Abbildung 1: Regelkreis der Bevölkerung (Meadows et al. 2005b: 29)
Abbildung 2: Wachstumsrate der Weltbevölkerung 1950-2050 (eigene
nach UN Statistik 2007)
Abbildung 3: Vergleich der Geburten- und Sterberaten von 1950-2050 (eigene
Darstellung nach UN Statistik 2007)
Abbildung 4: Regelkreis des Industriewachstums (Meadows et al. 2005b: 39)
Abbildung 5: Wachstumsrate des realen BIP - Wachstumsrate des BIP-Volumens -
prozentuale Veränderung relativ zum Vorjahr (eigene
nach Eurostat 2007)
Abbildung 6: Landwirtschaftlich nutzbares Land (Meadows et al. 1972: 40)
Abbildung 7: Die Chromvorräte (Meadows et al. 1972: 48)
Abbildung 8: Preisentwicklung ausgewählter Edel-, Legierungs- und NE-Metalle in
Dollar je Tonne (DIW 2007: 45)
Abbildung 9: Standardlauf des Weltmodells (Meadows et al. 1973: 113)
Abbildung 10: Stabilisiertes Weltmodell 1972: Der Gleichgewichtszustand mit einer
Industrieproduktion pro Kopf in der dreifachen Höhe von
(Meadows et al. 1972: 148)
Abbildung 11: Verhalten des Weltmodells bei doppelten Rohstoffreserven
et al. 1972, 114)
Abbildung 12: Stabilisierte Weltbevölkerung (Meadows et al. 1972: 144)
Abbildung 13: Standardlauf von 1992 (Meadows et al. 1992: 166)
Abbildung 14: Stabilisiertes Weltmodell 2005 (Meadows et al. 2005b: 228)
Abbildung 15: Der ökologische Fußabdruck (Wackernagel et al. 2002: 9269)
II
Inhaltsverzeichnis
II
XXIV
Anhang X
1 Ist die Menschheit noch zu retten? 1
2 Der Club of Rome. 2
2.1 Eckdaten zu „Grenzen des 2
2.2 Das Weltmodell. 3
3 3
3.1 Exponentielles 4
3.1.1 Aussagen des Club of Rome 4
3.1.2 Tatsächliche Entwicklung 5
3.2 Exponentielles 6
3.2.1 Aussagen des Club of Rome 6
3.2.2 Tatsächliche Entwicklung 7
4 Grundfaktoren für 8
4.1 9
4.1.1 Aussagen des Club of Rome 9
4.1.2 Tatsächliche Entwicklung 10
4.2 Nichtregenerative 11
4.2.1 Aussagen des Club of Rome 12
4.2.2 Tatsächliche Entwicklung 13
4.3 14
4.3.1 Aussagen des Club of Rome 14
4.3.2 Tatsächliche Entwicklung 15
5 Simulationsläufe des 17
6 Lösungsvorschläge des Club of Rome 19
7 22
III
1 Ist die Menschheit noch zu retten?
Die derzeitige Wirtschafts- und Finanzkrise führt den Menschen schmerzlich vor Augen, dass unser „System Welt“ ein sehr empfindliches ist, und Störungen in einem Bereich zu schweren Beeinträchtigungen des Gesamtsystems führen können. So entwächst aus einem kollabierenden Finanzmarkt eine Wirtschaftskrise, deren Ausgang nicht absehbar ist. Mit der Zerbrechlichkeit des Weltsystems beschäftigten sich schon 1970 einige Wissenschaftler, darunter Dennis L. Meadows, im Namen des Club of Rome. Sie machten sich damals Sorgen um die Welt, obwohl diese gerade Jahrzehnte ungebremsten Wachstums durchlebte. Sozialstaaten wurden ausgebaut und boten ein Leben in Sicherheit, und Autos waren eckig, laut, groß und verbrauchten eine Menge billigen Benzins. Warum sollte dieses System, das den politischen Systemen Osteuropas überlegen schien, in Frage gestellt werden? Meadows (1972) erkannte schon damals die Probleme des exponentiellen Wachstums. Teile des Systems, wie z.B. das Bevölkerungswachstum oder die Industrieproduktion wuchsen aber bereits derartig. Das veranlasste ihn zur Herausgabe des Berichtes Grenzen des Wachstums (The Limits to Growth).
Diesem Bericht folgte 1992 das Buch Die neuen Grenzen des Wachstums (Beyond the Limits), welches die Erkenntnisse von 1972 mit aktuellen Zahlen stützte und ein Überschreiten der Wachstumsgrenze bereits zu dieser Zeit feststellte. Im dritten Buch dieser Reihe (Grenzen des Wachstums - Das 30-Jahre-Update) von 2005 geht es darum, Lösungen zu finden, um die andauernde Grenzüberschreitung und das ständige Wachstum aller Weltsysteme zu beenden und einen Kollaps des Gesamtsystems zu verhindern.
Nach einer kurzen Vorstellung des Club of Rome sollen in dieser Arbeit die zentralen Aussagen dieses Berichtes im Hinblick auf die Zukunft der Menschheit dargestellt werden. Jeder Problembereich soll mit aktuellen Daten verglichen werden, um die Prognosefähigkeit beurteilen zu können. Simulationsläufe des dem Bericht zu Grunde liegenden Weltmodells (Forrester 1971) geben daraufhin Zukunftsprognosen für verschiedene Rohstoff- und Wachstumsszenarien ab. Abschließend folgen eine Darstellung von Lösungsmöglichkeiten, die der Club of Rome vorschlägt und ein Blick in die Zukunft.
2 Der Club of Rome
Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Politik aus der ganzen Welt sind im Club of Rome vereinigt. Er wurde 1968 von Aurelio Peccei und Alexander King mit dem Ziel gegründet, drängende Menschheitsprobleme global zu erfassen, Handlungsempfehlungen zu generieren und sich für eine lebenswerte, nachhaltige Zukunft der Menschheit einzusetzen. Die Weltöffentlichkeit kennt den Club of Rome seit 1972 durch den viel diskutierten Bericht The Limits to Growth (Die Grenzen des Wachstums). Leitidee und zentrales Anliegen des Club of Rome ist eine nachhaltige Entwicklung, die es erfordert „die Bedürfnisse der Menschen weltweit inklusive der nachfolgenden Generationen zu berücksichtigen. Der Club of Rome denkt und arbeitet in globalen Zusammenhängen und stellt sich gegen monokausales und kurzfristiges Denken und Handeln. Er möchte möglichst viele Menschen dazu bewegen, ihr Verhalten so zu ändern, dass sie im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung handeln“ (Offizielle Internetseite des Club of Rome).
Der Club of Rome ist auf fünf Forschungsfeldern aktiv: Politische Stabilität und Regierungsfähigkeit; Informationsgesellschaft und die digitale Schwelle; Lernen, Erziehung und Arbeitswelt; Kulturelle Vielfalt und Toleranz sowie auf dem Gebiet der nachhaltigen Entwicklung, Globalisierung der Märkte und Armutsbekämpfung (ebd.). Aus letztgenanntem Schwerpunkt entstammt der Bericht Grenzen des Wachstums. Dieser wurde im Jahr 1972 veröffentlicht und soll im nächsten Kapitel näher betrachtet werden. 2.1 Eckdaten zu „Grenzen des Wachstums“
Der Bericht Grenzen des Wachstums erscheint 1972 und wird als „Ur-Studie zur nachhaltigen Entwicklung“ angesehen. Ein Team von 17 Wissenschaftlern am MIT (Massachusetts Institute of Technology) erstellte den Bericht unter Federführung von Dr. Donella H. Meadows und Dr. Dennis L. Meadows. Weitere Hauptautoren waren Dr. Erich K. O. Zahn und Peter Milling.
Grenzen des Wachstums basiert auf dem Modell der Dynamik komplexer Systeme (Systems Dynamics), einer homogenen Welt, die im Buch als Weltmodell bezeichnet wird. Darin wird die Struktur des Systems, inklusive der Wechselwirkungen der einzelnen Systemteile und die auftretenden Zeitverzögerungen, berücksichtigt (Meadows et al. 1972: 23). Die Ergebnisse des Simulationslaufes sind immer ähnlich: ein empfindlicher Rückgang der Weltbevölkerung und des Lebensstandards innerhalb von 50 bis 100 Jahren, wenn die Trends von 1972 anhalten.
2.2 Das Weltmodell
Das Weltmodell beschreibt die Wechselwirkungen zwischen fünf wichtigen Trends: Der beschleunigten Industrialisierung, dem rapiden Bevölkerungswachstum, der weltweiten Unterernährung, der Ausbeutung der Rohstoffreserven und der Zerstörung des Lebensraumes. Die Autoren räumen ein, dass das Modell stark vereinfacht und verbesserungswürdig ist (Meadows et al. 1972: 77, Forrester 1971: 16).
Das Ergebnis der Simulation zeichnet immer das gleiche Bild: Die Wachstumsgrenze der Erde ist in spätestens 100 Jahren erreicht (Basis ist das Jahr 1972). Grund ist das exponentielle Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum, das die Ressourcen des Planeten Erde immer rascher schwinden lässt. Die Autoren fordern deshalb Gleichgewicht statt Wachstum. Voraussetzung müsste allerdings eine materielle Lebensgrundlage für alle Menschen sein, aber es soll auch Spielraum für individuelle, menschliche Fähigkeiten geben. Nur sofortiges Handeln kann laut Meadows 1 den Kollaps des Systems verhindern (Meadows et al. 1972: 15 ff.). Kritisiert wird das Weltmodell vor allem, weil der Technologiefortschritt nicht explizit in das System eingearbeitet wurde. Die Autoren versuchen diesen Vorwurf dadurch zu entkräften, indem sie extrem optimistische Annahmen (unendlich Energie, 100 % Recyclingquote, strenge Kontrolle der Umweltverschmutzung, Intensivierung des landwirtschaftlichen Ertrags, wirksame Geburtenkontrolle) in das System einbauen. Dennoch kollabiert das System spätestens bis zum Jahr 2100 mit unterschiedlich starken Auswirkungen auf die Weltbevölkerung (Meadows et al. 1972: 118ff.; 1992: 217f.). Das Modell will keine punktgenauen Aussagen treffen, sondern helfen, „die grundsätzlichen Verhaltensmöglichkeiten des Systems zu beschreiben und zu verstehen; dies ist besonders wichtig, da auch der Kollaps zu den möglichen Verhaltensformen gehört“ (Meadows et al. 1992: 143).
3 Problembereiche
Der Kollaps des Systems ist die Folge des exponentiellen Wachstums, das alle menschlichen Aktivitäten mit sich bringen. Das exponentielle Bevölkerungswachstum wird in Kapitel 3.1 beschrieben, Kap. 3.2 beschäftigt sich mit dem industriellen Wachstum.
1 Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird in dieser Arbeit der Name Meadows im Fließtext synonym zu
Meadows et al. verwendet.
3.1 Exponentielles Bevölkerungswachstum
Zuerst sollen die Aussagen des Club of Rome im Hinblick auf das Bevölkerungswachstum dargestellt werden. Danach erfolgt ein Abgleich mit aktuellen Daten.
3.1.1 Aussagen des Club of Rome
Das exponentielle Wachstum ist gefährlicher als das lineare, denn es ist für den menschlichen Verstand schwerer zu durchschauen (Meadows et al. 1972: 18). Dem exponentiellen Wachstum liegt ein positiv rückgekoppelter Regelkreis zugrunde. Bei gleicher Wachstumsrate vergrößert sich die Basis, was eine Verkürzung der Verdopplungszeit zur Folge hat. Wachstum zieht demnach stärkeres Wachstum nach sich. Dieses Wachstum ist bei fast allen menschlichen Aktivitäten zu beobachten (ebd.: 23f., Forrester 1971: 16f.). Auch die Weltbevölkerung und die Weltwirtschaft wachsen im Modell des Club of Rome exponentiell. Auf die Bevölkerungsanzahl wirken zwei Faktoren ein (Abbildung 1). Die Fruchtbarkeit vergrößert die Bevölkerung exponentiell, da sich bei gleichbleibender Geburtenrate die Basis der Bevölkerungsanzahl immer mehr verbreitert. Diesem positiven Regelkreis wirkt der negative Regelkreis der Todesfälle entgegen. Die Sterblichkeit wirkt auf die Bevölkerungsanzahl regulierend.
Abbildung 1: Regelkreis der Bevölkerung (Meadows et al. 2005b: 29)
Seit der industriellen Revolution ist der negative Regelkreis aber zunehmend geschwächt; durch eine bessere medizinische Fürsorge nimmt die Sterblichkeit ab, und ein erhöhtes Nahrungsmittelangebot hat sich das Durchschnittsalter von 30 Jahre (1650) auf 53 Jahre (1972) weltweit erhöht. Da sich auch die Geburtenrate erhöht hat, nennen die Autoren das Bevölkerungswachstum gar „superexponentiell“ (Meadows et al. 1972: 28f.). Das Wachstum wird durch zwei Hauptgruppen von Faktoren begrenzt. Zur ersten Gruppe gehören die materiellen Grundlagen, wie Nahrungsmittel, Rohstoffe und Umweltverschmut-
zung. Zur zweiten Gruppe gehören soziale Gegebenheiten wie Völkerfriede und soziale Stabilität. Letztere Gruppe kann durch das Weltmodell von 1972 schlecht erfasst werden (Meadows et al. 1972: 36).
3.1.2 Tatsächliche Entwicklung
Von Weizsäcker spricht sich 1973 für ein langfristiges Nullwachstum im Hinblick auf die Bevölkerung und auf die Wirtschaft aus - er hat dabei einen Zeitraum von 50 bis 150 Jahre im Sinn (von Weizsäcker 1973: 272).
Dieses Ziel ist bis jetzt noch nicht in Sicht. Die Vereinten Nationen sagen einen Bevölkerungsanstieg von derzeit knapp sieben auf neun Milliarden im Jahr 2050 voraus. Ab 2050 wird die Bevölkerungszahl dann nur noch langsam zunehmen (UN Statistik 2007). Der demographische Wandel führt dazu, dass 95 % des Bevölkerungswachstums in den Entwicklungsländern stattfinden wird und die Bevölkerungszahl in den Industrieländern etwa konstant bleibt. Da die Industrieländer nur 20 % der Weltbevölkerung stellen, fällt die dortige Bevölkerungsstagnation aber kaum ins Gewicht (Schulz 2007: 4f.).
Ein geeigneter Indikator, um das zukünftige Bevölkerungswachstum abschätzen zu können, ist die Wachstumsrate der Bevölkerung. Die UN geht davon aus, dass die Wachstumsrate bis 2050 zurückgeht. Abbildung 2 zeigt diesen Rückgang. Eine Wachstumsrate von Null würde bedeuten, dass die Bevölkerung nicht mehr wächst. Positive Raten, wie bis 2050 vorausgesagt, deuten auf ein (wenn auch zunehmend gebremstes) exponentielles Wachstum hin 2 .
Abbildung 2: Wachstumsrate der Weltbevölkerung 1950-2050 (eigene Darstellung nach UN Statistik 2007)
2 Die Verdopplungszeit einer Bevölkerung kann anhand der Wachstumsrate annähernd ausgerechnet werden:
Es ist der Quotient aus 70 und der Wachstumsrate. In diesem Beispiel verdoppelte sich die Bevölkerung 1970
alle 35 Jahre (70/2), im Jahr 2040 wird sie sich „nur“ noch alle 140 Jahre verdoppeln (70/0,5) (Spinola 2005:
36).
Arbeit zitieren:
Michael Sypien, 2008, Der Club of Rome und Studien zu den Grenzen des Wachstums, München, GRIN Verlag GmbH
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