1 EINLEITUNG 3
2 DIE EXTERNE EFFEKTE UND DEREN INTERNALISIERUNG 3
3 DER PREIS-STANDARD-ANSATZ 5
3.1 DER AUSGANGSPUNKT: DIE FRAGE DER OPTIMALEN STEUERSÄTZE 5
3.2 DIE IDEE EINES UMWELTBEZOGENEN PREIS-STANDARD-ANSATZES 7
3.3 OPTIMALITÄTSEIGENSCHAFTEN 8
3.4 MATHEMATISCHE BEWEISFÜHRUNG DER KOSTENMINIMIERUNG 9
3.5 DER PREIS-STANDARD-ANSATZ ALS MENGENLÖSUNG. 11
3.6 STÄRKEN UND SCHWÄCHEN DES MODELLS 12
4 ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT 14
5 LITERATURVERZEICHNIS 16
2
1 Einleitung
Die Nutzung von Umweltressourcen kann als Entnahme und Verwendung natürlicher Ressourcen, Emission von Schadstoffen in die Umweltmedien Wasser, Boden und Luft sowie Emission von Lärm beschrieben werden 1 . In unserer heutigen Welt ist die Umwelt zu einem knappen Gut geworden. Betrachtet man diese Problematik aus ökologischer und ökonomischer Sichtweise, so ergeben sich folgende Problemfelder: nicht-regenerierbare Rohstoff- und Energiequellen nehmen drastisch ab; die regenerierbaren Rohstoffquellen werden übernutzt; die Emission von Schadstoffen in die Umweltmedien gefährdet die Funktionsfähigkeit von Ökosystemen; der globale Klimawandel, hauptsächlich durch anthropogene Treibhausgas-Emissionen verursacht, nimmt zu. Aus ökonomischer Sicht können Umweltprobleme als Allokationsprobleme interpretiert werden. Obwohl Umweltressourcen nur in begrenztem, sich immer stärker erschöpfenden Ausmaß zur Verfügung stehen, findet dieses begrenzte Ausmaß keine Entsprechung im marktwirtschaftlichen Preissystem, weil die externen Effekte von den Verursachern nicht in die Kostenkalkulation einbezogen werden. Da die Umweltressourcen somit gesamtwirtschaftlich ineffizient genutzt werden, fordert die neoklassische Wohlfahrtstheorie eine Internalisierung externer Effekte mit dem Ziel einer effizienten Ressourcenallokation. Daraus wird die Notwendigkeit eines staatlichen Eingriffs in den Markt abgeleitet. 2 Die Zielsetzung der Umweltökonomie ist die optimale Nutzung der Umweltressourcen. Da Umweltschädigungen nicht vollständig zu vermeiden sind, soll unter einer Kosten-Nutzen-Betrachtung eine Optimierung der Umweltnutzung beziehungsweise des Umweltschutzes angestrebt werden. Auch wenn die Realisierung eines Optimums an Umweltschutz als unpraktikabel bezeichnet werden kann, so ist es in der Praxis sehr wohl möglich, mit umweltpolitischen Instrumenten vorgegebene umweltpolitische Ziele möglichst effizient zu erreichen. 3
2 Die externe Effekte und deren Internalisierung
Wie andere Güter wird auch das Gut Umwelt auf dem freien Markt verteilt. Im Vergleich mit einer planwirtschaftlichen Zuteilung hat sich eine freie Marktwirtschaft als das bessere Distributionsinstrument für Güter erwiesen. Treten allerdings externe Effekte auf, zeigt die
1 Vgl. Kemper, Manfred (1989), S.3 ff.
2 Vgl. Cansier, Dieter (1996), S.24 ff.
3 Vgl. Kemper, Manfred (1989), S.12
3
marktwirtschaftliche Ordnung keine statische oder dynamische Effizienz mehr. Der Markt kein keinen pareto-optimalen Zustand mehr erreichen. Diese „Unfähigkeit einiger selbstgesteuerter Märkte zur effizienten Ressourcenallokation“ 4 wird als Marktversagen bezeichnet. Externe Effekte (Externalitäten) liegen dann vor, wenn „die Konsum- bzw. Produktionsmöglichkeiten von Wirtschaftssubjekten durch die Konsum- bzw. Produktionsaktivitäten anderer Wirtschaftssubjekte positiv oder negativ beeinflusst werden und dies nicht mehr über Markttransaktionen entgolten wird“. 5 Es handelt sich hierbei also um „unkompensierte Auswirkungen ökonomischen Handels auf die Wohlfahrt eines unbeteiligten Dritten, für die niemand bezahlt oder einen Ausgleich erhält“. 6 Beispielsweise kann für die industriell bedingte Emission von Treibhausgasen die daraus resultierende Veränderung der klimatischen Verhältnisse, die zu Dürreperioden und damit zu landwirtschaftlicher Ertragsminderung führt, als ein negativer externer Effekt betrachtet werden. Die Treibhausgase emittierende Industrie bezieht nicht die sozialen Kosten des externen Effekts in ihre Berechnung zur Optimierung ein, sondern nur die eigenen Aktivitätskosten. Das Auseinanderdriften von privaten Aktivitätskosten und sozialen Kosten, die durch externe Effekte entstehen, wird häufig auf nicht definierte oder nicht durchsetzbare Eigentumsrechte zurückgeführt 7 .
Ein negativer externer Effekt führt in einem freien Markt meist dazu, dass die Aktivitätsposten, die den externen Effekt verursachen, auf einem für den Marktpreis zu hohen Preis durchgeführt werden. Dadurch können externe Effekte zu Fehlallokationen von Produktionsfaktoren führen. Eine Möglichkeit der Regulierung stellt die Internalisierung der externen Effekte dar. Diese ist definiert als „die Einbeziehung der sozialen Zusatzkosten- bzw. Nutzen in das Kalkül der Akteure“ 8 bzw. „eine Veränderung der Anreize derart, dass die Menschen die externen Effekte ihrer Aktivitäten bei Entscheidungen mit veranschlagen.“ 9 Die Diskrepanz zwischen den privaten Aktivitätskosten und den sozialen Kosten des externen Effekts wird somit verringert. Der Verursacher trägt die Kosten des externen Effekts beziehungsweise erhält eine Kompensation für einen von ihm verursachten positiven Effekt. Es gibt zahlreiche umweltpolitische Instrumente zur Internalisierung externer Effekte. Neben der staatlichen Aufforderung zu Beschränkungen und Selbstverpflichtungen, staatlichen
4 Mankiw, Gregory Nicholas (2001), S.172.
5 Faber, Malte; Stephan, Gunter; Michaelis, Peter (1989), S.31.
6 Mankiw, Gregory Nicholas (2001), S.221.
7 Vgl. Fritsch, Michael; Wein, Thomas; Ewers, Hans-Jürgen (1996), S.84 ff.
8 Vgl. Fritsch, Michael; Wein, Thomas; Ewers, Hans-Jürgen (2001), S.117.
9 Mankiw, Gregory Nicholas (2001), S.225.
4
Verboten bzw. gesetzlichen Beschränkungen sind hier vor allem die Pigou-Steuer, der Preis-Standard-Ansatz, die Verhandlungslösung (Coase-Theorem) und der Handel mit Schädigungsrechten (Zertifikathandel) zu nennen.
Mit der Pigou-Steuer sollen im (theoretischen) Idealfall die externen Kosten vollständig internalisiert werden, d.h. die Höhe der Steuer für eine Aktivität soll der Höhe der von dieser Aktivität verursachten externen Grenzkosten entsprechen. Der Preis-Standard-Ansatz dagegen strebt eine partielle Internalisierung externer Kosten sowie eine Allokationsverbesserung an. Nach dem Coase-Theorem soll die Internalisierung externer Effekte durch die Verhandlung zwischen den beteiligten Wirtschaftssubjekten erfolgen. Die Aufgabe des Staates beschränkt sich hierbei auf Zuweisung und Durchsetzung von Eigentumsrechten. Für den Zertifikathandel wird vom Staat eine Obergrenze der zulässigen Schädigung festgelegt, diese Menge wird als Emissionsrecht zertifiziert und über den Markt zugeteilt. 10
3 Der Preis-Standard-Ansatz
In diesem Abschnitt befassen wir uns mit dem Preis-Standard- Ansatz, der aus Kritik zu Pigou-Steuer hervorgegangen ist. Nach der Erklärung der Grundzüge dieses Ansatzes befassen wir uns mit einer kurzen mathematischen Beweisführung und anschließend mit Vor-und Nachteile des Ansatzes.
3.1 Der Ausgangspunkt: die Frage der Optimalen Steuersätze
Von den Wirtschaftswissenschaftlern William Baumol und Wallace Oates wurde 1971 der Preis-Standard-Ansatz entwickelt. Die klassische Pigou’sche Steuer- und Subventionslösung sieht vor, dass pro Mengeneinheit eines Gutes, das zu externen Effekten führt, eine (Pigou-) Steuer erhoben wird. Die Verursacher externer Kosten sind so zu besteuern, dass die sozialen und privaten Grenzkosten bei der gesamtwirtschaftlichen optimalen Ausbringungsmenge identisch sind. Dies bedeutet, dass die Steuer so ausgelegt sein muss, dass Grenzschadenskosten den Grenzvermeidungskosten 11 gleichen. Damit wirken sie paretooptimal. Diese Pareto-Optimalität tritt allerdings in der Realität nicht auf, da der zu leistende Informationsaufwand für die Erfassung, Bewertung und Zurechnung externer Kosten (bzw. Nutzen) auf die Kosten-Verursacher nicht zu leisten ist. 12 Theoretisch lässt sich zwar der Grenznutzen über Bewertungsverfahren zur Offenlegung und Aggregation der individuellen
10 Vgl. Fritsch, Michael; Wein, Thomas; Ewers, Hans-Jürgen (2001), S.138; Coase, Ronald H. (1960) S.30 ff.
11 Grenzvermeidungskosten: zusätzliche betriebliche Kosten durch eune marginale Verringerung der
Emissionsmenge.
12 Vgl. Fritsch, Michael; Wein, Thomas; Ewers, Hans-Jürgen (1996), S.96 ff.
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Arbeit zitieren:
Kian Kamalian, 2007, Der Preis-Standard-Ansatz von Baumol und Oates, München, GRIN Verlag GmbH
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