Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung. 3
2 Geschichtlicher Rückblick. 4
2.1 Von der Antike bis ins Mittelalter 4
2.2 Das 17. Jahrhundert. 4
2.3 Die Zeit der Aufklärung. 5
2.4 Entwicklung zu einer systematisch-wissenschaftlichen Theorie. 5
2.5 Grundzüge der geisteswissenschaftlichen Pädagogik 6
3 Klafkis Theorie der Kategorialen Bildung. 7
3.1 Einseitige Bildungstheorien 7
3.2 Bildung “als Ganzes 7
3.3 Die 7 Grundformen des „Elementaren“ 8
4 Die „Didaktische Analyse“ 11
4.1 Der „allgemeine“ Teil der „Didaktischen Analyse“ 11
4.2 Der „besondere“ Teil der „Didaktischen Analyse“ 11
5 Der kritisch-konstruktive Theorieentwurf 12
5.1 Begriffsklärung 12
5.2 Die Fundierung der Didaktik in einer Bildungstheorie. 13
5.3 Der neue Bedeutungsumfang des Begriffs „Didaktik“ 14
5.4 Methodenintegration. 14
5.5 Perspektivschema zur Unterrichtsplanung 14
6 Schlussbemerkungen 15
7 Literaturverzeichnis 16
2
1 Einleitung
Theorien und Modelle didaktischen Handelns lassen sich nach drei Schlüsselbegriffen einordnen: Bildung, Lernen und Interaktion 1 . Da das Augenmerk dieses Aufsatzes aber auf den Begriff der Bildung gerichtet ist, wird deshalb hier nicht näher auf lern- und interaktionstheoretische Modelle eingegangen.
Der Mittelpunkt „…des Bildungsbegriffs ist durch die Einzigartigkeit des Menschen bezeichnet. Der Mensch wird dabei in seiner bildenden Tätigkeit, d.h. in seiner Aus-einandersetzung mit der ihn umgebenden kulturellen Wertwelt, gesehen. Das Ziel dieser individuellen geistigen Tätigkeit liegt in der wertvollen Persönlichkeit.“ 2 Die „Bildungstheoretische Didaktik“ 3 wurde ab Ende der fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts zum ersten großen, bis heute gültigen Modell der Didaktik ausgebaut. Einer der bedeutendsten Vertreter der „Bildungstheoretischen Didaktik“ ist Wolfgang Klafki. Wolfgang Klafki wurde am 1.9. 1927 in Angerburg (Polen) geboren. Auf sein Erststudium an der Pädagogischen Hochschule Hannover und eine mehrjährige Tätigkeit als Volksschullehrer, folgte ein zweites Studium der Pädagogik, Philosophie und Germanistik in Göttingen und Bonn. Von 1963 bis 1992 lehrte Klafki als Professor an der Universität Marburg. Er ist heute emeritiert. 4
Dieser Aufsatz soll einen Überblick über Wolfgang Klafkis Modell der „Bildungstheoretischen Didaktik“ verschaffen, und der Frage nachgehen auf welchen Konzepten diese beruht.
Als Einstieg in diese Thematik steht zunächst ein kurzer historischer Abriss über die Entstehung und Entwicklung der bildungstheoretischen Didaktik. Vor diesem Hinter-grund werden im darauffolgenden Hauptteil Klafkis Konzept der „kategorialen Bildung“ und der „kritisch-konstruktive“ Theorieentwurf vorgestellt.
1 vgl. KRON, Friedrich W.: Grundwissen Didaktik. 3. aktualisierte Auflage. Ernst Reinhardt Verlag. München Basel
2000. S.118.
2 vgl. ebd. S.119.
3 Didaktik als Begriff ist nach Klafki „als übergreifende Bezeichnung für erziehungswissenschaftliche Forschung,
Theorie- und Konzeptbildung im Hinblick auf alle Formen intentionaler (zielgerichteter), systematisch vorbedach-
ter „Lehre“ (im weitesten Sinne von reflektierter Lernhilfe) und auf das im Zusammenhang mit solcher „Lehre“ sich
vollziehende Lernen zu beziehen.“
KLAFKI, Wolfgang: Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. Zeitgemäße Allgemeinbildung und kritisch-
konstruktive Didaktik. 2., erweiterte Auflage. Beltz Verlag. Weinheim und Basel 1991. S.90.
4 vgl. Der Brockhaus multimedial. Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, 2004
3
2 Geschichtlicher Rückblick
2.1 Von der Antike bis ins Mittelalter
Die Basis der Entwicklung der Pädagogik und Didaktik bildet die, von den Sophisten ausgebildete „enkyklios paideia“, als „allgemeine, jedem Freien zugängliche und angemessene, zugleich in sich abgerundete Bildung als Voraussetzung für die Teilnahme am kulturellen Gemeinbesitz und am öffentlich-politischen Leben.“ 5 Im Hellenismus verbreitete sich mit der griechischen Kultur auch der „erste Lehrplan“ im Mittelmeerraum. Die Römer übernahmen diesen größtenteils in Form der so genannten sieben freien Künste 6 7 , der „septem artes liberales“ 8 .Obwohl diese ursprünglich den eigentlichen Bildungsinhalt bezeichneten, sind sie seit dem Mittelalter lediglich als eine Vorübung für das Studium der Theologie existent.
2.2 Das 17. Jahrhundert
Die Anfänge der Geschichte der Didaktik - in einem modernen Sinn - liegen im 17. Jahrhundert. Der tschechische Theologe und Pädagoge Johann Amos Comenius (*1592, − †1670) erlangte Bekanntheit durch seine theologisch-pansophischen Werke und seine Lehrbücher. Schule sollte nach seinen Ansichten allen Menschen alles Grundlegende vollständig lehren können. M. a. W.: Bildung für alle, allseitige Bildung und Bildung im Medium des Allgemeinen.
So war eine von Comenius grundlegenden pädagogischen Forderungen die allgemeine Schulpflicht für Jungen und Mädchen 9 .
Sein im Jahr 1658 (in Nürnberg) erschienener „Orbis sensualium pictus“ verkörpert das erste moderne Curriculum, das aber noch nach dem Prinzip der göttlichen Schöpfung ausgerichtet ist: „Alle Elemente stehen als Geschöpfe Gottes miteinander und untereinander in Verbindung: alle sind jedoch „Von Gott und zu Gott“ hin geordnet.“ 10 Seine didaktischen Anschauungen legte Comenius bereits ein Jahr zuvor in seinem Werk die „Grosse Didaktik“ („Didactica magna“) dar.
5 KLAFKI, Wolfgang: Didaktik und Methodik. In: Hermann Röhrs (Hrsg.). Didaktik. Akademische Verlagsgesell-
schaft. Frankfurt a.M. 1971. S. 1-16. S. 7
6 . Die „septem artes“ unterteilen sich in das Trivium (umfasst Grammatik, Rhetorik und Dialektik) und das Quadri-
vium (Arithmetik, Geometrie, Astronomie und Musik).
7 vgl. KLAFKI, Wolfgang: Didaktik und Methodik. In: Hermann Röhrs (Hrsg.). Didaktik. Akademische Verlagsge-
sellschaft. Frankfurt a.M. 1971. S. 1-16. S. 7.
8 Der Begriff „Kunst“ bezeichnet hier bei nicht die "Kunst" im modernen Sinne, sondern bezieht sich auf Techni-
ken oder Fähigkeiten.
9 vgl. Der Brockhaus multimedial. Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, 2004
10 KRON, Friedrich W.: Grundwissen Didaktik. 3. aktualisierte Auflage. Ernst Reinhardt Verlag. München Basel
2000. S.61.
4
2.3 Die Zeit der Aufklärung
Seine spezifisch neuzeitliche Wendung nimmt das didaktische und methodische Denken aber erst mit Rousseau, der mit seinem pädagogischen Lehrbuch „Émile oder über die Erziehung“ (1762) mit seinem Eingehen auf die Eigenart des Kindes neue pädagogische Maßstäbe aufstellte. 11 Rousseaus erzieherischen Grundsätzen liegt das Ideal zugrunde, dass die freie Entfaltung der Persönlichkeit auf der Grundlage von Natur und Empfindung basiert. Sein Grundgedanke vom „Eigenrecht der Kindheit und Jugend als Momenten der Anerkennung des Menschen als zur Selbstbestimmung fähigen Wesens“ 12 wirkte bis ins 20. Jahrhundert als ein Grundimpuls der Pädagogik. Klafki nennt in diesem Zusammenhang unter anderem Pestalozzi, Humboldt, und Herbart. 13
Diesen Einsichten zugrunde liegt das Postulat der Aufklärung, welches in Kants Aussage vom Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit zum Ausdruck kommt.
Besonders beeinflusst von diesen Gedanken war auch der Schweizer Pädagoge Johann Heinrich Pestalozzi 14 (*1746 - †1827). Auch Pestalozzi wollte durch die Erziehung die in der menschlichen Natur liegenden positiven Kräfte zur Entfaltung bringen. 15
2.4 Entwicklung zu einer systematisch-wissenschaftlichen Theorie
Unter Johann Friedrich Herbart und Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher erfolgte die Weiterentwicklung dieser pädagogischen Denkansätze in Richtung einer systematisch-wissenschaftlichen Theorie, die seit Wilhelm Dilthey 16 auf dem Gebiet der Didaktik ausgebaut wurden.
Dilthey definiert Pädagogik wie folgt: „Sie soll (…) Gesetzmäßigkeiten finden, um daraus allgemeine Prinzipien für das Eingreifen in menschliche Welt zu finden. Sie soll dabei anthropologisch bzw. psychologisch und kulturgeschichtlich über den
11 vgl. HAGER, Fritz-Peter: Pestalozzi und Rousseau - Pestalozzi als Vollender und Gegner Rousseaus. Verlag
Paul Haupt. Bern und Stuttgart 1975. S.12.
12 KLAFKI, Wolfgang: Aspekte kritisch-konstruktiver Erziehungswissenschaft. Beltz Verlag. Weinheim und Basel
1976. S. 21.
13 vgl. ebd. S. 21.
14 Pestalozzi vertrat die Ansicht, dass Erziehung die geistigen, sittlich-religiösen und körperlich-werktätigen Kräfte
(„Kopf“, „Herz“ und „Hand“) gleichermaßen ansprechen müsse vgl. Der Brockhaus multimedial. Bibliographisches
Institut & F. A. Brockhaus AG, 2004
15 Wobei hier nicht der Eindruck erweckt werden soll, dass Rousseaus und Pestalozzis Vorstellungen von Erzie-
hung als deckungsgleich zu sehen sind. Trotz vieler Parallelen und Übereinstimmungen bestehen auch deutliche
Unterschiede.
vgl. dazu HAGER, Fritz-Peter: Pestalozzi und Rousseau - Pestalozzi als Vollender und Gegner Rousseaus. Ver-
lag Paul Haupt. Bern und Stuttgart 1975.
16 Wilhelm Dilthey (*1833 - † 1911)
5
Arbeit zitieren:
Michael Kraus, 2004, Bildungstheoretische Didaktik nach Wolfgang Klafki und deren historische Bezüge, München, GRIN Verlag GmbH
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