Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
Tabellenverzeichnis 3
1. Einleitung. 4
2. Familienpolitik in Deutschland 5
2.1. Begriffsbestimmung 5
2.2. Theorie der Familienpolitik. 5
2.3. Wandel der Familie im Industriezeitalter. 7
2.4. Demografische Entwicklung und Familienpolitik in Deutschland 8
2.4.1. Kindergeld 10
2.4.2. Steuerfreibeträge 10
2.4.3. Elterngeld / Elternzeit. 10
3. Entwicklung der Familienpolitik in anderen Industrienationen im Vergleich zu
Deutschland. 11
3.1. USA 11
3.2. Japan. 12
3.3. Schweden. 13
3.4. Stärken und Schwächen in der Familienpolitik in den einzelnen Ländern 14
4. Abschlussbetrachtungen 15
Literaturverzeichnis 17
Anhang 19
2
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Bevölkerungsentwicklung in Deutschland 1871 bis 2000........................ 19
Abbildung 2: Kinderzahl pro Frau in ausgewählten Industrienationen.......................... 19
Abbildung 3: Alterspyramide Deutschland 2000............................................................... 20
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Stärken und Schwächen der Familienpolitik anhand ausgewählter
Industrienationen ................................................................................................................... 22
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1. Einleitung
„Deutschland braucht mehr Kinder!“ Zu diesem Schluss kommt man, wenn man die demografische Entwicklung in Deutschland genauer betrachtet. Die Geburtenraten sind seit mehreren Jahrzehnten rückläufig und reichen seit Langem nicht mehr aus, um den Bevölkerungsstand zu sichern. Parallel dazu nimmt das Durchschnittsalter zu, d.h. die deutsche Bevölkerung wird immer älter. Das ist ein ernst zunehmender Prozess, dessen Folgen sowohl ökonomischer wie auch soziologischer Natur sind. Jedoch handelt es sich dabei keineswegs um einen Entwicklungsprozess, der nur in Deutschland stattfindet. Viele andere, nicht nur europäische, Industrienationen verzeichnen eine ähnliche Entwicklung.
Besonders stark ausgeprägt ist der Rückgang der Geburtenrate seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts. Während dieser Zeit hat in nahezu allen europäischen Ländern eine Individualisierungswelle verbunden mit einer Pluralisierung der Lebensformen eingesetzt. Mit fortschreitendem Bildungsniveau und zunehmender sozialer Absicherung haben sich die Ansprüche junger Menschen an ein Leben mit simultaner Kombination von Familie und Beruf grundlegend verändert. Das hat auch die Regierungen dieser Länder dazu veranlasst, familienpolitische Reformen einzuleiten. Obwohl diese Maßnahmen grundsätzlich das gleiche Ziel verfolgen, nämlich eine Erhöhung der Geburtenrate, sind sie in der Ausgestaltung zum Teil recht unterschiedlich und reichen von Steuervergünstigungen für junge Eltern über Kindergelderhöhung bis hin zu einer Verbesserung der öffentlichen Betreuungsmöglichkeiten.
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Entwicklung der deutschen Familienpolitik im internationalen Vergleich. Einleitend werden Begrifflichkeiten und Grundsätzliches zur Theorie der Familienpolitik zum demografischen Wandel in Deutschland dargestellt. Anschließend erfolgt die Darstellung der Familienpolitik anhand ausgewählter familienpolitischer Instrumente in Deutschland und im internationalen Vergleich zu den Ländern USA, Japan und Schweden. Abschließend werden Stärken und Schwächen in der Familienpolitik dieser Länder verglichen, um ein finales Fazit über den zu erwartenden Erfolg der einzelnen Maßnahmen ziehen zu können.
4
2. Familienpolitik in Deutschland
2.1. Begriffsbestimmung
Beschäftigt man sich heute mit familienpolitischen Themen muss man sich ebenso mit dem Begriff und dem Wesen der Familie auseinander setzen. Aus biologischer Sicht hat jeder Mensch eine Mutter und einen Vater. Die Eltern stellen zwar die Herkunftsfamilie dar, müssen jedoch nicht die Familie bilden, in der wir heranwachsen. Lampert und Althammer (2001) definieren die Familie als „soziale Gruppe(...), die aus einem Elternpaar oder einem Elternteil und einem oder mehreren (auch adoptierten) Kindern besteht.“ 1 Aus gesellschaftlicher Sicht gibt es eine Vielzahl von Familientypen, die hinsichtlich ihrer Größe, Zusammenhalt und Lebensgewohnheiten Gemeinsamkeiten haben aber auch Unterschiede aufweisen und nicht in jedem Fall durch Ehe oder Blutsverwandtschaft verbunden sein müssen. Typische familiale Lebensformen sind die Drei-Generationen-Familie, Stiefelternbzw. Patchwork-Familie, die Familie Alleinerziehender oder auch die Familie gleichgeschlechtlicher Lebenspartner.
Davon zu unterscheiden sind Familienleitbilder, Rechtsnormen und Sitten. Diese regeln für bestimmte Personen, was eine Familie ist, wer dieser angehört und welche Verpflichtungen damit einhergehen.
Die unterschiedlichen Familientypen beziehen sich auf diese Leitbilder insofern, als dass sie auf Lebensformen aufmerksam machen, die nicht den so geschaffenen Normalstandards entsprechen. „Kennzeichnend für die Entwicklung der letzten Jahrzehnte im Hinblick auf die Leitbildfunktion im Familienbegriff ist eine zunehmende Abstinenz bezüglich verbindlicher Vorgaben von Seiten politischer Akteure und eine damit verbundene Notwendigkeit für die Menschen, ihre Form der gelebten Familie ebenso wie ihre darin wahrgenommenen Rollen individuell zu begründen.“ 2 Normaltypische Familienformen sind und waren nicht zu allen Zeiten gleich und können sich im Zeitablauf wandeln.
2.2. Theorie der Familienpolitik
Nach der Einführung des Grundgesetzes in der Bundesrepublik Deutschland 1949, war die erste familienpolitische Maßnahme die Wiedereinführung des steuerlichen Kinderfreibetrages.
1 Vgl. Strohmeier/ Strohmeier/ Schulze (2006): S.14.
2 Vgl. Gerlach (2004): S. 37.
5
Die Familienpolitik in der Bundesrepublik Deutschland ist seit jeher eine so genannte Querschnittspolitik. Viele familienpolitische Instrumente sind eng mit anderen Politikbereichen verbunden. „Einen großen Teil der Zeit seines nunmehr knapp 50jährigen Bestehens verfügte das Familienministerium zudem nicht über den für seinen zentralen Regierungsinhalt Familien notwendigen Kompetenzen und war auf die Zusammenarbeit und das Entgegenkommen anderer Ministerien wie des Innen-, Justiz- und Arbeitsministeriums.“ 3
Demzufolge fehlte es der Familienpolitik lange Zeit an einem ganzheitlichen Ansatz sowie entsprechend klaren wirkungsorientierten Zielen. Der politischen Ineffektivität ebenfalls hinzugerechnet werden müssen die fehlende Verknüpfung zwischen Familien- und Wirtschaftsthemen sowie unterschiedliche familienpolitische Leitbilder zwischen und innerhalb unterschiedlicher Regierungen.
Angesichts dieses Defizits stellt sich jedoch die Frage, was Familienpolitik ist und welche Ziele durch sie erreicht werden sollen. Ausgehend von der Definition des Begriffes Politik findet Gerlach für den Begriff der Familienpolitik folgende Definition: „Familienpolitik ist die Summe aller Handlungen und Maßnahmen, die im Rahmen einer feststehenden Verfahrens-, Kompetenz- und Rechtfertigungsordnung eines Staates normativ und/oder funktional begründbar die Situation von Familien im Hinblick auf eine als wünschenswert definierte Erfüllung von deren Teilfunktionen beeinflussen.“ 4 Lambert und Althammer definieren den Begriff der Familienpolitik in ähnlicher Weise als die „Gesamtheit der Maßnahmen und Einrichtungen, mit denen die Träger der Politik das Ziel verfolgen, die Familie zu schützen und zu fördern, die für ihre Mitglieder und die Gesellschaft unentbehrliche Funktionen erfüllt.“ 5 Damit soll die Familienpolitik primär dem Schutz und der Förderung der Familie dienen, damit diese ihre gesellschaftliche Funktion erfüllen kann. Familienpolitik wird als Aufgabe der Träger der Politik gesehen, welche vor allem der Bund, die Länder und Kommunen als öffentliche Träger, Familienverbände und Unternehmen als privatrechtliche Institutionen sowie die Europäische Gemeinschaft als oberste Instanz der Normengebung im Europäischen Raum darstellen.
Die Familienpolitik der letzten Jahrzehnte hat sich vor allem in vier Handlungsfeldern entwickelt:
3 Vgl. Gerlach (2004): S.143.
4 Vgl. Gerlach (2004): S. 210.
5 Vgl. Strohmeier/ Strohmeier/ Schulze (2006) S. 14.
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Arbeit zitieren:
Kian Kamalian, 2007, Deutsche Familienpolitik im internationalen Vergleich, München, GRIN Verlag GmbH
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