2
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
1 Einleitung 3
2 Frauenklöster im Mittelalter 4
2.1 Erziehung und Bildung im Mittelalter 4
2.2 Welche Frauen traten ins Kloster ein? 5
2.3 Gründe für den Eintritt ins Kloster 7
2.4 Rolle und Entwicklung der Klöster vom Frühmittelalter bis zum
Sp ätmittelalter. 9
3 Die Erziehung 11
3.1 Die Ziele der klösterlichen Erziehung 11
3.2 Das Klosterleben. 11
3.2.1 Das Gemeinschaftsleben 12
3.2.2 Die Kleidung 12
3.2.3 Die Körperpflege. 13
3.2.4 Die körperliche Arbeit. 13
3.2.5 Der Tagesablauf 14
4 Die Bildung 15
4.1 Die Ziele der klösterlichen Ausbildung 15
4.2 Die Klosterschule. 15
4.2.1 Die Elementarstufe. 15
4.2.2 Die Mittelstufe. 17
4.2.3 Die Oberstufe 19
4.3 bedeutende geschlechtsspezifische Unterschiede in der
Nonnenbildung 19
4.4 Niedergang der Frauenbildung 20
5 Zusammenfassung 21
6 Literaturverzeichnis. 22
Internet- Adressen 22
3
1 Einleitung
Die Hausarbeit thematisiert die Erziehung und die Bildung von Frauen in Klöstern in der Zeit des Mittelalters. Hierbei werden ausschließlich Klöster auf deutschem Boden hinsichtlich ihrer Rolle, Funktion und Entwicklung analysiert.
Das erste Kapitel dieser Arbeit beschäftigt sich mit der gesellschaftlichen Stellung der Klöster, mit der Frage, welche Frauen ins Kloster eintraten und welche Gründe sie dafür hatten sowie mit der Entwicklung der Klöster im Laufe des Mittelalters.
Vor diesem Hintergrund wird der thematische Schwerpunkt der Hausarbeit entfaltet: die Erziehung und die Bildung. Als Basis für das Verständnis der klösterlichen Erziehung werden das Klosterleben sowie die Ziele der klösterlichen Erziehung vorgestellt. Anschließend werden einzelne, wichtige Aspekte der klösterlichen Erziehung wie das Gemeinschaftsleben, die Kleidung, die Körperpflege und Hygiene, die körperliche Arbeit und der Tagesablauf der Nonnen und der zukünftigen Nonnen aufgezeigt.
Das folgende Kapitel behandelt die Bildung in den Frauenklöstern. Dazu werden einleitend die allgemeinen Ziele der Ausbildung vorgestellt. Im Anschluss werden der Aufbau des Schulwesens in die drei Stufen: Elementarstufe, Mittelstufe und Oberstufe, die jeweiligen Curricula sowie die bedeutenden geschlechtspezifischen Unterschiede in der Nonnenbildung aufgezeigt. Abschließend wird der Niedergang der klösterlichen Frauenbildung im späten Mittelalter und deren Ursachen themati- siert.
4
2 Frauenklöster im Mittelalter
2.1 Erziehung und Bildung im Mittelalter
Die Erziehung und die Bildung des Mittelalters ist bestimmt durch die Gehalte der antiken Kultur sowie durch den christlichen Glauben. Das Ziel der mittelalterlichen Erziehung liegt darin begründet, den Menschen zu Demut, Glauben und christlicher Vollkommenheit zu führen. Hierdurch soll der Mensch zu einem aktiven Glied der religiöskirchlichen Gesellschaft erzogen werden.
Dies begründet, warum im Frühmittelalter die Schulen ausschließlich von der Geistlichkeit getragen wurden. Die Klosterschulen (schola claustri, schola interior), die an die Klöster angeschlossen waren, dienten ausschließlich als Ausbildungsstätte für den Klerus. Später erhielten jedoch auch männliche Laien Zutritt. Ab dem 8. Jahrhundert traten neben die Klosterschulen die Domschulen (an Bischofssitzen) und die Stiftsschulen (an Stiftskirchen). Dieses an Stände gebundene Schulwesen vermittelte die Bildungsinhalte, die von den künftigen Klerikern gebraucht wurden wie: Lesen, Schreiben, Schriftauslegung, Musik, Liturgie sowie Latein, um die häufig in lateinischer Schrift verfassten Texte übersetzen zu können.
Mit der Zeit dehnten sich nicht nur die Lehrinhalte auf weltliches Kulturgut aus, sondern das Bildungswesen wurde auch für Laienstände wie Ritter, Bürger oder Bauern zugänglich. Der Besuch der kirchlicher Bildungseinrichtungen basierte auf Freiwilligkeit und war zumeist nur von kurzer Dauer, um eine Elementarbildung zu erreichen. Im 13. Jahrhundert wuchs mit dem Aufblühen der Städte nicht nur die Anzahl der kirchlichen Schulen, sondern es bildete sich auch vielerorts ein stadteigenes Schulwesen heraus. Diese Stadtschulen orientierten sich an dem Aufbau sowie an dem Lehrstoff der kirchlichen Schulen, wobei ihr Schwerpunkt auf die Elementarbildung gelegt wurde. Sie bildeten die Grundlage für die Entstehung von den städtischen Lateinschulen im 16. Jahrhundert. Ab dem 14. Jahrhundert bildeten sich daneben in großen Handelsstätten die „deutschen Schreib- und Lese-
5
schulen“ heraus, die zunächst auf privater Basis von Männern betrieben wurden.
Am Ausgang des Mittelalters verfügten die größeren Städte bereits über ein vielgestaltiges Bildungswesen. So besaßen nicht nur die Geistlichen, der Adel und königliche Beamte wie in der Antike eine umfassende Bildung, sondern es gelangten auch obere und mittlere Stände der Bevölkerung zu einer Elementarbildung. Jedoch ist an dieser Stelle hervorzuheben, dass diese Bildung nur der städtischen und nicht der ländlichen Bevölkerung zuteil wurde.
Wichtig ist auch zu erwähnen, dass im 14. Jahrhundert die erste Universität auf deutschem Boden gegründet wurde, die einen großen Aufschwung der Wissenschaften mit sich zog. 1
2.2 Welche Frauen traten ins Kloster ein?
Die sozialen und familiären Hintergründe der meisten Frauen, die in Klöster eintraten, sind aus den geschichtlichen Quellen nur schwer und kaum zu rekonstruieren. Die folgenden Zahlen, die einerseits diese Situation darlegen und andererseits wichtige Hinweise auf die familiären Hintergründe der eintretendenden Frauen geben, stammen von angelsächsischen Klöstern des frühen Mittelalters. Diese Zahlen sollen jedoch hier aufgeführt werden, da vor diesem Hintergrund Rückschlüsse auf die deutschen Klöster gezogen werden können. So schreibt D. Baltrusch- Schneider, dass es bei 57,3% der Frauen keinen Aufschluss über den Familienstand gibt. Lediglich bei 15,5% der Frauen wird berichtet, dass sie Jungfrauen waren, von 17,1%, dass sie Witwen waren, von 2,5%, dass sie ihre Männer verlassen haben, und von 7,6%, dass sie geschieden waren. Bedeutend ist es herauszustellen, dass 27,7% der Frauen Erfahrung mit der Institution Ehe gemacht hatten. 2 Einheitlich ist jedoch festzustellen, dass es für die Aufnahme in ein Kloster gewisse Anforderungen gab und dass denjenigen der Eintritt
1 vgl. Reble, A.: Geschichte der Pädagogik, Stuttgart 1999, S. 55-65.
2 vgl. Baltrusch- Schneider, D.: Klosterleben als alternative Lebensform zur Ehe?, in: Goetz, H.- W. (Hrsg.): Weibliche Lebensgestaltung im frühen Mittelalter, Wien/ Böhlau 1991, S. 452-53.
6
untersagt wurde, die diese nicht erfüllen konnten. So verlangten die älteren Orden der Benediktinerinnen und der Zisterzienserinnen um 1300, dass die Frauen eine adlige Herkunft sowie eine stattliche Mitgift aufweisen mussten. Das bedeutet, dass der Eintritt fast nur Witwen, die über ein großes Erbe ihres Mannes verfügten, oder Töchtern aus reichen Familien möglich war. Auch die städtischen Konvente, die den Bettelorden angehörten, bilden hierbei keine Ausnahme. 3 Die Töchter von reichen Familien wurden bereits mit drei oder vier Jahren ins Kloster geschickt, um die Grundlagen im Lesen, Beten und Singen von liturgischen Gesängen und Liedern sowie im Schreiben zu erhalten. 4 Für die meisten Klöster jedoch war die älteste und bekannteste Nonnenregel des Abendlandes richtungsweisend, und diese Klöster nahmen erst Mädchen im Alter von sechs und sieben Jahren auf. (Zitat: „ Erst sechs-oder siebenjährige Mädchen, die schon Buchstaben lernen und Gehorsam üben können, sollen ins Kloster aufgenommen werden.“ 5 ) Jedoch wurde die Frage nach der Eignung der Mädchen und Frauen zur Nonne nie gestellt, denn die Berufung war kein Problem, sondern die Voraussetzung. 6
Durch die Aufnahmebedingungen erhielten die Klöster einen exklusiven Charakter, der sich nicht nur auf die guten wirtschaftlichen Verhältnisse, bedingt durch die Mitgiften, bezieht, sondern vor allem auf die Bildungsmöglichkeiten. Dazu zählen vor allem die Klosterbibliotheken, denn vor der Erfindung des Buchdruckes war der Erwerb von Büchern besonders kostspielig und somit ein Privileg der Oberschicht bzw. der reichen Klöster. 7 Die Frauenklöster erreichten in Gallien einen so hohen
3 vgl. Opitz, C.: Erziehung und Bildung in Frauenklöstern des hohen und späten Mittelalters. 12.- 15. Jahrhundert, in: Kleinau, E./ Opitz, C.: Geschichte der Mädchen- und Frauenbildung, Bd. 1 (Vom Mittelalter bis zur Aufklärung), S. 65-67.
4 vgl. ebd., S. 68.
5 vgl. Fickel, A.: Mädchenbildung und gesellschaftliche Stellung der Frau im Mittelalter und in der frühen Neuzeit, in: Hohenzollern, J. G. Prinz von/ Liedtke, M. (Hrsg.): Der weite Schulweg der Mädchen. Die Geschichte der Mädchenbildung als Beispiel der Geschichte anthropologischer Vorurteile, Bad. Heilbrunn/Obb. 1990, S. 112.
6 vgl. Ennen, E.: Frauen im Mittelalter, München 1994, S. 75-86, S. 112-125 und S. 139-143.
7 vgl. Opitz, C., S. 66-67.
Arbeit zitieren:
Merle Umnirski, 2006, Erziehung und Bildung in Frauenklöstern des Mittelalters, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Inszenierung von homosexuellen Körperbildern im Roman ‚Paradiso’ von L...
Literaturwissenschaft - Karibik
Hausarbeit (Hauptseminar), 20 Seiten
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Seminararbeit, 21 Seiten
Die Frauenmystik im Mittelalter
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Hausarbeit, 16 Seiten
Die Beginen - Eine Frauenbewegung im Mittelalter
Entwicklung und Scheitern
Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte
Examensarbeit, 55 Seiten
Das Leben und Wirken Mechthilds von Magdeburg
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Hausarbeit, 23 Seiten
Merle Umnirski's Text Erziehung und Bildung in Frauenklöstern des Mittelalters ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Merle Umnirski hat den Text Erziehung und Bildung in Frauenklöstern des Mittelalters veröffentlicht
Merle Umnirski hat einen neuen Text hochgeladen
Ludwig XIV. - Erziehung, Bildung, Inszenierung
Auswirkungen der Erziehung und...
Nina Hellwig
Frühe Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern mit Behinderung
Eine Untersuchung integrativer...
Maria Kron, Birgit Papke
Die Geste in Erziehung, Bildung und Sozialisation
Ethnographische Feldstudien
Christoph Wulf, Kathrin Audehm, Gerald Blaschke, Nino Ferrin, Ingrid Kellermann, Ruprecht Mattig
Die Ziele von Erziehung und Bildung und andere Essays
und andere Essays
Alfred North Whitehead, Christoph Kann, Dennis Sölch
Politische Bildung in Ostdeutschland
Demokratie-Lernen zwischen Ans...
Peter Henkenborg, Jan Pinseler, Anett Krieger, Rico Behrens
Außerschulische politische Bildung als Werkstatt der Demokratie
50 Jahre Arbeitskreis deutsche...
Bernd Faulenbach, Franz-Josef Jelich, Ingeborg Pistohl
0 Kommentare