Abkürzungsverzeichnis VI
Abbildungsverzeichnis VIII
1. Einleitung 1
2. Grundlagen Unternehmensakquisition 2
2.1. Begriff 2
2.2. Arten der Unternehmensakquisition 2
2.2.1. Share Deal 2
2.2.2. Asset Deal 2
2.3. Erwerbswege bei Unternehmensakquisition 3
2.4. Motive für Unternehmensakquisitionen 3
3. Grundlagen der Due Diligence 5
3.1. Herkunft und Inhalt des Begriffes 5
3.2. Funktion Terminierung und rechtliche Einordnung 5
3.2.1. Ziele und Zwecke der Due Diligence 5
3.2.1.1. Offenlegung von Unternehmensinformationen 5
3.2.1.2. Analyse und Prüfung 7
3.2.1.3. Entscheidungsgrundlage und Preisfindung 8
3.2.1.4. Exkulpation 8
3.2.2. Terminierung Dauer und Umfang 9
3.2.3. Relevanz der Due Diligence im deutschen Zivilrecht 11
3.3. Verhältnis zur Jahresabschlussprüfung und Unternehmensbewertung 12
4. Verfahrensablauf der Due Diligence 13
4.1. Informationsquellen 13
4.1.1. Interne Informationsquellen 14
4.1.1.1. Data Room 14
4.1.1.2. Befragung des Managements und der Mitarbeiter 15
4.1.1.3. Betriebsbesichtigung 16
4.1.2. Externe Informationsquellen 17
4.2. Planung 17
4.2.1. Abgrenzung und Wahl der Prüfungsgebiete 17
4.2.2. Prüfungsverfahren 19
4.2.3. Verwendung von Checklisten 20
4.3. Organisation Zusammenstellung des Due Diligence-Teams 21
4.3.1. Projektmanagement 21
4.3.2. Mitarbeiter des Käuferunternehmens 24
4.3.3. Externe Berater 25
4.3.4. Abstimmung Zusammenarbeit mit der Zielgesellschaft 26
4.3.5. Prüfungsgebiete 27
4.4. Dokumentation und Berichterstattung 29
4.4.1. Funktionen und Anforderungen 29
4.4.2. Arbeitspapiere 30
4.4.3. Due Diligence Memoranden 31
4.4.4. Due Diligence Kompendium 31
5. Arten der Due Diligence 33
5.1. Financial Due Diligence 33
5.1.1. Ziele 33
5.1.2. Ablauf 34
5.1.3. Untersuchungsfelder der Financial Due Diligence 35
5.1.3.1. Analyse der Geschäftstätigkeit 35
5.1.3.2. Analyse Steuerungs und Kontrollsysteme 35
5.1.3.3. Analyse der Stärken Schwächen Chancen und Risiken 36
5.1.3.4. Analyse der Vermögens Finanz Ertragslage 37
5.2. Tax Due Diligence 42
5.2.1. Ziele der Due Diligence 42
5.2.2. Prüfung steuerlicher Sachverhalte 42
5.2.2.1. Körperschaftssteuer 43
5.2.2.2. Gewerbesteuer 44
5.2.2.3. Umsatzsteuer 44
5.2.2.4. Lohnsteuer Sozialversicherung 44
5.2.3. Gestaltungsüberlegungen 45
5.2.3.1. Verlustvorträge 45
5.2.3.2. Kaufpreisabschreibungen 45
5.2.3.3. Kaufpreisfinanzierungskosten 46
5.3. Legal Due Diligence 46
5.3.1. Gegenstand und Funktion 46
5.3.2. Einfluss auf die Unternehmensgewährleistung 46
5.3.3. Fusionskontrolle 47
5.3.4. Legal Due Diligence im Kernbereich 47
5.3.4.1. Interne Rechtsstrukturen 47
5.3.4.2. Externe Rechtsstrukturen 48
5.3.4.3. Öffentlich-rechtliche Rahmenbedingungen 49
5.3.4.4. Beteiligungsgesellschaften 50
5.3.5. Erweiteter Umfang der Legal Due Diligence 50
5.3.5.1. Arbeitsverhältnis 50
5.3.5.2. Vertriebsstrukturen 51
5.3.5.3. Immobilien 51
5.3.5.4. Versicherungsverhältnisse 52
5.3.5.5. Gewerbliche Schutzrechte Urheberrechte Lizenzen 52
6. Chancen der Due Diligence 54
6.1. Chancen für den Verkäufer 54
6.2. Chancen für den Käufer 54
6.3. Chancen für die Experten 55
7. Risiken und Grenzen der Due Diligence 56
7.1. Offenlegung von Informationen 56
7.2. Kosten und Dauer 57
7.3. Abstimmung und Kommunikation des Teams 58
7.4. Störung des Unternehmensablaufes 58
7.5. Data Room 59
8. ANHANG 61
Anhang 1: Ergänzungen zu den Erwerbswegen 62
Anhang 2: Ergänzungen zu den Erwerbsmotiven 66
Anhang 3: Ergänzung zur Herkunft der Due Diligence 71
Anhang 4: Ergänzungen zum Letter of Intent 73
Anhang 5: Ergänzungen zur Jahresabschlussrechnung und Unternehmensbewertung 73
Anhang 6: Ergänzungen zu den externen Beratern 75
Anhang 7: Ergänzungen zum Due Diligence Kompendium 77
Anhang 8: Kennzahlen 78
Anhang 9: Ergänzungen zur Analyse der Finanzlage 80
Anhang 10: Checklisten 82
Quellenverzeichnis 92
Due Diligence bei Unternehmensakquisitionen VI
Abkürzungsverzeichnis
Abs. Absatz
AG Aktiengesellschaft
AR Aufsichtsrat
BGB Bürgerliches Gesetzbuch
BKartA Bundeskartellamt
Bzw. beziehungsweise
DB Deckungsbeitrag
D.h. das heißt
EDV Elektronische Datenverarbeitung
EStG Einkommensteuergesetz
Etc. et cetera
F&E Forschung und Entwicklung
FW Fremdwährung
GewStG Gewerbesteuergesetz
GF Geschäftsführer/Geschäftsführung
Ggf. gegebenenfalls
GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung
GuV Gewinn- und Verlustrechnung
GWB Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkung
HGB Handelsgesetzbuch
Hrsg. Herausgeber
IAS International Accounting Standards
IKS Internes Kontrollsystem
i.S.d. im Sinne des
IT Informationstechnologie
KG Kommanditgesellschaft
Lfd. laufend
LoI Letter of Intent
Lt. laut
LuL Lieferung und Leistung
M&A Mergers and Akquisitions
MarkenG Markengesetz
MIS Management Informationssystem
OHG Offene Handelsgesellschaft
Due Diligence bei Unternehmensakquisitionen VIII
Abbildungsverzeichnis
ABBILDUNG 1: EINFLUSS DER DUE DILIGENCE AUF DEN
6
ABBILDUNG 2: DUE DILIGENCE-REVIEW IM
10
ABBILDUNG 3: BEDEUTUNG DER INFORMATIONSQUELLEN
14
20
ABBILDUNG 5: ORGANISATORISCHE EINBINDUNG DES DUE
22
ABBILDUNG 6: MEHRSCHICHTIGES EXPERTENSYSTEM FÜR EINE
24
ABBILDUNG 7: ANTEILE DER AN DER DUE DILIGENCE
BETEILIGTEN AN DEN GESAMTEN MANNTAGEN DER DUE
DILIGENCE (N 183) 25
ABBILDUNG 8: VERHÄLTNIS VON DUE DILIGENCE UND
GARANTIEN IM VERTRAGSWERK (MEHRFACHNENNUNGEN
30
ABBILDUNG 9: VERBREITUNGSGRADE DER DUE DILIGENCE
33
ABBILDUNG 10: 5 S-MODELL: ERFOLGSFAKTOREN DER
36
37
ABBILDUNG 12: DAUER DER DUE DILIGENCE IN
57
ABBILDUNG 13: MÖGLICHER INHALT UND AUFBAU EINES DUE
77
78
ABBILDUNG 15: KENNZAHLEN AUS DER GEWINN UND
78
79
79
79
Due Diligence bei Unternehmensakquisitionen IX
ABBILDUNG 19: ARBEITSSCHEMA ZUR ERMITTLUNG DES
80
CASHFLOW
81
ABBILDUNG 20: KAPITALFLUSSRECHNUNG
ABBILDUNG 21: BEISPIELCHECKLISTE ZUR FINANCIAL DUE
86
DILIGENCE
ABBILDUNG 22: BEISPIELCHECKLISTE ZUR FINANCIAL DUE
88
DILIGENCE
ABBILDUNG 23: BEISPIELCHECKLISTE ZUR LEGAL DUE
91
DILIGENCE
Due Diligence bei Unternehmensakquisitionen 1
1. Einleitung
Die Zahlen der Unternehmenskäufe und –zusammenschlüsse haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Dies ist vor allem auf den Trend der internationalen Globalisierung zurückzuführen. Denn immer mehr Unternehmen suchen neue Märkte und Kunden.
Allerdings sind viele Unternehmenstransaktionen fehlgeschlagen und haben allen Beteiligten viel Geld, Zeit und Schlagzeilen gekostet. Diese Fehlschläge können aus fehlenden Kenntnissen über die Risiken und Schwachstellen, und somit der fehlenden Kenntnis über das zu akquirierende Unternehmen resultieren.
Hier setzt die Due Diligence an. Sie soll dem Käufer einen umfassenden Überblick über das Unternehmen geben und die Risiken und Schwachstellen der Transaktion aufdecken.
So kann der Informationsstand des Käufers erhöht werden, um so der Kaufentscheidung eine größere Sicherheit zu geben.
In den Jahren 1997 – 2000 wurden bei 74% 1 der Unternehmensakquisitionen Due Diligence Untersuchungen durchgeführt. Diese Zahl bestätigt, dass die Due Diligence eine große Bedeutung in diesem Bereich hat und eine noch größere Bedeutung in der Zukunft erlangen wird.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Due Diligence bei Unternehmensakquisitionen, dabei wurde in erster Linie das Werk von Berens/Brauner verwendet, da dies die führende Literatur auf diesem Gebiet ist. In Kapitel 2 werden die Grundlagen der Unternehmensakquisition näher dargelegt, in Kapitel 3 wird dann die Due Diligence und deren Herkunft erläutert. Der Verfahrensablauf ist das Thema im 4. Kapitel. Danach werden die 3 wichtigsten Teilreviews der Due Diligence in Kapitel 5 erklärt. Den Abschluss bilden in Kapitel 6 die Erläuterung der Chancen und in Kapitel 7 die Risiken und Grenzen der Due Diligence.
Ziel dieser Arbeit ist die Vorstellung der Due Diligence sowie deren Ablauf, um so die Möglichkeiten und Chancen der Due Diligence Prüfung aufzuzeigen, aber auch um aufzuzeigen, in welchen Bereichen Risiken und Grenzen liegen, die die Prüfung zum Scheitern bringen können.
1 Vgl. Berens, W.; Strauch, J. (2002)
Due Diligence bei Unternehmensakquisitionen 2
2.1. Begriff Unter Unternehmensakquisition versteht man die Übernahme von einem Unternehmen oder einzelnen Unternehmensteilen. 1
2.2. Arten der Unternehmensakquisition
2.2.1. Share Deal Bei dieser Art der Unternehmensakquisition werden Beteiligungsrechte des Unternehmens veräußert, d.h. diese Form kann nur dann stattfinden, wenn der Träger des Unternehmens eine Gesellschaft ist. Bei Personengesellschaften (OHG, KG, Kommanditanteile bei der GmbH & Co. KG) sind die zu veräußernden Gesellschaftsanteile Beteiligungen, bei der GmbH Geschäftsanteile und bei der AG Aktien. 2 Der Vertragspartner bzw. Verkäufer ist die Gesellschaft des Zielunternehmens. 3 Der Verkäufer des Unternehmens wird diese Form der Akquisition bevorzugen, da nach geltendem Steuerrecht die Veräußerung von Beteiligungen steuerfrei ist.
2.2.2. Asset Deal Diese Art der Unternehmensakquisition wird immer dann gewählt, wenn das zu verkaufende Unternehmen das eines Einzelgewerbetreibenden ist. 4 Hierbei werden alle oder Teile der einzelnen Wirtschaftsgüter und der immateriellen Vermögenswerte erworben. 5 Durch die Möglichkeit nur Teile des Unternehmens zu veräußern, kann der bisherige Besitzer die restliche Firma für eventuelle andere Aktivitäten nutzen. 6 Für den Käufer ist diese Art der Unternehmensakquisition besonders vorteilhaft, da er die erworbenen Wirtschaftsgüter später abschreiben kann.
1 Vgl. Schneck, O. (1998)
2 Vgl. Berens, W.; Brauner, H.U. (1999) 3 Vgl. Heidinger; F. J.; Albeseder, W. (2001) 4 Vgl. Berens, W.; Brauner, H.U. (1999) 5 Vgl. Heidinger; F. J.; Albeseder, W. (2001) 6 Vgl. Berens, W.; Brauner, H.U. (1999)
Due Diligence bei Unternehmensakquisitionen 3
2.3. Erwerbswege bei Unternehmensakquisition Unternehmen können durch Exklusivverhandlungen, Auktionsverfahren, Kauf von Anteilen über die Börse oder öffentliche Übernahmeangebote erworben werden.
Die Exklusivverhandlung ist der mit 49,6% 1 aller Transaktionen am häufigsten gewählte Weg in Deutschland. Bei dieser Form des Kaufs betrachtet der Verkäufer nur einen Interessenten als potentiellen Käufer. Dadurch ist eine schnelle Abwicklung und eine geringe Verbreitung von vertraulichen Fakten und Informationen gewährleistet. 2 Eine spontane Wettbewerbssituation schafft der Verkäufer bei dem Auktionsverfahren. Hier sind mehrere potentielle Erwerber als konkurrierende Bieter beteiligt. 3 Bei dem Kauf von Anteilen über die Börse beabsichtigt der Käufer zum einen über diese Finanzanlage durch steigende Kurse und Dividendenzahlungen Gewinne zu erwirtschaften, zum anderen kann der Aktienkauf aber auch als eine Maßnahme zur Erlangung der Stimmmehrheit in Verbindung mit einem späteren Übernahmeangebot dienen. 4 Mit öffentlichen Übernahmeangeboten werden Aktien einer Gesellschaft systematisch aufgekauft. Dabei beabsichtigt der Erwerber, die Kontrolle über die Gesellschaft durch die öffentliche und direkte Ansprache der bisherigen Anteilseigner zu erlangen. 5
2.4. Motive für Unternehmensakquisitionen Es können in der Praxis marktwertsteigernde und nicht marktwertsteigernde Motive unterschieden werden.
Die marktwertsteigernden Motive betreffen vor allem das aktive Management. 6 Innerhalb dieser Gruppe werden verschiedene Strategien bzw. Möglichkeiten unterschieden.
Beim Portfoliomanagement werden gesunde, attraktive Unternehmen auf Konzernebene gekauft mit dem Ziel der Ertragsverstetigung, Risikoreduktion, Ka-
1 Berens,W.; Strauch, J. (2002)
2 Vgl. Berens, W.; Brauner, H.U. (1999), nähere Informationen im Anhang 1 3 Vgl. Berens, W.; Brauner, H.U. (1999), nähere Informationen im Anhang 1
4 Vgl. Berens, W.; Brauner, H.U. (1999), nähere Informationen im Anhang 1 5 Vgl. Berens, W.; Brauner, H.U. (1999), nähere Informationen im Anhang 1
6 Vgl. Kranebitter, G. (2002)
Due Diligence bei Unternehmensakquisitionen 4
pitalkostenreduktion sowie Finanzierungsausgleich. Auch ist es so möglich auf verschiedenen internationalen Märkten tätig zu werden. 1 Eine weitere Strategie ist die der Restrukturierung. Hier wird das Unternehmen gekauft, um es zu sanieren und so bisher noch nicht verwirklichte Potentiale zu nutzen. 2 Anschließend wird das Unternehmen mit einem höheren Preis verkauft als es gekauft wurde. Diese Wertsteigerung ist auf die offengelegten Potentiale zurückzuführen. 3 Den Marktwert kann man des Weiteren durch die Erzielung von Synergien erreichen. Hier wird das Unternehmen gekauft, um durch den Austausch von Know-How und Nutzung gemeinsamer Potentiale Wettbewerbsvorteile zu erlangen. 4 Bei der spekulativen Methode werden Arbitragegewinne angestrebt. Diese werden durch die Differenz zwischen dem Kaufpreis plus den Finanzierungskosten und dem höheren Veräußerungserlös erzielt. Dazu ist es allerdings notwendig, dass der Erwerber mehr Informationen besitzt als der restliche Markt. 5 Nicht marktwertsteigernde Motive werden in psychisch-soziale Motive und Agency-Probleme unterteilt. Dabei steht bei den psychisch-sozialen Motiven das Streben nach Wachstum, Größe, Macht und Ansehen im Vordergrund. Die Faszination liegt im Wachstum des Unternehmens. 6 Die Agency-Probleme sind vor allem auf die auseinandergehenden Interessen von Eigentümer (Principal) und Management (Agent) zurückzuführen. 7
1 Vgl. Berens, W.; Brauner, H.U. (1999), nähere Informationen im Anhang 2 2 Vgl. Kranebitter, G. (2002) 3 Vgl. Berens, W.; Brauner, H.U. (1999), nähere Informationen im Anhang 2 4 Vgl. Kranebitter, G. (2002), nähere Informationen im Anhang 2 5 Vgl. Kranebitter, G. (2002), nähere Informationen im Anhang 2 6 Vgl. Berens, W.; Brauner, H.U. (1999), nähere Informationen im Anhang 2 7 Vgl. Kranebitter, G. (2002), nähere Informationen im Anhang 2
Due Diligence bei Unternehmensakquisitionen 5
3. Grundlagen der Due Diligence
3.1. Herkunft und Inhalt des Begriffes Der Begriff Due Diligence hat seinen Ursprung im US – amerikanischen Kapitalmarkt und Anlegerschutzrecht (securities laws) 1 , die in einem Normenkomplex die Haftung der an der Emission und an dem Handel von Wertpapieren beteiligten Personen regeln 2 .
Due Diligence bedeutet „sorgsame Erfüllung, im Verkehr erforderliche Sorgfalt“ 3 und ist laut den securities laws von beratenden Experten, wie beispielsweise Wirtschaftsprüfern, Rechtsanwälten etc., bei der Emission und dem Handel von Wertpapieren anzuwenden, um eine Haftung auszuschließen. 4 Heute wird die Due Diligence nicht mehr nur im Zusammenhang mit dem Wertpapierhandel gesehen, sondern hat eine viel größere Bedeutung im Bereich der Unternehmenstransaktionen und –beteiligungen. 5 Die sogenannte Due Diligence–Prüfung wird in den Akquisitionsprozess als eigenständige Phase eingefügt und dient nun im Rahmen sorgfältigster und umfassernster Unternehmensanalysen „der vorbeugenden Aufdeckung, des Ausschlusses sowie der Begrenzung von Risiken im Geschäftsverkehr“ 6 . 3.2. Funktion, Terminierung und rechtliche Einordnung 3.2.1. Ziele und Zwecke der Due Diligence 3.2.1.1. Offenlegung von Unternehmensinformationen Das vorrangigste Ziel einer Due Diligence ist das Ausgleichen der unterschiedlichen Informationsstände von dem sehr gut informierten Verkäufer und des meistens weniger gut bzw. kaum informierten Käufer. Dies geschieht durch die Offenlegung von Unternehmensinformationen. 7 Die Offenlegung der Informationen ist nicht nur für die betriebswirtschaftliche Beurteilung von Bedeutung, sondern auch für die spätere juristische Ausarbei-
1 Vgl.Scherrer, G.
2 Vgl. Botta, V. (2000) 3 Vgl. Schindler, C.M. (1998) 4 Vgl. Schindler, C.M. (1998), nähere Informationen im Anhang 3 5 Vgl. Schindler, C.M. (1998) 6 Vgl. Botta, V. (2000) 7 Vgl. Berens, W.; Brauner, H.U. (1999)
Due Diligence bei Unternehmensakquisitionen 6
tung des Vertragswerkes und den darin festgelegten Gewährleistungen und Garantien. 1 Während der Käufer an einer vollständigen Offenlegung sehr interessiert ist, wehren sich die Verkäufer, Informationen über ihr Unternehmen preiszugeben. Einerseits ist zu befürchten, dass nach erfolgter Offenlegung vertraulicher Informationen der Kaufinteressent die Verhandlungen abbricht. Andererseits kann die Due Diligence im Falle eines Vertragsabschlusses durch die Aufdeckung von Schwächen zur Verringerung des Verkaufspreises führen 2 . Gleichwohl bei der Entdeckung von positiven Sachverhalten zur Erhöhung des Grenzpreises 3 , aber kaum zu Eingeständnissen der Gegenseite bezüglich des Kaufpreises. Dies verdeutlicht die folgende Abbildung: Einfluss der Due Diligence auf den Kaufpreis:
Der Kaufpreis...
43,3% 50,0%
Abbildung 1: Einfluss der Due Diligence auf den Kaufpreis (N=224) 4 Sollte der Verkäufer die Offenlegung von Informationen verweigern, muss er damit rechnen, dass der Käufer einen „Unsicherheitsabschlag“ 5 bei der Preisfindung einkalkuliert oder aber das Unternehmen als Durchschnittsunternehmen bewertet, obwohl dieses eventuell weitaus besser bewertet sein müsste. 6 Der Unternehmenskauf und –verkauf unterliegt den BGB Vorschriften, nach denen der Verkäufer die Pflicht hat, die Sachverhalte offen zu legen, deren Unterlassung einen Verstoß gegen Treu und Glauben bedeutet. 7
1 Vgl. Kranebitter, G. (2002)
2 Vgl. Kranebitter, G. (2002) 3 Der Grenzpreis ist derjenige Betrag, den der Käufer unter gegebener Zielsetzung maximal für das zu bewertende Unternehmen ausgeben darf, ohne sich schlechter zu stellen als beim Unterlassen des Erwerbs.
4 Quelle: Berens, W.; Strauch, J. (2002) 5 Berens, W.; Brauner, H.U. (1999), S. 71 6 Vgl. Berens, W.; Brauner, H.U. (1999) 7 Vgl. Berens, W.; Brauner, H.U. (1999)
Due Diligence bei Unternehmensakquisitionen 7
Die Offenlegung von Informationen verhindert Gewährleistungsansprüche, denn nach § 442 Satz 1 BGB hat der Verkäufer Mängel, die der Käufer bei Vertragsabschluss kannte, nicht zu vertreten. 1 Somit zwingen diese Ansprüche des Käufers den Verkäufer, alle Tatsachen offen zu legen, die von der Gewährleistung ausgeschlossen werden sollen. Diese von der Gewährleistung ausgenommenen Tatsachen, sowie die offengelegten Tatsachen werden im Anhang des Kaufvertrages, dem sog. disclosure schedule, festgehalten. 2 Durch die Offenlegung von Informationen ist die Rechtssicherheit gewährleistet und die Beweisführung bei späteren Rechtsstreitigkeiten gesichert. 3
3.2.1.2. Analyse und Prüfung Neben der Offenlegung von Informationen hat die Due Diligence ebenfalls die Aufgabe der Analyse und Prüfung.
Die Analyse des Unternehmens ist abhängig von den Zielen und dem Analyseobjekt. Das Analyseobjekt ist bei der Unternehmensakquisition die Zielgesellschaft, die dann in verschiedene Elemente nach bestimmten Kriterien aufgegliedert wird. Das der Due Diligence zugrundeliegende Ziel ist die Frage, inwieweit die Transaktion den strategischen Vorstellungen und Zielen entgegenkommt und wie hoch der Unternehmenswert ist. 4 Die wesentlichen Schritte einer Analyse sind:
• Vorbereitendes Sichten vorhandener Unterlagen
• Eigentliche Datenerhebung
• Aufbereitung und Darstellung der Daten
• Auswertung anhand von Beurteilungskriterien und durch Ergebnisdiskussion 5 Im letzten Punkt werden die Ergebnisse der einzelnen Elemente wieder zusammengefügt, um so das Unternehmen wieder als Ganzes betrachten zu können.
Die Analyse kann nur erfolgreich sein, wenn diese mit einer Prüfung des benutzten Datenmaterials einhergeht. Bei der Prüfung werden Normen festge-
1 Vgl.Berens, W.; Brauner, H.U. (1999)
2 Vgl. Kranebitter, G. (2002)
3 Vgl. Kranebitter, G. (2002) 4 Vgl. Berens, W.; Brauner, H.U. (1999)
5 Berens, W.; Brauner, H.U. (1999), S. 73
Due Diligence bei Unternehmensakquisitionen 8
legt, die vom speziellen Standpunkt des Käufers, seiner Interessenlage, der Zielsetzung der Transaktion sowie seinem Anspruchsniveau abhängig sind. Nach diesen Normen wird ein Soll-Objekt entwickelt, das dann mit dem Ist-Objekt, also der Zielgesellschaft, verglichen wird. 1 Um den Soll-Ist-Vergleich zu erleichtern, können Due Diligence Checklisten verwendet werden. Diese werden sowohl für das Ist- als auch für das Soll- O bjekt beantwortet. Werden dann noch die erwarteten Merkmalsausprägungen angegeben, ist es möglich, Aussagen zu treffen, inwiefern Anforderungen erfüllt oder nicht erfüllt sind, die Anforderungen von sehr gut bis schlecht erfüllt sind oder mit welchem Prozentsatz die Anforderungen erfüllt sind. 2 Durch den Soll-Ist-Vergleich werden Schwachstellen und Problembereiche aufgedeckt, die entweder zu einer Minderung des Kaufpreises oder im schlimmsten Falle zum Rücktritt des Kaufes führen können. 3
3.2.1.3. Entscheidungsgrundlage und Preisfindung Oberstes Ziel der Due Diligence ist die Aufdeckung von Chancen und Risiken durch die Schaffung einer Transparenz des Zielunternehmens. Dadurch bildet die Due Diligence die Grundlage für die Entscheidung über den Kauf eines Unternehmens und für den dafür zu zahlenden Preis. 4 „Der Wert eines Unternehmens – i.S.d. subjektiven Grenzpreises- ergibt sich aus der Beziehung des Käufers zur Zielgesellschaft und drückt den Grad der Nützlichkeit des Akquisitionsobjektes zur Erreichung der finanziellen und strategischen Ziele aus.“ 5 Der Preis hingegen wird durch Verhandlungen ermittelt. Hierbei spielen der Unternehmenswert, die aktuelle Marktsituation und besonders das Verhandlungsgeschick der beiden Parteien eine Rolle. 6
3.2.1.4. Exkulpation Durch die Due Diligence erhalten die involvierten Experten die Möglichkeit, durch die ausgeführten Untersuchungen und derer Dokumentation im Falle
1 Vgl. Kranebitter, G. (2002)
2 Vgl. Berens, W.; Brauner, H.U. (1999) 3 Vgl. Kranebitter, G. (2002)
4 Vgl. Kranebitter, G. (2002) 5 Berens, W.;Brauner, H.U. (1999), S. 79
6 Vgl. Berens, W.; Brauner, H.U. (1999)
Due Diligence bei Unternehmensakquisitionen 9
eines Rechtsstreites den Gegenbeweis antreten zu können. Sollten die Experten zur Haftung herangezogen werden, haben sie so den Nachweis, dass sie mit der entsprechenden Sorgfalt alle für die Transaktion relevanten Fakten und Tatsachen aufgedeckt und beurteilt haben. 1
3.2.2. Terminierung, Dauer und Umfang Nach dem klassischen Modell wird die Due Diligence nach der Unterzeichnung des Letter of Intent 2 (LoI) und vor der endgültigen Entscheidung eingeschoben. Dieser Zeitraum kann zwischen ein paar Tagen und ein paar Wochen variieren. Hierbei konzentriert sich die Due Diligence auf die juristische Ausgestaltung des Unternehmenskaufes und die Überprüfung der bereits vertra glich festgehaltenen Annahmen. 3 Eine andere Sichtweise ist die von Binder/Lanz. Hier wird der Due Diligence ein breiteres Zeitspektrum zugesprochen. Die Due Diligence beginnt bereits bei der Strategieformulierung (vor der ersten Kontaktaufnahme) und reicht bis zur Integration des neuen Unternehmens. 4 Die folgende Abbildung zeigt den Ablauf einer Transaktion mit den entsprechend involvierten Due Diligence – Phasen.
1 Vgl. Berens, W.; Brauner, H.U. (1999)
2 nähere Informationen im Anhang 4 3 Vgl. Schindler, C.M. (1998)
4 Vgl. Berens, W.; Brauner, H.U. (1999)
Due Diligence bei Unternehmensakquisitionen 10
Abbildung 2: Due Diligence-Review im Akquisitionsablauf nach Binder/Lanz 1 Auch gibt es die Möglichkeit der nach dem closing terminierten Due Diligence. Diese dient dann hauptsächlich dazu, bestimmte Tatsachen aufzudecken, die zu Ansprüchen gegenüber dem Verkäufer führen bzw. die als Beweise dienen, dass die negativen Tatsachen schon zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses vorhanden waren. 2 Der Umfang der Due Diligence ist sehr unterschiedlich und kann nicht pauschalisiert werden. So spielen z.B. exogene Einflussfaktoren eine Rolle. Das sind solche Faktoren, die dem Käufer ein Datum geben, und so festlegen, ob und inwiefern eine Due Diligence durchgeführt werden kann. Dies ist beispielsweise bei dem Auktionsverfahren der Fall, bei dem der Käufer nur einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung hat, das Zielunternehmen zu durchleuchten. 3
1 Quelle: Schindler, C.M. (1998)
2 Vgl. Berens, W.; Brauner, H.U. (1999) 3 Vgl. Berens, W.; Brauner, H.U. (1999)
Due Diligence bei Unternehmensakquisitionen 11
Andere Faktoren, die den Umfang der Due Diligence beeinflussen, sind z.B. die Kosten, die Größe des Unternehmens und der Transaktion. Bei all den Faktoren sollte man dennoch den Grundsatz der Materiality (Wesentlichkeit) 1 bewahren, um so einer Missachtung der für die Due Diligence notwendigen Sorgfalt zu entgehen. 2
3.2.3. Relevanz der Due Diligence im deutschen Zivilrecht Inwiefern ist der Käufer verpflichtet, eine Due Diligence durchzuführen, und welche Konsequenzen hat diese Due Diligence oder eine unterlassene Due Diligence für die Gewährleistungsansprüche des Käufers? Mit dieser Frage muss man sich auseinandersetzen, wenn man die rechtliche Einordnung der Due Diligence bestimmen möchte.
Grundsätzlich gilt, dass der Käufer nach den Vorschriften des BGB zu keiner Prüfung verpflichtet ist. Es bleiben in diesem Fall alle Gewährleistungsansprüche erhalten. 3 Allerdings werden diese Ansprüche ausgeschlossen, sobald der Käufer Mängel bei Vertragsabschluss kannte bzw. bei der Übergabe bemerkt und die Leistung entgegennimmt, aber sich nicht die Gewährleistungsrechte vorbehält (§ 442 Abs. 1, Satz 1 BGB). 4 Sollte der Käufer dennoch eine Prüfung vornehmen, können die in der Prüfung erlangten Ergebnisse zum Ausschluss der Gewährleistungsansprüche führen.
Dies ist der grob schuldhaften Unkenntnis gleichzustellen, d.h. nach § 442 Abs.
1, Satz 2 BGB hat der Käufer keine Gewährleistungsansprüche, wenn ihm ein Mangel durch grobe Fahrlässigkeit entgangen ist und der Verkäufer ihm diesen nicht arglistig verschwiegen hat. Dass der Käufer den Mangel aufgrund grober Fahrlässigkeit nicht kannte, ist von dem Verkäufer zu beweisen. 5 Grobe Fahrlässigkeit liegt dann vor, wenn verkehrsübliche Sorgfalt in schwerem Maße verletzt worden ist. 6
1 „Der Grundsatz stammt aus der Praxis der Prüfung der externen Rechnungslegung, gilt j e-
doch als allgemeiner Grundsatz der Informationsgewinnung und- vermittlung und stellt so-
wohl eine Maximal- als auch eine Minimalforderung dar.“ Berens, W.; Brauner, H.U. (1999), S.
79
2 Vgl. Berens, W.; Brauner, H.U. (1999) 3 Vgl. Berens, W.; Brauner, H.U. (1999)
4 Vgl. Berens, W.; Brauner, H.U. (1999) 5 Vgl. Berens, W.; Brauner, H.U. (1999)
6 Vgl. Berens, W.; Brauner, H.U. (1999)
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Stefanie Demske, 2002, Due Diligence bei Unternehmensakquisitionen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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