I n h a l t s v e r z e i c h n i s
1. Einleitung Seite 2 2. Definitionsversuche Seite 3 2.1 Im Laufe der Forschung - Unterhaltung als Merkmal der Medieninhalte
und Unterhaltung vs. Information Seite 3 2.2 Unterhaltung als Rezeptionsphänomen Seite 5
3. Theorien der Medienunterhaltung Seite 8 3.1 Der Uses-and-Gratifications-Approach Seite 8 3.2 Mood-Management-Theorie Seite 9 3.3 Die Affective-Disposition-Theorie Seite 10 3.4 Excitation-Transfer-Theorie Seite 11 3.5 Die triadisch-dynamische Unterhaltungstheorie Seite 11
4. Fazit Seite 13
5. Literaturverzeichnis Seite 15
1
1. Einleitung
Was ist Unterhaltung? Was soll man sich unter Unterhaltung vorstellen? Wie soll man Unterhaltung definieren - soll man die Programmform als Ausgangspunkt für eine Definition benutzen, oder sollte man die Rezipienten fragen, oder doch die Medienmacher, wahrscheinlich kennen dann die Wissenschaftler einen Weg zur genauen Begriffserklärung und Definition dieses Phänomens? Je weiter man über Unterhaltung nachdenkt, desto komplizierter und vielfältiger werden die Fragen, Fragen die auf eine Antwort warten, Probleme, die eine eindeutige Lösung brauchen, damit man zukünftig mit der Unterhaltung als soziales, kulturelles und wissenschaftliches Phänomen arbeiten kann.
Unterhaltende Sendungen und Programminhalte genießen immer größerer Beliebtheit. Diese Entwicklung wird auch durch zahlreiche Erhebungen zur Mediennutzung belegt. Unterhaltung prägt unsere Gegenwart und ist ein unzertrennlicher Teil des Alltags geworden (Frizzoni & Tomkowiak, 2006, S. 15). Obwohl Unterhaltung eines der zentralen Phänomenen des alltäglichen Lebens darstellt, besteht in der wissenschaftlichen Entwicklung noch Nachholbedarf. Was wird als Unterhaltung verstanden? Wie wirkt Unterhaltung? Welche Bedürfnisse befriedigt die Unterhaltung und welche Funktionen erfüllt sie? (Früh, 2003, S. 10). Auf der Suche nach den Antworten auf die aufgezählten Fragen versuche ich in der vorliegenden Arbeit zuerst den komplexen Begriff „Unterhaltung“ zu definieren und die Modifizierung der zahlreichen Definitionen zu erläutern. Auf der Suche nach eindeutigem Verständnis von Unterhaltung werden im Anschluss einige der bekanntesten, oft zur Erklärung von Unterhaltungsphänomenen herangezogenen wissenschaftlichen Theorien vorgestellt und einer kritischer Erläuterung unterzogen.
2
2. Definitionsversuche
Heutzutage erfüllen die elektronischen Massenmedien vor allem Unterhaltungsfunktionen. Seit den 1980er Jahren nimmt auch das wissenschaftliche Interesse an Unterhaltung ständig zu. Dabei fällt immer wieder auf, dass die Medienfunktionen Information bzw. Wissensvermittlung und Unterhaltung nicht klar und eindeutig zu trennen sind und dass Unterhaltung nicht mehr als der Information entgegengesetzte Kategorie zu behandeln ist. Beweise dafür liefern Begrifflichkeiten wie z.B. Infotainment, Edutainment, Politainment usw. Außerdem liegt es nahe, als weiteres zentrales Problem die Auswirkungen der sich erweiternden Palette an unterhaltenden Angeboten auf Rezipienten und Gesellschaft wissenschaftlich zu untersuchen (Früh & Wünsch, 2007, S. 32).
Um die Problematik des vielschichtigen Phänomens Unterhaltung erforschen und Lösungen anbieten zu können, muss jedoch zuerst der Begriff Unterhaltung möglichst klar und deutlich definiert werden. Was ist Unterhaltung? - in der Wissenschaft besteht immer noch keine Einigkeit bezüglich der Antwort auf diese Frage. "Nach wie vor scheint die größte Einigkeit in Bezug auf Unterhaltung in dessen Undefinierbarkeit zu liegen“ (Früh & Wünsch, 2007, S. 32). „Unterhaltung ist nicht immer lustig. Nichts jedoch ist weniger lustig als der Versuch, sie zu definieren“ (Prager, 1971, S.5). Über Unterhaltung wird viel diskutiert und geschrieben, unterhaltende Angebote werden ununterbrochen produziert, Vieles wird als Unterhaltung bezeichnet, aber was jedoch Unterhaltung eigentlich ist bzw. wie sie genau definiert wird, ist immer noch umstritten und unklar.
2.1 Im Laufe der Forschung - Unterhaltung als Merkmal der Medieninhalte und Unterhaltung vs. Information
Unterhaltung ist ein Allerweltsbegriff und jeder glaubt zu wissen, was damit gemeint ist. Unterhaltung ist ein interdisziplinäres Thema mit vieldeutiger Begriffsverwendung „[...] und wird von Psychologen, Pädagogen und Kommunikationswissenschaftlern ebenso behandelt wie von Publizisten, Soziologen und Politikwissenschaftlern“ (Lübbecke, 1996, S. 59). Unterhaltung stellt zudem zwar ein selbstverständliches, aber weithin ungeklärtes Phänomen dar (Kübler, 1975, S. 254). Da die Massenmedien heutzutage vor allem Unterhaltungsfunktionen erfüllen, bemüht sich
3
die wissenschaftliche Forschung um ein möglichst klares und eindeutiges Verständnis des komplexen Konstrukts. Einer eindeutigen, umfassenden und für die Forschung brauchbaren Definition von Unterhaltung stehen allerdings einige Missverständnisse im Weg (Vorderer, 2004, S. 544). Hier ist zuerst die medienzentrierte Perspektive zu nennen, die Unterhaltung als innewohnendes Merkmal der Medienangebote bezeichnet. Dabei wird angenommen, dass Rundfunkveranstalter, Programmchefs, Filmautoren, Regisseuren oder Redaktionen definieren, was Unterhaltung ist und was nicht dazu gehört. Zudem unternehmen einige Wissenschaftler eine Systematisierung und Klassifizierung der Medieninhalte im Sinne des Rundfunkvertrages, indem Kategorien wie z.B. Information, Unterhaltung und fiktionale Unterhaltung definiert werden. Obwohl gewisse Unterschiede zwischen diesen Klassifizierungen bestehen, gehen all diese Annahmen von den Intentionen der Journalisten aus, welche mit der Produktion unterschiedlicher Beiträge, die das Publikum unterhalten sollen, beschäftigt sind. Die Medienmacher produzieren also nicht Unterhaltung, sondern nur unterhaltende Angebote. Erst wenn eine unterhaltende Wirkung bei den Zuschauern vorhanden ist, wird aus dem Unterhaltungsangebot Unterhaltung (Früh & Wünsch, 2007, S. 32-33). Damit sollte verdeutlicht werden, dass Unterhaltung nicht als inhärente Charakteristik der Medienangeboten zu bestimmen ist, sondern als eine Form des Erlebens, als ein Merkmal der Rezeption definiert, beschrieben und erläutert werden muss. Ein weiteres Missverständnis auf dem Weg zu einer klaren und brauchbaren Definition von Unterhaltung ist die Entgegensetzung von Unterhaltung und Information. Dabei wird Information auch als Merkmal der Medieninhalte verstanden, wobei mehr Information automatisch weniger Unterhaltung bedeutet und umgekehrt. Implizit bleiben aber die Ursachen für die eindeutige Kategorisierung einer Sendung entweder eindeutig informierend oder unterhaltend (Vorderer, 2004, S. 546). Jahrzehnte lang wurden Information und Unterhaltung strikt getrennt - sowohl in der öffentlichen Debatte, als auch in der Medien- und Kommunikationswissenschaft. Die Unterhaltung wurde als unmoralisch, anspruchslos und minderwertig von der Gesellschaft und von der Fachdisziplin ausgegrenzt und ignoriert. Erst in den 1980-er Jahre hat sich das Phänomen Unterhaltung in der deutschen Medien- und Kommunikationswissenschaft etabliert und wurde als Forschungsobjekt ernst genommen. Faktoren wie z.B. die Etablierung des privaten Rundfunks und die Vermehrung der unterhaltenden Medieninhalten haben
4
Arbeit zitieren:
Desi Ivanova, 2009, Unterhaltung im Wandel, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Von der Information zur Unterhaltung
Medien / Kommunikation - Journalismus, Publizistik
Seminararbeit, 18 Seiten
Leistungsbewertung im Deutsch- und Geschichtsunterricht
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit, 27 Seiten
Vom Überzeugen und vom Überreden
Logik und Rhetorik der textthe...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hauptseminararbeit, 25 Seiten
Die fachdidaktische Kritik an Diktat und Aufsatz im Fach Deutsch
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hauptseminararbeit, 11 Seiten
"Das Ghetto und seine Fiktionen"
Das paratextuelle Spiel zwisch...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Seminararbeit, 14 Seiten
Deutung des Traumes der Albertine in der "Traumnovelle" von ...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hauptseminararbeit, 26 Seiten
Der interdisziplinäre Diskurs um die Euthanasie in Paul Heyses 'Au...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hauptseminararbeit, 36 Seiten
Kulturkritik nach Ernst Cassirer
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
Hausarbeit, 21 Seiten
Ein Vergleich der Theorien Stanley Fishs und Helmuth Feilkes zum Verst...
Hauptseminararbeit, 38 Seiten
Die Funktion der Träume in Jean Pauls 'Siebenkäs'
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit, 34 Seiten
Die Widerspenstigkeit der Texte - Über das Problem der Literaturdidakt...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Seminararbeit, 67 Seiten
Franz Kafkas Jäger Gracchus - Versuch einer Interpretation
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit, 20 Seiten
Möglichkeiten der kognitionsor...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hauptseminararbeit, 31 Seiten
Analyse des Fragmentes "Der Jäger Gracchus" von Franz Kafka
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hauptseminararbeit, 28 Seiten
Die Subjekte der Medienkompetenz - Der pädagogische Medienkompetenzdis...
Diplomarbeit, 169 Seiten
Definition und Negation der Rollen in Ludwig Tiecks "Kindermärche...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Seminararbeit, 24 Seiten
Paul Celan «Die Todesfuge» - Eine Gedichtinterpretation
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Seminararbeit, 12 Seiten
Der Traum - das Unterbewusstsein spricht. Dargestellt an 'Albertin...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit, 15 Seiten
Desi Ivanova's Text Unterhaltung im Wandel ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Desi Ivanova hat den Text Unterhaltung im Wandel veröffentlicht
Desi Ivanova hat einen neuen Text hochgeladen
Führung, Innovation und Wandel
Wie Sie Potenziale entdecken u...
Lutz Becker, Johannes Ehrhardt, Walter Gora
Hans Holbein und der Wandel in der Kunst des frühen 16. Jahrhunderts
Bodo Brinkmann, Wolfgang Schmid
Deutsche und französische Medien im Wandel
Cornelia Frenkel, Heinz H. Lüger, Stefan Woltersdorf
Raum im Wandel - L'espace en metamorphose - Space in Change
Sabine Coelsch-Foisner, Pascal Fagot
Städtischer Raum im Wandel/Espaces urbains en mutation
Modernität - Mobilität - Reprä...
Gabriele Clemens, Jean El Gammal, Hans-Jürgen Lüsebrink
0 Kommentare