Einleitung 1
1. Die Silbe 2
2. Relevanz der Silbe 5
2.1 Sprechsilbe 5
2.2 Schreibsilbe 9
3. Konsequenzen für den Unterricht 10
4. Verfahren der silbenanalytischen Methode 12
4.1 Silbenschwingen nach Hinney 13
4.2 Silbenhäuschen nach Röber-Siekmeyer 13
4.2.1 Lasso werfen 14
4.2.2 Ergänzung durch Lieder 15
4.2.3 MOPS 16
5. Fazit 17
6. Literatur 19
Tabelle 1: Vergleich Silben- und Morphemstruktur __________________________ 2 Tabelle 2: Anfangsrand mit zwei Konsonanten _____________________________ 3 Tabelle 3: Äußerungen der Studie zum Sprachbewusstsein von Kindern ________ 6 Tabelle 4: Studie Bedeutung der Silbe für Kinder ___________________________ 8
Abbildung 1: Ergebnisse Studie zum Sprachbewusstsein von Kindern __________ 7 Abbildung 2: Schreibung des Wortes "Maiskolben" nach schriftlicher Darbietung __ 9
Aufgabe der Schule ist es, jedem einzelnen Schüler zu der Fähigkeit zu verhelfen, ein erfülltes Leben zu führen. Zusätzlich soll es dem Schüler möglich sein, am kulturellen Leben seines Umfeldes teilzunehmen. Voraussetzung hierfür ist neben anderen Dingen das Lesen und Schreiben lernen. In der Primarstufe werden grundlegende Fähigkeiten und Fertigkeiten vermittelt, dieses Ziel zu erlangen. Für das spätere Alltags- und Berufsleben sind oben genannte Aspekte unentbehrlich. Ergebnisse von Pisa oder Iglu zeigten in der Vergangenheit allerdings, dass die deutschen Schüler Defizite in diesem Bereich aufweisen. Bei der Vermittlung im Bereich Schriftspracherwerb dominieren gegenwärtig Konzepte, die sich auf das Laut-Buchstaben-Verhältnis stützen. Die Kinder verbinden den Klang eines Lautes mit dem dazugehörigen Symbol, dem Buchstaben. Die eher unterdurchschnittlichen Ergebnisse stellen die tradierten Methoden in Frage und verlangen nach neuen Wegen. Die vorliegende Hausarbeit möchte eine eher neue Methode zur Vermittlung von Orthographie aufzeigen: die silbenanalytische Methode. Im Fokus der Hausarbeit steht zum einen die Frage nach der Legitimation der Silbe als tragendes Element im Anfangsunterricht. Zum anderen sollen Verfahren der dargestellten Methoden betrachtet werden.
Zum besseren Verständnis und aus Gründen der Vollständigkeit wird zu Beginn die Silbe aus linguistischer Sicht dargestellt. Im zweiten Abschnitt verweisen mehrere Studien auf die Relevanz der Silbe für Kinder und in Sprach- und Schrifthandlungen, so dass im dritten Teil der Arbeit Konsequenzen für den Anfangsunterricht gezogen werden. Abschließend werden verschiedene Verfahren wie das Silbenschwingen oder die Silbenhäuschen vorgestellt, um Möglichkeiten des Einsatzes der silbenanalytischen Methode im Deutschunterricht aufzuzeigen.
1
Anfangs soll zum besseren Verständnis zunächst kurz die Silbe aus grammatikalischer Sicht dargestellt werden, da diese im weiteren Verlauf dieser Hausarbeit im Fokus der didaktischen und methodischen Verfahren ruht.
Die Silbe (lat. Syllaba: Zusammenfassung) bezeichnet eine Einheit aus mehreren Lauten bzw. Phonemen, die sich in einem Zug aussprechen lassen. Dabei markieren Silben den gegenständlichen Inhalt jeder möglichen Wortform. Die Silbe ist demnach als sprachliche Einheit zwischen der Phonem- und der Wortebene einzuordnen. 1 Silben, als Träger von Akzenten, treten entweder betont oder unbetont auf und sind damit ausschlaggebend für den Sprachrhythmus. Ihre rhythmische Bedeutung definiert sie daher lediglich als Sprecheinheit und nicht als Spracheinheit. Sie ist folglich nicht mit dem Morphem zu verwechseln, welches distinktive Funktionen im Wort übernimmt. Silben- und Morphemgliederung können übereinstimmen oder aber unterschiedlich sein wie beispielsweise bei den Wortformen „Kinder“ und „kindlich“:
Die Silbe zeigt anders als das Morphem keine Sinneinheit an, sondern ist lediglich eine phonetische Einheit. Aus diesem Grund werden Silben häufig auch als Sprecheinheiten bezeichnet und Morpheme als Spracheinheiten. 3
Strukturell besteht die Silbe aus drei Elementen: dem Silbenanfangsrand (auch Onset), dem Silbenkern und dem Silbenendrand (auch Koda). Der Anfangsrand steht links vom auftretenden Vokal meist ein Konsonant. Maximal drei Konsonanten können im Deutschen dem Vokal vorangehen. Lediglich Kombinationen mit [ ʃ ] als erstes Segment sind bei Silben mit drei Konsonanten im Anfangsrand zulässig wie beispielsweise bei Sprung oder Strich. 4 Der zweikonsonantige Anfangsrand unterliegt bestimmten Kombinationsrichtlinien, d.h. nicht alle Konsonanten können miteinander
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s^
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kombiniert werden. Untenstehende Tabelle gibt Aufschluss über bestehende Kombinationsmöglichkeiten im Deutschen.
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In erster Position stehen nach dieser Tabelle nur Obstruenten und an zweiter Stelle nur Sonoranten. 6 Allerdings gibt es auch Kombinationen aus zwei Obstruenten wie beispielsweise Skat oder Stein. 7 Geht dem Vokal kein Konsonant voraus, dann spricht man von einer nackten Silbe. 8
Der bereits benannte Vokal der Silbe wird als Silbenkern bezeichnet. Silbenkerne bestehen aus exakt einem Vokal oder einem Diphthong. Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen, bei denen ein Konsonant als Silbenkern vorkommen kann. Dies sind dann Sonoranten bei dessen Bildung keine Geräusche entstehen (Beispiel: „Hm“ oder „brrr“). 9 Da bei der Aussprache einer Silbe genau eine Öffnungs- und ein Schließbewegung ausgeführt wird und der Öffnungsgrad beim Silbenkern am größten ist, wird am Silbenkern der Moment der größten Schallfülle der Silbe erreicht. 10 Wenn dem Silbenkern kein Laut folgt, wird diese Silbe als offene Silbe bezeichnet. 11
Der Silbenendrand steht am rechten Rand der Silbe und besteht zumeist aus Konsonanten. Hier gelten zum Teil dieselben Kombinationsregeln wie im Anfangsrand. Viele Lautkombinationen erscheinen im Endrand aber auch in umgekehrter Reihenfolge auf wie Beispielsweise Schmuck - Ramsch. Im Endrand kommen keine stimmhaften Obstruenten vor, d.h. stimmhafte Laute werden stimmlos ausgesprochen wie beispielsweise [hunt] und Hund. Zwischen dem Endrand und
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s'D^
s^
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Arbeit zitieren:
Kerstin Lilienthal, 2009, Silbenbasierte Verfahren im Anfangs- und Orthographieunterricht, München, GRIN Verlag GmbH
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