Sven Zoeller Philosophische Fakultät - Universität Potsdam SS 2006
Inhalt
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Einleitung
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I Problemdefinition
I.1 Bewusstsein 3
I.2 4
What is it like to be a Bat?
I.3 Physikalismus 8
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II Kritische Auseinandersetzung mit dem Physikalismus
II.1 Nagels Ansatz 10
II.2 Qualia 11
II.3 Das Knowledge-Argument’ 12
II.4 Die Argumente im Vergleich 14
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III Fazit
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IV Literaturverzeichnis
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Sven Zoeller Philosophische Fakultät - Universität Potsdam SS 2006
Einleitung
Das Leib-Seele-Problem 1 ist eines der ältesten und meistdiskutierten Themen in der Philosophie. Es wird manchmal auch „Körper-Geist-Problem“ genannt und entsteht durch die Frage, wie sich mentale Zustände zu physischen Zuständen verhalten. Das LSP stellt aber nicht nur irgendein Problem der Philosophie dar, sondern es ist beispielhaft für alle Probleme, mit denen die Philosophie zu tun hat. Schon Kant hat drei grundlegende Leitfragen der Philosophie formuliert: Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Alle drei sind für ihn letzten Endes nur Unterfragen zu der Hauptfrage der Philosophie: Was ist der Mensch? Die Philosophie denkt über die prinzipielle Stellung des Menschen im Ganzen der Welt nach. Das leitende Thema der Philosophie ist der Mensch und deshalb ist auch das LSP ein Grundsatzproblem, über das man sich auch heute noch nicht einig ist.
Die Frage, ob Körper und Geist eins sind, wie es der Monismus deklariert, oder als zwei getrennte Erscheinungen zu begreifen sind, wie es der Dualismus sieht, bildet den Kern des LSP. Darüber hinaus stellen sich Fragen, ob man letztendlich die wissenschaftliche Erforschung des Geistes auf reine Naturwissenschaft reduzieren kann und inwieweit das Bewusstsein, das uns als selbstverständlich erscheint, theoretisch erfasst werden kann. Im Folgenden soll die Bewusstseinsdebatte in den Fokus der Diskussion gerückt werden. Dabei werden die Erörterung der Position des Physikalismus und Gegner dieser Position im Vordergrund stehen. Zunächst soll der 1974 erschienene Text What is it like to be a Bat? von Thomas Nagel analysiert werden. Der zweite Teil der Arbeit widmet sich der Diskussion über den Physikalismus mithilfe der kritischen Ansätze von Thomas Nagel und Frank Jackson.
1 Im Folgenden wird das Leib-Seele-Problem mit LSP abgekürzt.
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I Problemdefinition
Es stellt sich nun die Frage, wie das Bewusstsein oder auch die Subjektivität von Erfahrung philosophisch angemessen definiert werden kann. Wie bereits in der Einleitung erwähnt, ist das LSP eine der zentralen und hartnäckigsten Fragestellungen der Philosophie, die auch durch die enormen Fortschritte in den Biowissenschaften, der Medizin und der Informationstechnologie noch nicht endgültig beantwortet werden konnte. Aber im Folgenden soll nun eine systematische Annäherung an die Bewusstseinsproblematik, die einen Teil des LSP darstellt, erfolgen.
I.1 Bewusstsein
Unser Bewusstsein scheint uns das Selbstverständlichste von der Welt und trotzdem ist seine theoretische Erfassung und Bestimmung völlig widerstrebend, so wie auch das logische Erfassen der Zeit oder anderer Fundamentalbegriffe Probleme aufwirft. Es lassen sich aber charakteristische Merkmale des Bewusstseins herausarbeiten: Das Bewusstsein ist ein universaler Begriff unseres mentalen Lebens, den wir aus diesem nicht wegdenken können, ohne es selbst aufzuheben. Gleichgültig, an welchen Bereich des geistigen Lebens man denkt, ob an Gefühle und Empfindungen wie Freude, Trauer, Schmerz, an Wahrnehmungen, Phantasie, Bildbewusstsein oder an die Akte des Denkens und Sprechens, des Urteilens, Wünschens, Erwartens - stets sind sie vom Bewusstsein begleitet. Jedes Mal, wenn man eine Frage stellt, eine Antwort gibt und sich mit seinem Gesprächspartner unterhält- immer ist man bei Bewusstsein. Des Weiteren ist das Bewusstsein die Voraussetzung für alle Erfahrungen. Alle geistigen Leistungen vollziehen sich im Horizont des Bewusstseins und sind insofern nichts weiter als die spezifische Ausformung von Bewusstsein. Es ist also eine unumgehbare Basisbedingung, in deren Rahmen die spezifischen Bewusstseinsakte erfolgen. Ein weiteres Charakteristikum ist, dass die Thematisierung des Bewusstseins bereits selbst eine bewusste Leistung ist und Bewusstsein an sich schon voraussetzt. Hier zeigt sich, wie grundlegend das Bewusstsein für den Menschen und von welchem fundamentalen Gewicht die Diskussion darüber ist. (Vgl. Gloy 1998: 13ff.)
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Unter Bewusstsein versteht man im Allgemeinen eine Form psychischer Präsenz, einen Wachzustand im Gegensatz zu Schlaf oder geistiger Abwesenheit wie in einem komatösen Zustand. Bewusstsein ist Aufmerksamkeit, die Fähigkeit, sensorische Reize wahrzunehmen, zu unterscheiden, zu interpretieren und auf sie zu reagieren. Das heißt, man verfügt auch über die Fähigkeit, sich die Sinneseindrücke zu einem eigenen Bild zusammenzubauen und so ein Bewusstsein von sich selbst - ein Selbstbewusstsein zu bilden. Man bezeichnet die Empfindungsfähigkeit, die Welt als Bündel von Farben, Formen, Gerüchen und dergleichen zu erfassen, als phänomenales Bewusstsein. Und dieses Bewusstsein zeigt dem Individuum, wie etwas für es aussieht, sich anfühlt, sich anhört etc. Die entscheidende Frage ist, ob sich das Zustandekommen der subjektiven Bewusstseinszustände wissenschaftlich erklären lässt, ob sich neurophysiologische Möglichkeiten finden, um diese Zustände zu messen und ob sich Geist auf Materie bzw. Psychologie auf Physik reduzieren lässt. (Vgl. Zoglauer 1998: 9ff.)
I.2 What is it like to be a Bat?
Dieser Frage widmete sich auch Thomas Nagel in seinem Aufsatz ‘What is it like to be a Bat?’. Er löste damit eine Debatte über die Subjektivität geistiger Zustände aus, die bis heute andauert. Ziel des Textes ist es, Nagels Gegenposition zu Philosophen darzustellen, die das LSP reduzieren wollen, ohne das Bewusstsein angemessen zu berücksichtigen.
Die beiden Haupteinwände, die Nagel in seinem Aufsatz nennt, werden bereits im Titel offensichtlich: Einerseits geht es darum, wie es sich anfühlt, eine Fledermaus zu sein; damit wird der qualitative Gehalt subjektiver Erlebnisse in den Fokus gerückt - die Qualia. Andererseits stellt er die Frage, wie das Gefühl für die Fledermaus ist, eine Fledermaus zu sein, also nach der Subjektivität von Erlebnissen. Gegen den Reduktionismus ist, dass man das LSP nicht analog einer physikalischen Reduktion wie z.B. Wasser zu H 2 O behandeln kann. Er behauptet, dass solche ‚gewöhnlichen’ Beispiele nicht helfen, das Verhältnis vom Mentalen zum Physischen zu verstehen.
Um dies zu verdeutlichen, führt er das Beispiel der Fledermaus an. Diese zählt wie der Mensch zur Gattung der Säugetiere, sie ist also ein hoch entwickeltes Lebewesen.
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Arbeit zitieren:
Sven Zoeller, 2006, Ist der Physikalismus haltbar?, München, GRIN Verlag GmbH
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