Existiert die Arbeitsgesellschaft nur noch in unseren Köpfen?
2
Die Entwicklung der so genannten Arbeitsgesellschaft in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
Inhalt
1. Einleitende Gedanken
3
2. Historische Entwicklung Industrialisierung, Taylorismus und Fordismus
4
3. Gegenwärtige Situation fortschreitende Prekarisierung der Arbeitsver-
7
h ältnisse
4. ,VW GLH H HLFKQXQJ Ä UEHLWVJHVHOlVFKDIW KHXWH QRFK XWUHIIHQG und wie
9
geht es weiter?
Literaturverzeichnis 13
1. Einleitende Gedanken
Ä$UEHLWJLEWXQVPHKUDOVGHQ/HEHQVXnterhalt; sie gibt uns das Leben³ sagte der Begründer des Fordismus und US-amerikanische Unternehmer Henry Ford einmal. Ist diese Aussage heute noch für unsere Gesellschaft zutreffend? Kann man wirklich noch von einer Arbeitsgesellschaft sprechen, bei der man davon aus geht, dass die Erwerbsarbeit das zentrale Kernstück im Leben eines jeden Einzelnen darstellt? Diese Fragestellung möchte ich im Folgenden besonders in Hinblick auf den gesellschaftlichen Wandel und den veränderten sozialen Rahmenbedingungen analysieren.
Es ist allseits bekannt, dass die Arbeitslosenzahlen in fast allen westlichen Industrienationen als eine Folge der beiden großen Ölkrisen 1973 und 1979/80 seit den achtziger Jahren konstant gestiegen sind und auch weiterhin zunehmen. Weitere Gründe für diese Entwicklung sind in erster Linie die fortschreitenden und immer effizienter arbeitenden Technologien (da-raus folgt eine Produktivitätssteigerung der Arbeit und das Arbeitsvolumen sinkt dauerhaft), die zunehmende Globalisierung (sprich internationale Arbeitsteilung und Umsiedelung ganzer Firmen mit ihren Arbeitsplätzen in das billiger produzierende Ausland), das veränderte Verhältnis von Lebenszeit und Erwerbsarbeitszeit, sowie das verstärkte Drängen der Frauen auf den Arbeitsmarkt im Zuge des Wandels der typischen Geschlechterrollen und der Emanzipation. Dass die Erwerbsarbeit eine so zentrale Rolle im Leben der Menschen spielt, hängt mit vier wesentlichen Funktionen zusammen, die ihr zugeschrieben werden: Als hauptsächliches Merkmal sichert sie das individuelle Einkommen. Für etwa vierzig Prozent der Bevölkerung der gesamten Bundesrepublik Deutschland stellte im Jahr 2003 die eigene Erwerbsarbeit die wichtigste Unterhaltsquelle dar. 1 Bereits in den dreißiger Jahren fand man mit einer Studie 2 heraus, dass Erwerbsarbeit auch eine psychosoziale Funktion hat. Sie weitet den Horizont, gilt als Sinn stiftend, dient dem Menschen als Antrieb zu Aktivität und gibt ihm ein Zeitgerüst zur Orientierung vor. Ebenfalls leitet sich der soziale Status aus der beruflichen Stellung eines Individuums ab.
Für das Sozialversicherungssystem ist die Erwerbsarbeit unverzichtbar. In Deutsch-land werden die Sozialversicherungen durch Beiträge finanziert, die direkt vom Brut-
1 Vgl.Datenreport 2004, Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2006, S. 98
2 Jahoda, Marie, Lazarsfeld, Paul F., Zeisel, Hans (1989): Die Arbeitslosen von Marienthal. Ein sozio-
graphischer Versuch. Frankfurt am Main (zuerst 1933)
toverdienst des Erwerbstätigen abgezogen werden. Der Anspruch auf diese Leistungen, beispielsweise im Krankheitsfall oder beim Eintritt ins Rentenalter, ergibt sich aus der ÄDQ GHU PlQQOLFKHQ %HUXIVNDUULHUH RULHQWLHUWHQ Ã1RUPDOELRJUDSKLH¶ YRQ (r-ZHUEVWlWLJHQ³. 3
Und die Erwerbsarbeit ist im Wesentlichen mit der bürgerschaftlichen Integration verbunden, das bedeutet, dass über die Erwerbstätigkeit ein Gemeinschaftsgefühl vermittelt wird.
Es ist nicht davon auszugehen, dass diese vier Funktionen in naher Zukunft ihre Gültigkeit verlieren, aber vielleicht wird sich ihr Stellenwert ändern? Denn kann nicht auch ein so geQDQQWHV Ä%UJHUJHOG³ DQ GLH 6WHOOH GHU ZLFKWLJVWHQ 8QWHUKDOWVTXHOOH rücken oder ehrenamtliche Tätigkeiten, wie z.B. die Nachbarschaftshilfe, bürgerschaftliche Integration vermitteln? Mit welcher geeigneten Bezeichnung müsste man dann die zukünftige Gesellschaft betiteln oder befinden wir uns schon jetzt nicht mehr in einer Arbeitsgesellschaft?
Zunächst möchte ich in meiner Betrachtung die historische Entstehung der Arbeitsgesellschaft in der Bundesrepublik Deutschland kurz skizzieren, um danach auf den Ist-Zustand zu sprechen zu kommen und letztlich das Für und Wider der Bezeich- QXQJÄArbeitsgesellschaft³ diskutieren und einen Ausblick auf die Möglichkeiten der zukünftigen Entwicklung geben.
2. Historische Entwicklung ± Industrialisierung, Taylorismus und Fordismus
Die Arbeit bzw. der Arbeitsbegriff an sich ist in der Historie durch einen enormen Wandel geprägt. Angefangen in der Antike, als die Menschen sich Sklaven hielten, die für sie die Arbeit verrichteten, bis hin zum Feudalismus, in dem Bauern in Leibeigenschaft Frondienste für ihre Vasallen ableisten mussten, kommt es zum Arbeitsbegriff, wie wir ihn heute kennen, nämlich als abhängig bezahlte Erwerbsarbeit, erst mit dem Prozess der Industrialisierung. Diese unterteilt sich in Deutschland in zwei Phasen. Die Basis dafür bildet zunächst die Gründung des Deutschen Zollvereins 1834, damit wird durch den Wegfall der deutschen Binnenzölle endlich ein einheitli-
3 Senghaas-Knobloch,Eva (1999): Von der Arbeits- zur Tätigkeitsgesellschaft. Zu einer aktuellen De-
batte. In: Arbeit, Heft 2, Jg. 8 (1999), S. 121
Arbeit zitieren:
Katja Nixdorf, 2006, Existiert die Arbeitsgesellschaft nur noch in unseren Köpfen?, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Katja Nixdorf's Text Existiert die Arbeitsgesellschaft nur noch in unseren Köpfen? ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Katja Nixdorf hat den Text Existiert die Arbeitsgesellschaft nur noch in unseren Köpfen? veröffentlicht
Katja Nixdorf hat einen neuen Text hochgeladen
Von Barrieren in unseren Köpfen und "Karten ohne Grenzen"
Geographische Informationssyst...
Susanne Janschitz
Kompetenz-Engagement: Ein Weg zur Integration Arbeitsloser in die Gese...
Empirische Studie zur Erwerbs-...
Rosine Schulz
0 Kommentare