1. Didaktisch-methodische Überlegungen
Diese Stunde dient als Einstiegsstunde in das Thema „Herz und Blutkreislauf“, nachdem in der vorangegangenen Stunde das Thema „Atmung“ mit einer Sequenz zur Suchtprävention abgeschlossen wurde.
Der G8-Lehrplan für Biologie sieht unter dem Unterrichtsinhalt „Blutkreislauf und Atmung“ zwar nicht explizit die Zusammensetzung des Blutes vor, jedoch soll der Unterschied zwischen sauerstoffreichem und sauerstoffarmen Blut erarbeitet werden sowie Bau und Funktion des Herzens mit Lungen- und Körperkreislauf. Ich halte es jedoch für wenig sinnvoll, in diesem Zusammenhang die Bestandteile des Blutes nicht zu thematisieren, da zum Einen in vielen Biologiebüchern für die fünfte Klasse die Bestandteile des Blutes aufgegriffen werden und zum Anderen bei der Erarbeitung des Themas „Blutkreislauf“ sicherlich viele Fragen aufge-worfen werden, welche sich um Details zum Thema „Blut“ drehen. Beispielsweise haben sicherlich viele SuS die Begriffe „rote“ und „weiße Blutkörperchen“ schon einmal gehört. Weiterhin erscheint es sinnvoll, zunächst den „Stoff“ an sich zu erklären, der im Lungen- und Körperkreislauf fließt, ehe der Vorgang der Kreisläufe näher erörtert wird.
Um den Unterricht transparenter zu machen, werde ich die SuS zunächst über das neue Thema informieren und ihnen mitteilen, dass in den nächsten Stunden das Blut behandelt werden soll. Ich werde den SuS sagen, dass das Blut auch als unser flüssiges Organ bezeichnet wird. Warum dies so ist, werden die SuS am Ende der Unterrichtseinheit beantworten können. Als Einstieg in die aktuelle Stunde dient eine erfundene Geschichte über einen Jungen, der sich am Knie verletzt hat und sich wundert, warum sich nach einiger Zeit über der Wunde eine Kruste bildet und warum diese nach mehreren Stunden anfängt zu eitern. Ich werde diese Geschichte als wahre Begebenheit aus meinem Leben erzählen und die SuS auffordern, mir bei der Lösung diverser Probleme aus der Geschichte zu helfen. Alternativ hätte ich auch die Geschichte von den SuS vorlesen lassen können, ich befürchte jedoch, dass hierbei die Spannung und die gewisse Dramatik der Geschichte verloren gehen. Allerdings erzähle ich die Geschichte nicht am Stück. Zunächst soll nur das erste Problem - warum bildet sich Wundschorf
- erarbeitet werden, der zweite Teil der Geschichte dreht sich dann um die eiternde Wunde. Die Geschichte dient dazu, einen Alltagsbezug für die SuS herzustellen, da sich wohl jeder schon einmal am Knie verletzt hat. Es ist weiterhin davon auszugehen, dass die SuS wissen, dass sich über einer frischen Wunde nach einiger Zeit Wundschorf bildet und dass sich eine
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verdreckte Wunde entzünden kann. Allerdings werden die SuS kaum erklären können, warum dies so ist. In dieser Stunde soll daher nach einem problemorientierten Einstieg die Vorgänge bei der Blutgerinnung und dem Wundverschluss erarbeitet werden sowie einige Bestandteile des Blutes wie Thrombozyten und Leukozyten.
Ich habe mich bewusst dafür entschieden, nur diese zwei Bestandteile des Blutes zu erarbeiten, da sie in ihrer Aufgabe miteinander verbunden sind. Andere Bestandteile des Blutes wie beispielsweise die Erythrozyten würden thematisch nicht in diese Stunde passen und werden daher in der darauf folgenden Stunde anhand eines anderen Problems (wie kommt der Sauerstoff in unseren Körper und das Kohlendioxid wieder heraus) erarbeitet. Ich hätte die SuS in Gruppen einteilen können und jede Gruppe hätte einen Bestandteil erarbeiten und dem Rest der Klasse vorstellen müssen. Allerdings wäre dies zeitlich kaum möglich gewesen und ich hätte nicht sicherstellen können, dass alle SuS alle Informationen hätten aufnehmen können. Mit der didaktischen Reduktion auf nur zwei Bestandteile rundet sich die Stunde thematisch ab und die Menge der Informationen bleibt für die SuS überschaubar.
In der Erarbeitungsphase werde ich die SuS fragen, warum ihrer Meinung nach eine Wunde nach einiger Zeit aufhört zu bluten. Die Hypothesen der SuS werde ich an der Tafel festhalten, sie aber auffordern, die Hypothesen nicht abzuschreiben. Gemäß der Wissenschaftspropädeutik sollen die SuS lernen, dass Hypothesen auch verworfen werden können. Falsche Hypothesen der SuS streiche ich am Ende der Stunde wieder durch, wenn die SuS das richtige Ergebnis erarbeitet haben. Nach der Hypothesenbildung werde ich die SuS fragen, wie man ihre Vermutungen beweisen kann. Ich gehe von Antworten aus wie „einen Film schauen“ oder „im Buch nachlesen“, und werde den SuS dann mitteilen, dass ich mit einer winzigen Kamera Detailfotos von einer frischen Wunde gemacht habe. Diese Fotos lege ich auf den Projektor und lasse sie die SuS zunächst beschreiben. Die Beschreibungen der SuS halte ich auf der Folie fest. Alternativ kann ich auch die SuS ihre Beschreibungen selbst auf die Folie schreiben lassen, je nachdem, wie weit die Stunde zu diesem Zeitpunkt bereits fortgeschritten ist. Auf den Fotos ist erkennbar, dass sich die Thrombozyten in den Fibrinfäden verfangen und verkleben. Den Begriff „Fibrin“ werde ich den SuS nennen. Anschließend werde ich mit Hilfe der SuS die falschen Hypothesen wieder von der Tafel streichen.
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Katrin Zielina, 2006, Bestandteile des Blutes - Teil I: Der Wundverschluss, Munich, GRIN Publishing GmbH
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