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Suche nach Glück und die Ohnmacht des Geldes in Fortunatus

Title: Suche nach Glück und die Ohnmacht des Geldes in  Fortunatus

Intermediate Examination Paper , 2001 , 17 Pages , Grade: 2+

Autor:in: Inna Moltschanova (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Summary Excerpt Details

Der Verfasser des 1509 in Augsburg gedruckten Romans war sehr darauf bedacht, dem Leser
nahe zubringen, dass nicht die Wahl zwischen Weisheit oder Reichtum besteht, sondern beide
Güter wichtig und sogar unzertrennlich sind. Im Epilog verweist er auf die salomonische
Weisheit, eine Wahl, die dem mächtigen Herrscher nicht nur Ruhm gebracht, sondern ihn
auch zum reichsten Herrscher der Welt gemacht hat.
Der Fortunatus-Roman versucht, die Notwendigkeit von Erziehung und Bildung über die
Darstellung von negativen Folgen ihrer Mängel der Öffentlichkeit zu vermitteln.1 Fortunatus kommt aus einer verarmten Patrizierfamilie, sein Vater ain edler purge / altz
herkommens verlor sein Vermögen bei Spielen, stechen und dueliren. Als Nichtadeliger ließ
er sich auf eine feudale Art zu leben ein. Adelige Standeszugehörigkeit wurde durch
Repräsentation dokumentiert. Dabei taucht ein Problem auf: Der Besitz des Adels war
unproduktiv, er war weniger auf Verwendung des Wertes als vielmehr auf die Aneignung von
Gebrauchswerten gerichtet. Die feudale Gesellschaft war agrarisch, der Adel lebte vom Ertrag
der Bewirtschaftung seines Bodens.2 Theodorus versäumte bei seiner nicht standesgemäßen
Lebensart, seine Lebensgrundlage und Standeszugehörigkeit zu sichern. Er hinterließ seinem
Sohn nichts anderes als eine Erziehung, die den feudalen Ansprüchen als Junker genügte.3
Die Armut zwingt Fortunatus zum Entschluss, in die Fremde zu ziehen. Er gibt die
traditionelle Gemeinschaft auf und somit seine Bindungen, um nach dem Glück zu jagen. Bei
seiner Glückssuche in der Welt hat er das Ziel, die Rehabilitierung der Familie, immer vor
Augen. Fraglich ist, ob dieses Ziel auch sein Glück garantiert.4

1 Vgl., Kästner, H., „Fortunatus“, S. 186
2 Vgl., Bachorski, H.-J., „Geld und soziale Identität im ´Fortuntaus`“, S 237
3 Ebd., S. 168
4 Vgl., Kästner, H., „Fortunatus und Faustus“, S. 93

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Reiseerfahrungen

2.1. Ausgangssituation

2.2. Erste Erfahrungen mit dem neuerworbenen Reichtum

2.2.1. Lüpoldus

2.2.2. Die Reise

2.3. Wiedergewinnung einer standesgemäßen Existenz

2.4. Feudale Gesellschaft

3. Bedeutung des Geldes im Roman

3.1. Beziehungen

3.2. Fortunatus` Suche nach Glück und Identität

3.3. Das Geld als Schöpfer seines Besitzers

4. Frühhumanistische Moral-Philosophie

4.1. Virtus und fortuna im „Remedia“

4.2. Im Roman

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Geld, Glück und Identitätsfindung im Roman „Fortunatus“ unter besonderer Berücksichtigung der frühhumanistischen Moral-Philosophie und des Wandels feudaler Wertevorstellungen zur Zeit der frühen Neuzeit.

  • Die Analyse der Bedeutung des Geldes als zentrales Instrument für soziale Identität und Machtausübung.
  • Die Untersuchung der Rolle von Erziehung, Bildung und Lebenserfahrung auf dem Weg des Protagonisten.
  • Der Vergleich zwischen dem frühhumanistischen Streben nach „Weisheit“ und dem Fokus auf materiellen Reichtum.
  • Die Einordnung der Rezeption frühhumanistischer Konzepte, insbesondere Petrarcas „Remedia“, im Kontext des Romans.

Auszug aus dem Buch

2.2.1. Lüpoldus

Die nächste Station seiner Reise ist Nantis, dort will er hoffzucht sehen. Sein Verhalten in der Herberge macht den Wirt misstrauisch, aber als das Finanzielle geklärt ist, wird der Wirt die Freundlichkeit in Person. Jetzt ist Fortunatus der willkommene Gast, er erhält sofort das beste Zimmer im Haus, und wird bei den edelleüten an den Tisch gesetzt, mit dem neu erworbenem Reichtum wird nun vieles ermöglicht.

Als sozialer Aufsteiger ist Fortunatus risikobereit und schnell in seinen Entscheidungen. Das sind Charaktereigenschaften, die nötig sind, um die fremden bedrohlichen Welten zu überleben. Er ist klug genug sich dazu Lüpoldus Hilfe zu holen.8 Lüpoldus ist ein alter edelman (54), den Fortunatus während der Feierlichkeiten in Nantis kennenlernt. Er ist durch zway kaiserthumb und zwaintzig christenlicher künigreich umbgezogen (55) und jetzt auf dem Weg nach Hause. Fortunatus sieht sofort seine Chance und ergreift sie, denn Lüpoldus hat das, was ihm noch fehlt, nämlich das Wissen und die Lebenserfahrung, die man bei einer Weltreise unbedingt zum Überleben braucht. Die Erfahrungen, die er bis jetzt in der Fremde gemacht hatte, haben ihm gezeigt, dass Geld nicht alles ist, was man zum erfolgreichen Fortkommen braucht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das zentrale Spannungsfeld zwischen Weisheit und Reichtum sowie die Bedeutung von Erziehung im Fortunatus-Roman.

2. Reiseerfahrungen: Darstellung der Entwicklung des Helden von der Armut über die Begegnung mit der Glücksjungfrau bis hin zu seinen Lernprozessen und der Integration in die Gesellschaft.

3. Bedeutung des Geldes im Roman: Analyse der Rolle des Geldes als Instrument zur Gestaltung zwischenmenschlicher Beziehungen und der Identitätskonstruktion des Protagonisten.

4. Frühhumanistische Moral-Philosophie: Untersuchung des Einflusses der zeitgenössischen Morallehre, insbesondere der Konzepte von Petrarca, auf die Themen Armut, Reichtum und Tugend im Roman.

5. Fazit: Resümee des Scheiterns des Protagonisten bei der Glückssuche aufgrund mangelnder Erziehung und fehlender christlich-moralischer Weisheit.

Schlüsselwörter

Fortunatus, Geld, Glück, Identität, Frühhumanismus, Petrarca, Remedia, Tugend, Vernunft, soziale Mobilität, Mittelalter, frühe Neuzeit, Lebensklugheit, Reichtum, Weisheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse des frühneuzeitlichen Prosaromans „Fortunatus“ und untersucht, wie der Protagonist durch den Erhalt eines magischen Geldsäckels versucht, Glück und sozialen Status zu erlangen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Kernbereichen gehören das Verhältnis zwischen Geld und gesellschaftlicher Identität, die Bedeutung von Bildung und Lebenserfahrung sowie der Einfluss frühhumanistischer Moralvorstellungen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es zu klären, warum der Protagonist trotz seines unerschöpflichen Reichtums scheitert und warum Geld allein laut dem Autor nicht ausreicht, um wahrhaftiges Glück zu garantieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit angewendet?

Die Autorin verwendet eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text im Kontext zeitgenössischer gesellschaftlicher Umbrüche und philosophischer Diskurse, insbesondere der Werke Petrarcas, interpretiert.

Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Reiseerfahrungen, die psychologische und gesellschaftliche Bedeutung des Geldes sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit den moralphilosophischen Hintergründen der Zeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind unter anderem Fortunatus, Geld, Glück, Identität, Frühhumanismus, soziale Mobilität und das Tugendkonzept der frühen Neuzeit.

Welche Rolle spielt die Figur des Lüpoldus für den Helden?

Lüpoldus fungiert als Mentor und Lehrer, der Fortunatus durch seine Lebenserfahrung und Vernunft unterstützt, was essenziell für dessen Überleben und soziale Integration in der Fremde ist.

Wie wird das Motiv der "Tugend des Säckels" im Roman bewertet?

Die Arbeit zeigt auf, dass der Reichtum zwar den Aufstieg ermöglicht, aber zugleich in die soziale Isolation führt und den Helden zwingt, durch Schmerz und Erfahrung eine gewisse weltliche Klugheit zu erlernen, die jedoch hinter der erstrebten christlichen Weisheit zurückbleibt.

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Details

Title
Suche nach Glück und die Ohnmacht des Geldes in Fortunatus
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Ger III)
Grade
2+
Author
Inna Moltschanova (Author)
Publication Year
2001
Pages
17
Catalog Number
V12781
ISBN (eBook)
9783638185851
Language
German
Tags
Suche Glück Ohnmacht Geldes Fortunatus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Inna Moltschanova (Author), 2001, Suche nach Glück und die Ohnmacht des Geldes in Fortunatus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12781
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