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Durch die Erfahrungen der Kinder erhält der Religionsunterricht eine Eigendynamik und einen Erfahrungswert, der durch Worte und Belehrungen durch den Lehrenden nicht vermittelt werden kann. Im Vordergrund steht somit das eigene Tun, das Sammeln innerer Gefühlseindrücke. Erst dann können die anthropologischen Dimensionen von Sehen und Blindheit verinnerlich werden.
Didaktischer Kommentar
Damit die Schüler unvoreingenommen ihre eigenen Erfahrungen mit der Blindheit machen können, wird zu Beginn der Unterrichtsstunde die Benennung des Themas vermieden. Den Empfindungen der Schüler soll freier Lauf gelassen werden.
Um dieses Erlebnis umzusetzen, treten immer sechs Schüler in den Sitzkreis. An zwei entgegengesetzten Orten außerhalb des Stuhlkreises sind zwei Studentinnen mit unterschiedlichen Instrumenten postiert (Triangel und Trommel). Nachdem die Augen der Kinder verbunden sind, soll die Hälfte der Gruppe dem einen und die andere Hälfte dem anderen Ton des Instruments folgen. Ob das Instrument erreicht wird, ist didaktisch nicht wichtig, da der Weg das Ziel ist. Dieses wird wiederholt bis alle Kinder diese Erfahrung machen konnten. Im Anschließenden Gespräch soll über die Gefühle des Blindseins gesprochen werden. Ziel ist es die Hilflosigkeit eines Blinden herauszustellen, der keinerlei Hilfe erfährt und die Wichtigkeit von Hilfe den Kindern begreifbar zu machen.
Dieser Aspekt stellt gleichzeitig die Überleitung zum Text dar. Der Text wird vom Lehrenden vorgelesen. Einige Textstellen wurden von uns ersetzt, damit die Schüler nicht unnötig verwirrt werden (Bsp.: Jesus = Sohn Davids). Im Anschluss daran werden 6 Bilder, die Szenen aus der vorgelesenen Geschichte beinhalten, ungeordnet an die Tafel geheftet. Die Schüler sollen nun die Bilder der Reihe nach ordnen und kurz die Szene auf dem Bild beschreiben. Dies dient zur Wiederholung und Festigung der Geschichte, die die Grundlage für die thematische Weiterarbeit bildet. Die Schüller sollen nun innerhalb eines Klassengesprächs das Sehen von Jesus mit dem Sehen der umherstehenden Leute vergleichen. Das Ziel ist hier das Erkennen des unterschiedlichen Sehens. Sprich: Jesus und die Leute können mit ihren gesunden Augen sehen. Was jedoch wichtiger ist, ist das Jesus mit dem Herz sieht und hilft.
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Diese Erkenntnis soll durch die eigenen Erfahrungen der Schüler gefestigt werden. Dazu treten sie in Paare zusammen. Jeweils einem Partner werden die Augen verbunden. Der sehende Partner übernimmt die Führung des „Blinden“.
Die didaktische Intention besteht darin, dem blinden Schüler die Angst vor dem Blindsein zu nehmen, indem er Vertrauen zu seinem Partner fasst und erkennt, wie wichtig Hilfe von anderen ist. Der wichtigste Aspekt bei diesem Blindenspiel ist die Erfahrung des Vertrauens und des Glaubens bezüglich des Partners.
Durch ein abschließendes Gespräch sollen beide Erfahrungen des Blindseins (mit und ohne Hilfe) miteinander verglichen werden.
Unterrichtsziele
Wir möchten den Schülern in dieser Unterrichtstunde deutlich machen, dass es verschiedene Arten von Sehen gibt.
Auf der einen Seite steht das „physische Sehen“ der Leute, da diese im Vergleich zu Bartimäus gesunde Augen haben. Auch wir gehören oft zu denen, die eigentlich nicht blind sind und doch manchmal viele Dinge nicht sehen oder sehen wollen. Es sind oft ganz kleine Dinge. die uns unwichtig erscheinen, doch würden wir sie sehen, könnten wir für anderen Menschen eine große Hilfe sein.
Das ist das Verhalten von Jesus, der somit die andere Seite darstellt. Er sieht mit dem Herzen und erkennt die Not des Blinden. Die Schüler sollen lernen, dass man im Leben nicht nur auf sich selbst achten sollte, sondern auch auf andere zugehen muss und ihnen helfen oder beistehen muss. Die Art des Sehens mit dem Herzen soll die Schüler dazu bringen, dass sie vielleicht mit anderen Augen durch die Welt gehen.
Arbeit zitieren:
Merle Umnirski, 2004, Unterrichtsskizze: Die Heilung des blinden Bartimäus, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
Unterrichtsstunde: Berufe und Arbeiten zur Zeit Jesu (1. Klasse)
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