Die Industrie in der Auvergne
Proseminar für Landeskunde: „Geschichte und Gegenwart der Auvergne“
Julia Hansens
I
Inhalt:
1. Einleitung 1
2. Die Industrie in der Auvergne und Paris - ein Vergleich 1
2.1. „Paris und die französische Wüste“ am Beispiel der Auvergne 1
2.1.1. Die Industrie in Paris 2
2.1.2. Die Industrie in der Auvergne 2
2.2. Gründe für die ungleiche Verteilung der Industrie 3
2.2.1. Infrastruktur 3
2.2.2. Verwaltungsstrukturen 4
2.2.3. Standortfaktoren 4
2.2.4. Bevölkerung 5
2.3. Folgen der ungleichen Verteilung der Industrie 6
3. Lösungsansätze zur Aufhebung des nationalen Ungleichgewichts 7
3.1. Die Raumordnungspolitik 7
3.1.1. Die planification 8
3.1.2. Die Infrastruktur 9
3.1.3. Dezentralisierung 9
3.2. Ergebnisse der Lösungsansätze 10
3.2.1. Ergebnisse der planification 10
3.2.2. Ergebnisse des Ausbaus der Infrastruktur 10
3.2.3. Ergebnisse der Dezentralisierung 11
4. Die Verteilung der Industrie innerhalb der Auvergne 12
4.1. Allier 12
4.1.2. Montluçon 12
4.1.3. Vichy 12
4.2. Haute-Loire 12
4.2.1. Le Puy 12
4.3. Puy de Dôme 13
4.3.1. Clermont-Ferrand 13
4.3.2. Thiers 13
4.3.3. Issoire 13
4.4. Cantal 13
4.4.1. Aurillac 13
II
5. Das Beispiel Michelin 14
5.1. Das Unternehmen Michelin 14
5.1. Die Bedeutung Michelins für Clermont-Ferrand und die Auvergne 14
6. Die heutige Situation der Auvergne 15
7. Literatur 17
III
1. Einleitung
In der hier vorliegenden Arbeit „Die Industrie in der Auvergne“ soll es darum gehen, die momentane industrielle Situation der Auvergne zu beschreiben. Dies wird zur besseren Herausarbeitung durch Gegenüberstellung mit Paris als Hauptstadt und industriellem Zentrum geschehen. Besonders wird dabei auf die Gründe für die wirtschaftliche Lage beider Teile eingegangen werden. Anschließend wird das Hauptaugenmerk auf Lösungsansätze zur Aufhebung des nationalen Ungleichgewichts gerichtet werden. Auf den Überblick über die genaue Verteilung der Industrie in den vier Departements der Auvergne wird das Unternehmen Michelin vorgestellt und seine Wichtigkeit für die gesamte Region dargestellt.
4. Die Industrie in der Auvergne und Paris - ein Vergleich 4.1. „Paris und die französische Wüste“ - am Beispiel der Auvergne „Paris und die französische Wüste“ („Paris et le désert français“) - diese Aussage wurde 1947 von dem Autor Gravier getätigt (vgl. Uterwedde, 42; Brücher, 141). Die Aussage macht deutlich, daß sich in Frankreich ein überragendes wirtschaftliches Zentrum und unterentwickelte Regionen gegenüberstehen (vgl. Uterwedde, 42). Frankreich weist starke regionale Disparitäten in Bezug auf die Verteilung der Industrie im gesamten Land auf. Dieses regionale Ungleichgewicht zeigt sich darin, daß der Großteil der Industrie östlich der gedachten Linie Le Havre - Marseille angesiedelt ist. Der Südwesten hingegen wird als unterindustrialisiert bezeichnet (vgl. Uterwedde, 42). Deshalb wird das regionale Ungleichgewicht in Frankreich auch als Südwest-Nordost-Disparität bezeichnet. Monod spricht hierbei sogar von „zwei Frankreichs“ (zitiert nach Lasserre / Schild / Uterwedde, 163). Außer Le Havre und Marseille zählen vor allem Lyon, Lille und ganz besonders auch die Landeshauptstadt zu den industriellen Ballungsräumen. Dennoch steht Paris aufgrund seines landesweiten Entwicklungsvorsprungs unangefochten an erster Stelle. Dies ergibt sich aus einer Untersuchung der Verteilung der Ballungsgebiete in den 70er Jahren ( vgl. Große / Lüger, 109). Hierbei erwirtschaftete Paris 30% des Bruttoinlandsproduktes. Von besonderer Bedeutung waren hier die Elektro-, die Automobil- und die chemische Industrie sowie der Flugzeugbau. Der Norden machte ohne Paris nur 6% des Bruttoinlandsproduktes aus. Hier spielen die Textilindustrie sowie die Eisen- und Stahlerzeugung eine wichtige Rolle. Die Küstenregionen, die Côte d’Azur und die Provence tragen 7% zum Bruttoinlandsprodukt Frankreichs bei. Das industrielle Gewicht liegt hier auf der chemischen Industrie, dem Schiffbau und der Stahlerzeugung. Der Süden, also
1
vornehmlich die Region Rhône-Alpes, macht mit seiner metallverarbeitenden Industrie und der chemischen Industrie 9% des Bruttoinlandsproduktes aus. Weitaus benachteiligter in Bezug auf die industrielle Entwicklung sind in Frankreich die eher landwirtschaftlich orientierten Regionen im Zentrum und im Westen Frankreichs wie zum Beispiel die Auvergne, die als industrielle Subzentren nur Nantes, Toulouse und Bordeaux aufweisen und daher auch nur 6% des Bruttoinlandsproduktes ausmachen (vgl. Große / Lüger, 109). Im folgenden werden am Beispiel der Auvergne und Paris‘ die Unterschiede zwischen einer unterindustrialisierten und einer stark industrialisierten Region aufgezeigt
4.1.1. Die Industrie in Paris
Die Hauptstadt Frankreichs gilt seit dem 12. Jahrhundert als „unangefochtene Hauptstadt“ (De Phanhol, zitiert nach Brücher, 20). Paris nimmt nur 2% des französischen Territoriums ein, macht jedoch 20% der Bevölkerung und 25% der nationalen Wirtschaftsleistung aus (vgl. Lasserre / Schild / Uterwedde, 163). Nach Lasserre, Schild und Uterwedde arbeiteten 1995 in Paris 0,5% der Einwohner in der Landwirtschaft, 25,8% in der Industrie (vgl. 173). Paris bildet den Schwerpunkt in Politik, Kultur, Handel, Finanzen und Transport. Daher ist in Paris und dem Pariser Umland der Großteil der Industrie zentriert (vgl. Fischer / Renaud, 8).
4.1.2. Die Industrie in der Auvergne
Die Auvergne stellt in erster Linie ein Agrar- und besonders in den hochgelegenen Teilen ein Grünland- und Weidewirtschaftsgebiet dar (vgl. Digel / Kwiatkowski, Band 2, 311). Hier herrscht die traditionelle Landwirtschaft vor. Die Region ist schwach erschlossen. Es herrscht rauhes Klima. Was die städtische und industrielle Entwicklung betrifft, liegt die Auvergne hinter dem Großteil der Regionen zurück (vgl.
http://fr.encyclopedia.yahoo.com/articles/cl/cl_1827_p0.html ). So wurde diese Region besonders von dem Rückgang der Landwirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg getroffen. Da die Auvergne unterindustrialisiert ist, wurden diejenigen, die zuvor in der Landwirtschaft tätig waren, sofort arbeitslos, da es keinerlei andere Arbeitsstellen gab. Die einseitige Branchenstruktur führte also zu einem erheblichen Beschäftigungsproblem (vgl. Uterwedde, 42). Aus finanzieller Not wanderten deshalb viele ab, was eine Verschärfung der Situation mit sich brachte (vgl. Uterwedde, 42).
2
Arbeit zitieren:
Julia Hansens, 2003, Industrie in der Auvergne, München, GRIN Verlag GmbH
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