Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis....................................................................................................................... 2
1. Einleitung 3
2. Sprechende Tiere - reine Fiktion? 3
3. Sprechende Tiere in der Literatur. 5
3.1 Kinderbücher. 5
3.3 Erwachsenenliteratur. 9
4. Sprechende Tiere im Film 12
4.1. Findet Nemo. 13
4.2. Shrek. 14
4.3 Zurück nach Hause - Die unglaubliche Reise 15
5. Fazit. 17
Literaturverzeichnis : 18
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1. Einleitung
Die Kommunikation mit Tieren ist alltäglich und omnipräsent. Allerdings ist sie ebenso einseitig, wie sie weit verbreitet ist. Jeder Haustierbesitzer redet mit seinem Liebling und ist auch der festen Überzeugung eine Antwort zu erhalten, wenn auch non-verbal. Sprechen gelernt haben Tiere in der Realität noch nicht, wenn man von den Lautäußerungen der Papageien einmal absieht, in Film und Literatur jedoch haben wir es sie lernen lassen. Über das „Warum“ kann man lange philosophieren. Sicher haben Tiere in unserm Leben einen speziellen Stellenwert, dienen sie doch dazu den Mensch als Mensch zu definieren. Denn erst das was uns vom Tier unterscheidet, macht uns zum Menschen. Umso interessanter ist es, das der Mensch anscheinend das Bedürfnis hat, eines der Merkmale, die uns vom Tier unterscheiden, nämlich die Sprache, auf Hunde, Katzen und Co zu übertragen. Das „Warum“ ist in dieser Arbeit aber eher nebensächlich, viel wichtiger ist das „Wie“. Wie also lassen wir Tiere sprechen? Mit dieser Frage werde ich mich im Laufe dieser Arbeit näher beschäftigen und zwar im Hinblick auf Kinderbücher, Erwachsenenliteratur und auch sprechende Tiere in Filmen werden näher untersucht werden.
2. Sprechende Tiere - reine Fiktion?
Der Unterschied zwischen Menschen und Tieren sah Darwin darin, dass der Mensch höhere geistige Fähigkeiten besitze, zu denen man unter anderem die Sprache zählen könnte. Dorothee Warnecke beschäftigte mit der Frage, ob die Sprachfähigkeit wirklich eine Einzigartigkeit des Menschen sei. Zu Grunde des Artikels lagen Versuche der Affensprachforschung von Sue Savage-Rumbaugh, Professorin für Biologie und Psychologie, die das Ziel hatten den „Ablauf des Spracherwerbs bei Menschenaffen aufzuklären und mit dem spontanen Sprechenlernen der Menschenkinder zu vergleichen.“ (s. Savage-Rumbaugh, Sue; Lewin, Roger (1995): „Kanzi - der sprechende Schimpanse. Was den tierischen vom menschlichen Verstand unterscheidet.“, S.75). Auf Grundlage des Yekish, einer von Ernst von Glaserfeld erfundenen Sprache, wurde eine Tastatur erstellt, auf der Symbole, Gegenstände oder Tätigkeiten zu finden waren, dessen Anordnung nach jeder Benutzung verändert wurde (vgl. Warnecke, Dorothee (2000): „Sprachfähigkeit - eine Einzigartigkeit des Menschen?“, In: Mensch und Maß, (20), http://www.hohewarte.de/MuM/Jahr2000/ Sprachfaehigkeit0020.html,13.07.2007, S. 1). Sue Savage-Rumbaugh arbeitete zunächst mit zwei Schimpansen mit den Namen Sherman und Austin, die nach einiger Zeit die Tastatur
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anfingen für ihre eigenen Zwecke zu nutzen. Sie hatten verstanden, dass wenn ihnen eine Banane gezeigt wurde und sie auf ‚Banane’ drückten, auch eine Banane bekamen. So fingen sie an ihr Futter selbst zusammenzustellen, in dem sie begannen auf die jeweiligen Leckerbissen auf der Tastatur zu drücken. Sie fingen an zu „fordern“ (Warnecke, S.2), was schon eine Art der Verständigung ist. Später fingen sie auch an beabsichtigte Handlungen über die Tastatur anzukündigen, so zum Beispiel wurde die Taste „lustiges Gesicht“ gedrückt und danach eine Grimasse gezogen. „Die Ankündigung einer beabsichtigten Handlung ist eine der ersten Arten, wie Menschenkinder Symbole verwenden“ (Savage, S. 103). Dies alles zeigte, dass Sherman und Austin durchaus eine „Sprachfähigkeit menschlicher Art“ besaßen, „auch wenn sie in vielerlei Hinsicht eingeschränkt war“ (Savage, S.111). Ebenfalls wurden Versuche mit Bonobos gemacht, die dem Menschen weit aus ähnlicher sind als die Schimpansen. So hatten „wild eingefangene(n) Bonobos [...] keinerlei Schwierigkeiten, den Ausdruck [...] komplizierterer Gefühle wie Bestürzung, Verblüffung oder Dankbarkeit zu verstehen“ (Savage, S. 127) und selbst zu zeigen. Auch in anderer Hinsicht lassen sich Parallelen zu den Menschen finden, wie z.B. bei der Sexualität und dem Umgang mit dem Nachwuchs. Besonders tat sich Kanzi, ein Bonobo-Männchen, bei den Versuchen hervor. Das Hauptaugenmerk lag eigentlich bei seiner Zieh-Mutter, da Kanzi noch viel zu jung war. Doch als diese wieder in ihr Heimatinstitut zurückgeschickt wurde, legte das Bonobo-Männchen ein sehr interessantes Verhalten an den Tag. Das, was seine Zieh-Mutter über Jahre hinweg kaum gelernt hatte, machte er mühelos. Er hatte durch reinen sozialen Kontakt gelernt, so wie es auch bei den Menschenkindern der Fall ist. Kanzi schien die Symbole der Tastatur zu verstehen, bevor er sie benutzte (vgl. Warnecke, S. 7). Die Forscher waren außerdem davon überzeugt, dass Kanzi auch gesprochene Wörter verstehen konnte, da er Worte, die im Gespräch der Wissenschaftler vorkamen, auf der Tastatur übersetzte. Alle Gehirnteile, die für das Verstehen und Produzieren von Sprache nötig sind, sind keine Einzigartigkeit des Menschen, sondern auch bei Tieren zu finden (vgl. Warnecke, S. 1). Allerdings liegt der Kehlkopf „bei allen Säugetiere(n) - nur nicht beim Menschen - [...] oben im Hals“ (s. Warnecke, S.2). So ist es ihnen zwar möglich Vokale hervorzubringen, wenn auch unter Schwierigkeiten, aber für Konsonanten fehlt ihnen die anatomische Voraussetzung.
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3. Sprechende Tiere in der Literatur
3.1 Kinderbücher
Sprechende Tiere in Kinderbücher könnten Kinder verwirren, lautete eine frühere Auffassung. Doch Kinder sind durchaus fähig sprechende Tiere in Literatur und Film gegenüber realen abzugrenzen. So sagt zum Beispiel die 3-jährige Pia auf die Frage, ob denn echte Tiere sprechen könnten, ganz selbstbewusst: „Nein, der Barney kann nur wau-wau.“ Barney ist der Haus- und Hofhund der Familie und auch wenn das Kind täglich mit sprechenden Tieren in Büchern und Trickfilmen konfrontiert wird, kann sie Realität von Fiktion schon klar unterscheiden.
Ein Klassiker der Kinderliteratur ist „Pu der Bär“ (im Original: „Winnie-the- Pooh“) von A. A. Milne, der in seinen berühmten Geschichten die Stofftiere seines Sohnes Christopher Robin zum Leben erwachen und sie kleine, absurde Abenteuer in einer idyllischen Fantasiewelt bestehen lässt. Die erste Geschichte von Winnie-the-Pooh erschien am Weihnachtsabend 1925 in der Evening News und wurde am 24. Dezember von allen Radiosendern übertragen (s. Wullschläger, Jackie (1995): Inventing Wonderland, S. 184). Die Helden seiner Geschichten sind Pu, der etwas zurückgebliebene Bär, das ängstlichen Ferkel, der pessimistische Esel, das ordnungsvernarrte Kaninchen, das kurzsichtige Känguruh Känga und ihr quirliges Junges Ruh und zu guter letzt die altkluge Eule mit dem Sprachfehler (vgl. Wullschläger, S. 188). Milne versucht in seinen Büchern eine Welt zu konstruieren, wie sie von Kindern hätte erschaffen werden können. „Milne versucht, die kindgemäße Wahrnehmung zu konstruieren und die kindliche Welt als eine Welt mit eigenen Regeln und eigener Werthaftigkeit zu gestalten“ (s. Groß, Konrad (2004): A.A. Milne: Pu der Bär, Vortrag zur Reihe: Klassiker der Kinderliteratur an der Universität in Kiel, http://www.literaturwissenschaft-online.uni-kiel.de/veranstaltungen/ ringvorlesungen/kinderliteratur/Alan%20Alexander%20Milne.pdf, 7.9.2006 , S.4). Auch wenn es nur ein Konstrukt einer kindlichen Welt ist, ist er dennoch maßgeblich für den Erfolg des Buches verantwortlich. „Gemeinschaftssinn und Respekt vor den Eigenarten anderer“ sind die Ideale, die vermittelt werden (s. Groß, S.4). Pu der Bär kann wiederholt zugeben, dass er „geistig beschränkt[en] und vergesslich[en]“ ist (s. Groß, S.4) ohne das sich seine Freunde über ihn lustig machen. So hat eines seiner vielen Gedichte zum Beispiel den Titel „ZEILEN, VON EINEM BÄREN MIT SEHR WENIG VERSTAND GESCHRIEBEN“
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(Milne, A.A. (1999): „Pu der Bär“, S.102) und zu Eule sagt er „»[...] ich bin ein Bär von sehr wenig Verstand, und lange Wörter jagen mir Angst ein«“ (Milne, S.55). Als Erwachsener wird man vor allem von dem „unnachahmlichen Umgang mit Sprache“ fasziniert sein (s. Groß, S.5). Pu der Bär wird in den Geschichten Alan Alexander Milnes zum Dichter und verfasst zu jedem noch so trivialen Ereignis Gedichte und Lieder, wie zum Beispiel das Wolkenlied, welches er zur Ablenkung der Bienen singt:
Es handelt sich hier um Verse „magischer Natur“, mit denen Pu der Bär versucht die Wirklichkeit zu „überwältigen“ (s. Groß, S.5). Pu verarbeitet Alltagssituation in mehr oder weniger sinnvollen Zeilen, verfasst sogenannte Nonsens-Verse, bei denen die Bedeutung hinter den Sprachklang rückt. Das Spiel mit Sprache und Rhythmus drückt seine Faszination von Laut und Klang aus:
Außerdem thematisiert Milne in seinen Geschichten die Macht von Sprache. „Wer Sprache richtig beherrscht, ist besser als die anderen“ (s. Groß, S.6). Dies hat Eule erkannt und gibt so vor buchstabieren zu können und wird von den anderen für weise gehalten. „»Und wenn irgendwer irgendwas über irgendwas weiß«, sagte sich Bär, »dann ist es Eule, die was über was weiß« [...]“ (Milne, S. 52), denn Eule kann ihren eigenen Namen „OILE“ buchstabieren (S.54). So kommt es in einer der Geschichten dazu, dass Pu Eule darum bittet, auf einen Honigtopf „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag“ zu schreiben. Eule, die
Rechtschreibung keineswegs beherrscht, gibt dies allerdings nicht zu, sondern macht sich Pus Unwissenheit zu Nutze. „HIRZ LERZ NUCKWNÜSCH UZM BUBU BUGEBU BURZKAT“ steht schließlich auf dem Honigtopf.
„»Ich schreibe nur gerade >Herzzzlichen Glückwunsch<«, sagte Eule leichthin. »Das ist aber ganz schön lang«, sagte Pu, der davon sehr beeindruckt war. »Na ja, in Wirklichkeit schreibe ich >Die allerherzzzlichsssten Glück- und Segenssswünsche zzzum Geburtssstag. In Liebe, dein Pu<. Um so etwasss langesss zzzu schreiben braucht man naturgemäßßß viel Bleistift.«“ (Milne, S. 86).
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Arbeit zitieren:
Anne Huch, 2006, Sprechende Tiere in Literatur und Film, München, GRIN Verlag GmbH
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