Gliederung
1. Der Komponist - Biographisches 2
2. Werkgenese 4
2.1. Planungen - Das Libretto. 4
2.2. Die Komposition. 5
2.3. Fruchtlose Verhandlungen 8
2.4. Konsensfindung 11
3. Literaturangaben 15
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1. Der Komponist - Biographisches
„[…] um Ihren Namen dreht sich die ganze Geschichte der Musik seit 10 Jahren, und bey jedem Musiker, den man jetzt zu besprechen hat, wird man unwillkürlich auf die Frage gerathen in welchem Verhältniß er zu der Meyerbeerschen Musik gestellt ist oder sich gestellt hat.“ 1 schrieb Heinrich Heine im Jahre 1842 an Giacomo Meyerbeer. In der Tat war Meyerbeer der wohl erfolgreichste Komponist seiner Zeit. Zusammen mit dem Librettisten Eugène Scribe schuf er spektakuläre Opernwerke mit einem bis dahin nicht gekannten Erfolg.
Am 5. September 1791 wird Jacob Liebmann Meyer Beer - erst 1810 zieht er seinen Namen zu Meyerbeer zusammen - in eine wohlhabende jüdische Familie in Vogelsdorf bei Berlin hineingeboren. Im Hause Beer verkehren die führenden Männer der jüdischen Emanzipationsbewegung, Gelehrte sowie namhafte Künstler. Frühzeitig kommt Meyerbeer so mit den Künstlergrößen seiner Zeit in Kontakt; er erhält Klavierstunden von Franz Lauska und Muzio Clementi, bereits im Alter von elf Jahren gibt er öffentliche Klavierkonzerte. Komposition erlernt er bei Carl Friedrich Zelter, später studiert er Komposition bei Abbé Georg Joseph Vogler in Darmstadt. Nach Aufhalten in München, Wien, Paris und London reist er 1816 nach Italien. Was ursprünglich als Studienreise geplant ist, wird zu einem achtjährigen Aufenthalt. Zu dieser Zeit dominieren Rossinis Werke die italienische Opernbühne, und Meyerbeer schreibt mit zunehmendem Erfolg Opern im italienischen Stil. Im Jahre 1824 wird Il Crociato in Egitto im Teatro la Fenice in Venedig uraufgeführt. Es wird ein sensationeller Erfolg; Aufführungen in ganz Italien, London, Paris und Dresden schließen sich an. Dieser Erfolg ermöglicht es Meyerbeer, sich seinen langgehegten Traum zu erfüllen, Opern direkt für Paris zu schreiben. Seine erste Zusammenarbeit mit Eugène Scribe, Robert le Diable, ist Meyerbeers erste Arbeit im Stil der Grand Opéra. Der Erfolg ist überwältigend und macht ihn in kürzester Zeit zu einem der berühmtesten Komponisten seiner Zeit.
Nachdem er Robert le Diable zum ersten Mal gesehen hat, schreibt Jean François le Sueur an Meyerbeer: „Votre réputation colossale avait déjà fait le tour de l’europe. Désormais elle va se répondre dans tout le globe habité ; elle y sera connue comme les étoiles, […].“ 2
1 Heine, Heinrich in: Giacomo Meyerbeer. Briefe und Tagebücher. Bd. 3. Hrsg. von Becker, Heinz und Becker,
Gudrun. Verlag Walter de Gruyter & Co. Berlin. 1975. S. 403.
2 Le Sueur, Jean François in: Giacomo Meyerbeer. Briefe und Tagebücher. Bd. 2. Hrsg. von Becker, Heinz.
Verlag Walter de Gruyter & Co. Berlin. 1970. S. 156.
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Auch die Premiere seiner nächsten Oper, Les Huguenots, im Jahre 1836 wird begeistert aufgenommen. Meyerbeers Beliebtheit beim Publikum auf dem Gebiet der Opernkomposition ist bis zum Auftreten Verdis und Wagners praktisch konkurrenzlos, was seine Position in Verhandlungen mit Librettisten, Impressarios und Operndirektoren stärkt.
Meyerbeer schreibt die meisten Opernrollen für einen bestimmten Sänger, so daß es oft zu Verzögerungen in der Komposition kommt, wenn ein Sänger ausfällt oder von der Operndirektion nicht gebilligt wird. So geschieht es, daß Le Prophète, obwohl bereits 1837 begonnen, erst 1849 uraufgeführt werden kann. Das gleiche Schicksal teilt L’Africaine, deren Aufführung Meyerbeer, obwohl er die Komposition bereits 1837 begonnen hatte, nicht mehr erlebt. Meyerbeer stirbt am 2. Mai 1864 in Paris.
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2. Werkgenese
2.1. Planungen - Das Libretto
Schon kurz nach der Uraufführung der Huguenots beschließt Meyerbeer, eine weitere Oper zu komponieren, um sein „dramatisches System durch ein drittes Werk, und zwar so schnell als möglich, auf unzerstörbare Pfeiler hinzupflanzen.“ 3 Eugène Scribe sendet ihm sein neues Libretto mit dem Titel: Les Anabaptistes. Meyerbeers Reaktion fällt überwiegend negativ aus. Zwar sagt ihm das Sujet zu, doch er sieht viele Schwierigkeiten. 4 Es ist seine Angewohnheit, die Opernrollen direkt für bestimmte Sänger und ihre Möglichkeiten zu schreiben; für die Rolle der Fidès, die er schon gleich zu Beginn als eine der interessantesten Hauptrollen erkennt, gibt es seiner Meinung nach an der Opéra keine geeignete Sängerin, auch hegt er Zweifel, ob die schauspielerischen Fähigkeiten Gilbert Duprez’, der in Gedanken offensichtlich schon als Jean besetzt war, für eine derart gesanglich wie schauspielerisch anspruchsvolle Rolle genügten. Weiterhin wendet er ein, daß die Rolle des Jean allein durch seine fast durchgängige Anwesenheit auf der Bühne allzu gewaltig und damit praktisch unausführbar werden würde. Aber nicht nur sängerische und musikalische Fragen beschäftigen ihn, sondern auch die Gesamtwirkung. So bemängelt er das gänzliche Fehlen schöner Kostüme oder Bühnenbilder im dritten Akt, da es so keinen visuellen Reiz für das Publikum habe. Trotz all dieser Bedenken läßt Meyerbeer sich auf das Projekt ein, im Juni 1837 vermerkt er in seinem Kalender ein Treffen mit Scribe wegen der Anabaptistes. Im folgenden findet sich lediglich ein Tagbucheintrag 5 , der belegt, daß Meyerbeer sich zumindest konzeptionell mit den Anabaptistes beschäftigt. Am 2. August 1838 schließt er dann einen Vertrag mit Scribe über Le Prophète ab, wie die Oper inzwischen umbenannt wurde. Meyerbeer verpflichtet sich darin, zwei Jahre nach Erhalt des vollständigen Librettos von Scribe, Le Prophète fertigkomponiert und die Partitur bei einem Notar hinterlegt zu haben. Aufgeführt werden kann die Oper nur bei Zustimmung sowohl von Scribe als auch Meyerbeer, bei Ablehnung durch einen der beiden verbleibt die Partitur zunächst 18 weitere Monate beim Notar. Nach Ablauf dieser Frist können Partitur und Libretto zu unterschiedlichen Konditionen getrennt ausgelöst werden. Nach zwei weiteren Verträgen am 16.1.1839 und am
3 Meyerbeer, Giacomo in: Giacomo Meyerbeer. Briefe und Tagebücher. Bd. 2. Hrsg. von Becker, Heinz. Verlag
Walter de Gruyter & Co. Berlin. 1970. S. 527.
4 Vgl.: Meyerbeer, Giacomo in: Giacomo Meyerbeer. Briefe und Tagebücher. Bd. 3. Hrsg. von Becker, Heinz und
Becker, Gudrun. Verlag Walter de Gruyter & Co. Berlin. 1975. S. 19 f.
5 Vgl.: ebd. S. 170.
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Arbeit zitieren:
M.A. Anne Oppermann, 2003, Le Prophète von Giacomo Meyerbeer - Werkgenese, München, GRIN Verlag GmbH
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