INHALTSVERZEICHNIS
Seite :
I. Einleitung 1
II. Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen 2
1) Die vorparadigmatische Phase 2
2) Paradigma 3
3) Die normale Phase. 4
4) Die revolutionäre Phase. 6
5) Inkommensurabilität. 7
III. Was sind wissenschaftliche Revolutionen? 9
1) Paradigma 9
2) Merkmale der revolutionären Veränderung 9
(a) Die Ganzheitlichkeit der revolutionären Veränderungen. 10
(b) Die Sprache der revolutionären Veränderungen 10
(c) Die Ähnlichkeiten der revolutionären Veränderungen. 11
IV. Fazit 12
LITERATURVERZEICHNIS III
ANHANG: SCHEMATISCHE DARSTELLUNG FÜR DEN ERKENNTNISFORTSCHRITT DER
WISSENSCHAFTEN NACH TOMAS S KUHNS THEORIE
I. Einleitung
Thomas Samuel Kuhn, amerikanischer Wissenschaftshistoriker und -Theoretiker, entwarf in seinem Buch Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen 1 eine neue Konzeption der Wissenschaftsgeschichte und damit auch eine andere Sicht auf die Wissenschaftstheorie. 2 Denn nach Kuhn entsprachen traditionelle Zugangsweisen zur Wissenschaft, wie der Induktivismus der Faslifikationismus, nicht den historischen Gegebenheiten. Seine Theorie beinhaltet die Idee des revolutionären wissenschaftlichen Fortschritts, wobei der wissenschaftlichen Gemeinschaft eine besondere Rolle zugeschrieben wird. 3 Die vorliegende Arbeit untersucht diesbezüglich Kuhns Verständnis von dem Begriff der wissenschaftlichen Revolution. Textgrundlage für die Analyse ist sein Werk Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen. Dabei habe ich mich besonders auf die Kapitel II - V und IX - XII konzentriert. Die Auseinandersetzung mit Kuhns Verständnis von wissenschaftlichen Revolutionen in Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen bildet den ersten und umfangreichsten Teil dieser Hausarbeit. Bei dieser Analyse werde ich, die von Thomas S. Kuhn verwendeten Termini, wie z.B. vorparadigmatische Zeit, Paradigma oder Normalwissenschaft, erläutern.
Im zweiten Teil der Arbeit habe ich Kuhns Vortrag von 1981 Was sind wissenschaftliche Revolutionen? herangezogen, indem er ein neues Verständnis des Begriffs der wissenschaftlichen Revolutionen aufzuweisen scheint. Veröffentlicht wurde dieser Vortrag, da sein Werk Die Struktur wissenschaftlichen Revolutionen viele Diskussionen auslöste und zu zahlreichen Missverständnissen führte. Im Gegensatz zum ersten Teil wird hier Thomas S. Kuhns Verständnis von wissenschaftlichen Revolutionen nur unter den Gesichtspunkten Paradigma, die revolutionäre Veränderung und Merkmale der revolutionären Veränderung, ermittelt.
Die Ergebnisse aus I und II stelle ich im dritten Teil dieser Ausarbeitung gegenüber. Um Wiederholungen zu vermeiden, werde ich nur auf die Unterschiede zwischen Kuhns Verständnis von wissenschaftlichen Revolutionen in Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen und Was sind wissenschaftliche Revolutionen? eingehen.
1 Erstmals 1962 erschienen und acht Jahre später um ein Postskriptum ergänzte Auflage. Vgl. Chalmers, Alan F.: Wege der Wissenschaft. Einführung in die Wissenschaftstheorie. Berlin und Heidelberg 2007. S. 89.
2 Vgl. Kuhn, Thomas Samuel. In: Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie. Band 2. H - O. Stuttgart 2004. S. 504.
3 Vgl. Chalmers, Alan F.: Wege der Wissenschaft 2007. S. 89.
2
Ziel dieser Arbeit ist es herauszufinden, inwieweit sich Kuhns Verständnis über den Begriff der wissenschaftlichen Revolution geändert hat. Zudem soll herausgefunden werden, inwieweit sich die Definitionen für den Fortschritt der Wissenschaften auswirken.
II. Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen
Ähnlich wie Ludwik Fleck 4 , entwarf Thomas Samuel Kuhn seine Theorie „besonders in Abgrenzung von der Wissenschaftstheorie und Theorie der Wissenschaftsentwicklung des kritischen Rationalismus“ 5 . Der Wissenschaftshistoriker sah, im Gegensatz zur kumulativen Wissenschaftsentwicklung des Rationalismus, einen diskontinuierlichen, von sozialen Faktoren bestimmten Wandel in der Wissenschaftsgeschichte. Fortschritt in der Wissenschaft werde nur durch revolutionäre Prozesse erzielt, so Kuhn. Da es modernen Wissenschaftlern immer schwerer fiele, relevante wissenschaftsgeschichtliche Ereignisse zu erklären, ging Kuhn dazu über diese Ereignisse innerhalb der Zeit, in welcher sie auftraten zu betrachten. 6 Thomas Kuhn erkennt drei Phasen in der Wissenschaftsgeschichte. Zentraler Begriff in seinem Werk ist der Terminus Paradigma. Dieser wird etwas weiter unten, in II. 2., erklärt. Doch zuerst wird die erste der drei Phasen des wissenschaftlichen Wandels vorgestellt. Es handelt sich um die vorparadigmatische Zeit.
1) Die vorparadigmatische Phase
Thomas S. Kuhns Theorie basiert auf der Annahme, dass die Anfänge der Wissenschaft ursprünglich durch zufälliges „Zusammentragen von Fakten“ 7 gekennzeichnet war. Diese frühe Wissenschaft nennt Kuhn vorparadigmatische Wissenschaft. In dieser vorparadigmatischen Zeit stritten sich, so Kuhn, verschiedene Schulen mit verschiedenen Interpretationen über den gleichen Bereich von Phänomenen. „[A]lle Tatsachen, die irgendwie zu der Entwicklung einer bestimmten Wissenschaft gehören können, [schienen] gleichermaßen relevant zu sein“ 8 , sodass es kaum möglich war zu detaillierter Fachwissenschaftlicher Arbeit zu gelangen. Die vorparadigmatische Wissenschaft besaß also Kuhn zufolge keine einheitlichen Methodologien und keinen festen Wissenskanon. In diesem
4 Auch finden sich zahlreiche Zusammenhänge bezüglich der Begriffszuweisung der beiden Wissenschaftler. Z. B. Kuhns Begriff des Paradigmas und Flecks Bezeichnung für Denkstil, Kuhns wissenschaftliche Gemeinschaft und Flecks Denkkollektiv oder Kuhns Begriff der Inkommensurabilität und Flecks Kommunikationsproblem. Vgl. dazu Fleck, Ludwik: Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache. Einführung in die Lehre vom Denkstil und Denkkollektiv. Frankfurt am Main 1999.
5 Kuhn, Thomas Samuel. In: Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie. Band 2. H - O. Stuttgart 2004. S. 504.
6 Vgl. Ebd.
7 Kuhn, Thomas S.: Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen. Frankfurt am Main 1976. S. 30. Gemeint ist hiermit, dass Daten durch zufällige Beobachtungen und Experimente zusammengetragen wurden.
8 Ebd.
Arbeit zitieren:
Florina Jurca, 2008, Was sind wissenschaftliche Revolutionen?, München, GRIN Verlag GmbH
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