Inhaltsverzeichnis
1. Definitionsansätze 3
2. Identitätsentwicklung 6
3. Wie kann die Kultur unsere Identität beeinflussen 9
Quellen 12
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1. Definitionsansätze
Bevor ich beginne die verschiedenen Definitionsansätze von Identität zu erläutern, möchte ich kurz erklären wie ich bei der Ausarbeitung vorgehen werde.
Ich werde am Anfang versuchen den Begriff so generell wie möglich zu erklären und werde später auf die Begriffserklärungen von George Herbert Mead, welcher Professor für Philosophie und Sozialpsychologie war und Erik H. Erikson eingehen, der zu seiner Zeit deutsch-amerikanischer Psychoanalytiker gewesen ist. Anschließend möchte ich die Identitätsentwicklung erläutern, dies allerdings unabhängig von genannten Personen. Am Ende werde ich dann noch kurz den Begriff der kulturellen Identität umreißen, um an dem Thema der interkulturellen Sozialen Arbeit anzuknüpfen.
Denkt man im Zusammenhang mit dem Begriff Identität an sich selbst, geht man meist davon aus, dass es die eigene Identität ist, durch die man sich von anderen unterscheidet, sprich, welche uns individuell macht. Der Begriff Identität stammt aus dem lateinischen und bedeutet übersetzt „derselbe“. Auch wenn man im Duden nachschlägt, findet man vorerst die Erklärung der vollkommenen Gleichheit zweier Dinge, Gegenstände oder Begriffe. „Miteinander identisch ist, was untereinander ausgetauscht werden kann.“ (Vgl.: http://www.duden-suche.de/suche/trefferliste.php) Es gibt jedoch zwei Definitionsmöglichkeiten für den Begriff Identität. Zum Einen, wie eben erwähnt, auf Gegenstände und Dinge bezogen und zum Anderen auf die menschliche Identität bezogen, bei der sich die Definition gegenteilig darstellt. Bei der menschlichen Identität sind es die ihn kennzeichnende Eigentümlichkeit, die ihn von allen anderen Menschen unterscheidet, die die menschliche Identität ausmacht. Hierbei kann man noch die Unterscheidung zwischen der persönlichen und der sozialen Identität vornehmen. Die persönliche Identität meint, sich selbst zu erkennen, beispielsweise in einem Spiegel. In diesem Sinne besitzen Tiere keine persönliche Identität. Unter sozialer Identität versteht man die Fähigkeit, die Umwelt (Beruf, Freizeit, Familie etc.) und sein Verhalten miteinander vereinbaren zu können. Diese Identitäten sind allerdings nur solange stabil, wie keine zum Beispiel größeren gesellschaftlichen Veränderungen eintreten. Solche können sowohl die persönliche, als auch die soziale Identität eines Menschen stark erschüttern.
Fragt man uns im Alltag nach unserer Identität zeigen wir einfach unseren Personalausweis um uns zu identifizieren. Im juristischen Sinne gehört auch nicht viel mehr dazu. Die entscheidenden Kriterien zur Identifizierung einer Person sind hier ihr Name, Alter, Geschlecht, ihre Adresse, Nationalität, ihr Familien- und Berufsstand und ihre
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Religionsangehörigkeit. Man darf allerdings nicht vergessen im Alltag weitaus mehr Dinge zu berücksichtigen. Hierzu zählen ausserdem der Glauben, die Politik und Gesellschaft, die Ökonomie, Philosophie, Soziologie und Psychologie eines Menschen. Zusammenfassend bezeichnet der Begriff Identität also die Summe aller Merkmale, anhand derer sich ein Individuum von einem anderen unterscheiden lässt.
Um nun zwei der verschiedenen Herangehensweisen zur Begriffsbestimmung zu erläutern, werde ich die Modelle von Mead und Erikson in kurzer, vereinfachter Weise darstellen. Ich beziehe mich dabei besonders auf das Werk „Minderheiten und Identität in einer multikulturellen Gesellschaft“ von Sylvia Supper.
George Herbert Mead geht in seiner Darstellung darüber was Identität sei davon aus, dass sie sich erst über die Sprache entwickelt. Dies bedeutet gleichzeitig, dass sie nach der Geburt eines Menschen bis zu dem Zeitpunkt der Sprachentwicklung noch nicht vorhanden ist. Die Identität eines Menschen entsteht seiner Meinung nach innerhalb gesellschaftlicher Erfahrungs- und Tätigkeitsprozesse und trotzdem jede Identität durch die Merkmale ihrer Gesellschaft geprägt wird, bildet sie dennoch ihre eigene Position darin und macht sich dadurch individuell. Daher ist für ihn die Identität maßgeblich abhängig von sozialen Interaktionen der einzelnen Individuen mit anderen Menschen. Dies wiederum geschieht über Sprache und andere Mittel der Kommunikation wie Mimik und Gestik, was seine Theorie, Identität entwickelt sich erst über die Sprache, untermauert.
Kurz gesagt ist die Identität interaktiv erzeugt, damit eine Handlung und sie orientiert sich an gesellschaftlich vorgegebenen Sinnpotientialen. Er erklärt dies anhand seines „threefold scheme“. Eine Handlung besteht aus drei Komponenten: Geste, Reaktion des Gegenübers und Vollendung der Handlung. Sprich, die Geste die von einem Menschen gesetzt wird, löst bei einem anderen Individuum eine Reaktion aus, welche dann erst den Sinn der Geste darstellt und gleichzeitig die Voraussetzung für die Vollendung der Handlung ist. Zeigt beispielsweise eine Person A in eine bestimmte Richtung, setzt sie damit eine Geste. Die Reaktion, die dabei bei einer Person B ausgelöst wird, ist sehr wahrscheinlich, dass sie in die gezeigte Richtung blickt. Dass Person B die Deutung der Geste mit Vollzug der Handlung richtig verstanden hat, ist die Voraussetzung für die Geste von Person A. Und indem Person A nun den Sinn der Geste an Person B weitergegeben hat, ist die Handlung vollendet. Die Geste ist also als ein reflexiver Mechanismus zu verstehen, der aus einzelnen Verhaltensbeiträgen eine einheitliche Handlung macht. Um den Sinn von Gesten richtig zu verstehen, ist seiner Meinung nach ein Bewusstsein nötig. Und erst durch die Entwicklung der Sprache durch die Evolution, entstand das Bewusstsein über die Regelhaftigkeit sozialen Handelns. Mead nennt dieses Modell die
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Arbeit zitieren:
Bachelor of Arts für Soziale Arbeit Jolina Semmler, 2008, Identitätsentwicklung, München, GRIN Verlag GmbH
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