1
1 Stellung der Unterrichtsstunde innerhalb der Unterrichtseinheit
2 Einordnung der Unterrichtsstunde in das Kerncurriculum Erwartete Kompetenzen am Ende des Schuljahrgangs 2 a.) Inhaltsbezogener Kompetenzbereich: Gestalten Die Schülerinnen und Schüler
• wenden ausgehend vom experimentellen Prozess einfache bildnerische Verfahren zielorientiert an ( bildhaftes Gestalten im Raum).
• planen einfache Arbeitsabläufe mit Hilfe und können diese vorbereiten, durchführen, beschreiben und auswerten ( Arbeitsteilung und Arbeitsorganisation). 1 b.) Prozessbezogener Kompetenzbereich: Erkenntnisse gewinnen Die Schülerinnen und Schüler • reflektieren ihre Handlungen. 2
3 Ziele der Unterrichtseinheit
Die Schülerinnen und Schüler sollen
• den Werkstoff Papier als vielseitiges, stabiles und zugleich aber auch formbares Material kennen lernen.
• die Vorteile und Schwierigkeiten einer künstlerischen Gruppenarbeit kennen lernen und kritisch hinterfragen.
• lernen innerhalb einer Arbeitsgruppe arbeitsteilig zu arbeiten, Absprachen zu
1 Entnommen: Niedersächsisches Kultusministerium (Hrsg.): Kerncurriculum für die Grundschule,
Schuljahrgänge 1-4, Kunst, Gestaltendes Werken, Textiles Gestalten, 2006, S.16
2 Entnommen: NK 2006, S.11
2
3 Zielsetzung der Unterrichtsstunde
Die Schülerinnen und Schüler sollen in einem kooperativen, experimentellen Arbeitsprozess ein großes, standfähiges Papierobjekt konstruieren, indem sie Montage- und Verbindungsmöglichkeiten erproben und reflektieren.
4 Aspekte zur Lerngruppe
5 Lernvoraussetzungen
In den vorangegangenen Unterrichtsstunden dieser Einheit haben die Schülerinnen und Schüler etwas über die Herkunft und Beschaffenheit des Werkstoffes Papier erfahren und konnten Erfahrungen im Umgang mit diesem machen. Die Schülerinnen und Schüler bekamen die Gelegenheit in einem experimentellen Prozess erste Erkenntnisse über die Konstruktions- und Montageneigenschaften zu gewinnen. Verbindungen, Knick- und Rollmöglichkeiten wurden erprobt.
Die Lerngruppe hat innerhalb des Kunstunterrichts bereits grundlegende Erkenntnisse und Erfahrungen über die Sozialform Gruppenarbeit sammeln können. Diese müssen jedoch noch vertieft und gefestigt werden.
6 Aspekte zur Sache
6.1 Der Werkstoff Papier
6.1.1 Beschaffenheit, Herkunft und Herstellung
Papier wurde im 2. Jahrhundert v. Chr. in China erfunden. Es breitete sich nach Westen aus und erreichte Zentralasien um 751 n. Chr. Um 793 n. Chr. wurde es erstmals in Bagdad hergestellt. Von dort aus wurde das Wissen um die Papierherstellung nach Europa verbreitet. Ab dem 14. Jahrhundert gab es in ganz Europa Papiermühlen. 3 Seit der Entstehung des Buchdrucks um 1440 ist das Papier das wichtigste Trägermedium für kulturelle Überlieferungen. 4 Der Papierbedarf stieg explosionsartig an. Damals waren Baumwoll- und Leinenlumpen der Hauptrohstoff. Erst im 18. Jahrhundert, als der Bedarf das Angebot überstieg, begann die Suche nach einem ergiebigeren Rohstoff. Ab dem frühen 19. Jahrhundert verwendete man Holz. Moderne Herstellungsverfahren- und maschinen lösten das alte Handwerk ab. Heute wird Papier in der Regel aus Zellstoff oder Holzstoff hergestellt. Besonders in Europa stellt Altpapier eine wichtige Quelle dar. 5
3 Vgl.: Lorenz (Hrsg.): Papier - Kreatives Gestalten mit Papier, Limassol: Eurobooks Cyprus, 1999, S.8
4 Vgl.: Drewes, Petra: Papier als Gestaltungsmittel im Kunstunterricht - Geduldig und vielseitig, In:
Grundschulmagazin, 3/2006, S.51
5 Vgl.: Lorenz, 1999, S.8
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6.1.2. Papier im Alltag
In unserer Kultur ist Papier ein nicht mehr wegzudenkender Bedruck- und Beschreibstoff, Informations- und Wertträger, sowie Stoff für zahlreiche Hygiene- und Verpackungsmaterialien. 6 6.1.3. Papier in der Kunst
„Papier ist ein Filz aus pflanzlichen (Cellulose-)Fasern. Der Zusammenhalt der Fasern beruht, abgesehen von der mechanischen Verfilzung (auf dem Schöpfsieb), auf chemischen Bindungen (Wasserstoffbrücken, die sich bei der Papierherstellung zwischen den Hydroxylgruppen der Cellulosemoleküle ausbilden). Die Bindung ist so stark, dass Papier in der Zugfestigkeit gewöhnlichen Baustahl übertreffen kann.“ 7
Papier ist ein Material von großer Wandlungsfähigkeit, Leichtigkeit und Formanpassung. Seine ihm ganz eigenen Reize gehen von Materialempfindungen wie Fragilität und Zartheit aus. Es ist in hohem Maße variabel und selbst mit der bloßen Hand in nahezu jede Form zu bringen. Es ist leicht an Gewicht, kann jedoch bei geschicktem Einsatz sehr stabil sein. 8 Papier wurde bereits früh als Medium für künstlerische Produkte verwandt. Die Ägypter fertigten beispielsweise Gebrauchsgegenstände wie Lampions, Fächer und Spielzeug aus diesem Werkstoff. Erst mit der Einführung der Abstraktion in die Kunst zu Beginn des 20. Jahrhunderts rückten die Beschaffenheit und Wertigkeit des Materials Papier in den Blickpunkt künstlerischen Interesses. Im Jahre 1912 nutzte zuerst George Braques 9 und danach auch Pablo Picasso 10 Papiertapeten für seine Stillleben. 11 Picasso konstruierte seine ersten Skulpturen aus gefaltetem Papier und Karton. 12 In der Gegenwartskunst wird Papier geschnitten, gerissen, bemalt, bezeichnet, gefaltet, geknüllt und collagiert. Außerdem dient es konstruktiv-architektonisch zur Herstellung dreidimensionaler Objekte. 13 „Arbeiten zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler zeigen vielfältige Gestaltungsformen- und möglichkeiten - vom Bild über das Relief zur Plastik. Stabilität, Spannung und Dichte können den Charakter eines Werkes ebenso bestimmen wie Fragilität, Flexibilität und Transparenzdie Manipulierbarkeit des Faserstoffes scheint unerschöpflich.“ 14
6 Vgl.: Brüning, Stefanie: Paper Art, In: Kunst + Unterricht 292/2005, S.4
7 Zitat: Kühn, Hermann: Papier - Katalog aus der Ausstellung, München: deutsches Museum, 1986, S. 23
8 Vgl.: Weer, Walter: Papierskulptur, Bei: http://www.noedok.at/ausstell2001/papier/papier.htm (Stand 1.April
2009)
9 Französischer Maler, Grafiker und Bildhauer (1882-1963), Mitbegründer des Kubismus, Vgl.:
http://de.wikipedia.org/wiki/Georges_Braque (Stand 2.April 2009)
10 Einer der bedeutendsten Künstler des 20.Jahrhunderts, spanischer Maler, Grafiker und Bildhauer (1881-1973),
Mitbegründer des Kubismus, Vg.: http://de.wikipedia.org/wiki/Picasso (Stand 2.April 2009)
11 Vgl.: Drewes, 2006, S.51
12 Vgl.: Weer
13 Vgl.: Brüning, 2005, S.4
14 Zitat: Brüning, 2005, S.5f
Arbeit zitieren:
Mirja Patschkowski, 2009, Prüfungsentwurf für 2. Klasse: Wir bauen große Objekte aus Papier, München, GRIN Verlag GmbH
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