Inhalt
Einleitung 3
1. Definition sozialer Dienste 6
1.1 Charakteristika Sozialer Dienste / Sozialer DL 10
1.2 Zwischenfazit 11
2. Einführung Praxisbeispiel: Patientenorientierte
Arzneimittelversorgung in stationäre Einrichtungen der Altenpflege 13
2.1 Ablauf und Projektphasen des Modellprojekts 14
2.1.1 Projektphase I: Anforderungsanalyse 15
2.1.2 Projektphase II: Erprobungsphase 16
2.1.3 Projektphase III: Verbreitung und Testung 17
2.2 Ergebnisse des Modellprojekts 18
2.2.1 Ermittlung des Ist-Zustands vor Einführung der DL 18
2.2.2 Umstellung der Belieferung und Ergebnisübersicht 20
3. Einordung der „patientenindividuellen Arzneimittelversorgung“ in
den Kontext sozialer Dienste 22
3.1 Fazit 23
Literatur 25
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Einleitung
Die sozialen Dienste gelten in Deutschland als Hoffnungsträger für
Beschäftigung im DL 1 -Sektor. Generell umfasst der DL-Sektor in Deutschland mittlerweile über 60% der Beschäftigung und ist damit in den letzten Jahren stetig gewachsen. Zwar haben andere Länder in diesem Sektor nach wie vor eine höhere Beschäftigungsquote (z.B. die USA und die Niederlande), aber Deutschland hat sich besser entwickelt, als es teilweise vorhergesagt wurde (vgl. Hartmann, 2002, 22). Die sozialen Dienste nehmen dabei eine Sonderrolle ein. Zum Großteil sind soziale Dienste Aufgabe der öffentlichen Hand. Die Finanzierung erfolgt also aus Steuergeldern und denen an die Erwerbseinkommen gekoppelten Sozialabgaben wie die Pflege- und Krankenversicherung. Mehrere Entwicklungen haben allerdings in Deutschland zu einem Finanzierungsproblem auch der sozialen Dienste geführt.
1. Demographischer Wandel: Dieser steht für die Zunahme der älteren gegenüber den jungen Bevölkerungsschichten. Der Geburtenrückgang in den letzten Jahrzehnten so wie der technische Fortschritt im Bereich der Medizin gehen bei dieser Entwicklung Hand in Hand. Die Menschen leben länger, aber bekommen weniger Kinder. Dies bedeutet nicht anderes, als mehr Ausgaben v.a. im Bereich der sozialen Dienste speziell bei medizinischer Versorgung und Pflege, also im Bereich von Pflegediensten und Seniorenheimen, aber auch weniger Einnahmen, da die junge erwerbstätige Mittelschicht, den steigenden Bedarf nicht in dem Umfang finanzieren kann wie dies in der Vergangenheit möglich war, was unter anderem dem in Punkt 2. aufgeführten Grund angelastet werden kann (vgl. Heinze, 2006, 207 ff.).
2. Abbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung: In jüngster Zeit nehmen die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse wieder zu, allerdings kann dies nicht verschleiern, dass es in den letzten Jahren einen deutlichen Rückgang gegeben hat, der jetzt bestenfalls eingedämmt aber nicht ausgeglichen werden kann. Der Ausbau des Niedriglohnbereichs muss hier bei der Betrachtung der
1 Im Folgenden wird DL als Synonym für Dienstleistung/en gebraucht.
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Arbeitslosenzahlen mit bedacht werden, da bei diesen
Beschäftigungsverhältnissen verminderte oder gar keine Sozialabgaben abgeführt werden (vgl. Bäcker, 2006, 260).
U.a. diese zwei Hauptentwicklungen haben die Politik in ein Dilemma gestürzt. Die Einnahmebasis für eine Hauptdomäne der Politik, das Bereitstellen von sozialen Diensten bricht weg, aber der Bedarf steigt stetig. In vielen Bereichen der sozialen Dienste hat die Politik mit Reformen reagiert, um die Fanzierungslücke zu schließen. Auf der einen Seite hat dies eine größere finanzielle Beteiligung für die Inanspruchnahme sozialer Dienste bedeutet. Als Beispiel seien hier nur die 10€ Praxisgebühr im Gesundheitswesen genannt, oder die Beteiligung an Medikamentenkosten. Auf der anderen Seite hat die Politik auch neue Effizienzmaßstäbe für die Anbieter sozialer Dienste festgelegt. Auch hier sei wieder das Gesundheitswesen als Beispiel benannt. Im Bereich der stationären Akutversorgung wurden Fallpauschalen eingeführt, die den Krankenkassen ein höheres Maß an Kontrolle der Krankenhäuser zubilligen. Den Krankenhäusern wird dabei ein Höchstmaß an Wirkkraft abverlangt, da sie dazu aufgerufen sind die Patienten möglichst schnell, effizient und dabei zielführend zu versorgen. Auch im pflegerischen Bereich der stationären und ambulanten Versorgung der älteren Bevölkerung, also im Bereich der Alten- und Seniorenheime so wie der ambulanten Pflegedienste, ist die Belastung gestiegen. Die Pflegesätze sind auf Grund des Kostendrucks in den letzten Jahren weitgehend gleich geblieben, wobei sich der Bedarf u.a. auf Grund des schon erwähnten demographischen Wandels aber auch aus Gründen wie z.B. des medizinischen Fortschritts erhöht hat (vgl. Bogedan, 2008, 214). Hier sind neue kreative Lösungen gefragt, die dazu führen, dass Pflegekräfte von Arbeiten entlastet werden, die nicht direkt mit der Versorgung des Patienten zu tun haben. Effizienzgewinne zu erzielen ist in einer Zeit der knappen Kassen wichtiger denn je.
Ziel dieser Arbeit ist es, exemplarisch an Hand eines vom Land NRW und von der EU geförderten Projekts im Bereich der Arzneimittelversorgung der ambulanten und stationären Altenpflege eine Prozessoptimierung und die Einführung einer neuen DL zu beleuchten. Dabei soll einführend der Bereich der sozialen Dienste dargestellt werden und was darunter zu verstehen ist. Kernstück der Arbeit ist die Darstellung des Projekts „Patientenorientierte
Arzneimittelversorgung in Einrichtungen der stationären Altenpflege“. Dabei soll
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speziell der Bereich der Prozessabläufe und deren Aufnahme in den beteiligten Einrichtungen im Fokus stehen. Wie lassen sich die Eigenschaften sozialer DL mit diesem Praxisbeispiel in Verbindung bringen und welche Schlüsse lassen sich daraus ziehen? Die soll in einem abschließenden Fazit näher erläutert werden.
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1. Definition sozialer Dienste
Soziale Dienste werden im Falle von sozialen Bedarfs- und Notlagen in Anspruch genommen. Je nach Problemlage und Lebenssituation kommt den sozialen Hilfe- und Unterstützungsleistungen eine unterschiedliche Bedeutung zu: Sie können in vielen Fällen von Behinderung, Pflegebedürftigkeit und Krankheit wichtiger sein als finanzielle Leistungen. Die Bandbreite von Bedarfs- und Problemlagen, die persönliche Hilfen erfordern ist sehr vielfältig. Im Folgenden ist eine Übersicht dargestellt, in der zwischen Anlässen, Zielgruppen sowie Handlungsformen in Hinsicht auf die sozialen Dienstleistungen unterschieden wird (vgl. Bäcker et al., 2008, 505ff.).
Abbildung 1: Ausgewählte Anlässe, Zielgruppen und Handlungsformen sozialer Dienstleistungen
Nach Häußermann/ Siebel (1995) können „innerhalb der personenbezogenen Dienstleistungen weiter die »sozialen Dienste« unterschieden werden, die sich an abhängige Personen richten: Pflege und Betreuung von Kindern, Kranken und Alten“ (Häußermann/ Siebel 1995, 26). Bei Bäcker et al. (2008) findet sich hingegen die folgende Definition:
„Soweit die mit der Bewältigung der sozialen Risiken und Probleme verbundenen personenbezogenen Leistungen professionell und entgeltlich erbracht werden, bezeichnet man sie als soziale Dienste oder soziale Dienstleistungen.“ (Bäcker et al., 2008,507)
Im Gegensatz zu Bäcker et al. (2008) findet sich in den Ausführungen von Bauer (2001) nicht sogleich eine klare definitorische Abgrenzung dieser Begrifflichkeiten. Bei Bäcker et al. (2008) werden beide Begriffe synonym verwendet. Lediglich zu Beginn der Arbeit wird kurz auf eine Unterscheidung hingedeutet.
„Als „soziale Dienstleistungen“ gelten (…) die beratenden, betreuenden, erzieherischen, therapeutischen und pflegerischen Tätigkeiten im engeren Sinne. Unter „sozialen Diensten“ werden die Dienstleistungsangebote von Ämtern, Behörden, Verbänden sowie sozialen Einrichtungen und Unternehmen verstanden.“ (Bäcker et al., 2008, 507)
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Arbeit zitieren:
Robert Schwanitz, 2008, Prozessoptimierung bei den sozialen Diensten – Ein Beispiel aus der Praxis, München, GRIN Verlag GmbH
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