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Iranische Bedrohung oder bedrohter Iran?

Das neue Kräftegleichgewicht in der Region des Nahen Ostens nach dem Irakkrieg

Title: Iranische Bedrohung oder bedrohter Iran?

Thesis (M.A.) , 2009 , 122 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Philipp-Henning v. Bruchhausen (Author)

Politics - Region: Near East, Near Orient
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Summary Excerpt Details

Diese geostrategische Fallstudie aus dem Herbst 2008 behandelt die Frage, ob der Iran wirklich die größte Bedrohung für die Stabilität des Nahen Osten darstellt, wie auch deutsche Medien immer wieder gern behaupten, oder ob nicht viel mehr der Iran selbst bedroht wird, angesichts seiner überschaubaren militärischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten von seinen hochgerüsteten Nachbarn und den allgegenwärtigen USA.

Denn spätestens seit dem Amtsantritt des Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad im Jahr 2005, wird die islamische Republik Iran offen als Bedrohung gehandelt, vor allem in Hinsicht auf ihr Atomprogramm, aber auch wegen der Unterstützung diverser paramilitärischer Gruppen, wie der Hisbollah im
Libanon. Bei seiner Rede vor der Knesset am 15. Mai nannte Präsident Bush den Iran wörtlich „the world's leading sponsor of terror“ und stellte gar eine Analogie zum
Appeasement von Hitler auf.

Sogar das Raketenabwehrsystem der USA in Polen und Tschechien wurde primär mitder Bedrohung durch iranische Langstreckenraketen begründet. Dazu wurde die ominöse Al-Quds-Brigade der Pasdaran von den USA offiziell als Terrororganisation eingestuft, als erste militärische Formation eines souveränen Staates überhaupt, und der Prospekt eines Präventivschlags gegen iranische
Nukleareinrichtungen durch die USA oder Israel wird immer wieder mal angedroht, für den Fall des Scheiterns einer diplomatischen Lösung.
Zwar ist so eine Lösung dank des Kurses von Präsident Obama nun sehr viel wahrscheinlicher geworden, was zum Zeitpunkt der Erstellung noch nicht absehbar war, doch wie diese Arbeit en´ Detail zeigt, gab es auch sonst nie eine ernsthafte Alternative zu einem "Deal", denn einerseits ist der Iran sehr viel schwächer als die Medien und öffentliche Stellen behaupten, insbesondere in Sachen Langstreckenraketen, andererseits jedoch ist das Land auch sehr viel stärker als manche vermuten;
So können sie mit ihren zahlreichen hochmobilen und vergleichsweise billigen Guerillaeinheiten ihren enorm reichen und bestens bewaffneten arabischen Nachbarn in den Golfstaaten enorme Schäden zufügen, ebenso wie den Israelis, beispielsweise durch eine Blockade der Straße von Hormuz oder der Zerstörung von Entsalzungsanlagen und Kraftwerken.
Atomraketen hingegen, sofern sie überhaupt welche bauen können, wären angesichts der faktischen numerischen Überlegegenheit der Iraner, ihrer knappen Kasse und technischen Unterlegenheit, militärisch weitgehend nutzlos und allenfalls ein Prestigeobjekt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Einordnung der Situation im Nahen Osten

2.1. Überblick über die verwendeten Theorien

2.2. Methodik und Definition von Begriffen

3. Die Balance-Politik der Golfstaaten von 1980 bis heute

4. Irans Stärken und Schwächen

4.1. Das Heer und die Pasdaran

4.2. Luftwaffe

4.3. Marine

4.4. Sondertruppen und Paramilitärs

4.5. WMD

5. Die Golfstaaten

5.1. Saudi-Arabien

5.2. Die Vereinigten Arabischen Emirate

5.3. Die kleineren Staaten am Golf

5.4. Die strategische Rolle der USA im Golf

6. Szenarien: Möglichkeit einer anti-iranischen Koalition?

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die sicherheitspolitische Rolle des Iran im Nahen Osten und analysiert, ob das Land tatsächlich eine Bedrohung für die regionale Stabilität darstellt oder selbst bedrängt ist. Im Fokus steht dabei die Frage, wie ein ökonomisch angeschlagener und militärisch isolierter Iran seine Interessen in einem feindseligen Umfeld behaupten kann.

  • Analyse der konventionellen militärischen Stärken und Schwächen des Iran.
  • Untersuchung der regionalen Machtverhältnisse zwischen Iran und den Golfstaaten.
  • Theoretische Einordnung mittels neorealistischer Ansätze und der "Offense-Defense-Balance".
  • Bewertung des Einflusses der USA auf die Sicherheitsarchitektur der Golfregion.
  • Diskussion von Szenarien bezüglich einer möglichen anti-iranischen Koalition.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Diese geostrategische Fallstudie dreht sich um die Frage, ob und wie ein derart bedrängtes Land wie der Iran, seine sicherheitspolitischen Interessen durchsetzen kann, also nicht nur die Sicherung seines Regimes, sondern auch die Stärkung seiner noch ziemlich isolierten Position innerhalb der Region. Und zwar, obwohl es militärisch relativ schwach ist in einer feindseligen Umgebung, seine Wirtschaft alles andere als rund läuft, und mehrere Nuklearmächte versuchen es einzudämmen.

Denn spätestens seit dem Amtsantritt des Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad im Jahr 2005, wird die islamische Republik Iran als eine der größten Bedrohungen für die Stabilität des Nahen Ostens gehandelt, vor allem in Hinsicht auf ihr Atomprogramm, aber auch wegen der Unterstützung diverser paramilitärischer Gruppen, wie der Hisbollah im Libanon. Bei seiner Rede vor der Knesset am 15. Mai nannte Präsident Bush den Iran wörtlich „the world's leading sponsor of terror“ und stellte gar eine Analogie zum Appeasement von Hitler auf.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die geostrategische Ausgangslage des Iran im Kontext internationaler Sanktionen und regionaler Spannungen ein.

2. Theoretische Einordnung der Situation im Nahen Osten: Es werden neorealistische Theorien wie der "Offensive Realismus" angewandt, um die anarchische Struktur der regionalen Sicherheitspolitik zu erklären.

3. Die Balance-Politik der Golfstaaten von 1980 bis heute: Historische Analyse der wechselhaften Allianzen und Machtkämpfe am Golf seit dem Ersten Weltkrieg.

4. Irans Stärken und Schwächen: Detaillierte Untersuchung des iranischen Militärs, der Wirtschaft und der Rolle von Massenvernichtungswaffen.

5. Die Golfstaaten: Analyse der militärischen Potenziale und der strategischen Abhängigkeiten der arabischen Golfanrainer.

6. Szenarien: Möglichkeit einer anti-iranischen Koalition?: Evaluation der Wahrscheinlichkeit und strategischen Sinnhaftigkeit einer militärischen Allianz gegen den Iran.

7. Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse und Einschätzung der iranischen Position im regionalen Kräfteverhältnis.

Schlüsselwörter

Iran, Naher Osten, Geopolitik, Offensiver Realismus, Golfstaaten, Rüstungsausgaben, Sicherheitspolitik, Abschreckung, Atomprogramm, Militärstrategie, Golfkooperationsrat, USA, Pasdaran, Balancing, Sanktionen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die sicherheitspolitische Lage des Iran und dessen Einfluss auf das Machtgleichgewicht im Nahen Osten nach dem Irakkrieg.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die militärischen Fähigkeiten des Iran, die Rolle der arabischen Golfstaaten, die US-Interessen am Golf sowie die Anwendbarkeit sicherheitspolitischer Theorien auf die Region.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Frage zu beantworten, ob der Iran eine reale militärische Bedrohung für seine Nachbarn darstellt oder ob die wahrgenommene Bedrohung eher ein politisches Instrument zur Wahrung regionaler Interessen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer Case Study unter Anwendung der "Congruence-Methode" und "Process-Tracing" im Rahmen neorealistischer Ansätze.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die militärischen Kapazitäten des Iran (Heer, Marine, Luftwaffe, Raketen) sowie das Verhalten der Golfstaaten und deren Sicherheitsabhängigkeiten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem Iran, Offensiver Realismus, Geopolitik, Golfkooperationsrat, Abschreckung und Balancing.

Welche Rolle spielt das Atomprogramm für die regionale Sicherheit?

Die Arbeit bewertet das Atomprogramm als Instrument politischer Einflussnahme und argumentiert, dass eine militärische Nutzung (Bombenbau) kurzfristig technisch möglich, jedoch strategisch riskant und wenig zielführend für den Iran wäre.

Wie bewertet der Autor die Stärke der Golfstaaten?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Golfstaaten zwar enorme Summen für Rüstung ausgeben, jedoch aufgrund fehlender Kooperation, mangelnden Trainings und strategischer Abhängigkeit von den USA militärisch deutlich schwächer sind, als es ihre Ausgaben vermuten lassen.

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Details

Title
Iranische Bedrohung oder bedrohter Iran?
Subtitle
Das neue Kräftegleichgewicht in der Region des Nahen Ostens nach dem Irakkrieg
College
LMU Munich
Grade
1,3
Author
Philipp-Henning v. Bruchhausen (Author)
Publication Year
2009
Pages
122
Catalog Number
V128219
ISBN (eBook)
9783640341986
ISBN (Book)
9783640342150
Language
German
Tags
Iranische Bedrohung Iran Kräftegleichgewicht Region Nahen Ostens Irakkrieg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Philipp-Henning v. Bruchhausen (Author), 2009, Iranische Bedrohung oder bedrohter Iran?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128219
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