Inhalt
1. Einleitung. 3
1.1 Bezug zum Referat 3
1.2 Hinführung zum Thema. 3
2. Die Geschichte der Hisbollah 4
3. Die Hisbollah im Libanonkrieg 2006. 9
4. Anschläge, die der Hisbollah zugeordnet werden. 11
5. Rolle der Hisbollah im Libanon. 13
5.1 Hisbollah als Partei. 13
5.2 Der TV-Sender „Al-Manar-TV. 14
6. Die Haltung anderer Länder und Organisationen zur Hisbollah. 16
6.1 Haltung der Vereinten Nationen. 17
6.2 Haltung der Europäischen Union 17
6.3 Die Haltung von Einzelstaaten. 17
6.4 Die Haltung Deutschlands 18
7. Fazit 19
8. Literaturverzeichnis. 22
2
1. Einleitung
1.1 Bezug zum Referat
Unsere Gruppe hatte das Thema: „ Bundeswehreinsatz im Libanon -UNIFIL“. Meine Aufgabe war es herauszuarbeiten wie sich die israelischlibanesischen Beziehungen entwickelt haben.
In meinem Abschnitt habe ich die Hisbollah in ein völlig falsches Licht gesetzt und sie als terroristische Organisation verteufelt. Auf Ihr Anraten habe ich mich ausgiebig mit dieser Organisation beschäftigt.
1.2 Hinführung zum Thema
„hizb ullah“ heißt übersetzt „Partei Gottes“.
Denkt man nun an die vielen Anschläge, welche von muslimischen Fundamentalisten verübt wurden, so ist über die Organisation der Hisbollah (Schreibweise in dieser Arbeit) schnell geurteilt. Die Köpfe vieler Menschen in der restlichen Welt sind von Angst vor islamischen Bewegungen erfüllt und man ist schnell darin solchen Parteien oder Organisationen wie eben die Hisbollah oder auch die PLO auf eine Stufe mit Beispielsweise „Al Quaida“ zu stellen. Es ist ja auch nur zu einfach, wenn man die Zeitungen aufschlägt oder den Fernseher anschaltet sieht man nur zu oft Bilder von Selbstmordattentätern die duzende Menschen mit in den Tod gerissen haben oder hunderte Moslems die wütend gegen die westliche Welt demonstrieren und Fahnen, zum Beispiel die der USA, verbrennen. Wenn man solche Bilder sieht, dann fällt einem die Entscheidung leicht. So einfach ist es jedoch häufig nicht. Gerade bei der Hisbollah sollte man ganz genau hinsehen und überprüfen ob diese Organisation auch „gute“ Seiten hat.
In dieser Arbeit soll versucht werden zu klären, ob die Hisbollah eine Terrororganisation ist oder nicht.
3
Man muss sich zuerst ansehen wie die Hisbollah im Libanon verankert ist, welche Vergangenheit diese Organisation im Land hat und welche Rolle sie in der Gesellschaft einnimmt. Danach soll die Rolle der Hisbollah in verschiedenen Auseinandersetzungen beleuchtet werden, insbesondere im Krieg gegen Israel aus dem Jahre 2006. Spannend ist es dann zu sehen, wie das Ausland, gerade das Westliche, die „Partei Gottes“ sieht und wie Sie eingestuft wird, ob als terroristische Organisation oder ob Sie nicht vielleicht sogar doch von manchen Ländern akzeptiert wird. Zum Ende der Arbeit soll noch einmal erörternd zusammengefasst werden, ob die Hisbollah nun ein Fluch oder ein Segen ist.
2. Die Geschichte der Hisbollah
Die Hisbollah ist eine islamisch libanesische Organisation, die sich 1982 gründete und 1985 ausgerufen wurde. Sie setzte sich aus verschiedenen schiitischen 1 Gruppen zusammen, Ihr Ziel war es gegen die israelische Invasion vorzugehen.
Man muss jedoch in der Geschichte noch weiter zurückgehen um die Hisbollah besser verstehen zu können und die Gründung der Organisation vor dem politischen System des Libanon sehen, welches sich als sehr komplex darstellt.
Die Gesellschaft im Libanon setzt sich aus 19 Religionsgemeinschaften zusammen, von denen alle großen Gruppen einen ausländischen Beschützer hatten: „Frankreich schützt und fördert die (katholischen) Maroniten, die USA die Sunniten, Großbritannien die Drusen, das zaristische Russland die Griechisch-Orthodoxen.“ 2 3 In dieser Aufzählung fehlt eine ganz bedeutende Volksgruppe im Libanon, die Schiiten, die Schiiten hatten noch nie einen ausländischen Protektor, der sie beschützt. Man kann also fast sagen, dass diese Gruppe im Libanon im Vergleich zu anderen Gruppen benachteiligt wurden, ein weiteres Indiz dafür
1 Schiiten: Neben den Sunniten die kleinere der beiden Hauptgruppen des Islam. Machen etwa 10% aller Muslime aus.
2 Ruf, Werner (2006), S1 3 vgl. Ruf, Werner (2006), S1
4
ist der „Nationalpakt“, der von den Franzosen im Jahre 1942 dem Libanon aufgezwungen wurde. Dem voraus ging eine Volkszählung im Jahre 1932. Aus dieser Zählung ging auch hervor, welche Volksgruppen im Libanon am stärksten vertreten sind. 4
Auf Grund dieses Ergebnisses besagt der „Nationalpakt“, dass „die Maroniten den Staatspräsidenten, die Sunniten den Ministerpräsidenten (und) die Schiiten den relativ unbedeutenden Parlamentspräsidenten stellen“. Dieses System hat bis heute bestand, obwohl angenommen wird, dass die Schiiten den größten Teil der Bevölkerung ausmachen. Eine große Anzahl palästinensischer Flüchtlinge heizte die Situation im Libanon weiter an, die Palästinenser flohen unter dem Druck des „israelisch - arabischen Krieges“. Dies führte dazu, dass die PLO 5 zur stärksten militärischen Kraft im Land wurde. Es kam zu großen Spannungen zwischen den Palästinensern und den Maroniten, dieser Konflikt gipfelte im libanesischen Bürgerkrieg von 1975, welcher 15 Jahre andauern sollte. Ein Hauptgrund für diese Spannungen war das soziale Ungleichgewicht. Es gab im Libanon einen Wirtschaftsaufschwung, welcher sich jedoch auf die Küstengebiete beschränkte. Das Landesinnere bekam von diesem Aufschwung allerdings nicht viel mit. Nun war es so, dass im Landesinneren und in den Vorstädten von Beirut die meisten Schiiten lebten. Dies führte zu starken Spannungen zwischen den Schiiten und dem Rest der Bevölkerung. 6
Die 1974 von Mussa Sadr und Hussein al Husseini gegründete Bewegung der Benachteiligten (mahrumin) baute einen bewaffneten Arm auf, welcher unter dem Namen Amal (Hoffnung) bekannt werden sollte. Diese Bewegung entwickelte sich zum Sprachrohr der schiitischen Bevölkerung und forderte im politischen System des Libanon eine stärkere Vertretung. Das Verhältnis zwischen der libanesischen Linken und den Palästinensern war sehr wechselhaft, so griff die Amal im libanesischen Bürgerkrieg häufig Kommunisten und Palästinenser mit Waffen an. Die Amal bewegte sich in
4 vgl. Ruf, Werner, (2006), S1
5 PLO: Palästinensische Befreiungsorganisation
6 vgl. Ruf, Werner, (2006), S1
5
ihrer Gesinnung immer weiter weg vom syrischen Regime, hin zum westlichen Faktor der politischen Identität der Bewegung. 7
1982 griff die israelische Armee aktiv in den libanesischen Bürgerkrieg ein, kurz nach Kriegseintritt der Israelis traten auch iranische Truppen dem Kriegsgeschehen bei. Der Vorwand für den Kriegseintritt Israels war, den Norden Israels vor Raketenangriffen und Einfällen der Palästinenser zu schützen, diese waren allerdings seit mehreren Monaten eingestellt. Die israelische Armee drang bis Beirut vor und belagerte die Hauptstadt des Libanon über mehrere Wochen. Dies endete mit der Evakuierung der PLO-Kämpfer. 8
Zwei bedeutende Ereignisse führten zur Entstehung der Hisbollah, die iranische Revolution von 1979 und der israelische Einmarsch in den Libanon 1982. 9
Es wurden meist junge Libanesen für Guerilla 10 -Einsätze rekrutiert, die meisten der Rekruten kamen aus der Amal - Bewegung, die eine Zusammenarbeit mit den israelischen Besatzern ablehnten, sie bestanden aus mehreren kleinen Gruppen, die sich dann später zur Hisbollah zusammenschlossen. Die Hisbollah warf der Amal vor in korrupte Machenschaften der libanesischen Regierung verstrickt zu sein. Die Hisbollah bezog ihre Gelder hingegen aus dem Iran, welches sie in ein Netz sozialer Dienstleistungen investierte und sich so eine Massenbasis in der schiitischen Bevölkerung aufbauen konnte. Somit stieg auch die Finanzkraft der Hisbollah, zum Beispiel durch die Erhebung einer Religionssteuer unter ihren Anhängern. Fassen wir also zusammen, Gründe für die Entstehung der Hisbollah waren zum einen die iranische Revolution von 1979 und der Einmarsch israelischer Truppen im Libanon 1982. Den Nährboden für die Entstehung der Hisbollah gab außerdem die korrupte Amal, welche auch mit den Besatzern sympathisierte. 11
7 vgl. Achcar, Gilbert/Warschawski, Michael, (2007), S22
8 vgl. Achcar, Gilbert/Warschawski, Michael, (2007), S10
9 vgl. Achcar, Gilbert/Warschawski, Michael, (2007), S24
10 Guerilla: bedeutet Kleinkrieg, besondere Form des militärischen Kampfes
11 vgl. Achcar, Gilbert/Warschawski, Michael, (2007), S24/25
6
Arbeit zitieren:
Patrick Gomell, 2008, Die Hisbollah, München, GRIN Verlag GmbH
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Orientalistik / Sinologie - Islamwissenschaft
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