Neuer Institutionalismus und der Property Rights Ansatz in der Wirtschaftstheorie
Inhaltsverzeichnis:
1. EINLEITUNG 3
2. NEUER INSTITUTIONALISMUS 4
2.1 ZUM INSTITUTIONSBEGRIFF IN DER ÖKONOMIE. 4
2.2 ENTSTEHUNG VON INSTITUTIONEN. 5
2.3 ENTSTEHUNG DES NEUEN INSTITUTIONALISMUS 5
2.4 FORSCHUNGSZWEIGE DES NEUEN INSTITUTIONALISMUS 5
3. DIE PROPERTY-RIGHTS-THEORIE. 6
3.1 PROPERTY RIGHTS 6
3.2 ANNAHMEN DER PROPERTY-RIGHTS-THEORIE. 7
3.2.1 Individuelle Nutzenfunktion 7
3.2.2 Begrenzte Rationalität 7
3.2.3 Opportunismus 8
3.2.4 Schutz von Verfügungsrechten. 8
3.2.5 Existenz von Transaktionskosten 8
3.3 MERKMALE VON VERFÜGUNGSRECHTEN 9
3.3.1 Arten der Nutzungsmöglichkeit. 9
3.3.2 Verteilung und weitere Ausgestaltung von Property Rights 9
3.3.3 Exklusive Verfügungsrechte. 10
3.3.4 Verfügungsrechte und Haftung. 10
3.3.5 Verfügungsmacht. 11
3.4 TRANSAKTIONSKOSTEN UND TRANSAKTIONSKOSTENTHEORIE. 11
3.4.1 Wichtige Zusammenhänge in Verbindung mit Transaktionskosten. 12
4. ANWENDUNGSBEREICHE DER PROPERTY-RIGHTS-THEORIE 12
4.1 PROPERTY RIGHTS UND ÖFFENTLICHE GÜTER. 13
5. SCHLUSSBETRACHTUNG 16
6. LITERATURVERZEICHNIS 18
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1. Einleitung
Diese Arbeit hat zur Aufgabe, das Thema Property Rights zu umreißen und die Beziehung der Wirtschaftswissenschaft mit diesem zu den Rechtswissenschaften tendierenden Thema herzustellen.
Hauptgegenstand meiner hier vorliegenden Arbeit ist der Property-Rights-Ansatz. Jeder von uns hat täglich und ständig etwas mit diesen so genannten „Property Rights“ zu tun, denn gerade in einer Marktwirtschaft, wie die unsere, spielen die Rechte an einem materiellen oder immateriellen Gut eine sehr große Rolle.
Kauft man sich auf dem Weg zur Uni eine Zeitung, hat man soeben das Recht der Nutzung erworben, aber ein Recht zur Vervielfältigung für gewerbliche Zwecke hat man nicht bekommen.
Somit ist es wichtig zu wissen, welche Rechte man an einem Gut besitzt und welche nicht, wenn man eine Weiterverwertung beabsichtigt.
Mit dem Begriff an sich, den Grundannahmen, der Verteilung, den verschiedenen Ausgestaltungen von Property Rights und dessen Missbrauch, beschäftige ich mich im 3. Kapitel dieses Proseminars.
Diese Rechte müssen allerdings erst einmal auf die Wirtschaftsubjekte einer Volkswirtschaft verteilt werden, nicht immer ist es so einfach wie bei einem Zeitungskauf. Man stelle sich einmal die Produktion von einem Musikstück vor, an dem mehrere Menschen und eventuell auch Firmen beteiligt sind.
So muss im Vorfeld bereits geklärt werden, wer welchen Anteil vom Gewinn - fest oder variabel erhält, wer das Recht an der Vermarktung hat und wie lang das gelten soll. Dies wird alles durch Verträge festgelegt und von so genannten Institutionen überwacht.
Mitte der sechziger Jahre entwickelte Ronald H. Coase die neoklassische Theorie zum „Neuen Institutionalismus“ weiter. Coase stellt die Zusammenhänge und Abhängigkeiten zwischen ökonomischen Handelns und den gesetzten Rechtsnormen, sowie den institutionellen Vorraussetzungen dar.
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Auf den „Neuen Institutionalismus“ werde ich im Folgenden Kapitel kurz eingehen, um die Einordnung der Property Rights Theorie als Teilgebiet des „Neuen Institutionalismus“ zu ermöglichen.
Im dritten Kapitel möchte ich die Anwendung der Property-Rights-Theorie kurz berühren. Eine ausführlichere Darstellung dieses Gebietes würde den Rahmen dieser Arbeit deutlich sprengen. Die Property-Rights-Theorie spielt nicht nur bei öffentlichen Gütern und externen Effekten eine große Rolle, sondern auch in der Unternehmenstheorie. Auf letzteres werde ich nicht mehr eingehen, ebenso nicht auf die sehr aktuelle und momentan immer wieder diskutierte Bedeutung der Property-Rights-Theorie auf bezüglich Urheberrechte der elektronischen Informationsprodukte. Dies sind zwar zwei sehr interessante Themen, doch würde jedes von ihnen eigenständige Arbeiten erfordern.
2. Neuer Institutionalismus
Das Forschungsgebietes der Neuen Institutionenökonomik beschäftigt sich mit der Entstehung, der Funktion und dem Wandel im Zeitablauf und mit den Wirkungen der Institutionen auf die Wirtschaftsubjekte. Sie spielen eine besondere Rolle für effiziente Tauschvorgänge, aber auch für andere Bereiche, wie Politik, Kunst und Familie. 1
2.1 Zum Institutionsbegriff in der Ökonomie
Institutionen sind stabile, relativ dauerhaft strukturierte Muster und Berührungsgeflechte einer Gesellschaft. Sie bilden die Basis für Produktion, Gütertausch und Distribution und somit die Richtlinien des menschlichen Verhaltens.
Ihre Hauptziele sind es, eine stabile Ordnung zu schaffen und aus einem unendlich großen Pool möglicher Handlungsalternativen die gesellschaftlich akzeptierten auszuwählen. 2 Spricht man von Organisationen, sind Institutionen und die mit ihnen verbundenen Personen gemeint z.B. ein Gemeinderat, Unternehmen oder eine Marktgemeinschaft. 3
1 Vgl. Gabler (2001), „Neue Institutionsökonomik“.
2 Vgl. Gabler (2001),„Neue Institutionsökonomik“.
3 Vgl. Richter (1999), S. 8f.
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2.2 Entstehung von Institutionen
Institutionen entstehen entweder „spontan“, ausgelöst durch das Eigeninteresse der daran beteiligten Wirtschaftssubjekte, und zwar ohne legislativen Zwang und Berücksichtigung des öffentlichen Interesses.
Die andere Möglichkeit besteht aus einer konstruierten Institution, entworfen von einer völlig rational handelnden Instanz (z.B. einem Parlament, Diktator oder Unternehmer). Die Funktionsfähigkeit einer Institution ist jedoch nur so gut, wie die Wirtschaftsubjekte die sich ihrer bedienen. Somit gibt es keine makellosen Institution. 12
2.3 Entstehung des Neuen Institutionalismus
Der Neue Institutionalismus versteht sich als eine Weiterentwicklung der Neoklassik. Es wurden einige Grundannahmen revidiert und der Realität angenährt. Diese finden sich in Kapitel 2.2.
Als Gründungsvater dieses neuen Teilgebietes der Ökonomie ist wohl in erster Linie Ronald H. Coase zu nennen, der mit seinem Aufsatz „The nature of the firm“ 1937 die Frage untersucht, warum es trotz der stets betonten Überlegenheit des Marktes überhaupt Unternehmungen oder hierarchische Organisationsformen gibt. 3
2.4 Forschungszweige des Neuen Institutionalismus
Neuer Institutionalismus wird in eine Reihe von Forschungsansätzen aufgeteilt. Zu nennen sind die
- Property-Rights-Theorie
- Principal-Agent-Theorie, in der Anreizstrukturen in Organisationen auf ihre Wirksamkeit hin analysiert werden. Es soll sichergestellt werden, dass aufgrund von Anreizen Verträge fair abgeschlossen werden und nicht zum Nachteil von schlechter informierten Parteien (z.B. Aktionäre) agiert wird.
- Transaktionskostenökonomik
1 Vgl. Richter (1999), S. 8ff.
2 Vgl. Kobler (2000), S.9-20.
3 Vgl. Richter (1999), S. 7f.
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- Public-Choice-Theorie (untersucht wird die Wirkung institutioneller
Rahmenbedingungen (z.B. Wahlverhalten) auf das Verhalten von Gruppen. Der Public-Choice-Theorie werden die Neue Politische Ökonomie sowie die Constitutional Economics zugeordnet).
- Law and Economics (hat die ökonomische Analyse des Rechtes zum Inhalt
- und die Forschungsrichtung New Economic History, die sich mit dem historischen Wandel von Institutionen beschäftigt).
Die Forschungszweige haben sich relativ isoliert von einander entwickelt. Sie stehen in einem komplementären Verhältnis zu einander und überschneiden sich teilweise inhaltlich. Für die Property-Rights-Theorie ist die Transaktionskostenökonomik von großer Bedeutung, da bei jedem Tausch von Verfügungsrechten so genannte Transaktionskosten anfallen, wird in Kapitel 2.4 näher erläutert. 1
3. Die Property-Rights-Theorie
Die Property Rights Theorie versteht sich als Erweiterung der traditionellen Mikroökonomie. Die systematische Entwicklung dieser Theorie leisteten Armen A. Alchian und Harold Demsetz, aufbauend auf einem Beitrag von Ronald H. Coase (The problems of Social Cost), Mitte der sechziger Jahre.
Bei der internationalen Verbreitung dieses Gedankengutes haben sich insbesondere Eirik G. Furubotn und Steve Pejovich Verdienste erworben 2 .
3.1 Property Rights
Der Begriff „Property Rights“ ist nicht ganz eindeutig definiert. Die wörtliche Übersetzung (=Eigentumsrechte) trifft den Sinn nicht. Oft wird der Begriff „Property Rights“ in der Fachliteratur beibehalten.
Weitere Bezeichnungen für Property Rights sind Handlungs-, Vermögens-, Eigentums-, Besitz- und Nutzungsrechte. 1 Am Treffendsten wird Property Rights in der deutschen Literatur mit „Verfügungsrechten“ gleichgesetzt.
1 Vgl. Gabler (2001),„Neue Institutionsökonomik“.
2 Vgl. Fuchs, (1994), S.14.
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In dieser Arbeit verwende ich die Begriffe Verfügungsrechte und Property Rights, beide und als Synonym für einander.
Die Property-Rights-Theorie geht genauso, wie der „Neue Institutionalismus“ von der Kritik am neoklassischen Modell aus, setzt aber speziell bei den sozialen Institutionen an. 2 Das Hauptanliegen des Property-Rights-Ansatzes besteht darin, den Einfluss von sozial anerkannten, auf Konvention, Tradition, gesetztem Recht oder auf Verträgen beruhenden institutionellen Handlungsbeschränkungen auf wirtschaftliche Probleme zu erklären. Wie bei den anderen genannten Zweigen des „Neuen Institutionalismus“, analysiert auch der Property-Rights-Ansatz die Funktionen und die Verbesserung von Institutionen. 3
Die Verteilung dieser Verfügungsrechte und der Umgang mit ihnen bilden den Kern der Property-Rights-Theorie. So sind Güter, ob immateriell oder materiell, nicht weiter von ökonomischen Belang, sondern vielmehr die mit ihnen verbundenen Rechte. 4
3.2 Annahmen der Property-Rights-Theorie
3.2.1 Individuelle Nutzenfunktion
Jedes Individuum besitzt eine individuelle Nutzenfunktion, nach der der es „egoistisch“ handelt.
Gruppen oder Gesellschaften handeln nicht als Ganzes, sondern lassen sich nur über das Handeln der einzelnen Individuen erklären. 5
3.2.2 Begrenzte Rationalität
Menschen sind nur begrenzt rational und objektiv. Ihre Informations-Kapazität ist begrenzt und somit ist nicht jede Information sofort und überall abrufbar. North unterscheidet weiterhin zwischen der realen Welt und dem subjektiven Bild, dass sich ein Individuum von
1 Vgl. Schüller (1983), S.VIII.
2 Vgl. Schüller (1983), S.VIII.
3 Vgl. Richter (1999), S. 2-10.
4 Vgl. Budäus (1988), S.121.
5 Vgl. Budäus (1988), S. 11
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der Welt macht. Die Individuen handeln nach ihrem subjektiven Bild. So sind Handlungen zu erklären, die weit an den realen Erfordernissen vorbeigehen.
Oft sind Informationen in einer Überfülle gegeben und das Problem der richtigen Filterung besteht.
Durch die Komplexität unserer Welt ist es einem Individuum nicht möglich, seine Umwelt vollständig zu erfassen. Somit kann man nicht alle Möglichkeiten und Eventualitäten bei einer Entscheidung erfassen und berücksichtigen. Dies gilt auch bei Vertragsabschlüssen. So ist eine ständige Aktualisierung und Neuinterpretation notwendig, um einen Vertragsbruch zu verhindern. Zu denken sei an sich stark ändernde Rahmenbedingungen, die eine neue Auslegung der Vereinbarrungen zulassen. 1
3.2.3 Opportunismus
Im Gegensatz zum neoklassischen Egoisten, der stets Gesetze und Verträge einhielt, kalkuliert man nun auch illegitime und illegale Methoden ein. In der Property-Rights-Theorie geht man zwar nicht davon aus, dass alle Individuen ständig opportunistisch oder illegal handeln, aber man schließt die Möglichkeit nicht aus. Weiterhin werden auch die Folgen aus diesem Verhalten analysiert und geprüft. 2
3.2.4 Schutz von Verfügungsrechten
Verfügungsrechte werden durch Gesetz, Moral und gesellschaftlichen Normen geschützt. So kann das rechtswidrige Verhalten einzelner durch Sanktionen gestoppt oder eingedämmt werden.
3.2.5 Existenz von Transaktionskosten
Bei der Erstellung und Durchsetzung von Verträgen fallen Kosten, auch Transaktionskosten genannt, an. Diese werden mit ins Kostenkalkül mit einbezogen. 3
1 Vgl. Gabler (2001), „Transaktionskostenökonomik“.
2 Vgl. Gabler „Transaktionskostenökonomik“ (2001).
3 Vgl. Budäus (1988), S. 11.
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Arbeit zitieren:
Dirk Backen, 2003, Neuer Institutionalismus und der Property-Rights-Ansatz in der Wirtschaftstheorie [Seminararbeit plus Präsentation], München, GRIN Verlag GmbH
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