Daher ist es erforderlich,
Kunstfertigkeit anzuwenden,
ohne dass man es merkt,
und die Rede nicht als verfertigt,
sondern als natürlich erscheinen zu lassen
— dies nämlich macht sie glaubwürdig.
Aristoteles, 384 - 322 v. Chr.
Inhaltsverzeichnis Rhetorik
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Allgemeine Rhetorik 3
2.1 Die drei Redegattungen (genera orationis) 3
2.2 Die vier Frageweisen der Rede (status orationis) 4
2.3 Die drei Aufgaben des Redners (officia oratoris) 4
2.4 Die fünf Bearbeitungsphasen (partes orationes) 5
2.4.1 Erfindung der Gedanken 5
2.4.2 Gliederung der Gedanken 7
2.4.3 Sprachliche Darstellung der Gedanken 7
2.4.4 Memorieren der Rede 8
2.4.5 Vortrag der Rede 8
3 Angewandte Rhetorik 9
3.1 Lampenfieber 9
3.2 Mimik und Gestik - nonverbale Rhetorik 9
3.3 Sprache - der mündliche Vortrag 10
4 Bedeutung für den Beruf des Lehrers 13
5 Fazit 14
Andreas Johann, SS 2006 0
1. Einleitung
1 Einleitung
Was bedeutet der Begriff Rhetorik? Nun, diese Frage lässt sich auf viele Weisen beantworten.
Rhetorik stammt ursprünglich von dem Griechischen ρητ oρικ´ η (τ ´ εχνη),
[rhetorikè (téchne)] ab, was so viel bedeutet wie Redekunst oder Redetechnik [Wik06].
Es kann davon gesprochen werden, dass die Rhetorik im weitesten Sinne sowohl die Theorie, als auch die praktische Technik der geschriebenen und gesprochenen Rede ist, mit dem Ziel den Leser bzw. Zuhörer zu überzeugen (und zu beeinflussen). Um dieses Ziel zu erreichen steht ein umfangreicher Katalog an verschiedenen Techniken zur Verfügung. Die moderne Wissenschaft bezeichnet die Theorie mit „Allgemeiner Rhetorik“ und die Praxis mit „Angewandter Rhetorik“.
In dieser Seminararbeit werde ich mich sowohl mit der allgemeinen Rhe-torik, als auch mit der angewandten Rhetorik beschäftigen, indem ich einige Hinweise und Tipps und Trick für einen guten Vortrag gebe. Abschließend bringe ich die Wichtigkeit der Rhetorik für den Beruf des Lehrers hervor. Zunächst werde ich einen kurzen Überblick über die historische Entwicklung darstellen.
Historischer Überblick
Es ist anzunehmen, dass die Rhetorik dem Entstehen demokratischer Strömungen in Athen um 510 v.Chr. zu verdanken ist. Es wurde zunehmend wichtiger, Reden z.B. vor der Volksversammlung, dem Gericht oder Heer zu halten und das Auditorium von der eigenen Meinung zu überzeugen, für eine bestimmte „Sache“ zu begeistern. Es gab eigens Schulen (Sophisten) in denen die Redekunst systematisch untersucht und gelehrt wurde. Einer der berühmtesten Redner ist der Sophist Protagoras (90 - 411 v.Chr), der es ver-stand den schwächeren Standpunkt so zu vertreten, dass er als der Stärkere angesehen wurde.
Aristoteles (384 - 322 v.Chr.) stellte als erster die Rhetorik auf eine wis-senschaftliche Grundlage. Die Aufgabe der Redekunst stellte für ihn nicht in Andreas Johann, SS 2006 1
1. Einleitung
erster Linie die Überredung durch den Appell an die Emotionen der Zuhörer dar, sondern vielmehr die Wahrheit und das Glaubwürdige überzeugend vorzubringen. [Sta06]
Im antiken Rom wurde die Rhetorik zunächst von den Griechen übernommen. Die beiden größten Rhetoriker des Imperium, Cicero (106 - 43 v.Chr.) und Quintilian (35 - 96 n.Chr.) wurden ebenfalls von ihr beeinflusst. Beide verfassten theoretische Abhandlungen über die Redekunst. In der sog. „Zweiten Sophistik“ vom zweiten bis dritten Jahrhundert erlebte die Rhetorik, aus akademischem Bildungsstreben heraus, eine erneute Blütezeit. Bezeichnend für diese Zeit war formale Eleganz und rhetorischer Prunk, aber keine orignellen Leistungen.
Neben der Dialektik und Grammatik gehörte die Rhetorik zu den drei Fächern des Trivium, das Teil der an den Universitäten gelehrten Sieben Freien Künste war. Sie wurden als unabdingbar für eine umfassende Bildung angesehen. [Göt91]
In der Renaissance wurden wieder die Schriften der Antike herangezogen und man besann sich auf ihre Erkenntnisse. Auch im Barock und der Aufklärungen wurde diese Bestrebung beibehalten. Für eine weitergehende Erläuterung der historischen Entwicklung der Rhetorik siehe [GU86] S. 11 - 185.
Andreas Johann, SS 2006 2
Arbeit zitieren:
Andreas Johann, 2006, Rhetorik - Grundlagen der Theorie und Praxis, München, GRIN Verlag GmbH
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