Universität Bremen
FB 11 Human- und Gesundheitswissenschaften
Bachelor-Studiengang Public Health
Demografischer Wandel und Folgen für die Gesellschaft
Annäherung an die neue soziale Gruppe der „jungen Alten“ am Beispiel Internet
Simon Rohlfs
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 1
2. Demografischer Wandel & alternde Gesellschaft ... 4
2.1 Anstieg der Lebenserwartung ... 5
2.2 Rückgang der Fertilität ... 6
2.3 Entwicklung der Alters- und Bevölkerungsstruktur ... 8
3. Die neue soziale Gruppe der „jungen Alten“ ... 10
3.1 Begriffsbestimmung ... 11
3.2 Relativität des Alters ... 12
3.3 „Verjüngung“ des Alters ... 14
3.4 Älterwerden und allgemeine Lebenszufriedenheit ... 15
3.5 Alte als „Wirtschaftsfaktor“ ... 16
4. 60+ im Internet ... 17
4.1 Nutzungsverhalten und Motivation für die Internet-nutzung ... 18
4.2 Barrieren & Chancen ... 21
5. Konsequenzen aus Sicht der Public-Health-Perspektive ... 23
5.1 Medienkompetenz und Antonovsky ... 24
5.2 Mögliche Auswirkungen auf Lebensqualität und Selbstwertgefühl ... 28
6. Fazit ... 29
Anhang ... 32
Literatur- & Quellenverzeichnis ... 32
Ergänzende Materialien ... 36
1. Einleitung
» Alle Veränderung erzeugt Angst. Und die bekämpft man am besten, indem man das Wissen verbessert. «
Ihno Schneevoigt
Das Thema dieser Arbeit hat sich aus meinem bei der Arbeiterwohlfahrt Bremen abgeleisteten Praxissemester ergeben. Die Arbeit der AWO soll hier nur stellvertretend für alle Träger aufgeführt werden, die sich der Hilfe für benachteiligte soziale Gruppen verschrieben haben.
Der Demografische Wandel beschäftigte mich schon länger; in vielen Seminaren fand er – zumeist randläufig - Erwähnung.
Doch was genau verändert sich unter welchen Voraussetzungen und kann man bereits Veränderungen in der Gesellschaft wahrnehmen?
Schnell wurde mir klar, dass der demografische Wandel sich auf die gesamte Gesellschaft auswirkt und nachhaltig Veränderungen bewirken wird. Folgen für die Gesellschaft haben dabei auch immer einen Public Health-Charakter, die sich vor allem über die Beurteilung von Gesundheits- Chancen und -Risiken von Bevölkerungsgruppen definiert.
Der Stellenwert für die Gesundheitswissenschaften siedelt umso höher an, geht man davon aus, dass sich mit dem Alter das Risiko vieler Erkrankungen erhöht.
Während meiner Praktikumszeit erlangte ich vor allem Einblicke in die offene Arbeit mit und für Senioren – viele rüstige Ruheständler mit nahezu ungebändigter Lebenslust faszinierten mich hierbei von Tag zu Tag aufs Neue und verleiteten mich zu einer tiefergehenden Auseinandersetzung, die schließlich in der folgenden Arbeit gipfeln sollte.
Wie lässt sich dieses „neue“ Altersbild veranschaulichen und kann man überhaupt von einem „neuen“ Altersbild sprechen?
Um dieser Fülle an Gedanken einen Rahmen zu geben und wiederum dem Rahmen und Umfang eines Bachelor-Reports gerecht zu werden, soll das Thema am Beispiel Internetnutzung orientiert sein. Hierbei möchte ich die Gruppe der „jungen“ Alten lokalisieren und mögliche Trends aufzeigen, vor allem aber den alles entscheidenden Public-Health-Bezug herstellen und die Themenwahl somit rechtfertigen.
Die Fragen, die sich mir bei meinen Überlegungen stellten, eignen sich, um folgende Thesen zu generieren:
Beginnen möchte ich diese Arbeit folgerichtig mit einer Einführung in die Grundlagen des sich vollziehenden demografischen Wandels, indem ich aufzeige, welche Faktoren ihn bedingen und welche Entwicklungen nach aktuellem Forschungsstand in der Zusammensetzung der Gesellschaft zu erwarten sind.
Der zweite Teil soll verdeutlichen, dass sich infolge des demografischen Wandels ein neues Altersbild entwickelt. Sogenannte „neue“ oder „junge Alte“ wollen und können an der Gesellschaft teilhaben.
Darauffolgend sollen deren Internetverhalten und mögliche Trends in der Nutzung aufgezeigt werden.
Schließlich wage ich den Diskurs, um an Schlussfolgerungen aus der Public Health-Perspektive zu gelangen.
2. Demografischer Wandel & alternde Gesellschaft
» Ich bin ein Paradebeispiel für Überalterung. «
Helmut Schmidt
Fast alle Gesellschaften der westlichen Kultur sind seit mehr als hundert Jahren von einem wachsenden Anteil ab 60-Jähriger geprägt, der gleichzeitig mit einem sinkenden Anteil Junger einhergeht (Winkler 2006, S. 59). Vor allem bedeutet dies, dass „das durchschnittliche Alter aller auf der Welt lebenden Menschen steigt, [und] die Weltbevölkerung altert“ (Thieme 2007, S. 66). Dieses Phänomen wird häufig mit dem Begriff der „Alterung von oben“ definiert, in Abgrenzung zur „Alterung von unten“, die auf dem Rückgang der Fertilität sprich der Geburtenzahl beruht.
So werden die Menschen nicht nur älter – gleichzeitig bekommen sie immer weniger Kinder, was die Alterung der Gesellschaft „von unten“ forciert.
Dieser Prozess, dieses Zusammenspiel o.g. Faktoren wird als demografischer Wandel bezeichnet und ist inzwischen zum Politikum avanciert. Politik, Medien, Wirtschaft und die Gesellschaft selbst beschäftigen sich mit der alternden Gesellschaft (Vaupel/von Kistowski 2007, S. 54).
[...]
Quote paper:
B.A. Simon Rohlfs, 2008, Demografischer Wandel und Folgen für die Gesellschaft, Munich, GRIN Publishing GmbH
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