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Sarah Baumgartner
Direkte Zensur: China
Xinhua- The ,,mouthpiece" of the government
Proseminararbeit Medienkunde
Universität Freiburg
Departement für Gesellschaftswissenschaften
Fachbereich der Medien- und Kommunikationswissenschaften
Proseminar Medienkunde
16. August 2006
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Direkte Zensur: China
Xinhua- The ,,mouthpiece" of the government
1. Einleitung
1.1 Definition ,,Zensur"
1.2 Definition ,,Pressefreiheit"
1.3 Definition ,,Meinungsfreiheit"
2. Das chinesische Mediensystem
2.1
Medien im kommunistischen China von 1949 bis 2006
2.2
Medien
heute
2.3 Verwaltung und Struktur
2.4 Die Printmedien
3.
Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua
3.1 Geschichte der Xinhua
3.2
Xinhua
heute- ,,The eyes, ears and voice of China"
3.3
Journalismus
3.4 Zensur der Xinhua
3.5 Fallbeispiel: SARS (Severe Acute Respiratory Syndrome)
4. Fazit
5. Literaturverzeichnis
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1. Einleitung
Freedom House
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gibt jährlich eine Liste heraus, welche bei jedem Land zeigt, wie frei es ist.
China galt auch im Jahr 2005 als ,,not free".
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Besonders was die Presse- und die
Meinungsfreiheit betrifft, ,,hinkt" das technologisch so fortschrittsbewusste China den
meisten Ländern der Welt hinterher. Der Artikel 35 der chinesischen Verfassung garantiert
zwar Meinungs-, Versammlungs- und Publikationsfreiheit; mit Hilfe anderer Artikel,
welche diese Rechte dem nationalen Interesse unterordnen, werden sie jedoch nichtig
gemacht.
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Die chinesische Presseagentur Xinhua wird von Reporter ohne Grenzen
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als ,,mouthpiece"
der Partei bezeichnet, da sie ihre Journalisten kontrolliert und zensiert, wie dies die
Richtlinien der Partei vorgeben. Diese Arbeit soll untersuchen, inwiefern die Xinhua
,,mouthpiece" der Regierung ist und wie sich dies auf den Journalismus auswirkt. Die
Fragestellung lautet: ,,Welche Rolle spielt die Zensur bei der Xinhua?".
Im Hinblick auf die seit 1949 an der Macht sitzende Kommunistische Partei Chinas (KPCh)
soll auch die Frage ,,Welchen Einfluss hat die Regierung auf die Xinhua?" beantwortet
werden.
Der erste Teil dieser Arbeit bespricht das Mediensystem seit 1949 bis ins Jahr 2006. Es soll
dabei aufgezeigt werden, ob und was sich zwischen der Regierung und somit der
Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) und den Medien verändert hat. Dabei soll
hauptsächlich den Printmedien Aufmerksamkeit geschenkt werden.
Der Hauptteil der Arbeit ist der chinesischen Presseagentur Xinhua gewidmet. Er soll die
Geschichte, den Journalismus und die Zensur der Xinhua untersuchen. Als Fallbeispiel für
die Zensur dient die Krankheit SARS.
Im abschliessenden Fazit sollen die Fragestellungen diskutiert werden.
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Freedom House ist eine unabhängige Nichtregierungsorganisation, welche die Verbreitung von Freiheit in der Welt
unterstützt. Vgl. Freedom House: About us. O. J. URL: http://www.freedomhouse.org/template.cfm?page=2 (7.8.2006).
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Vgl. Freedom House: Map of press freedom. 2005. URL:
http://www.freedomhouse.org/template.cfm?page=16&year=2005&country=6715 (7.8.2006).
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Vgl. Freedom House, Map of press freedom. 2005.
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Reporter ohne Grenzen ist eine Organisation, welche sich weltweit für die Meinungs- und Pressefreiheit einsetzt.
Reporter ohne Grenzen ist ebenfalls eine Nichtregierungsorganisation. Vgl.: Reporter ohne Grenzen: Seit 20 Jahren
aktiv für freie Medien. O.J. URL: http://www.reporter-ohne-grenzen.de/ueber_uns.html (7.8.2006).
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1.1 Definition ,,Zensur"
Zensur bezeichnet die staatliche oder kirchliche Überwachung von öffentlich gehaltenen
Regeln, bildlichen Darstellungen, Druckerzeugnissen, Theater, Filmen, Rundfunk- und
Fernsehsendungen und anderer Massenmedien. Die Zensur zielt auf die inhaltliche
Kontrolle der Kommunikation über politische, wirtschaftlich, soziale und religiöse Themen;
sie dient letztlich den jeweiligen Herrschaftsträgern zur Sicherung ihrer Macht.
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1.2 Definition ,,Pressefreiheit"
Die Pressefreiheit umfasst den Schutz der Meinungsäusserung (sowohl
Tatsachenbehauptungen als auch Werturteile) durch die Presse ab Beschaffung der
Information bis hin zur Verbreitung. Präventiv- und Repressivmassnahmen des Staates sind
grundsätzlich verboten. Als Ausnahme gelten Repressivmassnahmen im Fall des
Missbrauches der Pressefreiheit.
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Die Pressefreiheit ist ein bedeutsames Freiheitsrecht. Es gewährt dem Einzelnen die
Möglichkeit seine Meinung durch die Presse in der Öffentlichkeit zu verbreiten.
1.3 Definition ,,Meinungsfreiheit"
Jeder Mensch hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung. Dieses
Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien
jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen, Informationen und Gedankengut zu suchen, zu
empfangen und zu verbreiten.
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Wo nicht unabhängig berichtet werden darf und wo Menschen ihre Meinung nicht frei
äußern können, werden auch andere Menschenrechte verletzt. Daher ist die Freiheit zu
informieren und informiert zu werden stets auch ein zuverlässiger Gradmesser für die
Achtung der universell gültigen Menschenrechte in einem Land.
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5
Vgl. Historisches Lexikon der Schweiz: Zensur
.
19.12.2000.
URL:
http://hls-dhs-dss.ch/textes/d/D24656.php (7.8.2006).
6
Vgl. World Press Freedom Committee: Charter for a free press. 18.1.1987.
http://www.wpfc.org/CharterForAFreePress.html (7.8.2006).
7
Vgl.
Universal
Declaration
of
Human
Rights
:
Art. 19
.
URL: http://www.unhchr.ch/udhr/lang/ger_print.htm (7.8.2006).
8
Vgl. Reporter ohne Grenzen: Pressefreiheit- warum?. O.J. URL:
http://www.reporter-ohne-grenzen.de/ueber-uns/pressefreiheit-warum.html (7.8.2006).
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2. Das chinesische Mediensystem
Das chinesische Mediensystem ist laut Yu Zhang, Dozent am Departement für
Kommunikation an der State University in New York, nicht leicht einzuordnen.
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Er stützt
sich auf die Theorie von Siebert, Peterson und Schramm (1956), welche die Beziehung
zwischen Regierung und Medien in vier verschiedene Kategorien einteilt: autoritär, liberal,
kommunistisch und sozialistisch.
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Die Regierung gebraucht immer noch die Medien um ihre Ideologien durchzusetzen. Doch
die Macht der Regierung reicht immer weniger aus, um die Medieninhalte total zu
beeinflussen. Die ideologische Einflussmacht muss sich dem Wachstum des ökologischen
Marktes und der Öffnung des Landes gegen aussen stellen.
Liu Qing
, Präsident von Human Rights in China, beschreibt die heutige Situation der
chinesischen Medienleute folgendermassen: ,,Tant que tu ne critiques pas la politique, que
tu n'attaques pas le gouvernement, il n'y a plus rien que tu ne puisses faire en Chine."
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2.1 Medien im kommunistischen China von 1949 bis 2006
Am 1. Oktober 1949 rief der Kommunist Mao Zedung die Volksrepublik China aus.
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Von
nun an war die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) an der Macht.
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Die Medien wurden zum Propagandainstrument der Regierung.
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Die chinesische
Presseagentur Xinhua wurde dabei zum Dreh- und Angelpunkt in der chinesischen
Medienkontrolle.
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Am 15. Juni 1948 wurde die Tageszeitung Renmin Ribao (Volkszeitung) gegründet und
unmittelbar zum ,,offiziellen Verlautbarungsorgan" von Partei und Regierung gemacht. Die
Zahl der Printmedien war jedoch stark begrenzt. 1950 gab es 250 Zeitungen in China. Jedes
Jahr kamen mehr und mehr dazu. Bereits 1957 gab es in den Provinzen Chinas insgesamt
341 Tageszeitungen, in den Bezirken 936 und 31 Zeitungen in den Sprachen der
Minderheiten.
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9
Vgl. Zhang, Yu: The reforming Role of the Chinese Government in Chinas Media Transformation. In: Media Asia- An
Asian Communication Quarterly 32, 2005, Heft 2, S. 78-85, hier S. 79-80.
10
Vgl. Zhang, The reforming Role of the Chinese Government in Chinas Media Transformation, S. 79.
11
Qing, Liu: Préface. In: Reporters sans frontières (Hrsg.): Chine: le livre noir. Paris 2004, S. 5-10, hier S. 8.
12
Vgl. Karim, Arshad Syed: The people's Republic of China, Lahore (Pakistan) 1971, S. 47.
13
Vgl. Rath, Britta: Die Geschichte der Volksrepublik China. In: Schnellkurs China, Köln 2003, S. 13-55, hier S. 44.
14
Vgl. Xin, Xin: A developing market in news: Xinhua, News Agency and Chinese newspapers. In: Media, Culture &
Society 28, 2006, Heft 1, S. 45-65, hier S. 49.
15
Vgl. Reporter ohne Grenzen: Xinhua. Die grösste Propaganda-Agentur der Welt. 30.9.2005. URL:
http://www.reporter-ohne-grenzen.de/ergebnis-der-suche/news-suche-single/article/59/xinhua-die-groesste-
propaganda-agentur-der-welt.html#391 (7.8.2006).
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Vgl. Abels, Sigrun: Das Mediensystem in der Volksrepublik China. In: Hans Bredow-Institut (Hrsg.): Internationales
Handbuch Medienhandbuch. Baden-Baden 2005. S. 828-857, hier S. 833.
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