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Der Betriebsrat

Title: Der Betriebsrat

Seminar Paper , 2008 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Johannes Wilhelm Eßer (Author)

Leadership and Human Resources - Miscellaneous
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Seit der industriellen Revolution, die mit der Bildung der ersten größeren Unternehmen einherging, gab es auf Seiten der Arbeitnehmer das Bedürfnis nach betrieblicher Mitbestimmung. Das Fehlen von umfassenden Arbeitnehmerschutzgesetzen bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte das natürliche Ungleichgewicht zwischen Inhabern von Produktionsmitteln, den Unternehmern, und Lohnabhängigen aufgezeigt. Das Ergebnis war die Verarmung der Masse des Volkes zu Gunsten kleiner wohlhabender Gruppen.

Mit der Abschaffung des Zensuswahlrechtes durch das Gleichheitswahlrecht, in Verbindung mit der Etablierung von demokratischen Staatsformen, besaßen die Lohnabhängigen fortan einen hohen politischen Einfluss durch ihr zahlenmäßiges Übergewicht. Dies hatte zur Folge, dass in Deutschland bereits 1860 durch politischen Druck erste Arbeiterausschüsse gebildet wurden. Im Rahmen der Bismarkschen Sozialreformen wurde dann 1916 das Hilfsdienstgesetz verabschiedet, das Betriebsräte zu festen Einrichtungen innerhalb von Betrieben machte. Nach heftigen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen und Debatten über Arbeiterrechte und die betriebliche Mitbestimmung kam es am 4.2.1920 zur Erlassung des Betriebsrätegesetzes, das den Einfluss von Arbeitervertretungen verstärkte.

Das heutige Gleichgewicht, in dem sich Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite auf Augenhöhe befinden, wurde jedoch erst durch das Betriebsverfassungsgesetz von 1952 und dessen Überarbeitung im Jahre 1972 ermöglicht, in dessen Rahmen die Mitbestimmungsrechte der Arbeitnehmerseite sukzessive ausgeweitet wurden. Anlass hierzu war der hohe Beschäftigungsanteil von Arbeitskräften in verschiedenen körperlich belastenden Tätigkeitsfeldern der Schwerindustrie sowie in der Fertigung des Maschinenbau- und Automobilsektors. Die letzten bedeutenden Änderungen waren die Aufhebung der Trennung von Arbeitern und Angestellten aufgrund der abnehmenden Bedeutung von körperlichen Tätigkeiten mit geringer Qualifizierung auf Entlohnungsbasis Ende des 20. Jahrhunderts, die Möglichkeit des Betriebsrates bei Betriebsveränderungen, externe Berater einzuschalten sowie das Inkrafttreten des reformierten Betriebsverfassungsgesetzes am 28.7.2001, das die aktuelle Basis der Rechtsprechung darstellt.

Diese Arbeit soll einen Überblick über die Rechte und Pflichten des Betriebsrates aufzeigen, seine historische Entstehung darstellen, wie auch seine Bedeutung für Wirtschaft und Arbeitnehmer verdeutlichen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung – Der Gedanke der Mitbestimmung

1.1. Die Geschichte des Betriebsrates in Deutschland

1.2. Allgemeine Vorschriften

2. Rechtliche Grundlagen

2.1. Das Betriebsverfassungsgesetz von 1972

2.2. Kündigungsschutzgesetz und Arbeitsgerichtsgesetz

2.3. Weitere Mitwirkungsgremien

3. Aufgaben und Rechte

3.1. Allgemeine Aufgaben

3.2. Informations- und Beratungsanspruch

3.3. Anhörung und Mitwirkung

3.4. Echte Mitbestimmung

3.5. Informationsquellen

4. Betriebsräte in der Praxis

4.1. Verhältnis von Geschäftsleitung und Betriebsrat

4.2. Unternehmen ohne Betriebsräte

4.3. Die Resonanz des Betriebsrats in der Belegschaft

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Rolle, die rechtlichen Grundlagen und die praktische Bedeutung des Betriebsrats als zentrales Organ der Arbeitnehmervertretung in Deutschland. Dabei wird analysiert, wie Betriebsräte trotz unterschiedlicher Akzeptanz in verschiedenen Unternehmensgrößen und Branchen zur betrieblichen Mitbestimmung beitragen.

  • Historische Entwicklung der Arbeitnehmervertretung in Deutschland
  • Rechtliche Fundierung durch das Betriebsverfassungsgesetz
  • Differenzierung zwischen Informations-, Anhörungs- und Mitbestimmungsrechten
  • Analyse der Akzeptanz und des Verhältnisses zwischen Geschäftsleitung und Betriebsrat
  • Zusammenhang zwischen Unternehmensstruktur und der Verbreitung von Betriebsräten

Auszug aus dem Buch

1.1. Die Geschichte des Betriebsrates in Deutschland

Seit der industriellen Revolution, die mit der Bildung der ersten größeren Unternehmen einherging, gab es auf Seiten der Arbeitnehmer das Bedürfnis nach betrieblicher Mitbestimmung. Das Fehlen von umfassenden Arbeitnehmerschutzgesetzen bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte das natürliche Ungleichgewicht zwischen Inhabern von Produktionsmitteln, den Unternehmern, und Lohnabhängigen aufgezeigt. Das Ergebnis war die Verarmung der Masse des Volkes zu Gunsten kleiner wohlhabender Gruppen.

Mit der Abschaffung des Zensuswahlrechtes durch das Gleichheitswahlrecht, in Verbindung mit der Etablierung von demokratischen Staatsformen, besaßen die Lohnabhängigen fortan einen hohen politischen Einfluss durch ihr zahlenmäßiges Übergewicht. Dies hatte zur Folge, dass in Deutschland bereits 1860 durch politischen Druck erste Arbeiterausschüsse gebildet wurden. Im Rahmen der Bismarckschen Sozialreformen wurde dann 1916 das Hilfsdienstgesetz verabschiedet, das Betriebsräte zu festen Einrichtungen innerhalb von Betrieben machte. Nach heftigen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen und Debatten über Arbeiterrechte und die betriebliche Mitbestimmung kam es am 4.2.1920 zur Erlassung des Betriebsrätegesetzes, das den Einfluss von Arbeitervertretungen verstärke.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung – Der Gedanke der Mitbestimmung: Dieses Kapitel skizziert die historische Entwicklung der betrieblichen Mitbestimmung in Deutschland von der industriellen Revolution bis zur modernen Gesetzgebung.

2. Rechtliche Grundlagen: Hier werden die gesetzlichen Rahmenbedingungen, insbesondere das Betriebsverfassungsgesetz von 1972 sowie flankierende Gesetze, detailliert erläutert.

3. Aufgaben und Rechte: Dieses Kapitel befasst sich mit den konkreten Kompetenzen des Betriebsrats, von allgemeinen Informationsrechten bis hin zur echten Mitbestimmung.

4. Betriebsräte in der Praxis: Die Analyse konzentriert sich auf die reale Anwendung der Mitbestimmung, das Verhältnis zur Geschäftsleitung und die Verbreitung von Betriebsräten in Abhängigkeit der Unternehmensgröße.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Bedeutung des Betriebsrats als bevorzugtes Instrument der Arbeitnehmervertretung zusammen und gibt einen Ausblick auf die künftige Entwicklung.

Schlüsselwörter

Betriebsrat, Mitbestimmung, Betriebsverfassungsgesetz, Arbeitnehmervertretung, Arbeitsrecht, Interessenvertretung, Mitwirkungsrechte, Unternehmensführung, Betriebsfrieden, Tarifvertrag, Belegschaft, Arbeitsbedingungen, Informationsanspruch, Kündigungsschutz, Mitbestimmungsrechte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die rechtliche Stellung, die Funktionen und die praktische Relevanz des Betriebsrats als Interessenvertretung der Arbeitnehmer in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den zentralen Themen gehören die historischen Wurzeln der Mitbestimmung, das Betriebsverfassungsgesetz sowie die praktischen Herausforderungen und Akzeptanzraten von Betriebsräten in Unternehmen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, das Wirken des Betriebsrats als Vermittler zwischen Belegschaft und Arbeitgeber sowie dessen rechtliche und praktische Handlungsspielräume aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literatur- und Rechtsquellenanalyse sowie die Auswertung statistischer Daten zur Verbreitung und Akzeptanz von Betriebsräten in der deutschen Wirtschaft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der gesetzlichen Grundlagen, die Erläuterung der verschiedenen Mitwirkungsrechte und eine praxisorientierte Analyse des Verhältnisses zwischen Management und Belegschaftsvertretung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Mitbestimmung, Betriebsrat, Betriebsverfassungsgesetz, Interessenvertretung und Arbeitnehmerrechte.

Welche Rolle spielt die Unternehmensgröße für das Bestehen eines Betriebsrats?

Die Arbeit zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit für das Bestehen eines Betriebsrats mit zunehmender Unternehmensgröße signifikant steigt, während sie in Kleinunternehmen seltener anzutreffen sind.

Wie unterscheidet sich die Anhörung von der echten Mitbestimmung?

Bei der Anhörung ist der Betriebsrat lediglich zu informieren, kann den Prozess aber im Zweifel nicht verhindern, während bei der echten Mitbestimmung ein aktives Gestaltungs- und Vetorecht besteht.

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Details

Title
Der Betriebsrat
College
University of applied sciences, Düsseldorf
Course
Arbeitsrecht
Grade
1,3
Author
Johannes Wilhelm Eßer (Author)
Publication Year
2008
Pages
21
Catalog Number
V127677
ISBN (eBook)
9783640340552
ISBN (Book)
9783640339099
Language
German
Tags
Betriebsrat
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Johannes Wilhelm Eßer (Author), 2008, Der Betriebsrat, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127677
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