Inhalt
Literatur. 4
1. Primärliteratur. 4
2. Sekundärliteratur. 4
I. Einführende Bemerkungen. 11
II. Zur Textgrundlage dieser Arbeit. 12
III. Vorgeschichte und Grundlagen des Streits. 16
Exkurs : Zum Geschehen in der Kemenate Gunthers und Brünhilds 22
IV. Analyse des Streits. 27
1. Die Tage vor dem Streit. 27
2. Beim Turnier. 28
3. Vor dem Münster. 37
a) Vor dem Gottesdienst. 37
b) Nach dem Gottesdienst. 40
c) Der Eid. 42
V. Zu den Folgen des Streits. 46
VI. Zur Funktion des Streits im Gesamtwerk. 49
VII. Zur Frage der Schuld. 53
1. Kriemhild und Brünhild. 53
2. Gunther und Siegfried. 60
VIII. Ausblick. 64
2
Abkürzungen
AMGS. Abhandlungen der Geistes- und Sozialwissenschaftlichen Klasse
GRM. Germanisch-Romanische Monatsschrift
NF. Neue Folge
RUB. Reclams Universal-Bibliothek
UTB. Uni-Taschenbücher für Wissenschaft
VL. 2. Aufl. siehe Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon
ZDA. Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur
ZDPh. Zeitschrift für deutsche Philologie
ZDW. Zeitschrift für deutsche Wortforschung
ZG. Zeitschrift für Germanistik
3
Literatur
1. Primärliteratur
[Bartsch] - Das Nibelungenlied. Nach der Ausgabe von Karl Bartsch. Herausgegeben von Helmut de Boor, 22. revidierte und von Roswitha Wisniewski ergänzte Auflage, Mannheim 1988 (Deutsche Klassiker des Mittelalters)
[Batts] - Das Nibelungenlied. Paralleldruck der Handschriften A, B und C nebst Lesarten der übrigen Handschriften. Herausgegeben von Michael S. Batts, Tübingen 1971
[Brackert] - Das Nibelungenlied. Mittelhochdeutscher Text und Übertragung, I-II. Herausgegeben, übersetzt und mit einem Anhang versehen von Helmut Brackert,
29. Auflage Frankfurt am Main 2004
[Grosse] - Das Nibelungenlied. Mittelhochdeutsch / Neuhochdeutsch. Nach dem Text von Karl Bartsch und Helmut de Boor ins Neuhochdeutsche übersetzt und kommentiert von Siegfried Grosse, 2. Auflage Stuttgart 2002 (RUB. 644)
[Reichert] - Das Nibelungenlied, Text und Einführung. Nach der St. Galler Handschrift. Herausgegeben von Hermann Reichert, mit einer Einleitung von Hermann Reichert, Berlin 2005
[Schulze] - Das Nibelungenlied. Nach der Handschrift C der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe. Mittelhochdeutsch und neuhochdeutsch. Herausgegeben von Ursula Schulze, Regensburg 2005
[Thidrekssaga] - Die Geschichte Thidreks von Bern. Übertragen von Fine Erichsen, Düsseldorf, Köln 1967 (Thule. Altnordische Dichtung und Prosa 22)
2. Sekundärliteratur
Marianne Wahl Armstrong, Rolle und Charakter. Studien zur Menschendarstellung im Nibelungenlied, Göppingen 1979 (Göppinger Arbeiten zur Germanistik 221)
Ingrid Bennewitz, „Frauen“-Gespräche. Zur Inszenierung des Frauendialogs in der mittelhochdeutschen Literatur, ZDM. 1 (1996) S. 11-26
Siegfried Beyschlag, Das Motiv der Macht bei Siegfrieds Tod, GRM. 33 (1952) S. 95-108
Karl Bischoff, Die Vierzehnte Aventiure des Nibelungenliedes. Zur Frage des Dichters und der dichterischen Gestaltung, AMGS. 8 (1970) S. 531-554
4
Helmut Brackert, Beiträge zur Handschriftenkritik des Nibelungenliedes, Berlin 1963 (Quellen und Forschungen zur Sprach- und Kulturgeschichte der germanischen Völker 135)
Wilhelm Braune, „Die handschriftenverhältnisse des Nibelungenliedes“, PBB. 25 (1900) S. 1-222
Joachim Bumke, Die vier Fassungen der ‚Nibelungenklage‘. Untersuchungen zur Überlieferungsgeschichte und Textkritik der höfischen Epik im 13. Jahrhundert, Berlin, New York 1996 (Quellen und Forschungen zur Literatur- und Kulturgeschichte 8)
Michael Curschmann, Nibelungenlied und Klage, in: VL. 2. Aufl., VI, Sp. 926-969
Gustav Ehrismann, Duzen und Ihrzen im Mittelalter, ZDW. 4 (1903) S. 210-248
Otfrid Ehrismann, Nibelungenlied. Epoche - Werk - Wirkung, 2. Auflage München 2002 (Arbeitsbücher zur Literaturgeschichte)
Otfrid Ehrismann, Ehre und Mut, Aventiure und Minne. Höfische Wortgeschichten aus dem Mittelalter, München 1995
Otfrid Ehrismann, Das Nibelungenlied, München 2005 (Beck'sche Reihe 2372, C. H. Beck Wissen)
Hans Fehr, Kunst und Recht, II. Das Recht in der Dichtung, Bern 1931
Katharina Freche, von zweier vrouwen bâgen wart vil manic helt verlorn. Untersuchungen zur Geschlechterkonstitution in der mittelalterlichen Nibelungendichtung, Trier 1999 (Literatur, Imagination, Realität 21) Hans Fromm, Der oder die Dichter des Nibelungenliedes?, in: Colloquio italogermanico sul tema: I Nibelunghi, Rom 1974 (Accademia nazionale dei lincei. Atti dei Convegni Lincei 1), S. 63-74
Irmgard Gephart, Der Zorn der Nibelungen. Rivalität und Rache im »Nibelungenlied«, Köln 2005
Peter Göhler, Das Nibelungenlied. Erzählweise, Figuren, Weltanschauung, literaturgeschichtliches Umfeld, Berlin 1989
Peter Göhler, Von zweier vrouwen bagen wart vil manic helt verlorn. Der Streit der Königinnen im ‚Nibelungenlied‘, in: 800 Jahre Nibelungenlied. Rückblick -Einblick - Ausblick. Herausgegeben von Klaus Zatloukal, Wien 2001 (6. Pöchlarner Heldengespräch), S. 75-96
Peter Göhler, Zur künstlerischen Leistung des Nibelungenepikers, in: Heldendichtung in Österreich - Österreich in der Heldendichtung. Herausgegeben von Klaus Zatloukal, Wien 1997 (4. Pöchlarner Heldengespräch), S. 63-76
5
Siegfried Grosse, Literarischer Dialog und gesprochene Sprache, in: Festschrift für Hans Eggers zum 65. Geburtstag. Herausgegeben von Herbert Bakes, Tübingen 1972 (Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur 94), S. 649-668
Harald Haferland, Oraler Schreibstil oder memorierende Text(re)produktion? Zur Textkritik der Fassungen des Nibelungenliedes, ZDA. 135 (2006) S. 173-212
Jens Haustein, Siegfrieds Schuld, ZDA. 122 (1993) S. 373-387
Edward R. Haymes, Das Nibelungenlied. Geschichte und Interpretation, München 1999 (UTB 2070)
Gerd Heinz-Mohr, Lexikon der Symbole. Bilder und Zeichen der christlichen Kunst, 6. Auflage Düsseldorf, Köln 1981
Joachim Heinzle, Das Nibelungenlied. Eine Einführung, München 1987 (Artemis-Einführungen 35)
Joachim Heinzle, Die Handschriften des Nibelungenliedes und die Entwicklung des Textes, in: Die Nibelungen. Sage - Epos - Mythos. Herausgegeben von Joachim Heinzle, Klaus Klein und Ute Obhof, Wiesbaden 2003, S. 192-212
Joachim Heinzle, Die Nibelungen. Lied und Sage, Darmstadt 2005
Joachim Heinzle, Zu den Handschriftenverhältnissen des ‚Nibelungenliedes‘, ZDA. 137 (2008) S. 305-334
Nikolaus Henkel, Die Nibelungenklage und die *C-Bearbeitung des Nibelungenliedes, in: Die Nibelungen. Sage - Epos - Mythos. Herausgegeben von Joachim Heinzle, Klaus Klein und Ute Obhof, Wiesbaden 2003, S. 114-133
Ursula Hennig, Herr und Mann. Zur Ständegliederung im Nibelungenlied, in: Hohenemser Studien zum Nibelungenlied. Gespräche über das Nibelungenlied, Hohenems, 26. bis 29. September 1979. Herausgegeben von Achim Masser, Dornbirn 1981, S. 175-185
Ernest W. B. Hess-Lüttich, Literatur und Konversation. Sprachsoziologie und Pragmatik in der Literaturwissenschaft, Wiesbaden 1980
Andreas Heusler, Nibelungensage und Nibelungenlied. Die Stoffgeschichte des deutschen Heldenepos, Nachdruck der 6. Auflage Darmstadt 1973
Werner Hoffmann, Das Nibelungenlied. Interpretation, München 1969
Werner Hoffmann, Nibelungenlied, 6. Auflage Stuttgart 1992 (Sammlung Metzler 7)
6
Werner Hoffmann: Das Nibelungenlied - Epos oder Roman? Positionen und Perspektiven der Forschung, in: Nibelungenlied und Klage. Sage und Geschichte, Struktur und Gattung. Passauer Nibelungengespräche 1985. Herausgegeben von Fritz Peter Knapp, Heidelberg 1987, S. 124-151
Werner Hoffmann, Ein mediävistischer Bestseller und sein Konkurrent. Zu den Übersetzungen des ‚Nibelungenliedes‘ durch Helmut Brackert und Siegfried Grosse, ZDA. 133 (2004) S. 294-328
Franz Hundsnurscher, Dialogverknüpfung im Nibelungenlied, in: Verstehen durch Vernunft. Festschrift für Werner Hoffmann. Herausgegeben von Burkhardt Krause, Wien 1997 (Philologica Germanica 19), S. 165-176
Karl Heinz Ihlenburg, Das Nibelungenlied. Problem und Gehalt, Berlin 1969
Klaus Klein, Beschreibendes Verzeichnis der Handschriften des Nibelungenliedes, in: Die Nibelungen. Sage - Epos - Mythos. Herausgegeben von Joachim Heinzle, Klaus Klein und Ute Obhof, Wiesbaden 2003, S. 213-238
Fritz Peter Knapp, Eine unsanfte Brautnacht oder: Wie lustig war das Nibelungenlied in alter und neuer Zeit?, in: Die Rezeption des Nibelungenliedes. Herausgegeben von Klaus Zatloukal, Wien 1995 (3. Pöchlarner Heldenliedgespräch), S. 109-126
Elisabeth Lienert, Geschlecht und Gewalt im ‚Nibelungenlied‘, ZDA. 132 (2003) S. 3-23
Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon. Begründet von Wolfgang Stammler, fortgeführt von Karl Langosch. Herausgegeben von Kurt Ruh, Gundolf Keil, Werner Schröder, Burghart Wachinger, Franz Josef Worstbrock. Bd. I-XIV, 2. Auflage Berlin, New York 1977-2008
Lutz Mackensen, Die Nibelungen. Sage, Geschichte, ihr Lied und sein Dichter, Stuttgart 1984 (Schriften zur Literatur- und Geistesgeschichte 1)
Nine Miedema, Die Redeszenen im ersten Teil des Nibelungenliedes: Ein Vergleich der Fassungen *A/*B und *C, in: Ze Lorse bî dem münster. Das Nibelungenlied (Handschrift C). Literarische Innovation und politische Zeitgeschichte, herausgegeben von Jürgen Breuer, München 2006, S. 45-84
Jan-Dirk Müller, Das Nibelungenlied, 2. Auflage Berlin 2005 (Klassiker-Lektüren 5)
Jan-Dirk Müller, Das Nibelungenlied, in: Mittelhochdeutsche Romane und Heldenepen. Herausgegeben von Horst Brunner, Stuttgart 1994 (RUB. 8914: Interpretationen), S. 146-172
7
Jan-Dirk Müller, Die ‚Vulgatafassung‘ des ‚Nibelungenliedes‘, die Bearbeitung *C und das Problem der Kontamination, in: Das Nibelungenlied. Actas do Simpósio Internacional, 27 de Outubro de 2000. Herausgegeben von John Greenfield, Porto 2001 (Revista da Faculdade de Letras: Série „Lίnguas e literaturas“ 11), S. 51-58
Jan-Dirk Müller, Spielregeln für den Untergang. Die Welt des Nibelungenliedes, Tübingen 1998
Bert Nagel, Das Nibelungenlied: Stoff, Form, Ethos, Frankfurt am Main 1965
Hans Naumann, Brünhilds Gürtel, ZDA. 70 (1933) S. 46-48
Derk Ohlenroth, Zum Streit der Königinnen (Nibelungenlied 14. Aventiure). Die Strophenfolge von 824-831, in: Impulse und Resonanzen. Tübinger mediävistische Beiträge zum 80. Geburtstag von Walter Haug. Herausgegeben von Gisela Vollmann-Profe, Cora Dietl, Annette Gerok-Reiter, Christoph Huber und Paul Sappler, Tübingen 2007, S. 71-88
Hermann Reichert, Nibelungenlied - Lehrwerk. Sprachlicher Kommentar, mittelhochdeutsche Grammatik, Wörterbuch. Passend zum Text der St. Galler Fassung („B“), Wien 2007
Hermann Reichert, Psychoanalyse und Nibelungenlied, in: Sagen- und Märchenmotive im Nibelungenlied. Dokumentation des dritten Symposiums von Stadt Worms und Nibelungen-Gesellschaft Worms e. V. vom 21. bis 23. September 2001. Herausgegeben von Gerold Bönnen und Volker Gallé, Worms 2002 (Schriftenreihe der Nibelungenlied-Gesellschaft Worms e.V. 2), S. 142-183
Thilo Renz, Brünhilds Kraft. Zur Logik des einen Geschlechts im „Nibelungenlied“, ZD. NF. 12 (2006) S. 8-25
Ingeborg Robles, Subversives weibliches Wissen im „Nibelungenlied“, ZDPh. 124 (2005) S. 360-374
Sachsenspiegel. Landrecht und Lehnrecht. Herausgegeben von Friedrich Ebel, Stuttgart 1993 (RUB. 3355)
Hermann Schneider, Germanische Heldensage, Buch I: Deutsche Heldensage, 2. Auflage Berlin 1962
Hans Schottmann, Der Streit der Königinnen, in: „Sagen mit Sinne“, Festschrift für Marie-Luise Dittrich. Herausgegeben von Helmut Rücker und Kurt Otto Seidel, Göppingen 1976 (Göppinger Arbeiten zur Germanistik 180), S. 133-156
8
Walter Johannes Schröder, Der Zank der Königinnen im Nibelungenlied. Zur Interpretation mittelalterlicher Dichtungen, in: rede und meine. Aufsätze und Vorträge zur deutschen Literatur des Mittelalters. Herausgegeben von Rudolf Voss und Gisela Hollandt, Köln, Wien 1978, S. 146-163
Werner Schröder, Die Tragödie Kriemhilds im Nibelungenlied, in: Nibelungenlied-Studien. Herausgegeben von Werner Schröder, Stuttgart 1968, S. 48-156
Ursula Schulze, Das Nibelungenlied, 2. Auflage Stuttgart 2003 (RUB. 17604)
Ursula Schulze, (Rezession von: Das Nibelungenlied. Nach der St. Galler Handschrift. Herausgegeben und erläutert von Hermann Reichert, Berlin, New York 2005), ZDA. 135 (2006) S. 499-502
Ursula Schulze, Gunther sî mîn here, und ich sî sîn man. Bedeutung und Deutung der Standeslüge und die Interpretierbarkeit des ‚Nibelungenliedes‘, in: Nibelungenlied und Klage. Neue Wege der Forschung. Herausgegeben von Christoph Fasbender, Darmstadt 2005, S. 87-88; zuerst abgedruckt in: ZDA. 112 (1997) S. 32-52
Werner Schwartzkopff, Rede und Redeszene in der deutschen Erzählung bis Wolfram von Eschenbach, New York, London 1970 (Palaestra 74)
Günther Schweikle, Das Nibelungenlied - ein heroisch-tragischer Liebesroman?, in: De poeticis medii aevi quaestiones. Käte Hamburger zum 85. Geburtstag, Göppingen 1981 (Göppinger Arbeiten zur Germanistik 335), S. 59-84
Metzler Literatur Lexikon. Begriffe und Definitionen. Herausgegeben von Günther und Irmgard Schweikle, 2. Auflage Stuttgart 1990
Stefan Sonderegger, Gesprochene Sprache im Nibelungenlied, in: Hohenemser Studien zum Nibelungenlied. Herausgegeben von Achim Masser, Dornbirn 1981, S. 360-379
H.-H. Stenhoff, Dialog, in: Metzler Literatur Lexikon, Begriffe und Definitionen. Herausgegeben von Günther und Irmgard Schweikle, 2. Auflage Stuttgart 1990, S. 97
Peter Strohschneider, Einfache Regeln - komplexe Strukturen. Ein strukturanalytisches Experiment zum ,Nibelungenlied‘, in: Nibelungenlied und Nibelungenklage. Neue Wege der Forschung. Herausgegeben von Christoph Fasbender, Darmstadt 2005, S. 49-82
Ernest Tonnelat, La ‘Chanson des Nibelungen‘: Étude sur la composition et la formation du poème épique, Paris 1926 (Publications de la Faculté des Lettres de l'Université de Strasbourg 30)
9
Lothar Voetz, Die Nibelungenlied-Handschriften des 15. und 16. Jahrhunderts im Überblick. Mit einem Anhang zur Bebilderung des ‚Hundeshagenschen Codex‘ (b), in: Die Nibelungen. Sage - Epos - Mythos. Herausgegeben von Joachim Heinzle, Klaus Klein und Ute Obhof, Wiesbaden 2003, S. 283-308
Lothar Voetz, Einführung in das Nibelungenlied: http://www.blbkarlsruhe.de/blb/blbhtml/nib/einfuehrung-voetz.html (18.03.2009)
Dietrich von Kralik, Die Sigfridtriologie im Nibelungenlied und in der Thidrekssaga, Halle 1941
Edda Weigand, Historische Sprachpragmatik am Beispiel: Gesprächsstrukturen im Nibelungenlied, ZDA. 117 (1988) S. 159-173
Horst Wenzel, Szene und Gebärde. Zur visuellen Imagination im Nibelungenlied, ZDPh. 111 (1992) S. 321-343
10
I. Einführende Bemerkungen
Das ‚Nibelungenlied‘ als bedeutendes Werk der mittelhochdeutschen Heldenepik 1 ist sicherlich in vielerlei Hinsicht eine nähere Betrachtung wert. Verschafft man sich jedoch einen groben Überblick über die Fülle der Forschungsliteratur, so fällt auf, dass immer wieder der 14. Aventiure - Wie die küneginne einander schulten besondere Aufmerksamkeit gilt. Im dort dargestellten ‚Königinnenstreit‘, der in der Forschung häufig auch als Senna (altnordisch für Rede, Zank, [Wort-]Streit) 2 bezeichnet wird, wird früher Angelegtes zusammengeführt und seine Bedeutung für den weiteren Verlauf des Werkes gezeigt. Der Begriff des Streits wird hier mit E. Weigand 3 verwendet, die darauf verweist, dass Streit hier nicht als Streit um ein Objekt oder als wissenschaftlicher Streit zu verstehen ist, sondern als Beziehungsstreit, ausgehend von einem Dissens über Werte, Normen und Einstellungen. Innerhalb der Brünhildfabel der nordischen wie der deutschen Überlieferung gilt der Streit der Königinnen als die Szene, in der alle Denkmäler im wesentlichen Kern übereinstimmen. Sind die vorangegangenen Ereignisse wie beispielsweise Gunthers Werbung um Brünhild in den einzelnen deutschen und nordischen Überlieferungen unterschiedlich dargestellt, so stellt der ‚Königinnenstreit‘ die allen gemeinsame Konstante dar, die die Erzählungen eint.
In dieser Arbeit soll der Zank der Königinnen, der bereits zu Beginn des Werkes durch die Vorausdeutung 4 si stúrben sît jǽmerlîche von zweier edeln frouwen nît (Str. 6,4) präsent ist, näher untersucht werden. Hierzu ist zu sagen, dass sich im Schreiben der Arbeit derart viele Aspekte entwickelt haben, dass ausgewählt werden musste. Dem Umfang entsprechend soll ein Überblick gegeben werden, der einzelne Punkte skizzieren, jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben kann. Zunächst wird die Stellung der prominenten Schlüsselszene 5 des ‚Nibelungenliedes‘
1 Zum Problem der Gattungszuordnung U. Schulze, Das Nibelungenlied, S. 104-112 sowie W. Hoffmann, in: Nibelungenlied, S. 124-151.
2 [Grosse] S. 811f.
3 E. Weigand, in: ZDA. 117 (1988) S. 162.
4 Zur Funktion der Vorausdeutungen im ‚Nibelungenlied‘ U. Schulze, Das Nibelungenlied, S. 120-131.
5 P. Göhler, in: 800 Jahre, S. 77.
11
im Gesamtwerk erörtert, ist doch die Senna als Höhe- und Wendepunkt des ersten Teils des ‚Nibelungenliedes‘ anzusehen. Ausführlich soll hier auf die bereits vorher angelegten Grundlagen des Streits eingegangen werden, nämlich die Brautwerbung Gunthers auf Isenstein, die durch die Hilfe Siegfrieds mit dem Betrug an Brünhild einhergeht, sowie auf die misslungene Hochzeitsnacht der frisch Vermählten, in der Gunther von Brünhild abgewiesen wird, was zu einem erneuten Eingreifen Siegfrieds und damit einem erneuten Betrug der beiden Männer an Brünhild führt. Außerdem soll der ‚Königinnenstreit‘ in seinem Aufbau und in seiner Funktion für das ‚Nibelungenlied‘ als Ganzes untersucht werden. Abschließend wird noch die Frage der Schuld zu betrachten sein.
II. Zur Textgrundlage dieser Arbeit
Bevor mit der Einordnung des sogenannten Königinnenstreits in das Gesamtwerk begonnen werden kann, müssen zunächst einige Worte zur Auswahl des verwendeten Textes vorausgeschickt werden. Wie bei den meisten mittelhochdeutschen Texten liegen keine Originalhandschriften des Autors und auch keine Angaben über den Dichter vor. Die Verwendung des Begriffs eines Dichters geschieht im Bewusstsein der Diskussion um die Annahme eines Verantwortlichen für das ‚Nibelungenlied‘. Die Arbeit folgt hierbei der heute dominierenden Forschungsmeinung, die zu diesem Resultat aufgrund der großen Konstanz der Struktur und auch der Textformulierung in den einzelnen Handschriften kommt. Allerdings zieht M. Curschmann noch 1987 im ‚Verfasserlexikon‘ eine Wortschmiede in Betracht, und wohl in Anlehnung hieran spricht auch J. Bumke vom ‚Nibelungenlied‘ als möglicher Arbeit einer Werkstatt 6 .
Das ‚Nibelungenlied‘ als solches ist also dem heutigen Leser nicht bekannt, Arbeits-grundlage können nur die mehr als 35 Handschriften und Handschriftenfragmente 7 aus dem 13. Jahrhundert bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts sein, die heute noch nachweisbar sind 8 . Die Handschriften überliefern sekundäre Fassungen, hinter die
6 J. Bumke, Die vier Fassungen, S. 592.
7 Auf Einzelnachweise zu den Handschriften muss hier verzichtet werden, daher sei ein genereller Verweis erlaubt auf K. Klein, in: Die Nibelungen, S. 213-238.
8 J. Heinzle, in: Die Nibelungen, S. 192.
12
nicht zurückzukommen ist 9 . Selbst der Titel ‚Nibelungenlied‘ ist ein neuzeitlicher, der auf den letzten Abvers der letzten Zeile und Strophe der Handschrift C: daz ist der Nibelunge liet 10 zurückgeht, wobei die Übertragung des mhd. liet zu nhd. ‚Lied‘ durchaus nicht unproblematisch ist. Die meisten Handschriften des ‚Nibellungenliedes‘ sind titellos. Bei den späteren Handschriften, die einen Titel tragen, steht meist Kriemhild im Vordergrund; beispielsweise trägt Handschrift d, überliefert im Ambraser Heldenbuch, den Titel: Ditz Puech Heysset Chrimhilt 11 . Eine Arbeit über das ‚Nibelungenlied‘ kann nicht sinnvoll geschrieben werden ohne vorherige intensive Beschäftigung mit den einzelnen Handschriften beziehungsweise deren Editionen und Ausgaben. Vor allem die Handschriften untereinander, aber auch die Editionen und Ausgaben einer einzelnen Handschrift weichen teilweise erheblich voneinander ab.
Die drei ältesten, relativ vollständig erhaltenen Handschriften, die das ‚Nibelungenlied‘ enthalten, das, beruhend auf mündlicher Überlieferung, um oder kurz nach 1200 Schriftgestalt erhielt, sind um mehrere Jahrzehnte jünger, als es das Original gewesen sein muss 12 . Sie unterscheiden sich allerdings nicht nur durch Kleinigkeiten wie Schreibfehler voneinander, sondern gehen auf verschiedene Betrachtungen des Originals zurück, sind Fassungen mit unterschiedlichem Gestaltungswillen und unterschiedlicher Aussage 13 , aber auch von unterschiedlicher Länge. Die kürzeste der drei Haupthandschriften, A, hat über 100 Strophen weniger als C. Daher muss man bei der Wahl der Textgrundlage zunächst eine der drei sogenannten Haupthandschriften auswählen, die man - nach dem letzten Abvers der letzten Strophe - der ‚Nôt‘- und der ‚Liet‘-Fassung zuordnen kann, wobei die Handschriften A und B ersterer, Handschrift C dagegen der ‚Liet‘-Fassung zuzuordnen sind.
Die erste kritische Ausgabe des ‚Nibelungenliedes‘ veröffentlichte K. Lachmann (1793-1851), der Begründer der altgermanistischen Textkritik, auf den die
9 J. Heinzle, Die Nibelungen, S. 54.
10 Die Handschrift C wird in dieser Hausarbeit zitiert nach der Edition von U. Schulze aus dem Jahr 2005.
11 L. Voetz, in: Die Nibelungen, S. 288.
12 L. Voetz, Einführung.
13 [Reichert] S. 3.
13
Bezeichnung der einzelnen Handschriften mit Siglen zurückgeht und der sich bei seiner 1826 herausgegebenen Ausgabe auf Handschrift A stützt. Er hielt A für die Haupthandschrift, die dem ursprünglichen Text am nächsten steht, unter anderem aufgrund der Kürze, aber vor allem, weil sie ihm am bruchstückhaftesten und damit am archaischsten schien. Auf seine Autorität und seine für ihre Zeit vorbildliche Ausgabe gegründet, galt dieser Text für lange Zeit als maßgebend. K. Lachmann war sich der Mängel der Handschrift A durchaus bewusst, glaubte aber, gerade in diesen Mängeln die noch sichtbaren Zeichen der Summierung selbstständiger Lieder zu einer Gesamtdichtung zu erkennen 14 . Von dem Versuch, zu einem Archetypus oder gar zum Wortlaut eines Originals vorzudringen, ist die Forschung mittlerweile allerdings abgekommen. Das bedeutet aber nicht, dass es nicht möglich ist, sich ein begründetes Bild von einer Nibelungendichtung um 1200, repräsentiert etwa durch B, machen zu können.
K. Bartsch veröffentlichte 1866 seine Edition des ‚Nibelungenliedes‘ basierend auf der Handschrift B. Die beispielsweise durch Handschrift B repräsentierte Fassung *B hat, entgegen der Vermutung K. Lachmanns, lange Zeit als Originalfassung gegolten und steht ihr nach weitestgehend übereinstimmender Ansicht der Forschung 15 auch am nächsten.
Die 1755 wiederentdeckte Handschrift C bietet die älteste erhaltene vollständige Niederschrift des Epos. Sie war die im Mittelalter deutlich dominierende Fassung und hat schon früh auf die *AB-Fassung gewirkt, stellt aber im Verhältnis zu dieser die jüngere Bearbeitung dar. Sie weist besondere Eigenarten und zahlreiche Strophen auf, die in anderen Handschriften nicht vorkommen, so auch die berühmten einleitende Strophe Uns ist in alten mæren [...] und die Schlussstrophe, die nur in *C mit den Worten daz ist der Nibelunge liet endet. Die *C-Fassung ist glättend, löst Widersprüche im Text auf, folgt also der Fassung *AB zeitlich nach und ist, so H. Brackert 16 , eine durchgreifende Umgestaltung dieser. Sie ist die längste der Haupthandschriften und wird heute als eine zeitlich jüngere Bearbeitung des
14 Zu K. Lachmanns sogenannter Liedertheorie W. Hoffmann, Nibelungenlied, S. 7-12.
15 N. Henkel, in: Die Nibelungen, S. 113.
16 H. Brackert, Beiträge, S. 132.
14
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Sonja Filip, 2009, Wie die küneginne einander schulten - Zum sogenannten Königinnenstreit in der 14. Aventiure des ‚Nibelungenliedes‘, München, GRIN Verlag GmbH
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Sonja Filip's Text Wie die küneginne einander schulten - Zum sogenannten Königinnenstreit in der 14. Aventiure des ‚Nibelungenliedes‘ ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
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Thidrekssaga und Nibelungenlied (Forschungen zur Thidrekssaga Bd. 2)
Vergleichende Studien
Hanswilhelm Haefs
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