Bevor ich beginne die verschiedenen Definitionsansätze von Identität zu erläutern, möchte ich kurz erklären wie ich bei der Ausarbeitung vorgehen werde.
Ich werde am Anfang versuchen den Begriff so generell wie möglich zu erklären und werde später auf die Begriffserklärungen von George Herbert Mead, welcher Professor für Philosophie und Sozialpsychologie war und Erik H. Erikson eingehen, der zu seiner Zeit deutsch-amerikanischer Psychoanalytiker gewesen ist. Anschließend möchte ich die Identitätsentwicklung erläutern, dies allerdings unabhängig von genannten Personen. Am Ende werde ich dann noch kurz den Begriff der kulturellen Identität umreißen, um an dem Thema der interkulturellen Sozialen Arbeit anzuknüpfen...
Inhaltsverzeichnis
1. Definitionsansätze
2. Identitätsentwicklung
3. Wie kann die Kultur unsere Identität beeinflussen?
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexen Prozesse der Identitätsbildung unter Berücksichtigung psychologischer Theorien und kultureller Einflüsse. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich Identität entwickelt, welche Rolle die Sprache und soziale Interaktion spielen und inwiefern gesellschaftliche Rahmenbedingungen sowie kulturelle Prägungen die Persönlichkeitsstruktur eines Individuums formen.
- Theoretische Definitionsansätze von Identität nach Mead und Erikson
- Voraussetzungen und Stufen der Identitätsentwicklung
- Die Bedeutung von Sprache und Symbolsystemen
- Einfluss kultureller Prägungen (kollektivistisch vs. individualistisch)
- Das Spannungsfeld zwischen sozialer Anpassung und Individualisierung
Auszug aus dem Buch
3. Wie kann die Kultur unsere Identität beeinflussen?
Es wird im Allgemeinen anhand zweier grober Unterschiede dargestellt, wie wir durch unsere Kultur in unserer Identitätsbildung beeinflusst werden können. Unterschieden wird zwischen der Identitätsentwicklung einer Person innerhalb einer kollektivistischen Gesellschaft und der einer eher individualistischen Gesellschaft.
Zu unterscheiden sind beide Gesellschaften anhand einiger einfacher Beispiele. Werden die Mitglieder der jeweiligen Gesellschaft nach ihren Selbstbild in Bezug auf andere Menschen befragt, zum Beispiel durch Fragen wie: „wie wichtig ist es ihnen eine Beziehung aufrecht zu erhalten“ oder „wie wichtig ist es ihnen sich den Menschen der Umgebung so anzupassen, dass sie daraufhin positiv(er) über einen denken“, kann man dies kategorisieren. Werden die Fragen eher mit „sehr wichtig“ beantwortet, spricht man von einer kollektivistischen Gesellschaft. Als Beispiel dafür zählt zu den kollektivistischsten Gesellschaften Japan und gegenteilig dazu besetzt die USA den ersten Platz der zu den individualistischen Gesellschaften.
In einer individualistischen Gesellschaft sieht sich der Mensch eher als einzelne Person abgegrenzt von allem anderen, er sieht sich selbst meist ohne Kontext, das heißt, die Umwelt spielt nur eine untergeordnete Rolle. In einer kollektivistischen Gesellschaft spielt die Umwelt hingegen eine extrem große Rolle, da hier der einzelne immer als Teil des ganzen betrachtet wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Definitionsansätze: Dieses Kapitel führt in den allgemeinen Identitätsbegriff ein und beleuchtet die theoretischen Perspektiven von George Herbert Mead und Erik H. Erikson hinsichtlich der Entstehung und Stabilität von Identität.
2. Identitätsentwicklung: Hier werden die notwendigen Voraussetzungen für die Entwicklung einer Identität, insbesondere die Bedeutung von Sprache, Selbstreflexion und der Abgrenzung gegenüber der sozialen Umwelt, detailliert dargelegt.
3. Wie kann die Kultur unsere Identität beeinflussen?: Der abschließende Teil analysiert den Einfluss kultureller Systeme, indem er den Kontrast zwischen kollektivistisch und individualistisch geprägten Gesellschaften hinsichtlich ihrer Wirkung auf das Selbstbild und den Umgang mit Emotionen untersucht.
Schlüsselwörter
Identität, Identitätsentwicklung, Identitätsbildung, Soziale Interaktion, Sprache, Symbolsysteme, Persönlichkeitsentwicklung, Individuation, Kollektivismus, Individualismus, Kulturelle Prägung, Selbstreflexion, Ich-Identität, Sozialisation, Psychologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Herleitung des Begriffs Identität sowie den Faktoren, die dessen Entwicklung beeinflussen, vom Kindesalter bis hin zu kulturellen Einflüssen im Erwachsenenalter.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der psychologischen Definition von Identität, dem Spracherwerb als Grundlage für Denken und Handeln sowie der Unterscheidung zwischen kollektivistischen und individualistischen kulturellen Systemen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein Verständnis dafür zu entwickeln, wie ein Individuum durch soziale Prozesse und kulturelle Kontexte zu einer gefestigten Identität gelangt.
Welche wissenschaftlichen Modelle finden Anwendung?
Die Arbeit stützt sich primär auf die Theorien von George Herbert Mead zur symbolvermittelnden Interaktion und Erik H. Erikson zur Ich-Identität sowie auf Erkenntnisse von Gisela Steins zur Identitätsentwicklung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die Analyse der Identitätsentwicklung unter Einbeziehung von Sprache und Selbstreflexion sowie die Untersuchung kultureller Einflüsse auf das Verhalten und das emotionale Erleben.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Identitätsentwicklung, Sozialisation, Kulturelle Prägung, Interaktion, Sprache, Individuation und Persönlichkeitsreife.
Warum ist die Sprache für die Identitätsentwicklung so entscheidend?
Laut der Arbeit ist die Sprache das wichtigste Instrument zur Gedanken- und Ideenübermittlung; ohne ein Symbolsystem ist es dem Menschen nicht möglich, komplexe Gedanken zu entwickeln oder eine innere Stimme aufzubauen.
Wie unterscheidet sich die Identitätsbildung in kollektivistischen vs. individualistischen Kulturen?
In individualistischen Gesellschaften steht die Abgrenzung des Einzelnen im Vordergrund, während in kollektivistischen Gesellschaften der Mensch primär als Teil eines sozialen Ganzen betrachtet wird, was bereits die Erziehung und den Umgang mit Emotionen prägt.
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- Bachelor of Arts für Soziale Arbeit Jolina Semmler (Author), 2008, Identitätsentwicklung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127534