1. Einleitung
Ich werde mich in dieser Hausarbeit mit der Rolle der adeligen Frau in der preußischen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts beschäftigen. Diese Rolle möchte ich anhand Theodor Fontanes Roman „Effi Briest“ untersuchen.
Beim ersten Lesen des Romans ist es mir sehr schwer gefallen zu begreifen, wieso sich Effi ohne Protest mit einem Mann verheiraten lässt, den sie weder kennt, noch liebt. Anscheinend zeigt sich die Unterdrückung der Frau auch im Leben einer Adeligen, die einer gehobeneren Gesellschaft angehört.
Wir jungen Frauen heute, die in einer fast emanzipierten Zeit aufgewachsen sind, können uns eine solche Unterdrückung nur schwer vorstellen, sodass ich es sehr interessant finde, eben diese Unterdrückung der adeligen Frau genauer zu untersuchen.
Ich werde mich also im Verlauf meiner Arbeit auf die Rolle der adeligen Frau im 19. Jahrhundert konzentrieren, wobei ich darauf eingehen werde, welchen Erwartungen sie sich stellen musste und welche Aufgaben sie zu erledigen hatte.
Da ich mich aber speziell auf die Figuren des Romans stütze, möchte ich keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit erheben. Für mich stellen sich vielmehr die Fragen, welchen Ansprüchen eine „gute Ehefrau“ gerecht werden muss und inwiefern Fontane mit seinem Roman, Kritik an der damaligen gesellschaftlichen Umstellungen üben wollte. Ziel meiner Arbeit soll es sein, durch entsprechende Untersuchungen und Ausführungen, entsprechende Antworten auf diese Fragen zu geben.
1. 1 Inhaltliche Zusammenfassung des Romans
In dem 1894 erschienenen Gesellschaftsroman „Effi Briest“ schreibt der Autor Theodor Fontane die Geschichte der jungen adeligen Effi Briest, die siebzehnjährig mit dem achtunddreißigjährigen Baron Geert von Innstetten, Landrat in Kessin und ehemaliger Verehrer ihrer Mutter Luise von Briest, verheiratet wird. Effi verlässt das Elternhaus und zieht zu ihm nach Kessin. Ihr Leben dort stellt sich als äußerst trist heraus: Während der strebsame Geert Innstetten seinem Beruf nachgeht, langweilt sich seine Frau zu Hause. Der ansässige Landadel verhält sich Effi gegenüber abweisend, sodass auch die Geburt ihrer Tochter Annie ihr eintöniges und langweiliges Leben nicht entscheidend verändern kann. Als nun der - auch verheiratete - Major Crampas auftaucht, beginnt die Effi eine heimliche Affäre mit ihm. Diese beendet sie jedoch, als ihr Mann aus beruflichen Gründen nach Berlin berufen wird.
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Obwohl die junge Effi von Schuldgefühlen geplagt wird, erholt sich die Ehe zwischen ihr und dem Baron zunächst, da dieser erst sechs Jahre später durch Zufall von der Affäre seiner Gemahlin erfährt. Der Betrogene trennt sich von seiner Ehefrau und fordert Crampas zum Duell, der bei diesem umkommt. Von ihrem Mann getrennt, verwehrt Familie Biest Effi zudem die Heimkehr in ihr Elternhaus. Zum einsamen Leben abseits der Gesellschaft gezwungen, siecht Effi vor sich hin. Die Tochter gemeinsame Tochter Anni, die bei ihrem Vater aufwächst, sieht Effi nur ein einziges Mal, wobei sich diese ihrer Mutter gegenüber sehr reserviert verhält. Anni kommt mit diesem Verhalten der Forderung ihres Vaters nach.
Erst als Effi schwer erkrankt und ihr Arzt einen Brief an das Elternhaus Briest sendet, gewähren die Eltern ihrer Tochter nach Hause zurückzukommen. Dort verlebt Effi eine letzte glückliche Zeit, ehe sie schließlich im Alter von neunundzwanzig Jahren stirbt. Innstetten, der Effi überlebt, fragt sich, ob er ihr gegenüber richtig gehandelt habe.
2. Voreheliche Erziehung
2.1 Erziehung zur Ehefrau
Die Ziele der Jungen- und Mädchenerziehung unterschieden sich grundlegend im Preußen des 19. Jahrhunderts. 1 Gemäß der geschlechterspezifischen Rollenverteilung war der Mann „des Weibes Beschützer und Oberhaupt, das Weib hingegen die […] anschmiegsame, sich an ihn haltende[…]dankbare und folgsame Gefährtin“ 2 . Da es sich für Töchter höhere Standes nicht schickte, arbeiten zu gehen, war das vorrangige Ziel der Mädchenerziehung, es zu einer guten Ehefrau und Mutter heranzubilden, die den damaligen Tugenden entspricht. Und doch stellt Effi scheinbar stellvertretend für alle Frauen dieser Zeit fest: „Wir müssen verführerisch sein, sonst sind wir gar nichts...“ 3 . In dieser Aussage ist wohl ein gewisser Kontrast zur oben genannten geforderten Tugendhaftigkeit zu erkennen.
2.1.1 Die Rolle der Mutter
In Fontanes Roman „Effi Briest“ wird diese „Erziehung zur Ehefrau“ auch der Titelheldin zuteil. So verrichten Effi und ihre Mutter häufig gemeinsame Handarbeit, wodurch Effi bereits mit der prägenden Vorstellung aufwächst, dass diese typische Frauenarbeit sei. Im Verständnis des Adels
1 Werner Sudendorf: Marlene Dietrich. In: Étienne Francois, Hagen Schulze (Hrsg.): Deutsche Erinnerungsorte. Band
2. München 2003.S. S.620-637. Dort S.624.
2 Joachim Heinrich Campe: Väterlicher Rath für meine Tochter. Ein Gegenstück Theophron. Braunschweig 1809.
3 Theodor Fontane: Effi Briest. München 2009. S.138 Z.4.
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war die Ehefrau „Mutter […] und Herrin“. 4 (Auf den Aspekt häuslicher Aufgaben von Ehefrauen werde ich genauer eingehen, wenn ich mich unter 3.1 mit Effis Eheleben auseinandersetze.) „Neben der Hausführung war die Ehefrau für die Erziehung der Kinder zuständig.“ 5 So spielen auch in Effis Erziehung preußische Werte 6 wie Fleiß, Ordnungsliebe, Sparsamkeit und Disziplin, die Effi durch ihre Mutter vorgelebt werden, eine sehr große Rolle. Die wichtigste dieser Tugenden ist dabei aber die „Pflichterfüllung“ 7 .
Es lässt sich an einigen Textstellen nachweisen, dass auch Effi, im Sinne dieser Werte, sehr konservativ erzogen wird. So gibt die Wendung „Frau von Briest, sonst so kritisch, auch ihrem […] Kinde gegenüber“ 8 Aufschluss darüber, dass Effi häufig der mütterlichen Kritik ausgesetzt ist. Dass Frau von Briest nur „unter Umständen auch unkonventionell sein“ 9 kann, setzt voraus, dass sie sich normalerweise an die propagierten Normen der Gesellschaft hält. Dies zeigt sich beispielsweise auch daran, dass Frau von Briest sich um ihr Kind sorgt, weil es seine Gefühle zeigt. Aus dem gleichen Grund weist sie Effi zurück, da es anscheinend als unschicklich galt, seine Gefühle offen zu zeigen. So wächst Effi nur mit seltenen Zärtlichkeiten auf. Sie soll sich vielmehr standesgemäß verhalten, so wie ihre Mutter es ihr vorlebt. Deren Verhalten entspricht nämlich der Norm, Gefühle zu unterdrücken. So versucht sie ihre Emotionen sogar vor der eigenen Tochter zu verbergen, weshalb man davon ausgehen kann, dass Effi, obwohl sie von ihrer Mutter sehr geliebt wird, in ihrer Kindheit doch eher mit Kritik als mit Lob und Zärtlichkeiten umgehen musste. Die Liebe, die Frau von Briest ihrer Tochter entgegenbringt, bleibt nicht unerwidert. So wird schnell klar, dass die Mutter die engste Bezugsperson für Effi darstellt. Obwohl Effi, aus den dargelegten Gründen, nie hemmungslos offen mit ihrer Mutter über Gefühle spricht, wird doch deutlich, dass Frau von Briest einen weit größeren Einblick in Effis Gefühlswelt hat als ihre Freundinnen, welche als bloße Spielgefährtinnen angesehen werden müssen. Dieser Einblick befähigt sie dazu, Einfluss zu nehmen. So weist sie Effi bereits vor der Ehe mit Innstetten darauf hin, dass besonders Frauen „vorsichtig im Leben sein“ 10 müssen. Die Mutter will stets über Gedanken und Gefühle ihrer Tochter informiert sein und hinterfragt Effis Antworten. Man kann fast sagen, dass sie wie ein Gewissen agiert. Sie ist also verständnisvolle Ratgeberin ihres Kindes, was sie auch während Effis Ehe mit Innstetten bleibt, wie der stetige Briefkontakt beweist. Dieses Verhalten hat zur
4 Vgl. Anlage S.1 ff.
5 Vgl. ebd.
6 Werner Sudendorf: Marlene Dietrich. In: Étienne Francois, Hagen Schulze(Hg.): Deutsche Erinnerungsorte. Band 2. München 2003.S. S.620-637. Dort S.624.
Andrzej Kopacki: Preußische Tugenden. Ein Blick aus Polen. In: Stiftung Schloss Neuhardenberg. Ein Traum, was sonst?. Preußische Tugenden. Göttingen 2002. S.231-251.
7 Ebd. S.231
8 Theodor Fontane: Effi Briest. München 2009. S.23 Z.2 f.
9 Ebd. S.15 Z.23
10 Ebd. S.30 Z.20
4
Auswirkung, dass Frau von Briest Effi in großer Abhängigkeit von sich hält. Dies wird auch daran deutlich, dass sich Frau von Briest intensivst um die Wohnungseinrichtung ihrer Tochter und die Hochzeitsvorbereitungen kümmert. Die tiefe Liebe und große Bewunderung, die Effi ihrer Mutter entgegenbringt, dienen dieser so letztendlich als Instrumente, ihre Tochter in die gewünschte Richtung zu lenken. Also jene, die sie als beste für Effi und das Ansehen der Familie ansieht. Da Effi um die Liebe und das Wohlwollen ihrer Mutter weiß, ordnet sie sich ihr fraglos unter und sieht es als ihre Pflicht an, Frau von Briests Wünschen nachzukommen. In diesem Zusammenhang wird auch verständlich, warum die junge Frau es als selbstverständlich hinnimmt, dass die Eltern ihren Ehemann aussuchen.
Auch Effis Äußerungen gegenüber den Freundinnen ist zu entnehmen, dass sie stets darauf bedacht ist, den Wünschen ihrer Mutter gerecht zu werden, die, mehr noch als Erzieherin, Vorbild für Effi ist. Im Gespräch mit den Zwillingen und Hulda tritt Effis Bewunderung für ihre Mutter deutlich hervor: Effi bezeichnet sie nicht nur als „schöne Frau“ 11 , sondern betont auch ihre guten Umgangsformen, die „immer so sicher und dabei so fein und nie unpassend wie“ 12 die des Vaters seien. - Und das Maß, mit dem „die gute Ehefrau“ in Fontanes Preußen gemessen wird, ist nun einmal ihr Benehmen.
(Ich werde mich in 2.2 nochmals kurz auf die hier dargestellte Vorbildfunktion Frau von Briests, sowie die enge Beziehung zwischen Mutter und Tochter beziehen.)
2.1.2 Vom Vater übernommene „Weisheiten“
Effis Vater, Ritterschaftsrat von Briest 13 , erscheint Effi dagegen als weniger vorbildlich. Im Gegensatz zu seiner Frau vermag er es nicht, sich mit Andeutungen von Kritik an der preußischen Gesellschaft zurückzuhalten. Ihm mangelt es an Tugenden wie „Anstand“ 14 und „Disziplin“ 15 . Obwohl er sich den Konventionen der Gesellschaft augenscheinlich beugt, so sind seine Aussagen doch oft auf eine solche Weise zweideutig, dass in ihnen ein Mangel an Unterordnung hervortritt. So ist ihm die „Zwangslage“ 16 der Frauen gegenüber ihren Ehemännern durchaus bewusst, kann oder will sich aber keine eigene Meinung darüber bilden und übernimmt daher einfach die tradierten Normen. Dadurch finden diese schließlich auch Eingang in Effis Verständnis der
11 Theodor Fontane: Effi Briest. München 2009. S.8 Z. 20, S.71 Z.13
12 Ebd. S. 8 Z.21
13 Vgl. Theodor Fontane: Effi Briest. München 2009. S. 9, 16, 18
14 Erik v. Grawert May: Drei Miniaturen über Anstand, Maß, Mehr-Sein-als-Scheinen. In: Stiftung Schloss Neuhardenberg. Ein Traum, was sonst?.Preußische Tugenden. Göttingen 2002. S.45-58. Dort. S 47.
15 Bruno Preisendörfer: Hanswurst und Tyrann. Die gefährliche Tugend des Dienstes am Staat. In: Stiftung Schloss Neuhardenberg. Ein Traum, was sonst? Preußische Tugenden. Göttingen 2002. S.121-131. Dort S.121
16 Theodor Fontane: Effi Briest. München 2009. S.45 Z.11
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geschlechterspezifischen Rollenbilder: „Weiber weiblich, Männer männlich“ 17 . Dies ist der Lieblingssatz des Vaters, den Effi unreflektiert wiederholt. Wie das typisch Weibliche zu sein hat, wird an einer anderen Aussage Briests anlässlich der Heirat seiner Tochter deutlich: Er setzt Innstetten mit einem Stamm gleich und Effi mit einem Efeu, die sich um den Stamm, also Instetten, „darumzuranken habe.“ 18 An dieser Stelle wird deutlich, dass den Frauen kein eigener Willen und kein autonomes Handel zugesprochen wird, sie müssen sich vielmehr an den richtungsweisenden „Stamm“, also den Ehemann, halten. Diese oben genannte symbolische Verwendung von „Stamm“ und „Efeu“ im Bezug auf Innstetten und Effi, lässt zusätzlich Eigenschaften deutlich werden, die den Geschlechtercharakteren zugesprochen werden. Dem Mann wird Stärke und Kraft zugesprochen, auf die die eher schwache und formbare Frau angewiesen ist, wenn sie überleben will.
Zusätzlich erklärt von Briest, er sehe „keinen so großen Unterschied“ 19 zwischen einer Hochzeit und einer Jagdpartie. Diese Aussage bestätigt das vorherrschende Bild der „Männer als „Jäger“ 20 und der „Frauen als auf Jäger angewiesene“ 21 , also im Haus bleibende, „Brutversorgerinnen“ 22 .
2.1.3 Bildung
Auch die Bildung war, als Teilbereich der Erziehung, darauf ausgerichtet, heranwachsende Mädchen auf ihre spätere Rolle als Ehefrau vorzubereiten. So war es üblich, dass auch sie ein gewisses Maß an Bildung erhielten, obwohl sie vermutlich ohnehin niemals einen Beruf ergreifen würden, für den ein hohes Maß an Bildung notwendig gewesen wäre.
So geht auch Effi zur Schule und erhält beispielsweise Unterricht in Geografie. Jedoch sagt sie selbst einmal: „[...]ich kenne […] nur wenig. Leider.“ 23 Die Tatsache, dass sie dies bedauert, impliziert aber, dass sie sich durchaus für den Unterrichtsstoff interessiert. Bildung diente jedoch schlicht dem Zweck, das Mädchen an die gesellschaftliche Norm anzupassen: „Ein bisschen Klavier“ - auch Effi kann spielen - „und einem Haushalt vorstehen […] wurden erwartet“ 24. Also nur Fähigkeiten und Kenntnisse, die zur „Bestimmung des Weibes als Gattin, Hausfrau und Mutter“ 25 erforderlich waren.
17 Theodor Fontane: Effi Briest. München 2009. S.6 Z.21
Vgl. Sabina Becker, Sascher Kiefer: „Weiber weiblich, Männer männlich“?. Zum Geschlechterdiskurs in Theodor Fontanes Romanen. Marburg 2005.
18 Theodor Fontane: Effi Briest. München 2009. S.24 Z. 19
19 Ebd. S.37 Z.31
20 Thurnwald, Richard: Die Menschliche Gesellschaft in ihren ethno-soziologischen Grundlagen. Werden, Wandel und Gestaltung der von Familie, Verwandtschaft und Bünden im Lichte der Völkerforschung. Berlin, Leipzig 1932. S.12
21 Vgl. Anlage S.7
22 Vgl. ebd.
23 Theodor Fontane: Effi Briest. München 2009. S.155 Z.19 24 Vgl. Anlage S.11
25 Hannelore Faulstich-Wieland: Geschlechterverhältnisse im Bildungssystem-erörtert am Beispiel der
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Hedwig Dohm bringt es auf den Punkt: „Die Frau, die an deinem Herde lebt, darf nicht allzu klug sein, der Verstand muss bei ihr unter der Herrschaft des Gefühlsstehen, sie muss sein: passiv, rezeptiv, naiv.“ 26
So wird deutlich, dass Effis vernachlässigte Bildung sich auch auf ihre Ehe mit Baron von Innstetten auswirkt. Das unterschiedliche Bildungsniveau führt unter anderem dazu, dass Innstetten einerseits von Effi bewundert wird, er ihr andererseits aber auch das Gefühl vermittelt, ihm unterlegen zu sein. So sagt Effi: „Ich (…) habe mich immer klein neben ihm gefühlt…“ 27 (Unter 3.3 werde ich diesen Aspekt weiter ausführen.)
2.2 Heiratskriterien
Luise von Briest, deren Rolle als Vorbild und Ratgeberin bereits herausgestellt wurde (vgl.: 2.1.2), kann als diejenige betrachtet werden, die, abgesehen von Innstetten selbst, Effis Heirat am stärksten befürwortet. Als ein Grund hierfür ist wohl ihr Ehrgeiz anzusehen, der ihr gebietet, ihren Status in der Gesellschaft nicht nur zu erhalten, sondern möglichst zu verbessern. Dies wird auch daran deutlich, dass sie, ohne „langes Besinnen“ 28 , Ritterschaftsrat von Briest, aufgrund seiner gesellschaftlichen Stellung, zum Ehemann nahm. An dieser Stelle wird nun auch die Vorbildfunktion der Mutter für Effi deutlicherer: Die von der Tochter bewunderte Frau von Briest gibt ein mustergültiges Beispiel an Vernunft und Pflichterfüllung. So ordnet sich Luise von Briest selbst dem Zweck des Statuserhalts unter. So stellt sie die Pflicht und das Ansehen über ihre eigenen Interessen und bevorzugt somit die Sache an sich. Frau von Briests Ehrgeiz des „Staat-Machens“ 29 wird nun der Tochter anerzogen. Jedoch sind auch andere Faktoren mit dafür verantwortlich, dass Effi dieses Standesbewusstsein so verinnerlicht. So ist die Eitelkeit eine herausstechende Eigenschaft von ihr. Frau von Briest, die um diesen Charakterzug ihrer Tochter weiß, schmeichelt Effi kurz vor der Verlobung, sie könne sich „von [ihrer] klugen Effi kaum denken“ 30 , dass sie Innstettens Heiratsgesuch ablehnen würde. Zudem wäre es sicherlich beschämend für Effi, ein Leben lang von ihrer Verwandtschaft abhängig zu sein, da dies ihrem Stolz widerstreben würde. Effis Erziehung und das damit einhergehende anerzogene Standesbewusstsein, lässt sie ihre
Koedukationsdiskussion. In: Georg Kneer, Klaus Kraemer, Armin Nassehi (Hg.): Soziologie. Zugänge zur Gesellschaft. Münster 1996. S.49-78. Dort S.51 Z.3.
26 Hedwig Dohm: Der Frauen Natur und Recht: Zur Frauenfrage. Zwei Abhandlungen über Eigenschaften und Stimmrecht der Frauen. Ort nicht bekannt 1876.
Ulrike Kroneck: Frauenrollen. Zu Situation der Frau heute. München 2007. S. 126 f.
27 Theodor Fontane: Effi Briest. München 2009. S.318 Z.8f.
28 Ebd. S.9 Z.15
29 Elsbeth Hamann: Theodor Fontane. Effi Briest: Interpretationen. München 1981. S.47 Vgl. S.35.Z.13
30 Theodor Fontane: Effi Briest. München 2009. S.16 Z.12
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bürgerliche Freundin belehren: „Jeder ist der Richtige.“ 31 , unter drei Bedingungen: „Natürlich muss er von Adel sein und eine Stellung haben und gut aussehen.“ 32 Dass Effi ihre Freundin darauf hinweist, dass diese das nicht verstehen könne, legt die Vermutung nahe, dass Effi selber keine wirklichen Gründe für diese Kriterien nennen kann. Schließlich handelt es sich um tradierte Normen, die sie von ihrer Mutter übernommen hat und weniger aus eigener Überzeugung vorbringt. Innstetten jedenfalls erfüllt alle genannten Bedingungen: Er ist „ein schöner Mann […] mit dem ich Staat machen kann und aus dem was wird in der Welt“ 33 und noch dazu „gesund und frisch und so soldatisch und so schneidig.“ 34 ist.
Nur ein einziges Mal offenbart Effi ihrer Mutter, dass für sie auch die Liebe von Bedeutung ist. Sie geht sogar so weit zu sagen: „Liebe kommt zuerst“ 35 . Auf die beunruhigte Nachfrage der Mutter erklärt sie jedoch in noch kindlicher Naivität, dass sie alle liebe, die ihr gut wollten. Nur habe sie ein wenig Angst vor Innstetten, da ihr dieser, im Gegensatz zu ihr selbst, so vollkommen erscheint (vgl. 3.3). Da jedoch Erziehung und Vernunft stärker aufwiegen als Gefühle, stimmt Effi letztendlich der Heirat mit Baron Geert von Innstetten zu.
Doch warum fällt die Wahl des Schwiegersohnes ausgerechnet auf Innstetten? Hätte nicht ein anderer Mann diesen Bedingungen ebenso gerecht werden können? Aus Frau von Briests Sicht ist Innstetten auch auf persönlicher Ebene der beste Mann, den sich eine Frau wünschen kann, da „er in allem das richtige Maß hält“ 36 . Vielleicht erwartet sie, dass sich aus diesem „Maß“ einmal Liebe in der Ehe ihrer Tochter entwickelt, was quasi einen positiven Nebeneffekt darstellen würde. Die Bemerkung der Pastorsfrau legt allerdings den Schluss nahe, dass Frau von Briest jenen inneren Wunsch verwirklichen will, der ihr selber in der Jugend versagt blieb: Den Mann zu heiraten, dem ihre Zuneigung gilt.
Für Innstetten kann man ähnliches Vermuten. Wenn er schon die Mutter nicht heiraten kann, entscheidet er sich eben für die Tochter. Von dieser nimmt er wahrscheinlich an, sie besitze ähnliche, ihm angenehme Eigenschaften, wie die versagte Mutter. Hinzu kommt, dass Effi nicht nur hübsch ist, sondern auch noch aus einer „guten“ Familie stammt: „Für den Mann war die Heirat wichtig, weil die Frau mit ihrer Schönheit […][und] ihren Fähigkeiten als Mutter und Hausfrau seinen beruflichen Erfolg repräsentierte.“ 37 So lassen sich also auch bei Innstetten karriereorientierte Motive erkennen.
31 Theodor Fontane: Effi Briest. München 2009. S.19 Z.27 ff.
32 Ebd.
33 Theodor Fontane: Effi Briest. München 2009. S.35 Z.13 f.
34 Ebd. S.35 Z.20 f.
35 Ebd. S.33 Z.1
36 Ebd. S. 34 Z.21 f.
37 Vgl. Anlage S.8
8
(Weiteres zur Repräsentationsaufgabe der Frau werde ich in 3.2 ausführen.) Da Arbeit für Frauen unschicklich war, waren sie lebenslänglich von einem Mann als Versorger abhängig. Wollten die Eltern ihren Töchtern also eine gute Zukunft sichern, was mit Sicherheit auch die Absicht Effis Eltern ist, so sind sie auf einen Schwiegersohn angewiesen, der sicher gestellt ist. Jedoch muss die oben genannte „sichere Stellung“ und der damit einhergehende Erfolg, zuvor erarbeitet werden. Erfolg versprach nicht nur das Ansehen der Gesellschaft, sondern auch ein gesichertes Einkommen. Wollte ein Brautwerber also nicht mit „leeren Händen“ kommen, so musste er sich den Erfolg bereits erarbeitet haben. Hieraus ist die große Altersdifferenz, die bei Effi und Innstetten vorhanden und in dieser Zeit nicht ungewöhnlich ist, ableitbar. Die Kriterien für eine Hochzeit waren also in erster Linie rational, Die finanzielle Lage und das gesellschaftliche Ansehen waren die Hauptkriterien. So stellt die Liebe allein oft keinen Grund dar, eine Ehe einzugehen. Die Tatsache, dass Innstetten um Effis Hand anhält, obwohl er sie zuvor nur ein einziges Mal gesehen hat, unterstützt die Ansicht, dass er sie nur aus den oben genannten Gründen zur Frau nimmt und nicht, weil er sie liebt. Hierin spiegelt sich auch die für die Zeit übliche Sicht der Frau als Objekt wieder, die auch in den ausführlichen Verhandlungen zwischen Instetten und den Briests zum Vorschein kommt. Das Kennenlernen der beiden zukünftigen Ehepartner tritt dagegen in den Hintergrund, wie ich im Folgenden aufzeigen werde (vgl.2.3).
2.3 Innstettens „Bemühungen“ um Effi
Es scheint fast so, als würde Baron von Innstetten fast „zwischendurch“ um Effis Hand anhalten, da sein Zeitrahmen durch seinen Beruf sehr eingeengt ist. So kann er der Familie Briest lediglich einen Besuch von kurzer Aufenthaltsdauer abstatten, sodass sich Effi und er nicht wirklich bekannt machen und kennenlernen können. So besteht die einzige Vertrautheit der beiden darin, dass sie sich beim Vornahmen nennen. 38 Diese Tatsache lässt bereits eine grundsätzliche Prioritäten von Innstetten deutlich werden: Erst Beruf, dann Ehe.
Wie es Höflichkeit und Anstand dem formvollendeten Innstetten jedoch gebieten, verspricht er seiner Zukünftigen, täglich einen Brief zu schreiben, während er im Gegenzug nur wenige Antworten von Effi erwartet. So gut all dies auch gedacht sein mag - insofern er Effi damit den Beginn der gemeinsamen Ehe erleichtern will - so sehr zeigen die Briefe, wie wenig Innstetten von Frauen versteht. So kommt ihm nicht der Gedanke, Effi Fragen zu stellen, um somit ein Interesse an ihrer Person ausdrücken, sodass er sie auf diese Weise nicht für sich zu gewinnen kann. Stattdessen beschreibt er nüchtern sein eigenes Leben. Dies legt sein Frauenbild offen. Er geht von einer
38
Vgl. Theodor Fontane: Effi Briest. München 2009. S.19 Z.22 f.
9
passiven Frau aus, die dem Mann unterlegen ist und sich ihm anpasst. Er rechnet nicht mit Effis Wunsch, die Partnerschaft aktiv mitzugestalten (vgl.3.3). Als Innstetten bemerkt, dass Effis Antwortbriefe seltener werden, macht er ihr hieraus keinen Vorwurf, sodass die seine scheinbare Gleichgültigkeit gegenüber seiner Braut verstärkt wird. Er selbst hingegen hält sich diszipliniert an seine selbstauferlegte Verpflichtung des täglichen Briefschreibens.
Effi, die ihre Angst vor dem Unbekannten der Ehe dadurch verdrängt, dass sie sich diese in einer Wunschvorstellung ausmalt, ist von der steifen Förmlichkeit der Briefe ihres zukünftigen Ehemannes enttäuscht. Dies führt dazu, dass sie immer mehr das Interesse an Innstetten verliert und damit einhergehend auch das Interesse an den Hochzeitsvorbereitungen. Innstetten ist nicht in der Lage, wirkliche Verliebtheit in Effi hervorzurufen., die nicht aber ebenfalls nicht zwischen der Liebe zu ihm oder zu anderen unterscheidet. Sie behauptet mit kindlicher Naivität: „Ich liebe alle, die’s gut mit mir meinen und gütig gegen mich sind und mich verwöhnen“ 39 . Doch gerade die Beständigkeit von Innstettens Versuch Effi für sich zu gewinnen, wirkt langweilend auf die junge Frau mit dem ausgeprägten Sinn für Spiel und Abenteuer. Darum führt sein Werben eher zum Gegensatz der beabsichtigten Wirkung: Effi erklärt ihrer Mutter, dass gerade er ein „Mann von Grundsätzen“ 40 sei, mache ihr Angst. Diese Aussage kann als einziges selbstgefälltes Urteil von Effi nach der Verlobung angesehen werden, denn allen anderen gegenüber betont sie, wenn auch mit merklicher Unsicherheit und ganz ihrer vorigen Meinung entgegengesetzt: „Jeder ist der Richtige.“ 41 Doch Innstetten kann seine Steifheit, was Emotionen angeht, auch mit fortschreitender Zeit nicht überwinden, wie Effis Kommentar zum emotionalen Gehalt seiner Briefe aufzeigt: „er nimmt immer einen Anlauf, aber das meiste könnt ich auf dem Schulzenamt anschlagen lassen“ 42 . Bereits in Innstettens ungelenken Bemühungen vor der Hochzeit zeichnet sich ab, dass zwar Effis gesellschaftlicher Ehrgeiz gestillt werden kann, doch tut sich bereits hier eine erste emotionale Lücke auf. (Auf diesen Aspekt, sowie auf die Tatsache, dass Innstetten dazu neigt, den Namen seiner Frau zu verniedlichen, werde ich in 3.3 vertiefend eingehen.)
39
Theodor Fontane: Effi Briest. München 2009. S.35 Z.2 f.
40 Ebd. S.36 Z.6
41 Ebd. S.19 Z.25 f.
42 Ebd. S.33 Z.19 ff.
10
3. Effi: Eine „gute“ Ehefrau?
3.1 Häusliche Aufgaben
Schon das preußische Gesetz legt fest, dass die Ehefrau dem Mann untergeordnet ist. 43 Gleich zu Beginn der Ehe lässt sich feststellen, dass Effi, die Hemmungen hat „so ohne weiteres von ihrem “Manne“ zu sprechen“ 44 , sich noch nicht mit ihrer Rolle als Gattin und Hausfrau identifizieren kann. Sie bemüht sich aber, dies zu verbergen und keinen Fehler zu begehen, der sie beispielsweise vor ihrem Personal bloßstellen könnte. Als sie einmal verspätet zum Frühstück erscheint, beruft sie sich deshalb zur Verteidigung auf ihre gute Erziehung: Sie bemüht sich, ihrer Eltern wegen, um formvollendete Tugendhaftigkeit gemäß dem Idealbild der guten Ehefrau. Schon hier wird der Druck, dem Effi ausgesetzt ist, sehr deutlich. Dadurch, dass sie allen Erwartungen gerecht werden will, kommt sie auch der Konvention nach, zu heiraten, um nicht lebenslänglich auf die Verwandtschaft und auf die Eltern angewiesen zu sein. Aus diesem Grund ist es nicht verwunderlich, dass es Effi rasch langweilig wird, als Innstetten seinem Beruf wieder nachgeht. Aus Statusgründen dazu verdammt, nicht arbeiten zu dürfen und somit abhängig von einem Mann zu sein, den nicht liebt, entsteht ein schnell ein Mangel an Abwechselung in Effis Leben“ 45 führt. Ein Überschuss an „Langeweile“ 46 also, den Effi nach eigenem Bekunden „nicht aushalten kann“ 47 . Sie versucht das „Gefühl der Einsamkeit“ 48 zu verdrängen, welches sich im Verlauf der Ehe jedoch zunehmend verstärkt. Sie steigert sich immer mehr in Selbstzweifel hinein, auf die ihr Unterbewusstsein reagiert, indem es ihr Spukerscheinungen (vgl.3.3) vorgaukelt. Nicht einmal spazieren gehen kann Effi um sich abzulenken, „weil Innstetten sie nicht begleiten konnte“ 49 . Innstetten nimmt sich stets mehr Zeit für seine Arbeit, als für seine Ehefrau. Zudem wird an diesem Beispiel erneut die Abhängigkeit der Frau vom ihrem Mann deutlich. Das Idealbild des „sanfte[n] Geschlecht[s]“ 50 bestand in der Aufgabe der Frau, dem Ehemann zu gefallen, ihn zu pflegen, ihm sexuelle Befriedigung zu geben und ihm das Leben möglichst angenehm zu gestalten. Von der Geburt ihrer Tochter erhofft sich Effi „Leben und Zerstreuung“ 51 um sie herum, doch auch in diesem Fall wird sie enttäuscht. So wird die Erziehung ihrer Tochter beispielsweise von einem Kindermädchen übernommen. So reißt selbst das „höchstes Glück“ 52 Effi nicht aus ihrem grauen
43 Vgl. Stiftung Schloss Neuhardenberg (Hrsg.). Ein Traum, was sonst?.Preußische Tugenden. Göttingen 2002
44 Vgl. Theodor Fontane: Effi Briest. München 2009. S.240
45 Ebd. S.33 Z 2 f., S.42. Z.17, S.111 Z.24
46 Ebd. S.33 Z.4, S.42 Z.18
47 Ebd. S.33 Z.4
48 Ebd. S. 77 Z.31
49 Ebd. S.120 Z.24
50 Claude Amareé:Das wahre Gesicht des schönen Geschlechts. Berlin 2008. S.5 Z.18
51 Theodor Fontane: Effi Briest. München 2009. S.111 Z.24 f.
52 Ebd. S. 111 Z.31
11
und langweiligen Alltag.
Insgesamt sind Effis häusliche Aufgaben, also die einer adeligen Frau , lediglich darauf beschränkt, die weibliche Schönheit an der Seite des Ehemannes darzustellen und diesem Nachkommen zu schenken, also Kinder zu gebären.
3.2 Gesellschaftliche Verpflichtungen
Wenn eine Dame im 19. Jahrhundert ihren Ruf nicht verderben wollte, so musste sie Haltung bewahren und den Normen der Gesellschaft entsprechen. Auch Effi versucht diesem Ideal gerecht zu werden und sich somit möglichst tugendhaft zu verhalten. Sie ist sich durchaus im Klaren, dass ihr eine gewisse Repräsentationspflicht zukommt. So erkundigt sie sich nicht nur aus dem Wunsch nach Zerstreuung, sondern auch aus diesem gesellschaftlichen Wissen heraus, nach „Umgang und Gesellschaft“ 53 . Dass diese Pflicht zu Repräsentation eine Art Leistungsdruck bei ihr auslöst, wird beispielsweise vor der Begegnung mit Gieshübler deutlich: „Der armen jungen Frau schlug das Herz, weil es das erste Mal war, dass sie sich als Hausfrau und noch dazu als erste Frau der Stadt zu zeigen hatte.“ 54 So muss sie sich beispielsweise bei bestimmten Anlässen zeigen, wie dem „Ressourcenball, auf dem Effi nicht fehlen durfte“ 55 . Effi ist stets darum bemüht, nach außen stark zu wirken, um das Ansehen ihres Mannes zu unterstützen. Dass Innstetten die gleiche Auffassung von Repräsentation hat, beweist der Zusammenhang, den er zwischen seiner Karriere und der Repräsentation, seiner Frau, herstellt: „Wirst du populär werden und mit die Majorität sichern, wenn ich in den Reichstag will?“ 56 Diese Repräsentationspflicht ist, trotz Effis anfänglicher Angst, in ihrem Sinne. Sie behauptet sogar, sie habe Innstetten vor allem aus Ehrgeiz (vgl.2.2) geheiratet. Am Kessiner Landadel scheitert sie jedoch. Sie wird schnell als „“rationalistisch angekränkelt“ “ 57 abgeurteilt und von Sidonie v. Grasenabb sogar als „Atheistin“ 58 beschimpft. Dies ist als Beleidigung anzusehen, da sie Effi unterstellt, ihren Pflichten als Ehefrau nicht gerecht zu werden: denn zu denen gehört unter anderem die Repräsentation der religiösen Integrität der Familie. So werden besonders in der Gesellschaft des Landadels strenge Zwänge und Konventionen deutlich. Es ist immer wieder von lästigen Pflichtbesuchen die Rede, denen sich weder Innstetten noch Effi widersetzten, um ihr Ansehen, und dadurch Innstettens Karriere, nicht zu gefährden.
53 Theodor Fontane: Effi Briest. München 2009. S.62 Z. 13 f.
54 Ebd. S. 69 Z. 10 ff.
55 Ebd. S. 110 Z. 17 f.
56 Ebd. S.76 Z. 13 ff.
57 Ebd. S.73 Z.23
58 Ebd. S.73 Z.25, Z.30
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3.3 Harmonie und Gleichberechtigung?
Besonders zu Beginn der Ehe kann man feststellen, dass Effi sich viel aktiver um Innstetten bemüht, als dieser um sie, obwohl die Initiative im Normalfall eher dem Mann vorenthalten ist. Innstetten will es nicht recht gelingen, auf Effi einzugehen. Wie schon in seinen Briefen (vgl.2.2) hält er stets „das richtige Maß“ 59 . Diese Verhaltensweise verhindert eine mögliche Entwicklung von Leidenschaft und Liebe in der Ehe zwischen Effi und dem Baron. Effi spricht dies offen an: „Nur einen Kuss könntest du mir geben. Aber daran denkst du nicht.“ 60 . Doch Innstetten weicht lediglich aus und verspricht Besserung, von der zunächst allerdings nichts zu spüren ist. Die Erscheinung des Chinesen, der Effis Versagensängste und Selbstzweifel, sowie ihre Angst vor dem Unbekannten der Ehe symbolisiert, wird von Innstetten herabgespielt. Statt Effi zu trösten und ihr die nötige Geborgenheit und Anerkennung zu geben, hält er ihr nüchtern entgegen, sie solle sich auf ihren Stand besinnen und auf sein Ansehen in der Gesellschaft achten. Bei Effi, der es nicht leicht fällt sich zu beherrschen, bewirkt das, dass sie sich zunehmend unter Druck gesetzt fühlt und sich so noch mehr in ihre Angst hineinsteigert.
Zudem versteht Innstetten es, Effis Wünsche auf subtile Art zu unterdrücken. Als sie ihn beispielsweise um einen Umzug bittet, wechselt er zuerst das Thema, um es erneut aufzunehmen, nachdem er Effi „vorbereitet“ hat. Er konfrontiert Effi unvermittelt mit ihrem Anliegen und erreicht damit, dass erneut alles beim Alten bleibt 61 , ohne lange Proteste seiner Frau zu befürchten. Auf diese Weise lässt er sich ein Hintertürchen offen, Effis Verunsicherung noch zu steigern. Effi bemerkt diese Zurückweisungen, die sie immer wieder vor Augen führen lassen, dass sie ihrem Ehemann unterlegen ist.
Innstettens Anerkennung wäre wichtig für Effis Selbstwertgefühl: „Er würde mich vielleicht auslachen, und das könnt ich ihm nie verzeihen.“ 62 Doch scheint eher Spott in Innstettens Aussagen durch, wenn er Effi „Fürstin“ 63 nennt und sich so doch lustig über sie macht, obwohl sie ihn ausdrücklich gebeten hat, dies nicht zu tun. Dass Innstetten Effi nicht als gleichwertige Partnerin ansieht, lässt sich weiterhin an ständigen Beifügungen zu Effis Namen, wie „süß“ oder „lieb“, feststellen. Hier wird die Verkleinerung, Verniedlichung, Verharmlosung und Unterschätzung der Frau deutlich. In dem Verhältnis der beiden Eheleute zueinander ist Innstetten eindeutig der Überlegene. Bereits in 2.1.3 bin ich auf eine mögliche Ursache des komplementären Verhältnisses eingegangen. Die Konsequenz, die aus dieser Ungleichheit erfolgt, ist Effis Gefühl Innstetten unterlegen zu sein. Dieses ruft, durch Heimweh und Langeweile verstärkt, starke Selbstzweifel
59 Theodor Fontane: Effi Briest. München 2009. S. 34 Z.22
60 Ebd. S.75 S.22 f.
61 Vgl. Ebd. S.66 Z.10
62 Theodor Fontane: Effi Briest. München 2009. S.85 Z.10 f., Vgl. S.35 Z.24
63 Ebd. S.64 Z.9
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hervor. Der Mangel an emotionaler Zuwendung und Bestätigung, gewinnt, begünstigt durch einen Reifungsprozess, durch den immer neue Bedürfnisse und Ansprüche entstehen, eine immer größere Tragweite :
„was in ihrer Ehe […] fehlte: Huldigungen, Anregungen, kleine Aufmerksamkeiten.
Innstetten war lieb und gut, aber ein Liebhaber war er nicht. Er hatte das Gefühl, Effi zu
lieben, und das gute Gewissen, dass es so sei, ließ ihn von besonderen Anstrengungen
absehen.“ 64
Mit der Geburt ihrer Tochter steigt zwar Effis Selbstsicherheit ein wenig, da sie hierdurch eine gewisse Wertschätzung erfährt, indem sie einer typischen Tugend und Aufgabe der Frau gerecht wird, doch die Bedürfnisse, die Effi auf erotischer und emotionaler Ebene durch ihre Reifung entwickelt, werden dadurch nicht gestillt.
4. Die Affäre
4.1 Aktiver Fehltritt oder unvermeidliche Konsequenz
Es stellt sich die Frage, ob die Affäre zwischen Effi und Crampas zu verhindern gewesen wäre. Durch die in Effis Ehe herrschende Gefühlskälte (vgl.3.3) und Effis geringes Selbstbewusstsein, sehnt sie sich nach freundlicher Zuneigung und Anerkennung. Crampas stellt dabei denjenigen dar, der ihr beides bieten kann. Er wird zum „Trost- und Rettungsbringer“ 65 aus der Langeweile. Hinzu kommt, dass „der Major […] auch nicht die pommerschen Vorurteile“ 66 hat, die beispielsweise der ansässige Landadel Effi entgegenbringt, was für sie eine enorme Erleichterung bedeuten muss. „Naturkind“ 67 Effi ist ständig auf der Suche nach Spiel und Abenteuer. Die Ehe mit Innstetten bietet aber nichts Derartiges. Hinzu kommt, dass sie sich nicht bestätigt und anerkannt fühlt (vgl. 3.3). Crampas, der das Gegenteil des steifen und tugendhaften Innstetten ist, bestätigt Effi zusätzlich darin, sich von ihrem Ehemann abzuwenden, indem er Innstetten vorwirft, den Spuk für sich zu nutzen. Dies hat zur Folge, dass Effi sich Crampas, von dem sie sich verstanden fühlt, zuwendet. Dabei fördert insbesondere Crampas Anerkennung ihrer Fraulichkeit, ihr Selbstwertgefühl. Wie bereits erwähnt, ist Effi der Ansicht, dass die Frau verführerisch sein muss, da sie sonst nichts ist. 68
64 Theodor Fontane: Effi Briest. München 2009. S.116 Z.11 ff.
65 Ebd. S.118 Z. 3 f.
66 Ebd. S.119 Z.3 f.
67 Ebd. S.39 Z.12
68 Vgl. Theodor Fontane: Effi Briest. München 2009. S.138
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Anders als der unbeholfene, leidenschaftslose Innstetten, bemüht sich der charmante „Damenmann“ 69 Crampas auf ganz unkonventionelle Weise um sie. Zudem entspricht die unbeschwerte Art des Majors viel mehr ihrer eigenen leidenschaftlichen Charakterstruktur, als die förmlich-gehemmte Art Innstettens.
So lässt sich Effi in ihrer Naivität zu einem Verhältnis ohne Liebe hinreißen, das als Realitätsflucht vor gesellschaftlichem Druck und dem steifen, strebsamen Innstetten zu sehen ist. In der Affäre kommt somit Effis Bedürfnis nach Abwechselung und Zerstreuung zum Ausdruck, das im Kontrast zu den strikten Richtlinien der preußischen Gesellschaft steht.
Zusammenfassend kann man also sagen, dass die Affäre mehr Konsequenz als Fehltritt ist, da beide Teilnehmer sich mehr unbewusst haben hinreißen lassen. Das Wort „Fehltritt“ würde jedoch eine bewusste Reflexion voraussetzen, die zumindest in Effis Fall nicht gegeben ist.
4.2 Auswirkungen auf die Ehe
Auch vor der Entdeckung bleibt „Effis einmaliger Versuch ein Stück vom Leben zu erhaschen“ 70 nicht ohne Folgen. Da Effi von Schuldgefühlen geplagt ist und das Gefühl hat, als gute Ehefrau versagt zu haben.
Als das Ehepaar Innstetten jedoch nach Berlin zieht, ändert sich die Ehe anfänglich zum positiven: Zum einen nimmt sich Innstetten nun mehr Zeit für seine Frau und zum anderen bietet die Stadt Effi die ersehnte Zerstreuung, sodass sie nicht mehr zu grenzenloser Langeweile verurteilt ist. Hinzu kommt, dass sie die Erziehung der Tochter selbst übernehmen kann, was ihr zwar nicht auf erotischer, aber auf emotionaler Ebene Befriedigung verschafft. Die einzige Sorge, die sie davon abhält unbeschwert glücklich zu sein, ist die Angst, ihre „Schuld“ könnte entdeckt werden.
4.3 Umgang mit der „Schuld“
Sobald Innstetten von Effis Verhältnis erfährt, verselbstständigt sich die Handlung. Widerspruchslos muss Effi akzeptieren, dass sie aus ihrem früheren Leben herausgerissen und in ein neues, abseits der Gesellschaft, hineingeworfen wird. Innstetten setzt sich nicht einmal persönlich mit ihr in Verbindung., sodass Effi erst durch einen Brief ihrer Mutter in Kenntnis gesetzt wird, dass sie weder im Hause Briest, noch im Hause Innstetten weiterhin erwünscht ist. Als Begründung wird genannt, dass ein Kontakt zu ihr rufschädigend sei. Da sich Effi ihrer Schuld durchaus bewusst 71 ist,
69 Theodor Fontane: Effi Briest. München 2009. S.118 Z.20
70 Vgl. Anlage S.11
71 Vgl. Theodor Fontane: Effi Briest. München 2009. S.250
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akzeptiert sie alles ohne Aufbegehren.
Doch „inmitten ihres Schuldbewusstseins fühlte sie sich […] von einer gewissen Auflehnung gegen Innstetten erfüllt.“ 72 Sie erkennt, dass sein gefühlskaltes Wesen, aber auch die gesellschaftlichen Zwänge, Schuld an ihrem unglücklichen Schicksal sind. Denn Ehemann und Gesellschaft fordern ein Verhalten von ihr, dass ihrem Charakter widerspricht. So erklärt Effi: „was mich noch mehr ekelt, das ist eure Tugend.“ 73 Hervorgerufen wird diese Anklage, durch die Begegnung mit der Tochter. Ihr ist es äußerst wichtig, von ihrer Tochter als Mutter anerkannt zu werden. Nur die „Vorstellung, vor ihrem eigenen Kinde geflohen zu sein […] steigerte sich bis zum Krankhaften“ 74 . Über Umwege gelingt es Effi, angewiesen auf das Wohlwollen angesehener Leute, ein Treffen mit Anni zu erreichen. Dass Anni bei Innstetten bleibt, ist gesetzlich festgelegt: „Sind die Aeltern geschieden worden: so müssen die Kinder in der Regel nach bey dem unschuldigen Theile erzogen werden.“ 75. Dieses Zitat zeigt, dass bei einer Scheidung, die Schuld stets der Frau zugesprochen wird, die eben den schuldigen teil darstellt. Hier wird also erneut die Überlegenheit und Unfehlbarkeit des Mannes deutlich.
Bei dem Treffen mit ihrer Mutter Effi hält sich Anni genauestens an Innstettens Instruktionen, was bedeutet, dass auch Anni schon die preußischen Werte eingeimpft werden. So muss bereits das kleine Kind seine Gefühle unterdrücken, die es beim Wiedersehen mit der Mutter verspürt. Effi, die dies erkennt, zerbricht daran vollends: Sie hat nicht die geringste Chance, sich zu rechtfertigen oder sich wenigstens zu erklären. Ihr Ausschluss aus der Gesellschaft ist unwiderruflich. Erst auf einen Gnadengesuch durch Effis Arzt, spricht Vater Briest ein Machtwort: Er wolle nicht für immer den Großinquisitor spielen 76 und die „Liebe der Eltern zu ihren Kindern“ 77 sei schließlich wichtiger, als irgendwelche Konventionen. Insbesondere das Verb „spielen“ 78 gibt hier einen Hinweis darauf, wie künstlich und widernatürlich die Verhaltensnormen des 19.Jahrhunderts waren. Kurz vor ihrem Tod nimmt Effi die gesamte Schuld jedoch erneut auf auf sich allein: „Denn er hatte viel Gutes in seiner Natur und war so edel, wie jemand sein kann, der ohne rechte Liebe ist.“ 79 Obwohl Effi dies sicherlich tatsächlich so meint, denn auch Innstetten ist ein Opfer der Konventionen, ist in dieser Aussage Fontanes Appell zu mehr Menschlichkeit impliziert, denn „ohne rechte Liebe“ 80 zu sein, ist ein schwerer Vorwurf. Wie jedoch bereits erläutert, war es
72
Theodor Fontane: Effi Briest. München 2009. S.310 Z.14 f.
73 Vgl. ebd. S.318
74 Ebd. S.310 Z.8 f. 75 William H. Hubbard: Familiengeschichte: Materialen zur deutschen Familie seit dem Ende des 18. Jahrhunderts. München 1983. S.55
76 Vgl.Theodor Fontane: Effi Briest. München 2009. S.320 Z.18 f.
77 Ebd. S.320 Z.28
78 Ebd. S.320 Z.19
79 Ebd. S.339 Z.26 f.
80 Ebd. S.339 Z.27
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verpönt, Gefühle zu zeigen. Dies führt zu einer Ausweitung von Fontanes Appell auf die „Gepflogenheiten“ der preußischen Gesellschaft. Im folgenden (5.1) werde ich noch genauer auf diesen Aspekt eingehen.
5. Fazit und eigene Stellungnahme
5.1 „Effi Briest“ als Kritik an der Stellung der Ehefrau im Preußen des 19. Jahrhundert und an den gesellschaftlichen Umständen? 81
Selbstverständlich kann man „Effi Briest“ nicht als repräsentativ für alle Frauen des preußischen Adels betrachten. Trotzdem lassen sich zahlreiche Gegebenheiten aus dem Roman, auch in Primär-und Sekundärliteratur des 19. Jahrhundert wiederfinden. Nun stellt sich die Frage, ob Fontane mit seinem Roman tatsächlich die Zwangslage der Frauen sichtbar machen wollte. Offene Kritik zeigt sich in diesem Roman jedoch kaum. Es ist eher die brutal nüchterne Schilderung eines Tatsachenberichts.
Auf diese Weise kritisiert Theodor Fontane in viel höherem Maße, denn so frivol Effis Verhalten zu dieser Zeit ist, so kann doch jede Frau ein gewisses Maß an Identifizierung empfinden, schließlich leiden sie fast alle unter denselben Bedingungen.
Vorbild seiner Romanfigur ist Elisabeth von Ardenne, die das gleiche Schicksal ereilt wie Effi. Dennoch hat Fontane wichtige Veränderungen vorgenommen, denn während Elisabeth von Ardenne ihre Interessen ausleben kann, denn ihr Ehemann ist genauso Kunstliebhaber wie sie, und sie so einem langweiligen Leben entgeht, beginnt Effi ihre Affäre, weil sie in ihrer eigenen Ehe eine Art Gefangene ist. Außerdem besteht die Affäre zwischen Elisabeth von Ardenne (geborene von Plotho) und ihrem Liebhaber Emil Hartwich, den sie sogar heiraten wollte, noch, als sie aufgedeckt wird. Effis Affäre aber liegt schon Jahre zurück, als Geert von Innstetten von ihr erfährt . Darüber hinaus sieht Effi ihre Tochter nur einmal wieder und muss erkennen, dass diese keine Liebe sie empfindet, während Elisabeth von Ardenne wieder eine richtige Beziehung zu ihren Kindern aufbauen kann. . Hätte Fontane diese Veränderungen nicht vorgenommen, wäre Effi wahrscheinlich tatsächlich schuldig gewesen. Sie wäre kein Opfer der gesellschaftlichen Umstände gewesen und niemand hätte Mitleid für sie empfunden.
Auf diese Wiese gelingt es Fontane auf einfühlsame Weise einen zerbrechlichen Charakter zu schaffen, der von den Lesern bemitleidet wird und deren Wut sich gegen Instetten und seine starren Vorstellungen, wie auch gegen die preußische Gesellschaft, die keine Liebe zulässt, richtet. Weiterhin könnte man vermuten, dass Fontane aber auch aktiv Kritik übt. Manchmal könnte man
81 Manfred Franke: Leben und Roman der Elisabeth von Ardenne. Fontanes „Effi Briest“. Düsseldorf 1994.
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den Eindruck gewinnen, dass er selbst in dem Roman erscheint, in der Rolle des Hundes, der sich auf Effis Seite stellt. Dies muss aber nicht richtig sein, sondern ist nur eine einfache Vermutung. Der Roman kann also als Kritik gegen die gesellschaftlichen Konventionen verstanden werden. Schließlich ist die Hauptfigur eine Frau, nachder sogar der gesamte Roman benannt wurde. Zudem ist die Ehe und die damit verbundene Bedeutung und Auswirkung für Mann und Frau, Haupttehma des Romans. Des Weiteren sind zahlreiche Hinweise in dem Roman eingebaut, die auf die Stellung der Frau schließen lassen und diese zum Thema machen. Hätte Fontane beispielsweise die Duellpraxis kritisieren wollen, so wären zahlreiche vorhandene Abweichungen vom Leben der Elisbeth Ardenne, das dem Roman seinen Stoff gibt, eher hinderlich gewesen.
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6. Literaturverzeichnis
1. Andrzej Kopacki: Preußische Tugenden. Ein Blick aus Polen. In: Stiftung Schloss Neuhardenberg. Ein Traum, was sonst?. Preußische Tugenden. Göttingen 2002
2. Bruno Preisendörfer: Hanswurst und Tyrann. Die gefährliche Tugend des Dienstes am Staat. In: Stiftung Schloss Neuhardenberg. Ein Traum, was sonst? Preußische Tugenden. Göttingen 2002.
3. Claude Amareé:Das wahre Gesicht des schönen Geschlechts. Berlin 2008.
4. Elsbeth Hamann: Theodor Fontane. Effi Briest: Interpretationen. München 1981.
5. Erik v. Grawert May: Drei Miniaturen über Anstand, Maß, Mehr-Sein-als-Scheinen. In: Stiftung Schloss Neuhardenberg. Ein Traum, was sonst?.Preußische Tugenden. Göttingen 2002
6. Hannelore Faulstich-Wieland: Geschlechterverhältnisse im Bildungssystem-erörtert am Beispiel der Koedukationsdiskussion. In: Georg Kneer, Klaus Kraemer, Armin Nassehi (Hg.): Soziologie. Zugänge zur Gesellschaft. Münster 1996.
7. Hedwig Dohm: Der Frauen Natur und Recht: Zur Frauenfrage. Zwei Abhandlungen über Eigenschaften und Stimmrecht der Frauen. Ort nicht bekannt 1876.
8. Joachim Heinrich Campe: Väterlicher Rath für meine Tochter. Ein Gegenstück Theophron. Braunschweig 1809.
9. Manfred Franke: Leben und Roman der Elisabeth von Ardenne. Fontanes „Effi Briest“. Düsseldorf 1994.
10. Sabina Becker, Sascher Kiefer: „Weiber weiblich, Männer männlich“?. Zum Geschlechterdiskurs in Theodor Fontanes Romanen. Marburg 2005.
11. Theodor Fontane: Effi Briest. München 2009.
12. Thurnwald, Richard: Die Menschliche Gesellschaft in ihren ethno-soziologischen Grundlagen. Werden, Wandel und Gestaltung der von Familie, Verwandtschaft und Bünden im Lichte der Völkerforschung. Berlin, Leipzig 1932.
13. Ulrike Kroneck: Frauenrollen. Zu Situation der Frau heute. München 2007.
14. Werner Sudendorf: Marlene Dietrich. In: Étienne Francois, Hagen Schulze (Hrsg.): Deutsche Erinnerungsorte. Band 2. München 2003.
15. William H. Hubbard: Familiengeschichte: Materialen zur deutschen Familie seit dem Ende des 18. Jahrhunderts. München 1983.
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Anna Hillebrand, 2009, Theodor Fontanes "Effi Briest", München, GRIN Verlag GmbH
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