Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung. 3
2 Freihandel in der Kritik. 5
3 Der Übergang zu einer nachhaltigen Gesellschaft. 7
3.1 Nachhaltigkeit - Das „neue“ Leitbild. 7
3.2 Transformation der Forderungen in anwendbare Standards. 8
3.3 Ein Blick den Freihandel. 11
4 Hat das Leitbild Nachhaltigkeit die Freihandelsideologie abgelöst? 12
5 Zusammenfassung. 14
Literaturverzeichnis. 15
Quellenverzeichnis. 16
ii
1 Einleitung
Nach dem Zweiten Weltkrieg galt es den Welthandel und die Weltwirtschaft zu stabilisieren und zu fördern. Auf der 1944 abgehaltenen Bretton-Woods-Konferenz wurde aus diesem Grund die Einrichtung eines festen Wechselkurssystems beschlossen sowie der „Internationale Währungsfonds“ und die Weltbank gegründet. Die Gründung einer Welthandelsorganisation scheiterte jedoch und so trat stattdessen am 1. Januar 1948 das „General Agreement on Tariffs and Trade“ (GATT) in Kraft. Erklärtes Ziel dieses völkerrechtlichen Vertrages zwischen zunächst 23 Staaten 1 war die Förderung der weltwirtschaftlichen Entwicklung und des Wohlstandes durch Handelsliberalisierung mittels Abbau von Handelsbarrieren und eines Prozesses zur friedlichen Lösung von Handelskonflikten. Kernelemente waren und sind das Prinzip der Gleichbehandlung sowie das Verbot mengenmäßiger und der Abbau nichttärifärer Handelsbeschränkungen. (Vgl. BMZ-Website: GATT). Im Laufe der Zeit traten immer mehr Staaten dem Vertrag bei, so dass zur Gründung der World Trade Organization (WTO) als Ergebnis der Uruguay-Runde im Jahre 1995 bereits 123 Länder als gleichberechtigte Vertragsparteien Mitglied waren. Bis zum 23. Juli 2008 wuchs die Zahl auf 153 an; 29 weitere Staaten streben die Mitgliedschaft offiziell an. 2 (Vgl. www.wto.org).
Im Zuge dieser Arbeit sollen die Schattenseiten des Strebens nach dereguliertem Freihandel aufgezeigt und alternativ das mittlerweile international handlungsleitende Konzept nachhaltiger Entwicklung vorgestellt werden. Im Anschluss daran soll diskutiert werden, inwieweit das Freihandelsparadigma dem Paradigma der nachhaltigen Entwicklung gewichen ist.
Zunächst wird in Kapitel 2 die Kritik am Freihandel aufgegriffen. In Kapitel 3 wird das Konzept nachhaltiger Entwicklung vorgestellt und die Überführung des Konzeptes in Standards zur Handlungsausrichtung erörtert. Abschließend wird
1 Australien, Belgien, Brasilien, Burma, Kanada, Ceylon, Chile, Republik China, Kuba, Frankreich, Indien, Libanon, Luxemburg, Neuseeland, Niederlande, Norwegen, Pakistan, Südrhodesien, Südafrikanische Union, Syrien, Tschechoslowakei, Vereinigtes Königreich, USA. (General Agreement on Tariffs and Trade, S. 1)
2 Details über den Stand der Aufnahme sind unter http://www.wto.org/english/thewto_e/acc_e/ status_e.htm einzusehen.
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noch ein Blick auf den derzeitigen Status des Freihandels geworfen. Nach dieser Bestandsaufnahme wird im Kapitel 4 anhand der dargestellten derzeitigen Situation die Diskussion zu der Frage geführt, ob das dem GATT und der WTO zugrunde liegende Leitbild des Freihandels abgelöst hat.
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2 Freihandel in der Kritik
Dem GATT liegt die Idee zugrunde, dass weltweiter Freihandel effizienzsteigernd wirkt und somit den Wohlstand aller mehrt. Im Laufe der Jahrzehnte verschmolzen vormals größtenteils eigenständige regionale Märkte miteinander und allein in den ersten 25 Jahren GATT wuchs die Weltwirtschaft um durchschnittlich 5 Prozent im Jahr, der Welthandel nahm jährlich im Schnitt um 8 Prozent zu (vgl. The WTO Information and Media Relations Division 2007, S. 13). Der gewünschte Effekt einer Stimulation der Weltwirtschaft schien also erreicht. Allerdings waren die Marktteilnehmer zunehmend einem globalen „raise to the bottom“ ausgesetzt. Durch die globale Gleichbehandlung von regional ganz unterschiedlichen Bedingungen ausgesetzten Marktteilnehmern war Effizienzsteigerung die Antwort, um am Weltmarkt bestehen zu können. Diese Entwicklung ging aber zwangsläufig mit einem Wettlauf um niedrigste ökologische und soziale Standards einher, aus dem vor allem transnationale Konzerne als Sieger hervorgingen, die ihre Produktion einfach dorthin verlagerten, wo die Standards am niedrigsten sind (vgl. Lorenzen 2007, S. 11 und Santarius 2008 S. 69). Die Erreichung des Ziels der Wohlstandsverbesserung für alle ist demnach zumindest langfristig betrachtet vom Scheitern bedroht, da einer unspezifischen Deregulierung und Liberalisierung des Welthandels offenbar die nachhaltige Komponente fehlt. Und folgt man der Argumentation einer weit verbreiteten Meinung, so begünstigt die Förderung des weltweiten Freihandels sogar den Trend zu Produktion und Konsum umweltschädlicher Produkte sowie das Umwelt- und Sozialdumping. (Vgl. Altemöller 2000, S. 214f., Lorenzen 2007, S. 5). Der durch GATT bzw. WTO immer mehr deregulierte Welthandel und die Weltwirtschaft stehen zunehmend in der Kritik, da ihre Ziele gemeinhin zu kurz greifen und dadurch Umweltschutzprobleme provoziert und zunehmende soziale Ungerechtigkeit begünstigt werden. Daher wurden seit den 80er Jahren zunehmend Stimmen laut, die ein Umdenken in Richtung einer nachhaltigen und generationsübergreifend gerechten, ökologischen Gesamtstrategie fordern und eine Entwicklung anstreben, „[...] die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, daß künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können." (Brundtland 1987, S. 46).
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Arbeit zitieren:
Jan Kietzmann, 2009, Der Übergang zu einer nachhaltigen Gesellschaft, München, GRIN Verlag GmbH
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