt die Abgrenzung des Onlinejournalismus von der nicht journalistischen Publikation im Internet als äußerst schwierig – was vor allem daran liegt, dass Journalismus, Eigen- und Fremdmarketing und andere Präsentationsformen im Netz vielfach fließend ineinander übergehen. Am leichtesten tut man sich bei der Abgrenzungsfrage mit einer Definition, die der umtriebige Multimediajournalist und Kommunikationsforscher Thorsten Quandt (heute Juniorprofessor am Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaften der FU Berlin) geprägt hat: „Online-Journalismus ist der Teilbereich des Journalismus, dessen journalistische Inhalte online publiziert werden.“ 4 So simpel diese These klingt, so allumfassend ist sie: Nur wenn Onlinejournalismus den üblichen journalistischen Maßstäben und Kriterien genügt, kann er auch als Onlinejournalismus eingestuft werden. Es geht also auch beim Onlinejournalismus letztlich um klassische Qualitätskriterien wie Objektivität, Aktualität, Relevanz, Richtigkeit und Vielfalt 5 sowie die klare Trennung von Nachricht bzw. Information und Meinung.
Ist Onlinejournalismus also letztlich nichts anderes als „Zeitung im Internet“? Wenn man die ersten Versuche deutscher Tageszeitungsverlage betrachtet, neben dem Printsektor auch online Fuß zu fassen, könnte man das vermuten (noch 1997 resümierten Medienforscher in der Studie „Die deutschen Tageszeitungen im world wide web“, dass „das Produkt Onlinezeitung selbst noch weitgehend eine Duplikation der gedruckten ‚Mutter’-Zeitung darstellt“ und hielten fest: „Redaktionell bearbeitet wurden die Beiträge selten.“ 6 ). Doch das Medium Internet hat auch diese frühen Gehversuche der Verlage geformt und verändert. Dass der Tageszeitungsredakteur heute gleichzeitig den Onlineauftritt informationell speist, ist inzwischen eher die Ausnahme; der Onlinejournalismus ist auch in den traditionsreichen Verlagshäusern ein eigenständiges Geschäft geworden, mit eigenen Regeln und - bei allen Parallelen zum Printgeschäft - auch eigenen Werkzeugen. Gabriele Hooffacker zeigt den Schülern ihrer privaten Münchner Journalistenakademie die Mehrwerte auf, die
4 Zitiert unter www.onlinejournalismus.org, dem Lehrportal der Journalistenakademie München:
http://www.onlinejournalismus.org/oj/was_ist_oj.html im Januar 2008
5 Semiotisches Qualitätsmodell nach Saxer/Kull 1981, zitiert in Ullrich Saxer/Vinzenz Wyss: „Qualität im
Journalismus, Manuskript
6 Christoph Neuberger, Jan Tonnemacher, Matthias Biebl, Andre Duck: Die deutschen Tageszeitungen im world
wide web, in: Media Perspektiven, 12/1997, 52. Woche, S. 662
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Quote paper:
Holger Laschka, 2008, Die Rolle der "Pike" im Onlinejournalismus, Munich, GRIN Publishing GmbH
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