Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
Hypothesen 3
1.Die Netzwerkanalyse 5
1.1 Theoretische Grundlagen 5
1.2 Grenzen der Netzwerkanalyse 6
Internationalität 6
Interdisziplinarität 6
1.3 Methodische Vorgehensweise der Datenerhebung 7
1.3.1 Operationalisierung der Hypothesen 7
1.3.2 Aufbau des Fragebogens und Datenerhebung 7
1.3.4 Einschätzung der Datenerhebung 8
1.3.5 Aufbereitung der Netzwerkanalyse 8
Die Relationsmatrix 8
Die Attributmatrix (Attributetabelle) 8
2. Ergebnisse der Netzwerkanalyse 10
2.1 Grafische Übersicht 10
2.2 Übersicht der Kennzahlen 11
2.3 Netzwerkgröße 11
2.4 Netzwerkdichte 12
2.5 Netzwerk-Kohäsion 12
2.6 Zentralität im Netzwerk 13
2.6.1 Zentralisierung 13
2.6.2 Degree centrality 14
2.6.3 Betweenness centrality 14
2.6.4 Closeness centrality 14
2.9 Raumbezüge des Netzwerkes 15
2.10 Interdisziplinarität des Netzwerkes 16
3.Fazit 19
Ausblick 20
Abstract 21
Literaturverzeichnis 22
Internet-Quellen: 22
2
Einleitung
Seit den 1990er Jahren wird die Bedeutung von Wissen als Grundlage wirtschaftlicher Entwicklung diskutiert 1 . Im Zeitalter von nie da gewesenen technischen Möglichkeiten der Kommunikation über jede noch so unüberbrückbare geografische Distanz hinweg wird Wissensvernetzung leichter und ist Grundlage unserer heutigen Wirtschaft. Längst sprechen wir von einer Wissensökonomie. Bei dem Wechsel von der Industriegesellschaft zur Wissensgesellschaft tritt das Wissen als Ressource der Wirtschaft weiter in den Vordergrund und stellt andere Faktoren der Produktion in den Schatten. In der heutigen Wissensgesellschaft können entscheidende
„Wettbewerbsvorteile nicht mehr ausschließlich durch manuelle Arbeit, sondern zunehmend
durch Differenzierung mittels Wissen erlangt werden“ 2 Wissen als solches ist allerdings dabei nicht das Wesentliche. „Wissen ist lediglich eine Ressource, ebenso wertlos wie Erdöl, bevor man es zu nutzen begann. Nicht die Ressourcen als solche sind essentiell, sondern deren Nutzung für produktive Zwecke, also für die Schaffung von Werten.“(ebenda)
Die Besonderheiten der Ressource Wissen ist, dass sie geteilt werden kann und sich damit ihr Nutzen erhöht. Eine Weitere Eigenschaft von Wissen in der Gegenwart ist, dass es nicht mehr übersehbar ist. Es wird geschätzt, „dass sich das Volumen von Wissen (einschließlich ‚Wissensschrott’) alle fünf Jahre verdoppelt.“ 3 Diese überwältigenden Mengen von Wissen, macht es unmöglich von kleinen überschaubaren Gruppe von Menschen erlernt, weiterentwickelt, unterrichtet, angewendet, verwaltet und genutzt zu werden. Darin ist der Grund für die Bedeutungszunahme der Wissensvernetzung zu sehen. Die eingangs erwähnten technischen Möglichkeiten bieten die Chance über Wissensnetzwerke die Fülle von Wissen nutzbar zu machen. Deshalb sind Wissensnetzwerke heute in aller Munde. „Netzwerke als ein Bestandteil von Sozialkapital beschreiben Bindungen zwischen Akteuren, die sich durch eine höhere Intensität auszeichnen, als die Bindungen zwischen den Mitgliedern der Grundgesamtheit einer Gemeinschaft. Netzwerke spielen eine herausragende
Rolle bei der Etablierung einer Norm der Reziprozität zwischen den Netzwerkmitgliedern.“ 4
Hypothesen
Auch bei der Gründung der Europa-Universität Viadrina (EUV) im Jahr 1991 sah man in der Wissensvernetzung und des Aufbaus von Sozialkapital eine strategische Zielsetzung für die eigene Arbeitsweise. Knut Ipsen, Gründungsrektor der EUV:
„Mit der Einrichtung von nicht mehr als drei Fakultäten sollte eine echte Interdisziplinarität […] erreicht werden, eine Interdisziplinarität im Sinne einer engen Verbindung der
Forschungsansätze, der Forschungsmethoden und der Forschungsgegenstände.“ 5 In der Denkschrift der Europa-Universität Viadrina (EUV) werden ganz besonders die „Kulturwissenschaften angehalten als interdisziplinär zu verflechtende Wissenschaftsgebiete die Herausforderung“ 6 anzunehmen, um „Orientierung für ständig erforderliches Nachdenken und Vordenken“(ebenda) zu bewirken.
Auf der Webseite der EUV mit "10 gute[n,M.P] Gründe für ein Studium an der Viadrina" 7
1 vgl. Drucker (1994), S.12ff
2 Malik (2000), S 116-131.
3 Stehr (2001), S. 89-92
4 Nanetti, R. (1993) in Putnam et al. 163-185
Sozialkapital: „Social capital is „the sum of resources, actual or virtual, that accrue to an individual or a group by virtue of possessing a durable network of more or less institutionalized relationships of mutual acquaintance and recognition“. (Bourdieu/Wacquant 1992,119)
5 Ipsen (2001), S 31
6 BLHF (1993): S.195
7 http://www.euv-frankfurt-o.de/de/ueber uns/index.html Stand: 1.März 2008
3
geworben. Als 1. Grund wird: "Internationalität", als 2. Grund "Interdisziplinarität" genannt. Diese beiden Gründe sollen (in 1.3.1) als Hypothesen operationalisiert und durch die vorliegende Arbeit im Blick auf das Kooperationsverhalten der Lehrstühle der Kulturwissenschaftliche Fakultät überprüft werden. Als wissenschaftliches Hilfsmittel wird die Netzwerkanalyse Einsatz finden.
4
1.Die Netzwerkanalyse
1.1 Theoretische Grundlagen
Bei den vorliegenden Hypothesen geht es um die Überprüfung der Behauptung eines Wissensnetzes an der kulturwissenschaftlichen Fakultät der Europa-Universität Viadrina (EUV). Sie dienen zur Eingrenzung des Erfahrungsobjekts 8 : „Wissensnetzwerk an der EUV“. Es handelt sich um die Erforschung einer Sozialstruktur. Die Sozialwissenschaftliche Forschung hält eine ganze Reihe von Forschungswerkzeugen zur Überprüfung der Hypothesen 1: „Interdisziplinarität“ und Hypothese 2: „Internationalität“ der Wissensvernetzung bereit (siehe Ausformulierung der Hypothese in 1.3.1) Bei diesem Forschungsansatz unterscheiden wir zwischen qualitativen und quantitativen Methoden.
Qualitative Methoden könnten in diesem Fall Feldforschungen unter Studierenden und Lehrenden umfassen. Eine Analyse des typischen Studienverlaufs, sowie der Fremdsprachenkenntnisse könnten wichtige Indizien zu Tage fördern helfen. Genauso wie qualitative Interviews mit Lehrenden und Studenten. Möglich wäre auch eine Diskursanalyse, bei der die Dokumente analysiert werden, die von der Universität und ihren Mitgliedern mit dem Ziel der Kommunikation und Interaktion zwischen den Individuen produziert werden. Eine standardisierte Umfrage könnte aber auch auf quantitative Datenerhebung abzielen. Die Netzwerkanalyse lässt sich in dieser Typologie traditionell als quantitative Methode einordnen. Formal lässt sie sich definieren als:
„als ein abgegrenzter Set von Knoten und ein Set der für diese Knoten definierten Kanten[...]. Das sind die Verbindungslinien. Dies hat den Vorteil, dass mit dem gleichen Instrumentarium sowohl Wettbewerbsstrukturen als auch Kooperationsstrukturen beschrieben werden können. Alle anderen strukturellen Eigenschaften von Netzwerken ebenso wie ihre positiven oder
negativen Leistungen können als empirische Fragen behandelt werden.“ 9 Trotzdem ist qualitative Forschung innerhalb der Netzwerkanalyse möglich: Einen ergänzenden Einsatz von qualitativen Methoden in der Netzwerkanalyse bezeichnen Franke und Wald als „Triangulation“ 10 . Die Netzwerkanalyse kann besonders effektiv auf die Frage der Vernetzung zwischen den Lehrstühlen der Kulturwissenschaftlichen Fakultät eine Antwort geben, da sie die:
„zentrale Aufgabe der Soziologie, Sozialstrukturen zu beschreiben, in ganz anderer Weise ernst [nimmt,M.P.] als andere soziologische Traditionen. Strukturen werden als wesentliche soziale Eigenschaften begriffen und formal beschrieben. Ziel ist es, sie für die Erklärung individuellen Handelns heranzuziehen und die Entstehung bzw. Veränderung von Strukturen
über individuelles Verhalten zu erklären.“ 11
Daraus weitergehend entwickelt Jansen ihre Hauptidee über die Netzwerkanalyse: „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“. 12 Damit gibt die Netzwerkanalyse, ihrer Meinung nach, endlich die bis dato ausstehende Möglichkeit, drei Ebenen einer Sozialstruktur, nämlich die akteursbezogene Mikro- und strukturalistischen Makroperspektive von Teilnetzen und des Gesamtnetzes integrativ in einem Forschungsansatz zu analysieren und zu vergleichen. Es geht nicht um eine Analyse der Merkmale der Akteure, sondern um eine relationale Ordnung von Akteuren, die sich grafisch und anhand von Kennzahlen aufbereiten und vergleichbar machen lassen. Im Zentrum der Analyse stehen damit die
8 “Das Erfahrungsobjekt ist das empirische Phänomen, also ein Ausschnitt aus der Realität, den es [von einer Disziplin, M.P.] zu behandeln gilt.” A. Söllner (2008), 5
9 Jansen, Dorothea (2003)
10 Franke Karola und Wald, Andreas (2006)
11 Jansen, Dorothea (2003)
12 ebenda
5
relationalen Merkmale der Akteure. Die Akteure sind im vorliegenden Fall Lehrstühle der kulturwissenschaftlichen Fakultät der EUV.
1.2 Grenzen der Netzwerkanalyse
Anschließend an die theoretische Vorbetrachtung der spezifischen Vorteile, soll hier in gleicher Weise theoretisch vorsondiert werden, wie die Netzwerkanalyse die Entscheidung über die aufgestellten Thesen von vorne herein einschränkt. Die Netzwerkanalyse kann folgende Aspekte der Internationalität und Interdisziplinarität der EUV nicht oder nur eingeschränkt beachten. Die Netzwerkanalyse grenzt das Erkenntnisobjekt 13 auf folgende Weise ein. Geprüft wird lediglich eine interdisziplinäre und internationale Vernetzung im Kooperationsverhalten der Lehrstühle der kulturwissenschaftlichen Fakultät der EUV. Dem zu folge kann die Netzwerkanalyse folgende Aspekte der internationalen und interdisziplinären Wissensvernetzung der EUV nicht beschreiben:
Internationalität
1.)Die Untersuchung beschränkt sich auf die Befragung von Lehrstühlen. Es hätte aber auch eine Befragung auf Internationalität unter den Studierenden durchgeführt werden können. Aktuell gibt es einen Anteil von 40% ausländischer Studierender aus 75 14 Ländern unter den Studierenden.
2)Internationalität kann auch anhand des Studienverlaufs der Studierenden überprüft werden. Die Viadrina verfügt über Kooperationsverträge mit 170 (ebenda) Hochschulen in Europa, den USA, Lateinamerika und Australien.
3)Internationalität ließe sich auch anhand der Publikationen der Lehrstühle testen. In welchen internationalen Fachzeitschriften erscheinen die Beiträge der Professoren dieser Universität.
Interdisziplinarität
1.)In der vorliegenden Untersuchung wurden nur die 26 Lehrstühle der Kulturwissenschaftlichen Fakultät, nicht aber die 60 Lehrstühlen der EUV insgesamt befragt. Wahre Interdisziplinarität im Sinne der in der Einleitung zitierten Grundsätze wären doch Kooperationen zwischen Lehrstühlen der Kulturwissenschaftlichen Fakultät und den beiden anderen Fakultäten.
2.)In der Netzwerkanalyse kann jedoch ein einzelner fehlender Akteur nicht absehbare Auswirkungen auf das Gesamtergebnis haben, da es sich bei dem fehlenden Akteur vielleicht um einen besonders stark vernetzten gehandelt hätte. 15
3.)Interdisziplinarität der Hochschule kann auch wesentlich durch den vorgeschriebenen Studienverlauf befördert werden. Nicht die Professoren sind zur Kooperation angehalten, sondern die Studierenden werden durch ihre Prüfungsordnung zum fächerübergreifenden Denken angehalten. Die Viadrina bietet Kurse, wie „Master of Arts in European Studies“. Dieser Studiengang ist auf Interdisziplinarität angelegt und umfasst Studienleistungen aus allen drei Fakultäten der EUV.
4.)Der Aufbau des Formulars gab die Möglichkeit max. 10 wichtige Kooperationspartner einzutragen. Diese Einschränkung auf „die zehn wichtigsten Kooperationspartner“ beeinflusst allerdings auch das Ergebnis der Studie, weil davon auszugehen ist, dass verschiedendlich mehr Kooperationspartner existieren und vielleicht auch innerhalb der Universität noch ein größeres Netzwerk hätte zu Tage treten können, wäre die Liste nicht beschränkt gewesen. Die Einschränkung, war jedoch wichtig, um die Daten überschaubar zu halten. Durch die Eingrenzung auf „wichtigste Kooperationspartner“ wird von den Befragten eine
13 Das Erkenntnisobjekt entspricht der Perspektive bzw. der spezifische Fragestellung, aus der heraus das Erfahrungsobjekt betrachtet wird.” A. Söllner (2008), 5
14 http://www.euv-frankfurt-o.de/de/ueber uns/portrait/zahlen fakten/index.html Abruf: 4.3.2008
15 vgl. Trappmann/Hummell/Sodeur (2005) S.22ff
6
Arbeit zitieren:
M.Sc. Martin Pydde, 2008, Netzwerkanalyse praktisch angewendet, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Analyse sozialer Netzwerke - Theorie und Methodik der modernen soziolo...
Soziologie - Methodologie und Methoden
Wissenschaftlicher Aufsatz, 46 Seiten
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Martin Pydde's Text Netzwerkanalyse praktisch angewendet ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Martin Pydde hat den Text Netzwerkanalyse praktisch angewendet veröffentlicht
Martin Pydde hat einen neuen Text hochgeladen
Alternatives in Assessment of Achievements, Learning Processes and Pri...
Menucha Birenbaum, F. Dochy
Body Knowledge and Control: Studies in the Sociology of Physical Educa...
John Evans, Brian Davies, Jan Wright
Body Knowledge and Control: Studies in the Sociology of Physical Educa...
John Evans, Brian Davies
Empirische Befunde zu DaZ-Erwerb und Sprachförderung
Beiträge aus dem 3. Workshop "...
Bernt Ahrenholz
Business Intelligence - Grundlagen und praktische Anwendungen
Eine Einführung in die IT-basi...
Hans-Georg Kemper, Henning Baars, Walid Mehanna
Graphentheoretische Netzwerkanalyse als Beitrag zur empirischen Erfass...
Franziska Hasselmann
0 Kommentare