Inhaltsverzeichnis:
Einleitung 2
1. Überblick über die Migrationspolitik in den USA 3
1.1 Gesetz zur Immigrationsreform und -kontrolle von 1986 5
1.2 Die USA als Zuwanderungsland 6
2. Die mexikanische Grenze. 8
2.1 Maßnahmen zum Schutz der Grenze 8
2.2 Leben in den Grenzregionen 9
3. Mexikanische Migranten in den USA 10
3.1 Legale Migranten 11
3.2 Illegale Migranten 13
4. Fazit. 14
Literaturangaben. 16
1
Einleitung
Die USA sind eine Nation voller Einwanderer, von denen der erste, illegale Christoph Kolumbus war. 1 Es ist eine Nation, in der bereits viele Menschen bewiesen haben, dass wenn man hart für etwas arbeitet, man sehr viel im Leben erreichen kann. Dieser amerikanische Traum - vom Tellerwäscher zum Millionärist es, was viele Menschen dazu veranlasst, in die USA zu ziehen, um dort ein besseres Leben, als in der eigenen Heimat führen zu können. Doch das, was die USA heute ausmacht, hat sie alles denjenigen Einwanderern zu verdanken, die Christoph Kolumbus nach Amerika folgten und es schafften eine große Nation aufzubauen. „[The] US is made by immigrants“ 2 und dennoch gibt es heute und gab es in der Vergangenheit viele verschiedene Gesetze und Reformen, die entweder dafür sorgten, neue Einwanderer, als billige Arbeitskräfte, ins Land zu holen, oder aber möglichst viele Einwanderer ausweisen zu können. Einen kurzen Überblick darüber soll das erste Kapitel liefern, in dem dargestellt wird, welche verschiedenen Gesetze es bezüglich der Migrationspolitik gab 3 (Kapitel 1). In Kapitel 1.1 soll dann insbesondere auf den Immigration Reform and Control Act von 1986 eingegangen werden, der einen wichtigen Punkt in der US-Migrationspolitik kennzeichnet. Warum die USA ein so beliebtes Einwanderungsland sind und wieso sich das Leben der Einwandererfamilien dennoch als schwierig erweist soll sich in Kapitel 1.2 zeigen. In dem 2. Kapitel soll dann das Augenmerk auf die Problematik der mexikanischen Grenze gerichtet werden, über die ein Großteil der heute im Land lebenden 21-23 Millionen Mexikaner kam. 4 Hier ist insbesondere interessant, welche Maßnahmen durch die USA unternommen wurden, um ihre Grenze vor illegalen Migranten zu schützen (Kapitel 2.1), und wie sich das Leben für diejenigen Mexikaner gestaltet, die in den Grenzregionen leben (Kapitel 2.2). Das dritte Kapitel beschäftigt sich dann mit der generellen Situation von mexikanischen Migranten in den USA, zunächst einmal mit den legalen (Kapitel 3.1) und dann den illegalen (Kapitel 3.2). In einem abschließenden Fazit (Kapitel 4) werden dann noch einmal die wichtigsten Punkte
1 vgl.: Stöbbe, Holk (2000): S. 13
2 Watanabe, Teresa (2006): S.1
3 Im Rahmen dieser Arbeit wird nur auf die wichtigsten Punkte in der US-Gesetzgebung bezüglich der
Migranten eingegangen, sicherlich gab es noch viele weitere wichtige Gesetze. Einen guten Überblick hierzu
bietet unter anderem: Krickus, Richard (1976): Pursuing the American Dream, - White ethnics and the new
population, Indiana University Press.
4 De Genova, Nicholas / Ramos-Zayas, Ana Y. (2003): S. 6
2
der Arbeit zusammengefasst und die Frage erläutert, inwiefern (illegale), (mexikanische) Migranten eine Chance haben, ein gutes, und sicheres Leben in den USA zu führen, ohne in ständiger Angst davor leben zu müssen, ausgewiesen zu werden. Haben Migranten in den USA auch heute noch die Möglichkeit den amerikanischen Traum zu leben, oder ist dieser nur eine Illusion, mit der sie in das Land gelockt werden, um billig Güter zu produzieren?
1. Überblick über die Migrationspolitik in den USA
Migration ist in den USA keineswegs erst seit dem 20. Jahrhundert ein Thema. Es gab immer eine spezielle Art von Einwanderern, die für die Amerikaner ein Problem darstellten. Während es heutzutage die Mexikaner sind, die in großen Zahlen (und oftmals auf illegalem Wege) versuchen in das Land zu kommen, waren es Mitte des 19. Jahrhunderts die Iren, „who were blamed for all the troubles“ 5 . Denn in dem Zeitraum von 1851-1860 stammten schließlich 94% der Einwanderer aus Europa (1891-1900: 97%). 6 Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts, waren es dann schließlich die Europäer im Allgemeinen, insbesondere aber die Südeuropäer („inferior human beings“ 7 ), welche als Gefahr für Amerika angesehen wurden 8 . Denn angeblich waren sie Schuld an all den schlechten Dingen, die in dem Land geschahen, wie beispielsweise dem ersten Arbeitsstreik, in den Kohleminen von Pennsylvania im September 1887 9 . Dieses führte auch 1924 zu dem Johnson-Reed-Act, ein Immigrationsgesetz, welches strikte Quoten für europäische Einwanderer vorsah. 10 Denn viele der Amerikaner hatten mittlerweile Angst vor den Europäern, insbesondere den „dim-witted Polish, criminally-inclined Italians, swarthy Greeks and shifty-eyed Jews“ 11 , wie ihre Vorurteile besagten. Kurz zuvor (während des ersten Weltkrieges und der Streikwelle von 1919) wurden jedoch noch viele, insbesondere mexikanische Arbeiter ins Land geholt, als Streikbrecher und eine Art Arbeitsreserve, insbesondere für die Stahl- und Eisenbahnindustrie. 12
5 Krickus, Richard (1976): S. 43
6 vgl.: Starck, Kenneth (2006): S. 153
7 Krickus, Richard (1976): S. 51
8 vgl.: ebd.: S. 52
9 vgl.: ebd.: S. 108 ff.
10 vgl.: ebd.: S. 41
11 ebd.: S. 41
12 vgl.: De Genova, Nicholas / Ramos-Zayas, Ana Y. (2003): S. 34
3
Auch während des zweiten Weltkrieges gab es das so genannte Bracero-Programm, ein Arbeitsvertrag, durch den viele, mexikanische Arbeiter in die USA geholt wurden. Insbesondere im landwirtschaftlichen Sektor wurden die mexikanischen Arbeitskräfte eingesetzt. 13 Diese waren für die Arbeitgeber sehr beliebt, da sie sich weder um gleiche Löhne, noch um Sicherheitsvorschriften Gedanken machen mussten, wie das bei amerikanischen Arbeitskräften der Fall wäre. 14 Das Programm endete 1964, und sah zwischendurch (1954) eine Periode der offenen Grenzen für Mexikaner vor, durch die 2,9 Millionen illegale Arbeitskräfte in die USA gelangten. 15 1952 gab es den McCarran Walters Act, welcher die Exklusion 16 von Homosexuellen und politisch links Orientierten vorsah 17 und 1986 wurde schließlich der Immigration Reform and Control Act verabschiedet (siehe Kapitel 1.1). Wichtig zu erwähnen ist auch noch die Proposition 187 von 1994 (in Kalifornien). Diese sollte illegale Migranten von sämtlichen sozialen Serviceleistungen ausschließen, wie beispielsweise dem Besuch öffentlicher Schulen und Kliniken (außer in Notfällen). Migranten sollten so dazu gezwungen werden, zunächst ihr Recht, in den USA zu verweilen zu beweisen, bevor ihnen ein sozialer Service zugestanden wurde. 18 Diese Proposition wurde mit 59% der Stimmen verabschiedet, dann jedoch vom Federal Court abgewiesen. Aufgewärmt wurde die Diskussion darum erneut im Jahr 2006, als vom House of Representatives ein Anti-Immigrations-Gesetz vorgeschlagen wurde (HR 4437), welches nicht nur die illegalen Migranten kriminalisierte, sondern auch all diejenigen, die Kontakt zu ihnen hatten und ihnen halfen, wie beispielsweise Arbeitgeber, Ärzte oder Lehrer. Die Immigrationsgesetze wurden somit „more punitive and unforgiving“ 19 . Allerdings haben viele Städte, wie beispielsweise Los Angeles Resolutionen gegen dieses Gesetz verabschiedet, und einige Städte, so auch Maywood, erklärten sich selbst zu „sanctuaries for
13 vgl.: Martinez, Oscar J. (1994): S. 145
14 vgl.: De Genova, Nicholas / Ramos-Zayas, Ana Y. (2003): S. 5
15 vgl.: ebd.: S. 5
16 Zur Erläuterung: Es wird unterschieden zwischen Exklusion und Deportation. Exklusion bedeutet, dass man
Menschen, die in ein Land (in dem Fall die USA) einreisen möchten, die Einreiseerlaubnis verweigert. Dieses
kann zum einen heißen, dass man ihnen im Vorfeld kein Visum ausstellt, oder aber dass man sie an der Grenze
abweist. Deportation hingegen bedeutet, dass man Menschen, die sich bereits im Land befinden, ausweist. Das
kann zum einen auf die illegalen zutreffen, aber auch auf diejenigen Migranten, die zwar einen legalen
Aufenthaltsstatus haben, aber diesen durch einen Verstoß gegen die so genannten „deportable offenses“
(Verurteilung auf Grund eines Verbrechens zu mehr als fünf Jahren Haft, Geldwäscherei, Drogenhandel, etc.)
verspielen. Siehe hierzu insbesondere: Heyman, Josiah McC. (1999): S. 2 ff.
17 vgl.: Heyman, Josiah McC. (1999): S. 4
18 vgl.: Working Immigrants (2006): S. 1
19 Heyman, Josiah McC. (1999): S. 2
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Arbeit zitieren:
Christina Rokoss, 2008, (Illegale) Migration in den USA am Beispiel mexikanischer Einwanderer, München, GRIN Verlag GmbH
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