Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 3
2. Das Modell des kommunikativen Handels. 3
2.1 Definition des kommunikativen Handelns. 4
2.2 Sprachliche Vermittlung. 5
2.3 Koordination der Handlungspläne 7
2.4 Erzielung eines Einverständnisses 10
3. Fazit 11
Literaturverzeichnis 13
2
1. Einleitung
In der vorliegenden Hausarbeit möchte ich auf das Modell des kommunikativen Handelns des Soziologen und Philosophen Jürgen Habermas (*1929) eingehen und im weiteren Verlauf herausarbeiten, inwiefern das Modell ein brauchbares Modell für die Arbeit der Soziologen darstellt. Ziel ist es also das Modell hinsichtlich seiner Realitätsnähe, seinem Zweck und Nutzen zu untersuchen. Zunächst möchte ich das Modell des kommunikativen Handelns, nach Habermas, kurz vorstellen, um im Folgenden eine Definition des Modells zu geben. So soll eine Grundlage geschaffen werden, um darauf im Weiteren aufzubauen.
Im weiteren Verlauf werde ich die relevanten Einzelaspekte des kommunikativen Handels hinsichtlich bestimmter Fragestellungen untersuchen. Die Fragestellungen ergeben sich aus den relevanten Einzelaspekten des Modells und dienen zur Untersuchung dieser Einzelaspekte hinsichtlich ihrer Teleologie.
Ziel ist es hier Schritt für Schritt herauszuarbeiten, ob das Modell für deskriptive und explanatorische Zwecke sinnvoll eingesetzt werden kann. Ich stütze mich mit dieser Vorgehensweise hauptsächlich auf die Untersuchung „Handlung oder Kommunikation?“ von Evelyn Gröbl-Steinbach. Diese Untersuchung ist Grundlage und Leitfaden dieser Hausarbeit. An manchen Stellen werde ich tiefergehende Literatur von Habermas und Joas verwenden, um bestimmte Aspekte genauer ausleuchten zu können.
2. Das Modell des kommunikativen Handels
Als Jürgen Habermas 1981 sein zweibändiges Werk über die „Theorie des kommunikativen Handelns“ vorlegte „wurde vornehmlich in ironischen Tönen der Vorwurf eines hoffnungslos idealistischen Unternehmens erhoben.“ 1 Diese erste Einschätzung hat sich nicht bestätigt. Nicht umsonst ist diese Theorie zu einer der wichtigsten und umfassendsten Gesellschaftstheorien geworden. Auch heute, 27 Jahre nach ihrem erscheinen, hat die Theorie kaum
1 Honnet, Axel / Joas, Hans (Hg.): Kommunikatives Handeln. Frankfurt am Main 1986. S. 7
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an Aktualität eingebüßt. Immer wieder wird die Theorie einer kritischen Untersuchung unterzogen. So auch in meiner Grundlagenliteratur „Handlung oder Kommunikation?“ von Evelyn Gröbl-Steinbach.
2.1 Definition des kommunikativen Handelns
Gröbl-Steinbach versteht kommunikatives Handeln als soziales Handeln konzipiert, dass die Interaktion von mindestens zwei Subjekten meint, die eine interpersonale Beziehung eingehen.
Hier grenzt Gröbl-Steinbach die Begriffe Handlung, soziale Handlung, Interaktion und Kommunikation voneinander ab.
Handlung wird hier als Zwecksetzung und Intentionalität verstanden. Soziale Handlung versteht Gröbl-Steinbach als absichtsvolle, teleologische, an ein tatsächliches oder virtuelles Ko-Subjekt gerichtete Handlung mit einem Anfangs- und Endpunkt.
Interaktion stellt die Vernetzung wechselseitig aufeinander bezogener und koordinierter sozialer Handlungen zweier Aktoren dar. Die Aktoren haben jeweils individuelle Handlungspläne. Interaktion ist ein, durch bestimmte Koordinationsformen vernetztes Handlungsmuster. Kommunikation ist ein wechselseitig aufeinander bezogener Austausch von Sprechakten mit mindestens einem Sprecher und mindestens einem Hörer. Kommunikation kann, muss aber keine soziale Handlung sein. 2 Diese Definitionen möchte ich auch hier weiterverwenden und verweise bei der Benutzung dieser Begriffe auf die eben gegebenen Definitionen. Jürgen Habermas hat das Modell des kommunikativen Handelns auf der Grundlage schon bestehender soziologischer Handlungsmodelle eingeführt. Er geht von der soziologischen Grundfrage aus, wie soziales Zusammenleben unter Individuen möglich ist. Er erkennt, dass schon bestehende Handlungsmodelle zu eng angelegt sind. Die Modelle des strategischen Handelns, des normregulierten Handelns und des dramaturgischen Handelns greifen jeweils nur bestimmt Aspekte der sozialen Interaktion heraus. Habermas aber möchte ein Modell entwickeln das diese drei unterschiedlichen Handlungsmodelle vereint. Er möchte also den teleologischen Aspekt, den
2 vgl. Gröbl-Steinbach, Evelyn: Handlung oder Kommunikation? in: Balog, Andreas / Gabriel,
Manfred (Hg.), Soziologische Handlungstheorie. Opladen / Wiesbaden 1998. S. 263
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Arbeit zitieren:
Max Rolke, 2009, Ist das Modell des kommunikativen Handelns nach Habermas ein brauchbares Modell für Soziologen?, München, GRIN Verlag GmbH
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