Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Armut und Wohngebiet
Segregierte Armut in der Stadt: Ursachen, Folgen und politisches Handeln
Arne Rehmann
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung ... 3
2 Der Begriff Segregation ... 3
2.1 Residentielle Segregation ... 3
2.2 Soziale, demografische und ethnische Segregation ... 4
3 Segregation: Ein Problem? ... 4
4 Ursachen segregierter Armut ... 6
4.1 Determinanten der Wohnortentscheidung ... 6
4.1.1 Makroebene ... 6
4.1.2 Mesoebene ... 7
4.1.3 Mikroebene ... 8
4.2 Selektive Mobilität ... 8
4.3 Der Fahrstuhleffekt ... 9
4.4 Das Ende des sozialen Mietwohnbaus ... 9
5 Effekte und Folgen eines marginalisirten Viertel ... 10
5.1 Wirkung auf die drei Kapitalarten ... 10
5.2 Materielle Kategorie ... 11
5.2.1 Soziale Infrastruktur ... 11
5.2.2 Baulich isolierte Viertel ... 11
5.2.3 Gebaute Strukturen ... 12
5.2.4 „Broken Windows“ ... 12
5.3 Soziale Kategorie ... 14
5.3.1 Das soziale Netz ... 14
5.3.2 Lerneffekte im Quartier ... 15
5.4 Symbolische Kategorie ... 16
6 Strategien im Umgang mit Segregation am Beispiel von Städten in NRW ... 17
6.1 Stadtentwicklungspolitik ... 17
6.2 Wohnungspolitik ... 17
6.3 Schul- und Bildungspolitik ... 18
6.4 Gesamtstädtische Konzepte ... 18
7 Fazit ... 19
8 Quellen ... 19
1 Einleitung
Seitdem der Mensch existiert, bildet er Gruppen mit ihm Gleichen und grenzt sich dadurch sowohl sozial als auch räumlich von anderen Gruppen ab. Segregation als Phänomen ist allgegenwärtig und zeitlos. Wichtig ist nicht ob, sondern wie und wie tief die Kluft zwischen den einzelnen Menschen und Gruppen ist und ob sich aus dieser räumlichen Abgrenzung soziale Schwierigkeiten oder negative Effekte für die Gesamtgesellschaft und für die Menschen in den Armutsvierteln ergeben. Die Unruhen 2005 in Pariser Vororten haben verdeutlicht, welche gesamtgesellschaftlichen Folgen von städtischen Armutsgebieten ausgehen können.
Am Anfang dieser Hausarbeit wird der Begriff Segregation eingegrenzt und erläutert. Nachkommend werden die Vor- und Nachteile von Segregation aufgezählt. Es folgt eine ausführliche Darstellung der Ursachen und Folgen von Segregation. Am Schluss wird anhand eines Gutachtens des Institutes für Landes- und Stadtentwicklungsforschung des Landes Nordrhein-Westfalen der Umgang mit Armutsvierteln von Seiten der Politik umrissen. Die Hausarbeit hat das Ziel einen umfassenden Überblick über die vielschichtigen und multidimensionalen Problemfelder von Segregation zu geben. Ferner sollen Handlungsansätze aus unterschiedlichen Politikfeldern, Möglichkeiten zeigen wie konkret der Problematik begegnet werden kann.
2 Der Begriff Segregation
Unter Segregation wird die ungleiche Verteilung von bestimmten Bevölkerungsgruppen in städtischen Raum verstanden. Leser definiert Segregation wie folgt: „Prozess der räumlichen Trennung und Abgrenzung von sozialen Gruppen gegeneinander, insbesondere innerhalb einer Siedlungseinheit, sowie der dadurch hervorgerufene Zustand“ (Leser, 2001 S. 769) Es handelt sich bei dem Begriff Segregation sowohl um den Prozess der räumlichen Trennung sozialer Gruppen, als auch um die Situation die dadurch hervorgerufen wird. Segregation ist die Verbindung von sozialen und räumlichen Disparitäten. (Vgl. Strohmeier, 2003)
2.1 Residentielle Segregation
Eine Stadt bildet einen Sozialraum. Die sozialräumliche Struktur einer Stadt ist Ausdruck vielschichtiger und komplexer Prozesse. Im Verlauf dieser Prozesse finden soziale Gruppen ihren Ort in der Stadt. Dieser Findungsprozess wird beeinflusst vom Wohnungsmarkt, von Individuellen- oder Gruppenpräferenzen sowie wie historischen Entwicklungen und dem ökonomischen Potential einzelner Gruppen. Die sozialen Gruppen und Milieus sind teilweise sehr heterogen über ein Stadtgebiet verteilt. Diese Struktur wird als residentielle Segregation bezeichnet. (Vgl. Häußermann, 2004 S. 239)
Das Konzept der residentiellen Segregation gehörte bereits in den 1920er Jahren zu den zentralen Themen der US-amerikanischen Stadtforschung. Insbesondere die soziologische Chicagoer Schule nahm hierbei eine Vorreiterrolle ein. Die von der Chicagoer Schule erarbeiteten Grundlagen bilden noch heute den ideellen und theoretischen Ausgangspunkt für aktuelle Segregationsforschungen. Die Methodik und theoretischen Annahmen erfuhren im Laufe der Zeit eine Anpassung an die jeweiligen zeitlichen Erfordernisse, Bedingungen und Entwicklungen. (Vgl. Friedrichs, 1995)
[...]
Arbeit zitieren:
Arne Rehmann, 2008, Armut und Wohngebiet, München, GRIN Verlag GmbH
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