Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
Einleitung 3
Das Bildverständnis von Hans Ulrich Reck 4
Das Verständnis der Bilder von Gottfried Boehm 9
Das Bild als Medium 14
Literaturverzeichnis 20
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Einleitung
Diese Hausarbeit handelt von Bilder als Medien. Es geht auch um das Bildverständnis im allgemeinen und was ein Bild als Medium ausmacht. Dies wird anhand der Texte „Bildende Künste. Eine Medien Geschichte“ von Hans Ulrich Reck und „Wiederkehr der Bilder“ von Gottfried Boehm untersucht.
Hans Ulrich Reck beschäftigt sich in seinem Text mit Regeln, die sich innerhalb des Medienbereichs Bild bewegen. Er versucht das Bild anhand von Unterscheidungen als Medium zu definieren.
Einen dritter wichtiger Bereich stellt die Codierung, d.h. die Kopplung und Endkopplung von Zeichensystemen dar.
In dem Text von Gottfried Boehm geht es um das Verständnis von Bildlichkeit im Bild und deren Regeln, welche mit Hilfe der Sprachwissenschaft, genauer der Metapher erklärt werden.
Er beschäftigt sich hauptsächlich damit, wie das Bild auf den Betrachter wirkt und warum es so wirkt. In dieser Beziehung geht es auch um die Produktion des Bildes selber.
Ich werde im Folgenden beide Texte analysieren und mich dann mit gezielten Fragen an die Autoren wenden.
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Das Bildverständnis von Hans Ulrich Reck
In seinem Text beginnt Reck mit einer Definition von Bildern. Sie sind ein Medium, welches sich nicht speichern und vererben läßt.
Bilder sind künstliche Produkte und stellen eine Absicht des Künstlers dar. Der Betrachter nimmt diese Produkte wahr, indem er sie sieht. In seinem Gehirn werden diese dann zu Vorstellungen, da der Betrachter sie eventuell mit etwas, das er vorher schon gesehen, gehört oder gelesen hat, verbindet.
„Sie sind künstliche Produkte einer absichtsvollen Herstellung und werden in unterschiedlichen Vorgängen im Gehirn zu Gegenständen der Wahrnehmung, zuweilen auch zu Anreizen von Vorstellungen.“ 1
Die Kultur ist der einzige Speicher der Bilder. Kulturelle Speicher stellen immer eine bestimmte Technik dar, auch wenn keine maschinellen Vorrichtungen dazu benötigt werden. Hier besteht die Technik des Speichers aus rhetorischen Figuren bzw. Erzählungen.
Bei kulturellen Speichermethoden geht es immer um das Weitergeben und Bestehenbleiben von Traditionen.
Das Medium Bild besteht aus sozialen Regeln. Im Mittelalter gab es zum Beispiel Gestaltungsregeln, welche dazu dienten, die Einbildungs- bzw. Vorstellungskraft der Bevölkerung zu kontrollieren.
Reck benutzt hier sehr oft den Begriff des „Imaginären“. Dieses „nur in der Vorstellung vorhanden sein“ scheint ihm, betreffend der Wirkung des Bildes, sehr
1 Hans Ulrich Reck: Bildende Künste. Eine Medien Geschichte. In: Geschichte der Medien.Hg. v. Manfred Faßler und Wulf Halbach. Seite 141 -ab jetzt Siegel: (Reck, Seitenzahl)
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wichtig zu sein. Er schreibt zum Beispiel: „Das Imaginäre ist ein mediales Kommunikationssystem das Stoff und Energie braucht.“(Reck,142)
Stoff und Energie sind Begriffe, welche sehr weitläufig sind. Leider werden sie vom Autor nirgends definiert, genau wie die Bedeutung der Begrifflichkeiten Vorstellungen und Einbildung offen bleibt. Deshalb kann er hier auch nur im allgemeinen Sinne dieser Begriffe verstanden werden.
Wenn man sich kurz die verschiedenen Affekttheorie in der Anthropologie ansieht, findet man alleine bei Hobbes 2 und Hume 3 sehr verschiedene Erklärungen von
Einbildung und Vorstellung.
Bilder sind medial. Medialität setzt der Autor mit Durchsichtigkeit in Verbindung. Durch gleichbleibende Bilder entsteht eine verbindliche visuelle Kommunikation, die auch Teil des Regelsystems ist. So entsteht ein gleiches Bewußtsein bei verschiedenen Betrachtern bezüglich der Inhalte der Bilder. Deswegen ist es möglich, daß zu einer bestimmten Zeit an verschiedenen Orten Bilder mit gleichem Inhalt entstanden sind. Bilder sind deshalb medial, da die entstandenen Vorgaben des Bildes akzeptiert worden sind. Somit haben Bilder symbolische Inhalte, die eine Kultur ausmachen.
„ Die Durchsetzung von gleichbleibenden Bildern in einer verbindlichen visuellen Kommunikation ermöglicht die Gleichförmigkeit des Bewußtseins mittels einer über weite Räume ausgedehnten Gleichzeitigkeit der Inhalte.“ (Reck,142)
Reck sagt, die Kultur wird durch „visuelle Unterweisung“ eingeübt, also durch die Anerkennung der Regeln akzeptiert.
Der Stoff aus dem die Bilder bestehen und die entstehenden Veränderungen von Medien sind nur eine technische Rahmenbedingung. Der Inhalt vieler Bilder ist die Geschichte des christlichen Glaubens.
2 Thomas Hobbes: Leviathan, Seite 52
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Bilder sind für die Kultur nur von großer Bedeutung und medial, wenn die mediale Leistung dieser erlernt wurde. Allerdings sagt er, „Affektbilder“ müssen auch erlernt werden.
Was er genau mit diesem Ausdruck meint, ist leider nicht erklärt. Vorstellbar wäre, daß er damit Bilder meint, welche beim Betrachter einen Affekt auslösen sollen. Es könnte aber auch sein, daß er auf den Wiedererkennungswert der Bilder hinaus möchte. Dieser ergibt sich beim Anschauen eines Bildes durch zuvor betrachtete Bilder. Daraus wird dann im Gehirn eine Vorstellung geschaffen. Wenn er aber wirklich auf die Affekte hinaus möchte, ist seine Definition nicht ganz zutreffend, da Affekte sich dadurch auszeichnen, daß sie gerade nicht lernbar sind. Jeder Mensch ist bei bestimmten Dingen traurig oder glücklich. Auch empfindet jeder Neid und Stolz. Das letze Affektpaar ist mit Sicherheit durch die Normen verschiedenen Kulturen geprägt, aber von Geburt an vorhanden.
Die Wirkung eines Bildes wird im „künstlerischen Prozeß“, also der Produktion von Bildern erzielt. Nur in dieser einen Sicht kann das Bild als Medium gelten. In anderer Hinsicht würde es bedeuten, daß das Bild kein Medium ist, da es nicht vergleichbar ist.
Entscheidend für die Medialität sind für Reck die Erzeugungsregeln der Bilder. Die Regeln der Produktion sind Medien des Bildes. Kunstgeschichte wird als Medium des Bildes angesehen.
Das Bild kann in dem Sinne als Medium verstanden werden, indem es Strukturen aufweist, welche Anschauungen und Interpretationen zulassen, die für ein Kollektiv gelten.
„Unter „Bild“ ist hier immer die enge Kopplung derjenigen Elemente als Medium/Form zu verstehen, zu der sich bestimmte Referenzen, Interpretationen und Anschaulichkeitsbehauptungen als für kollektive Identität
3 David Hume: Ein Traktat über die menschliche Natur, Buch 2, Seite 9/10
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Quote paper:
Annegret Schwier, 2001, Das Medium Bild, Munich, GRIN Publishing GmbH
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