Inhaltsverzeichnis
Kurzfassung. IV
Abbildungsverzeichnis VI
1. Einleitung. 1
2. Definition Projektfinanzierung. 2
2.1 Wesen einer Projektfinanzierung. 2
2.2 Beteiligte an einer Projektfinanzierung 3
2.2.1 Sponsoren 3
2.2.2 Contractors. 3
2.2.3 Projektträger. 4
2.2.4 Fremdkapitalgeber 4
2.2.5 Weitere Beteiligte 5
2.3 Abgrenzung zur klassischen Unternehmungsfinanzierung. 5
3. Identifizierung der Projektrisiken 7
3.1 Methoden zur Identifizierung der Risiken 7
3.1.1 Brainstorming- und Brainwriting-Methode 7
3.1.2 Risikocheckliste 8
3.2 Projektrisiken. 9
3.2.1 Wirtschaftliche Risiken 10
3.2.2 Technische Risiken 12
3.2.3 Sonstige Risiken. 13
4. Bewertung der Projektrisiken. 14
4.1 Methoden zur Analyse der Projektrisiken 15
4.1.1 Die Delphi-Methode. 15
4.1.2 Monte Carlo Simulation 16
4.1.3 Weitere Methoden zur Bewertung von Projektrisiken 18
4.2 Methoden zur Klassifizierung von Projektrisiken 19
4.2.1 Risikoportfolio. 19
4.2.2 ABC-Analyse 20
4.2.3 Wirkungsanalyse 22
5. Steuerung der Projektrisiken 24
5.1 Übertragung der Projektrisiken. 25
5.1.1 Übertragung der Projektrisiken an Beteiligte 25
5.1.1.1 Übertragung an Sponsoren. 25
II
5.1.1.2 Übertragung an Abnehmer 25
5.1.2 Übertragung an den Kapitalmarkt. 27
5.1.3 Übertragung an den Staat 28
5.2 Versicherung der Risiken 29
5.3 Eliminierung von Projektrisiken 29
5.4 Weitere Möglichkeiten zur Risikosteuerung. 30
6. Monitoring laufender Projektfinanzierungen 31
6.1 Terminkontrolle. 32
6.2 Kostenkontrolle. 34
7. Kritische Würdigung 35
Literaturverzeichnis. 37
III
Kurzfassung
Bei Projektfinanzierungen handelt es sich um eine besondere Form der Unternehmensfinanzierung. Diese ist aktuell häufig bei Infrastrukturfinanzierungen anzutreffen. Kreditnehmer ist dabei eine wirtschaftlich und rechtlich selbstständige Projektgesellschaft. Ein Rückgriff auf den Investor der Projektgesellschaft, dem Sponsor, ist dabei in den meisten Fällen nicht möglich. Aufgrund einer mangelnden Verwertung der zu finanzierenden Aktiva ist für ein erfolgreiches Engagement einer Bank der Erfolg des Projektes von großer Bedeutung. Diese Arbeit soll dem Leser aufzeigen, welche Schritte zum erfolgreichen Umgang mit Projektrisiken notwendig sind. Hierfür werden dem Leser potentiell anzutreffende Risiken und die verschiedenen Methoden des Risikomanagementprozesses vorgestellt. Bei Projektfinanzierungen werden stärker als bei einer klassischen Unternehmensfinanzierung die vorhandenen Risiken identifiziert, klassifiziert und anschließend bewertet. Anknüpfend daran werden diese Risiken, sofern dies als sinnvoll erachtet wird, gesteuert. Zur Steuerung stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung.
Wichtig für einen erfolgreichen Risikomanagementprozess ist, dass sich die finanzierende Bank nicht ausschließlich auf die eigene Kompetenz verlässt. Je nach der Art und den Besonderheiten des finanzierenden Projektes kann eine Einbeziehung von externen Experten sinnvoll oder gar unerlässlich sein.
IV
Abkürzungsverzeichnis
AS Aktivsumme CF Cash Flow DSCR Debt Service Coverage Ratio EU Europäische Union GE Geldeinheiten HGB Handelsgesetzbuch KKEZ Kostenkennzahl MCS Monte Carlo Simulation NASA National Aeronautics and Space Administration OECD Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung PEA Probabilistic-Event-Analyse PERT Program Evaluation and Review Technique PPP Public-Private-Partnership PS Passivsumme SPC special purpose company SPV special purpose vehicle USD United States Dollar
V
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Beispiel einer Expertenschätzung bei der Delphi-Methode Seite
Abbildung 2: Beispieldarstellung der Intervalle einer MCS Seite
Abbildung 3: Beispiel einer ABC-Analyse Seite
Abbildung 4: Grafische Darstellung ABC-Risiken Seite
Abbildung 5: Beispieldarstellung Wirkungsanalyse Seite
Abbildung 6: Matrix einer Wirkungsanalyse Seite
VI
1. Einleitung
Telekommunikationsinvestitionen in Schwellenländern, Investitionen in
umweltfreundliche Energiequellen oder privat finanzierte Infrastukturprojekte. Drei Beispiele für Investitionen, welche den Einsatz von Geldern in Milliardenhöhe erfordert. Häufig übersteigen diese jedoch die finanziellen Möglichkeiten oder den Risikoappetit der Investoren. Um diese Investitionen trotzdem stemmen zu können, bedienen sich viele Investoren der Form der Projektfinanzierung als besondere Form der Fremdkapitalfinanzierung.
Diese These soll dem Leser die Methoden des Risikomanagements bei Projektfinanzierungen vorstellen und dabei auf die vorhandenen Problemfelder hinweisen. Der Leser der Arbeit soll dabei ein Gespür für die Herausforderungen beim Umgang mit Projektrisiken erhalten. Dabei wird versucht, das Thema praxisnah zu thematisieren.
Zu Beginn der These wird die Projektfinanzierung als Möglichkeit der Fremdkapitalfinanzierung vorstellt. Dabei wird auf das Wesen und die Besonderheit der Projektfinanzierung eingegangen. Ferner werden die Beteiligten einer Projektfinanzierung und deren Rolle vorstellt. Anschließend werden zur Verdeutlichung die Unterschiede der Projektfinanzierung zur klassischen Unternehmensfinanzierung herausgearbeitet.
Am Anfang des Risikomanagementprozesses steht die Identifizierung der Projektrisiken. Die verschiedenen Methoden zur Risikoidentifizierung und Beispiele eventuell vorhandener Projektrisiken werden in Kapitel 3 behandelt. Neben wirtschaftlichen Risiken werden auch die technischen und sonstigen Risiken vorgestellt.
Nachdem der Risikoidentifizierung wird in Kapitel 4 die Bewertung von Projektrisiken behandelt. Dabei wird sowohl auf die Methoden zur Analyse als auch auf die Methoden zur Klassifizierung der Projektrisiken eingegangen. Bei der Analyse handelt es sich um die Ermittlung von erwarteten Schadensgrössen der Risiken. Die Klassifizierung der Projektrisiken entscheidet über das weitere Vorgehen gegenüber den vorhandenen Risiken.
Das 5. Kapitel beschreibt die Steuerung der Projektrisiken. Neben der Übertragung an Projektbeteiligte, den Kapitalmarkt oder den Staat ist dabei die Versicherung oder die Eliminierung der Projektrisiken beschrieben. Außerdem wird kurz auf die Risikominimierung und die Akzeptierung von Risiken eingegangen.
1
Den Abschluss des Risikomanagementprozesses bildet das Monitoring. Die These stellt dabei in Kapitel 6 die Gründe und Vorteile des Monitoringprozesses vor. Zu diesem Zweck werden dem Leser die Zeit- und die Kostenkontrolle vorgestellt. Dabei wird verdeutlicht, dass es sich beim Risikomanagement bei Projektfinanzierungen um einen dynamischen Prozess handelt.
Den Abschluss der These bildet die kritische Zusammenfassung. Diese soll dem Leser nochmals die wichtigsten Merkmale und die Gefahren des Risikomanagementprozesses aufzeigen. Außerdem wird auf die Besonderheiten bei der Kreditvergabe hingewiesen.
2. Definition Projektfinanzierung
2.1 Wesen einer Projektfinanzierung
Jede unternehmerische Investition ist sowohl mit Chancen als auch mit Risiken verbunden. Für Investitionen, welche die Risikobereitschaft oder die Finanzkraft eines Unternehmens übersteigen, ist es ratsam eine Struktur zu schaffen, welche sicherstellt, dass Risiken der Investition und die mit der Investition einhergehende Bindung von finanziellen Mitteln begrenzt werden. Projektfinanzierungen, als Methode der Unternehmensfinanzierung, sollen gewährleisten, dass Kapitalgebern das „Projekt“ als Sicherheit dient und ein Rückgriff auf das investierende Unternehmen nicht stattfindet. 1
Unter dem Begriff Projekt im Sinne der Projektfinanzierung versteht man ein Vorhaben, welches durch seine Einzigartigkeit gekennzeichnet ist. Weiter verfügt es über einmalige Abläufe, eine Bestimmbarkeit von Start- und Endzeitpunkten, einer eigenen Organisationsstruktur, eigens formulierten Zielvorgaben sowie festgelegten finanziellen, personellen und materiellen Kapazitäten. 2
Die Anfänge dieser Finanzierungsform reichen bis in das 5. Jahrhundert vor Christus zurück. Im antiken Griechenland wurden Kredite für Seetransporte gewährt, deren Rückzahlungen vom Erfolg des entsprechenden Auftrages abhingen. Auch die Finanzierung zum Bau des Suez-Kanals im 19. Jahrhundert wurde mit Hilfe einer Projektfinanzierung gestaltet. Zum Beginn des 20. Jahrhunderts wurden meist
1 Vgl. Reuter, A./ Wecker, C. (1999): Projektfinanzierung - Anwendungsmöglichkeiten,
Risikomanagement, Vertragsgestaltung, bilanzielle Behandlung, Stuttgart, Seite 1.
2 Vgl. Jacob, A.-F. (1994): Projektfinanzierung - Neue Institutionenlehre und ökonomische
Rationalität, Wiesbaden, Seite 3.
2
Projekte, deren Gegenstand in der Rohstoffförderung liegt, zum Beispiel die Erschließung von Erdölvorkommen, durch diese Finanzierungsform bestritten. Seit Ende des 20. Jahrhunderts fliest ein Großteil der Volumina von Projektfinanzierungen in Infrastukturprojekte. 3
2.2 Beteiligte an einer Projektfinanzierung
2.2.1 Sponsoren
Projektsponsoren oder auch Projektinitiatoren beziehungsweise Promotoren, sind meist Unternehmen, welche sich durch die Realisierung eines Projektes einen finanziellen Vorteil erhoffen. Dabei nehmen sie eine Reihe von Aufgaben innerhalb der Projektfinanzierung wahr. Als Ideengeber stellen sie ihr Management-Know-how und ihr technisches Wissen zur Verfügung. Sponsoren sind bereits während des Prozesses der Projektgründung und den Verhandlungen mit Vertragspartnern am Projekt beteiligt. Aufgrund ihres Engagements erhoffen sich Sponsoren unter anderem die Erzielung einer erhöhten Investitionsrendite bei einer damit einhergehenden Begrenzung des Investitionsrisikos. Sponsoren stellen der Projektgesellschaft Eigenkapital zur Verfügung und sind somit (Mit-) Eigentümer der Projektgesellschaft. Es werden Garantien und Bürgschaften abgegeben, um die Kreditwürdigkeit der Projektgesellschaft zu erhöhen, soweit dies nötig ist. 4 Als Sponsoren treten klassischerweise Lieferanten von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, Anlagelieferanten, Abnehmer des Projektproduktes, staatliche Institutionen des Gastlandes oder suprastaatliche Institutionen auf. 5
2.2.2 Contractors
Planer, Konstrukteure und Lieferanten des Anlagevermögens der Projektgesellschaft werden als Contractors bezeichnet. Zu ihren Aufgaben gehören des Weiteren die Errichtung und Ingangsetzung der Projektanlagen. 6 Zusätzlich können weitere Dienstleistungen, wie die Ausbildung des Personals oder die befristete
3 Vgl. Böttcher, J./ Blattner, P. (2006): Projektfinanzierung, München, Seite 2.
4 Vgl. Tytko, D. (1999): Grundlagen der Projektfinanzierung, Stuttgart, Seite 22.
5 Vgl. Jacob, A.-F. (1994): Projektfinanzierung - Neue Institutionenlehre und ökonomische
Rationalität, Wiesbaden, Seite 8.
6 Vgl. Böttcher, J./ Blattner, P. (2006): Projektfinanzierung, München, Seite 21.
3
Arbeit zitieren:
Christian Heins, 2008, Risikomanagement bei Projektfinanzierungen, München, GRIN Verlag GmbH
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