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Schein statt Sein

warum unpolitische Eigenschaften von Politikern eine bedeutende Rolle spielen können - Eine Untersuchung des Nachrichtenfaktors Personalisierung

Title: Schein statt Sein

Term Paper , 2008 , 18 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Arne Michel Mittasch (Author)

Communications - Media and Politics, Politic Communications
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„Politischer Popstar wieder Willen“ „Vom Popper zum Regierenden“
„Ein Bürgermeister zum Kuscheln“ „Ole für alle“ „Glaubwürdiger, tatkräftiger, sympathischer“ (allesamt Zitate aus dem Hamburger Bürgerschaftswahlkampf 2008)
In dieser Arbeit wird aufgezeigt, wie das Zusammenspiel von Politikern, Medien und Wählern dazu führen kann, dass nicht die Politik im Mittelpunkt der politischen Berichterstattung steht, sondern persönliche Merkmale von einzelnen Politikern.
Hierbei wird zu Beginn der Verlauf der Erforschung von Nachrichtenfaktoren entlang des Faktors Personalisierung dargestellt. Die Bedeutung bzw. der mögliche Bedeutungszuwachs dieses Faktors ist in der Fachliteratur höchst umstritten. Während Sarcinelli und Tenscher „keinen generellen Trend zur Personalisierung der Politik“ ausmachen (Sarcinelli/Tenscher 2003: 19), gewinnt die Personalisierung der Politik für Meng an Bedeutung (vgl. Meng 2003: 179). Gerade diese Uneinigkeit in der Wissenschaft macht den Reiz einer Untersuchung der Wirkungsweise des Faktors Personalisierung aus. Da diese Differenzen bereits bei der eindeutigen Begriffsfestlegung von Personalisierung beginnen, folgt nach einer historischen Betrachtung des Nachrichtenfaktors, ein Überblick über verbreitete Deutungsweisen.
Im folgenden Kapitel wird zunächst gezeigt, welche Rolle die Interaktion von Wählern, Medien und Politikern für die Bedeutung des Nachrichtenfaktors Personalisierung spielt. Daraufhin werden verschieden Handlungsweisen der betroffenen Akteure dargestellt, die dazu führen können, dass der Politiker, und nicht der politische Inhalt, im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses steht. Als nächstes werden Erklärungen aus verschiedenen Perspektiven angeführt, welche das zuvor beschriebene Handeln legitimieren. Abschließend gilt es, negative Wirkungen einer personalisierten Politikberichterstattung aufzuzeigen.
Bei der Recherche des beschriebenen Themas fiel auf, dass es sehr unterschiedliche Herangehensweisen an das Thema Personalisierung gibt, aus denen höchst unterschiedliche Befunde resultieren. Die Wirkung des Nachrichtenfaktors Personalisierung ist ebenso umstritten, wie das Zustandekommen der Befunde. Es ist nicht Ziel dieser Arbeit, den gesamten Forschungsverlauf der Personalisierung darzustellen. Vielmehr gilt es aufzuzeigen, wie Personalisierungen zu Stande kommen können und welche Resultate folgen.

Excerpt


Gliederung

1. Hinführung zum Thema

2. Der Nachrichtenfaktor Personalisierung

2.1 Historische „Stationen“ der Personalisierung

2.2 Personalisierungs-Definitionen

3. Wirkungsrichtung, Konstruktion, Legitimation und Resultate von Personalisierungen

3.1 Handlungssystem Politik, Medien und Wähler

3.2 Konstruktion von Personalisierungen

3.3 Legitimation der Personalisierung

3.4 Kritik an der Personalisierung

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen der Personalisierung in der politischen Berichterstattung, um aufzuzeigen, wie das Zusammenwirken von Politik, Medien und Wählern dazu führt, dass persönliche Merkmale von Politikern zunehmend in den Mittelpunkt rücken und dabei sachpolitische Inhalte verdrängen können.

  • Entwicklung des Nachrichtenbegriffs Personalisierung in der Kommunikationswissenschaft.
  • Interdependente Beziehungen zwischen politischen Akteuren, Medien und dem Wähler.
  • Strategische Nutzung von Medienlogik durch Politiker zur Erzeugung von öffentlicher Aufmerksamkeit.
  • Legitimation der Personalisierung im Kontext publizistischer und gesellschaftlicher Anforderungen.

Auszug aus dem Buch

3.2 Konstruktion von Personalisierungen

Ausgangslage der Personalisierung ist einerseits das Interesse von politischen Akteuren gewählt zu werden. Zum anderen wollen die Medien möglichst viele Rezipienten erreichen. Zunächst zum Aspekt der Wählermaximierung aus Sicht des Wählers.

Da es Großteilen des Wahlvolkes schwer fällt, sich mit einer Partei und deren Programm zu identifizieren, und zudem der Prozess der politischen Entscheidungsfindung aufgrund seiner Intransparenz nicht nachvollziehbar ist, wählt das Elektorat nach anderen Kriterien. Da zusätzlich der Anteil des einzelnen politischen Akteurs an politischen Entscheidungen nicht klar ist, orientiert sich der Wähler zunehmend, der These von Popkin folgend, an persönlichen Merkmalen von Politikern (vgl. Brettschneider 2002: 58; Schulz 2008: 277). Lass stellt fest, dass im Zuge der „vermenschlichte“ Politiker wichtiger wird, als dessen professionelles Können (vgl. Lass 1995: 10). Die folgende personenorientierte Wahl ist aus Gemeinwohlperspektive alles andere als rational (vgl. Lass 1995: 26 f.; Brettschneider 2002: 134). Interessant bei dieser Analyse ist, wie sich das Politikerbild des Wählers zusammensetzt. Brettschneider kommt zu dem realistischen Schluss, dass sich das Politikerimage aus dem tatsächlichen Auftreten eines politischen Akteurs und dem von den Medien erzeugten Bild zusammensetzt (vgl. Brettschneider 2002: 136).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Hinführung zum Thema: Einleitung in die Problematik, in der anhand aktueller Beispiele die steigende Bedeutung der Personalisierung in der politischen Berichterstattung verdeutlicht wird.

2. Der Nachrichtenfaktor Personalisierung: Darstellung der theoretischen und historischen Entwicklung des Nachrichtenbegriffs Personalisierung innerhalb der Forschung.

3. Wirkungsrichtung, Konstruktion, Legitimation und Resultate von Personalisierungen: Analyse der komplexen Wechselbeziehung zwischen Akteuren sowie die Untersuchung, wie und warum Personalisierung konstruiert und legitimiert wird.

4. Fazit: Zusammenfassende Reflexion der Ergebnisse über die komplexen Bedingungen der Personalisierung und deren Auswirkungen auf die Qualität politischer Berichterstattung.

Schlüsselwörter

Personalisierung, Nachrichtenwertforschung, politische Kommunikation, Medienlogik, Wählerverhalten, Politikvermittlung, Medienwirkung, Inszenierung, Selbstdarstellung, politische Kultur, Öffentlichkeitsarbeit, Wahlverhalten, politischer Akteur, Medienberichterstattung, Machtdarstellung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, warum und wie persönliche Eigenschaften von Politikern in der Medienberichterstattung zunehmend an Bedeutung gewinnen und welche Mechanismen dabei wirken.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Nachrichtenwertforschung, das Zusammenspiel von Politikern und Journalisten sowie die Auswirkungen dieses Prozesses auf die politische Willensbildung der Wähler.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie das Zusammenspiel der Akteure zu einer Personalisierung führt und welche resultierenden Effekte für die Qualität der politischen Berichterstattung entstehen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine theoriegeleitete Untersuchung, die auf der Auswertung bestehender Fachliteratur und kommunikationswissenschaftlicher Konzepte zur Nachrichtenwertforschung basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einordnung des Begriffs, die Analyse der Interdependenz zwischen Politik und Medien sowie die Legitimation und kritische Würdigung der Personalisierung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Personalisierung, Nachrichtenwert, Medienlogik, politische Inszenierung und Wählerverhalten definiert.

Welche Rolle spielen politische Akteure bei der Personalisierung?

Politische Akteure nutzen die Medienlogik gezielt für die eigene Inszenierung und Darstellung, um mediale Dauerpräsenz zu erreichen und diese in politisches Kapital umzuwandeln.

Warum kritisieren manche Autoren die Personalisierung der Politik?

Kritisiert wird vor allem, dass durch den Fokus auf Personen und deren Image sachpolitische Inhalte und Diskussionen verdrängt werden, was zu einer Entfremdung der Wähler von politischen Sachthemen führen kann.

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Details

Title
Schein statt Sein
Subtitle
warum unpolitische Eigenschaften von Politikern eine bedeutende Rolle spielen können - Eine Untersuchung des Nachrichtenfaktors Personalisierung
College
University of Hamburg  (Wirtschafts- und Sozialwissenschaften)
Course
Politik und Kommunikation
Grade
1,3
Author
Arne Michel Mittasch (Author)
Publication Year
2008
Pages
18
Catalog Number
V127988
ISBN (eBook)
9783640345380
ISBN (Book)
9783640345229
Language
German
Tags
Schein Sein Eigenschaften Politikern Rolle Eine Untersuchung Nachrichtenfaktors Personalisierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Arne Michel Mittasch (Author), 2008, Schein statt Sein, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127988
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