I. Inhaltsverzeichnis
1.) EINLEITUNG. 2
2.) URSACHEN DES ÜBERGREIFENS DER SUBPRIMEKRISE 4
2.1.) FUNKTIONSWEISE DES HYPOTHEKENBANKWESEN 4
2.2.) KREDITVERGABEPRAXIS UND LIQUIDITÄTSGEWINNUNG DURCH VERKAUF DER KREDITE 5
ABBILDUNG : GRUNDSTRUKTUR VON VERBRIEFUNGEN 6
2.3.) VON DER SUBPRIME-KRISE ZUR WELTWEITEN FINANZKRISE. 8
3.) ZWISCHENFAZIT 10
4.) GRUNDVORAUSSETZUNGEN FÜR EIN KRISENSICHERES FINANZWESEN 11
4.1) GELDPOLITIK 11
4.2.) STABILES BANKENSYSTEM 11
4.3.) VERTRAUEN IN DAS BANKWESEN 13
4.4.) REGULIERUNG UND BANKENAUFSICHT. 13
5.) MASSNAHMEN DER G-20 STAATEN ZUR SICHERUNG DES FINANZWESENS GEGEN
KRISEN 14
5.1.) AUSBAU VON TRANSPARENZ UND RECHNUNGSLEGUNGSPFLICHTEN 15
5.2.) VERBESSERUNG DER REGULIERUNG 16
5.2.1.) Akteure der Regulierung 16
5.2.2.) Bankenregulierung 17
5.2.3.) Risiko-Management. 17
5.3.) FÖRDERUNG DES VERTRAUENS IN DIE FINANZMÄRKTE 18
5.4.) VERSTÄRKTE INTERNATIONALE KOOPERATION 19
5.5.) REFORM VON INTERNATIONALEN FINANZMARKTINSTITUTIONEN 19
6.) FAZIT UND AUSBLICK. 20
II.) LITERATURVERZEICHNIS. 22
1
1.) Einleitung
Mit der Erholung der amerikanischen Wirtschaft nach dem 11. September 2001 wurden ab 2004 die Zinssätze wieder erhöht, um inflatorische Tendenzen zu minimieren. Spätestens bis zur Zinserhöhung durch die FED im Juni 2006, welche die siebzehnte Erhöhung in Folge war, 1 hatte sich die Lage auf den Hypothekenmärkten zugespitzt. Aufgrund der gestiegenen Zinsen mussten die Schuldner höhere Zins- und Tilgungsraten zahlen, da die Zinssätze, nicht wie bei einer Baufinanzierung in Deutschland üblich über zehn bis zwanzig Jahre festgeschrieben wurden, sondern, da man mit weiter fallenden Zinssätzen gerechnet hatte, nur für kurze Zeit fest vereinbart wurden, danach aber variabel waren, immer dem geltenden Satz der FED angepasst wurden. Dies hatte zur Folge, dass die Immobilien, welche eine Sicherheit darstellten, zwangsversteigert wurden. Da immer mehr Kredite ausfielen, also die Schuldner die Kredite nicht mehr bedienen konnten, wurden immer mehr Immobilien versteigert. Dies bewirkte ein Fallen der Preise für Immobilien.
Da vor allem die Hypothekenbanken, aber auch andere Bankinstitute, die Kreditforderungen verbrieften und in Zweckgesellschaften auslagerten, mussten sie die Kredite nicht mit Eigenkapital unterlegen. Hinzu kommt, dass man durch den Verkauf, bzw. die Auslagerung neue Liquidität erhielt, mit denen man weitere Kredite ausgeben konnte. Durch die Verbriefung und den Verkauf dieser Forderungen an besagte Zweckgesellschaften, die sich ihrerseits über Ausgabe von Wertpapieren finanzierten, wurde die ganze Finanzwelt zu Gläubigern der amerikanischen Darlehensnehmer.
Somit konnte die als Subprime-Krise 2 in den USA begonnene Krise sich auf die internationalen Kapitalmärkte ausbreiten. Dies führte letztendlich durch den Vertrauensverlust in die Finanzwelt dazu, dass die Subprime Krise sich zu einer internationalen Finanzkrise ausgebreitet hatte, von der bisher vor allem die großen führenden Industriestaaten, wie USA, Großbritannien, Deutschland, Spanien und Japan betrof-
1 Vgl.:Entwicklung der Zinssätze in den USA, auf:
http://www.frbdiscountwindow.org/primarysecondary.xls.
2 Als Subprime-Kredite bezeichnet man Kredite bzw. Hypothekendarlehen an Schuldner mit einer ge-
ringen Kreditwürdigkeit.
2
fen sind. 3 In den so genannten „emerging markets“, zum Beispiel China, Indien und Russland, zeigen sich bisher auch schon vereinzelt direkte Auswirkungen, wobei davon auszugehen ist, dass diese Länder noch stärker betroffen sein werden, wenn die Finanzkrise länger andauert.
Gerade in solchen Krisen wird der Ruf der Bevölkerung nach einer umfassenden staatlichen Regulierung lauter, um den Wohlstand der Gesellschaft zu sichern und auszubauen, allerdings ohne Einschnitte mitzubringen.
In dieser Arbeit werde ich zunächst kurz die Funktionsweise des Hypothekenmarktes erläutern und auf die Gründe eingehen, die zum Überschwappen der Subprime-Krise auf den Finanzmarkt geführt hat. Dabei werde ich auch einzelne Praktiken aufzeigen, wie zum Beispiel die Ausgabe von „Asset-Backed Paper“ und „Asset-Backed Commercial Paper“, mit denen Vorschriften gezielt umgangen wurden. Auf eine weitergehende Betrachtung im Bezug auf bonitätsverbessernde Massnahmen durch Einfach-und Mehrfach-Tranchierung, werde ich aus Platzgründen verzichten. Danach werde ich nach einer Betrachtung der Grundvoraussetzungen für ein stabiles Finanzwesen, auf die Ausgestaltung von Regeln eingehen, welche die Entstehung einer solchen Krise verhindern und zur Bekämpfung der aktuellen Finanzkrise dienen sollen. Dabei werde ich auf die von den G-20-Ländern 4 beschlossenen Massnahmen, welche sowohl kurzfristig, als auch mittelfristig von den Staaten dieser Gruppe umzusetzen sind, eingehen. Abschließend werde ich ein kurzes Resumée ziehen und einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung im Finanzwesen geben.
Allerdings kann dies alles im Rahmen einer Seminararbeit nur sehr knapp gehalten werden, da eine genauere Betrachtung den Rahmen der Arbeit sprengen würde.
3 Vgl.: Bloss, Michael/ Ernst, Dietmar/ Häcker, Joachim/ Eil, Nadine: Von der Subprime-Krise zur Fi-
nanzkrise: Ursachen, Auswirkungen, Handlungsempfehlungen, München 2009, S.10.
4 Zu den G-20-Staaten gehören neben Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kana-
da, Russland und den USA die folgenden Staaten: Argentinien, Australien, Brasilien, die Volksrepublik
China, Indien, Indonesien, Mexiko, Saudi-Arabien, Südafrika, Südkorea, Türkei und die Europäische
Union, welche im von dem Land vertreten wird, welches gerade die Ratspräsidentschaft der EU inne
hält. Damit markiert diese Gruppe ein Zusammenschluss der 20 wichtigsten Industrie und Schwellen-
länder.
3
2.) Ursachen des Übergreifens der Subprimekrise
2.1.) Funktionsweise des Hypothekenbankwesen
Es ist mittlerweile in Fachkreisen unbestritten, dass der Hauptauslöser der weltweiten Finanzkrise bei den US-amerikanischen Hypothekenbanken zu suchen ist. Daher werde ich kurz das Hypothekenbankwesen in den USA erläutern.
Hypothekenbanken in den USA sind staatlich lizenzierte Banken, wobei sie zumeist als Tochtergesellschaften von Banken und Bausparkassen gegründet wurden, um das Hypothekengeschäft zu betreiben. Aufgrund der Tatsache, dass Hypothekenbanken keine Einlagen entgegen nehmen und somit keine Erträge erwirtschaften können, müssen sie sich auf dem so genannten „Sekundärhypothekenmarkt“ Mittel beschaffen, um weitere Kredite ausgeben zu können. 5 Dieser besteht aus großen Hypothekendienstleistern, wie zum Beispiel Fannie Mae und Freddie Mac, die teilweise vom Staat unterstützt werden. Hypothekenbanken befinden sich inmitten zweier Interessensgruppen, zum einen die Schuldner, die mit einem Kredit ein Haus kaufen oder bauen wollen und im Falle ihrer Zahlungsunfähigkeit dieses durch kreditgebende Bank verwerten lassen - der so genannte Primärmarkt - und auf der anderen Seite der bereits erwähnte Sekundärmarkt, auf welchem die Banken sich durch Verkauf von Forderungen neue Liquidität verschaffen. 6 Erträge können die Hypothekenbanken durch Kreditvergabe- und Kreditbearbeitungsgebühren erzielen, sowie durch den Verkauf der Forderungen kurz nach Abschluss des Kredites gegen eine Prämie.
Daneben gibt es noch Hypothekenmakler und unabhängige Anbieter, die Hypothekenkredite an Hauseigentümer verkaufen. Sie unterliegen genauso wie die Hypothekenbanken den bundesstaatlichen Gesetzen, wie zum Beispiel dem „Home Owner`s Equity Protection Act (HOEPA)“, wobei sie weniger stark kontrolliert werden. 7 Dies hat sich im Nachhinein als großen Fehler herausgestellt. Diese hatten vermutlich aus Profitgier, da sie pro Abschluss bezahlt wurden, weniger genau auf die Angaben der Interessenten geachtet, beziehungsweise diese zum Teil auch gefälscht. Weiterhin wurden ihnen auch Prämien bezahlt, wenn sie höhere Zinsen bei den Kreditnehmern
5 Vgl.: Bloss/Ernst/Häcker/Eil: S. 45.
6 Vgl.: Ebd.
7 Vgl.: Ebd. S. 46.
4
durchsetzen konnten. So wundert es auch nicht, dass 63,3 % aller Subprime-Kredit-Vergaben von Maklern und unabhängigen Anbietern getätigt wurden. 8
2.2.) Kreditvergabepraxis und Liquiditätsgewinnung durch Verkauf der Kredite
Die aktuell andauernde Finanzkrise hatte ihren Anfangspunkt am amerikanischen Immobilienmarkt. Dort wurden auch an bonitätsschwache Schuldner Darlehen, so genannte „subprime mortgages“, vergeben, damit diese sich ein Eigenheim finanzieren konnten. Dabei mussten die Schuldner weder Eigenkapital mitbringen, noch hielten die Banken sich an das strikte Einhalten von Bonitätsprüfungen, bei denen Kriterien wie Einkommensnachweise, vorhandenes Einkommen als Sicherheit und Arbeitsplatzsicherheit überprüft werden sollten.
Die ständig gestiegenen Immobilienpreise sollten das Ausfallrisiko minimieren. So spekulierten die Banken, dass sie die Immobilien im Falle der Zahlungsunfähigkeit der Schuldner zu einem mindestens gleich hohen, wenn nicht sogar höheren Preis wieder verkaufen können. Die Schuldner spekulierten auf den gleichen Effekt, nämlich dass sie die Immobilien, für den Fall dass sie ihren Zins- und Tilgungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen konnten, aufgrund der gestiegenen Immobilienpreise schnell wieder verkaufen, und dabei unter Umständen noch einen Gewinn erzielen konnten. In Verbindung mit den seit dem 11. September 2001 stark gefallenen Zinssätzen bewirkte diese Kreditvergabepraxis, dass der Anteil der Eigenheimbesitzer in den USA von 64% (1995) auf über 69% (2005) anstieg. 9
Um immer neue Hypotheken ausgeben zu können, benötigten die Banken Liquidität, welche über die Märkte beschafft werden musste. Hinzu kommt noch, dass für Darlehen gemäß den Bestimmungen ein bestimmter Prozentsatz der Kreditsumme an Eigenkapital zu hinterlegen war. Gemäß Grundsatz I über die Eigenmittel der Kreditinstitute mussten die kreditgebenden Banken zur Abdeckung von Ausfallwahrscheinlichkeiten ein im Verhältnis zur ihren gewichteten Risikoaktiva haftendes Eigenkapital
8 Vgl.: Ebd.; IN diesem Zusammenhang sprach Axel Weber, der Präsident der Deutschen Bundes-
bank auf einem Bankengipfel in Eltville 2008 von den so genannten ninja-loans, wobei ninja für no in-
come, no job, no assets steht.
9 Vgl.: Bartmann, Peter/ Buhl, Hans Ulrich/ Hertel, Michael: Ursachen und Auswirkungen der Subpri-
mekrise, Disscussion-paper WI 233, Augsburg 2008, S. 14 auf: http://www.wiwi.uni-
augsburg.de/bwl/buhl/dyn/root_wissenschaft/030Publikationen/pdf/wi-
233.pdf;jsessionid=F7BB1C6D0CC5E9B03D2261EC9EB10AB8?rnd=1.
5
Arbeit zitieren:
Michael S. Deuer, 2009, Die weltweite Finanzkrise, München, GRIN Verlag GmbH
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