Inhaltsverzeichnis
I. Was ist empirische Sozialforschung 1
II. Allgemeiner und geschichtlicher Teil 1
2.1. Allgemeiner Teil 1
2.2. Geschichtlicher Teil 2
2.3. Grundfragen der empirischen Sozialforschung 2
2.4. Anwendungsgebiete und Probleme 3
2.4.1. Anwendungsgebiete 3
2.4.2. Probleme 3
III. Das Programm des ALLBUS 4
3.1. Einleitung 4
3.2. Ziele des ALLBUS-Programms 5
3.3. Schwerpunktthemen des ALLBUS 5
3.4. Der ALLBUS in seiner Verwendung 6
3.4.1. Vorbemerkungen 6
3.4.2. Wer nutzt den ALLBUS, wo und wozu? 6
3.5. Problembehandlung beim ALLBUS - die Fälschung von Interviews 7
3.5.1. Allgemeines 7
3.5.2. Formen der Fälschung und die Kontrolle der Interviewer 7
3.5.3. Der ALLBUS 1994: Änderungen und Kontrollen 8
3.5.4. Fehlertypen bei den Interviews 9
IV. Schlussbemerkungen 9
Literaturverzeichnis III
Anhang - Diagrammverzeichnis IV
Der ALLBUS - Geschichte, Themen und Probleme
I. Einleitung
Bevor ich mit dem eigentlichen Thema meiner Hausarbeit, dem ALLBUS, beginne, möchte ich noch ein paar allgemeine Worte zur empirischen Sozialforschung verlieren. Denn sie ist der Ausgangspunkt auch für eine große Studie wie den ALLBUS. Durch die ständige und immer neue Entwicklung von verschiedenen Methoden in der Sozialforschung wird die Realisierung dieser Studie erst ermöglicht. D.h. nichts anderes, dass der ALLBUS auch ein Kind dieser Entwicklung ist und stets nach dem neuesten methodischen Standard erhoben wird bzw. erhoben werden muss, um diese neuen Verfahren zu testen. Aus diesem Grund ist es wichtig, darauf einzugehen und zu erklären, was unter empirischer Sozialforschung zu verstehen ist und wie sich der geschichtliche Hintergrund darstellt. Darüber hinaus geht es um einige Fakten zu den Grundfragen der Sozialforschung, ihren Anwendungsgebieten und den Problemen. Schließlich soll sich die Arbeit auch speziell mit dem ALLBUS auseinandersetzen - seinen Zielen, Schwerpunktthemen und Problemen.
II. Allgemeiner und geschichtlicher Teil
2.1. Allgemeiner Teil
Die empirische Sozialforschung ist ein wichtiges Teilgebiet der Sozialwissenschaft, wo es in den unterschiedlichsten Disziplinen zur Anwendung kommt. Außer in Soziologie ist sie unter anderem noch in Sozialanthropologie, -psychologie, -ökologie und Ökonomie zu Hause und gewinnt außerdem in den Sprach- und Literaturwissenschaften sowie in der Geschichte immer mehr an Bedeutung. Empirische Sozialforschung ist die systematische Erfassung und Deutung sozialer Erscheinungen. Empirisch bedeutet dabei, dass theoretisch formulierte Annahmen an einem speziellen Ausschnitt der sozialen Wirklichkeit überprüft werden. Systematisch heißt dabei, dass dies alles nach bestimmten Regeln vor sich gehen muss, also keiner irgendetwas so annehmen und testen kann.
Unter Methoden der empirischen Sozialforschung versteht man eine geregelte und nachvollziehbare Anwendung von verschiedenen Instrumenten - Befragung, Beobachtung, In- haltsanalyse, nicht-reaktive Methoden. All diese Formen zur Erhebung sozialer Daten wer-
den unter anderem bei der Marktforschung und politischen Umfragen verwendet (vgl. Atteslander 1995, S.13-14).
2.2. Geschichtlicher Teil
Die empirische Sozialforschung verläuft lange Zeit parallel neben der im 19. Jahrhundert durch Comte und Spencer geprägten Soziologie. Es lassen sich dabei für die Sozialforschung mehrere Entwicklungsstränge unterscheiden, die ich nur der Vollständigkeit halber mit aufführen werde. Der älteste unter ihnen ist die Statistik, der bis in die Zeit vor Christus zurückreicht. Darüber hinaus sei an dieser Stelle noch Achenwall Corning genannt, der den Begriff der Statistik prägte. Ein zweiter Strang sind die Sozialenqueten (detaillierte Schilderungen sozialer Lebensbedingungen), welche ihren Anfang zum Beginn der industriellen Revolution in England haben und bis ins 19. Jahrhundert hineinreichen. Ein Vertreter, der solche Untersuchungen durchführte, war Sir Frederick Eden. Auch die weitere Entwicklung der Sozialenqueten hin zum Social Survey (soziale Übersichtsstudie) ist ein Meilenstein in der Entwicklung. Sie sind ein Produkt der Bemühungen in der Sozialwissenschaft, genauere Einblicke in die sozialen Lebensbedingungen zu erhalten - hier liegt, so glaube ich, der Kreuzungspunkt mit der Soziologie in den späteren Jahren. Einen Beitrag zur empirischen Sozialforschung leisteten auch die Ethnologie sowie die Psychologie in ihrer Anwendung von Feldstudien. Andere Wurzeln und Entwicklungen kommen darüber hinaus aus der Markt- und Meinungsforschung, die dazu beitrugen den Fragebogen und die Interviews zu verbreiten und zu verfeinern (vgl. Bernsdorf 1969, S.220-223).
2.3. Grundfragen der empirischen Sozialforschung
Die Methoden der empirischen Sozialforschung sind eine Möglichkeit, um soziale Tatbestände wahrnehmen zu können. Dazu gehören neben dem beobachtbarem menschlichen Verhalten auch Informationen über nicht-beobachtbare Erfahrungen, Einstellungen, Werturteile, Absichten usw. Darüber hinaus begegnet uns die Sozialforschung auch ständig im alltäglichen Leben. Jede Zeitung enthält eine bestimmte Anzahl an Seiten gefüllt mit Sport, Wirtschaft, Kultur, ... - so, wie es die Leseranalysen von Forschungsinstituten ermittelt haben. Keine politische Partei macht einen Wahlkampf, ohne irgendwelche Umfragen zu Bedürfnissen und Wünschen der Bürger. Das Parlament wird bei besonders wichtigen Gesetzen zuallererst die Meinungslage der Bevölkerung erkunden wollen. Dies sind nur eini- ge Bereiche aus dem Alltag der sozialen Wirklichkeit, von der immer nur gewisse Aus-
schnitte erfasst werden können - es ist ein Ding der Unmöglichkeit, diese allumfassend wahrnehmen zu wollen. Diese Ausschnitte für sich genommen werden aber erst sinnvoll, wenn sie systematisch und theoriegeleitet erhoben werden. D.h. nichts anderes, als das sich ein wesentlicher Bestandteil der Sozialforschung die empirische Überprüfung von Theorien zur Aufgabe gemacht hat. Dabei gibt es Fragen, die beantwortet werden sollen und müssen. Es gibt drei Grundfragen in der empirischen Sozialforschung auf die man sich im Wesentlichen bezieht. Es wird gefragt, was, wie und warum es erfasst werden soll (vgl. Atteslander 1995, S.11-13).
2.4. Anwendungsgebiete und Probleme
2.4.1. Anwendungsgebiete
Es gibt, wie oben schon gezeigt, viele Anwendungsgebiete für die empirische Sozialforschung. Die meisten Mittel gehen aber in die Marktforschung, die an vielen wirtschaftlich orientierten Instituten durchgeführt wird. Immer wichtiger werden dabei Einrichtungen für die Nutzungsforschung (z.B. Einschaltquoten beim Fernsehen, Image von Produkten, ...). Es gibt nur wenige Institute, die Universitäten oder anderen Körperschaften angeschlossen sind und somit unabhängig von den Vorstellungen ihrer Auftraggeber forschen können (z.B. die Max-Planck-Institute). Ein anderes Gebiet der Anwendung ist die Meinungsforschung, die auch von der Regierung, Parlament und Parteien genutzt wird. Wir können hier also eindeutig zwischen kommerzieller Forschung (abhängig vom Auftraggeber) und unabhängiger Grundlagenforschung unterscheiden. Dies gilt übrigens nicht nur im Bereich der Sozialwissenschaft, sondern auch für alle anderen Teilgebiete. Natürlich können wir nicht alles pauschalisieren, es gibt auch private Institute, die Grundlagenforschung betreiben und an Hochschulen funktioniert gibt es genauso eigene Perspektiven auf Wissenschaft und Gesellschaft.
2.4.2. Probleme
Als ein Beispiel kann man das Problem des Empiriszismus anführen. Das bedeutet, es wird der Grundsatz der theoriegeleiteten Forschung ignoriert. Der eigentliche Forschungsverlauf fußt nicht auf Theorie und Hypothesen und ist auch nicht lückenlos in seinem Ablauf nachzuvollziehen. Genau diese Problematik taucht in nicht wenigen Berichten an Universitäten auf. Ein Beispiel dafür finden wir bei der unkontrollierten Übernahme von Fragebögen aus der BRD. Diese wurden für Befragungen von ehemaligen DDR-Bürgern kurz nach der Wende 1990 genutzt (vgl. Atteslander 1995, S.16-17).
Arbeit zitieren:
Jens Klinkicht, 1999, Der ALLBUS - Ziele, Schwerpunkte, Beispiele, München, GRIN Verlag GmbH
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