Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung. 3
2. Buchmarkt und Presse 4
3. Film und Rundfunk. 6
4. Schlussbetrachtung. 7
Literaturverzeichnis. 8
2
1. Einleitung
Die Zeit der Weimarer Republik, die mit der Wahl zur Weimarer Nationalversammlung am 19. Januar 1919 begann und mit der Machtübernahme der NSDAP am 30. Januar 1933 endete, war geprägt von ökonomischen Krisen und politischen Konflikten, aber auch von Phasen des wirtschaftlichen Aufschwungs und des technischen Fortschritts. Die Anfangsjahre waren gekennzeichnet von der sich stetig steigernden Inflation sowie Putschversuchen der linken und rechten radikalen Parteien. Mit der Währungsreform 1924 stabilisierte sich die innenpolitische Lage, es begann eine Phase des wirtschaftlichen Aufschwungs. Mit Hilfe von ausländischen Krediten, vornehmlich aus den USA, konnten neue Industrien aufgebaut und Produktionsweisen modernisiert und rationalisiert werden. Eine Belastung für die Republik blieb jedoch die steigende Arbeitslosenzahl und die politische Radikalisierung der Bevölkerung. Mit dem Ausbruch der Weltwirtschaftskrise 1929 und dem damit einhergehenden Ausbleiben amerikanischer Kredite mussten viele der vormals florierenden Unternehmen schließen, die Arbeitslosenzahl stieg rapide bis auf 6 Millionen im Jahr 1932 an. Die Machtübergabe an Hitler ist gleichbedeutend mit dem Ende der Weimarer Republik. Im Mittelpunkt dieser Hausarbeit wird die ökonomische Lage der Schriftsteller in dem soeben skizzierten Zeitabschnitt stehen. Dabei werden die Absatzmärkte Buchmarkt und Presse sowie Film und Rundfunk näher betrachtet und auf ihre ökonomische Bedeutung für die Schriftsteller untersucht. Mit dem Begriff Schriftsteller sind in der Hausarbeit vor allem freie Autoren gemeint, also solche, die ohne feste Anstellung ihrer literarischen Tätigkeit nachgehen, sei es mit dem Verfassen von Romanen oder der freien Mitarbeit an Zeitungen. Auch schließt er Autoren ein, die neben ihrer literarischen Tätigkeit einer anderen, nichtliterarischen Beschäftigung in einem festen Arbeitsverhältnis nachgehen. Auf die in einem festen Arbeitsverhältnis stehenden literarisch Tätigen, etwa Journalisten oder Redakteure, wird aus Platzgründen nicht gesondert eingegangen.
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2. Buchmarkt und Presse
Die Verlage zahlten die Honorare an ihre Autoren zumeist am Ende des Jahres aus. Dem Autor standen, abhängig von seinem Bekanntheitsgrad und dem bisherigen Erfolg seiner Werke, 10-20 % des Verkaufspreises pro verkauftem Exemplar zu. Die langen Auszahlfristen führten jedoch durch die sich bis 1924 stetig steigernde Inflation zu einer fast völligen Entwertung der Honorare. Zur Grundlage der Berechnung nahmen die Verlage nicht den jeweils aktuellen, sondern den bereits lange entwerteten Buchpreis, so dass die ausgezahlten Honorare kaum noch einen realen Kaufwert besaßen. Darüber hinaus wurden 1923 die Honorare gekürzt. Grundlage der Berechnung war nun nicht mehr der Verkaufspreis des Buches, sondern der Gewinnanteil, den der Verlag mit dem Verkauf erzielte. Hiervon erhielt der Autor 10-15 %. Die Belletristik-Verlage begründeten diesen Schritt mit sinkenden Gewinnen aus den Buchverkäufen. 1
Gewinnbringend war für die Verlage der Verkauf der Werke im Ausland. Dafür erhoben sie sogenannte Valuta-Zuschläge, die der ausländische Verleger zu tragen hatte und an dem die Autoren nicht beteiligt wurden. Erst nach langwierigen Verhandlungen gelang es den Schriftstellerverbänden 1921, eine Beteiligung der Autoren durchzusetzen. Aufgrund der schlechten Absatzlage während der 1929 ausgelösten Weltwirtschaftskrise verordneten sich die Verlage drastische Sparmaßnahmen und setzten dabei zuerst bei den Honoraren an. Im Jahr 1930 ist ein Rückgang der Autorenhonorare um 30-50% gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. 2
Mit den Einnahmen aus Buchverkäufen war es den Autoren nicht möglich, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Eine Ausnahme bildeten einige Bestsellerautoren, die den Erwartungen des neuen Massenpublikums gerecht wurden. Das Lesen als Freizeitbeschäftigung blieb nicht länger auf die bildungsbürgerliche Mittelschicht begrenzt, auch weniger gebildete und sozial schwächere Schichten nahmen nun am Literaturbetrieb teil. Dieses neue Lesepublikum hatte andere Bedürfnisse und stellte andere Ansprüche an die Literatur. Das Lesen sollte vor allem Unterhaltung und Ablenkung vom Arbeitsalltag bieten. Besonders die Genre Reisebuch, Abenteuer-und Kriminalroman sowie
populärwissenschaftliches Sachbuch erlebten einen grossen Aufschwung. Diejenigen Autoren, die sich dem Geschmack des neuen Lesepublikums anpassten und sich auf ein Genre spezialisierten, erzielten zum Teil sehr hohe Auflagen und hatten ein sicheres Auskommen. Dazu forcierten die Verlage mit gezieltem Marketing den Erfolg vielversprechender neuer
1 Scheideler, Britta: Beruf und Berufung. S.198. Diese Angabe bezieht sich auch auf die in diesem Absatz
genannten Prozentzahlen.
2 Scheideler, Britta: Beruf und Berufung. S.206.
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Arbeit zitieren:
Anja Riedeberger, 2005, Die ökonomische Situation des Schriftstellers in der Weimarer Republik, München, GRIN Verlag GmbH
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