Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung 4
1. Globaler Automobilmarkt 7
1.1 Europäischer Automobilmarkt 8
1.2 Asiatischer Automobilmarkt 9
2. Grundlagen der Marktsegmentierung 10
2.1 Segmentierung des Automobilmarktes 12
2.2 Segmentierung des Automobilmarktes nach Größenklassen 14
2.3 Segmentierung des Automobilmarktes nach individuellen
Kundenwünschen 21
3. Ranking der Automobilhersteller 23
4. Branchenführerschaft der Automobilhersteller 29
5. Kaufverhalten von europäischen und asiatischen Kunden 36
5.1 Allgemeiner Kaufverhalten 36
5.2 Europäische und asiatische Unterschiede hinsichtlich der Kulturen 37
5.3 Die kulturellen Einflüsse auf die Europäer 39
5.3.1 Die kulturellen Einflüsse der Asiaten 40
5.4 Europas Kaufverhalten 40
5.5 Das Kaufverhalten der Asiaten 42
5.5.1 Chinas Luxusmarkt 43
6. Käufer-Ausprägung 44
6.1 Käuferausprägungen in Europa 46
6.2 Käuferausprägungen in asiatischen Ländern 48
6.3 Käufertypen 50
7. Kundenerwartung 51
7.1 Maslow Pyramide 51
7.2 Europäische Kundenerwartungen bezüglich des Autos 52
7.3 Service 53
7.4 Treue der alten Automarke 54
8. Rechtliche Vorschriftenlage 55
8.1 Internationale Märkte Potenzial für die Zukunft 55
8.2 Marktzugangsstärkung durch multilaterale und bilaterale
Verhandlungen 56
8.3 Freihandelsabkommen und positive Effekte 56
t
9. Import- und Export-Möglichkeiten 57
9.1 Die deutsche Automobilindustrie setzt regionale Selektion 57
9.2 Aktuelle Zollsätze für Import- Länder in Prozent 58
9.3 Grundproblematiken im Warenverkehr mit China 60
9.4 Umsetzung des WTO-Standards in China 60
9.5 Zollgebiet der Volksrepublik China 61
9.6 Zollverfahren in China 62
9.7 Voraussetzungen zum Import und Export in China 62
9.8 Warenklassifizierung bei Einfuhrvorgängen 63
10. Expansion nach Asien 64
10.1 Lohnt die Expansion nach Asien hinsichtlich des Kaufverhaltens 65
10.2 China Markt der Zukunft 66
11. Anlagen 67
11.1 Abbildungsverzeichnis 67
11.2 Tabellenverzeichnis 68
11.3 Quellenverzeichnis 68
11.4 Zollsätze 71
u
0. Einleitung
In der Hausarbeit wird ein Vergleich der Marktcharakteristika des europäischen Automobil-Marktes zum asiatischen Automobil-Markt vollzogen. Dieser Vergleich soll hier bei einer möglichen Expansion in den asiatischen Raum dienen. Da hier besonders mit guten wirtschaftlichen Wachstumsraten in Zukunft zu rechen ist. Anhand dieser Grundlage soll uns unser Ziel die erfolgreiche Etablierung in der asiatischen Region ermöglicht werden bzw. gelingen. Die Expansion ist für uns „die Zukunftsinvestition“ in einen der bedeutendsten und stätig wachsenden Wirtschaftsräume. Für einen Vergleich und eine mögliche Expansion werden folgende asiatische Regionen in Betracht gezogen:
China
Thailand
Indonesien
Malaysia
Korea
Hongkong
Für die verschiedenen Regionen werden die möglichen Chancen und Risiken für einen deutschen Automobilmehrmarken-Händler dargestellt, verglichen und analysiert und in einer Endbetrachtung zur Wahl der möglichen Niederlassung in einer der Regionen diskutiert. Der europäische und der asiatische Automobilmarkt werden mittels folgender Kriterien verglichen:
Marktsegmentierung
Kaufverhalten
Branchen-Führerschaft und Ranking der Hersteller
Käufer-Ausprägung und Kundenerwartung
rechtliche Vorschriftenlage
Import- und Export-Möglichkeiten
Mit diesen Kriterien soll ein objektives Strategiekonzept zur Expansion eines auf der Basis des deutschen Mehrmarken-Angebots in Asien erarbeitet werden. Ziel unseres Konzepts ist die erfolgreiche Etablierung in der asiatischen Region, von der wir uns einen zusätzlichen und demnach wachsenden Umsatz in der Zukunft erhoffen. Besondere Beachtung schenken wir der Volksrepublik China und ihrer Möglichkeiten. Zurzeit gilt sie als am schnellsten wachsende Volkswirtschaft der Welt. Ihre Größe lässt sich als fast doppelt so groß wie die Indiens und Russlands quantifizieren und übersteigt nach Kaufkraft-Paritätet auch die Japans. Durch den Start der Öffnungspolitik im Jahr 1978 ist das Bruttoinlandsprodukt nach offiziellen chinesischen Angaben von 147 Milliarden auf 1.650 Milliarden US-Dollar gestiegen. Die Wettbewerbsfähigkeit Chinas ist trotz Probleme wie z.B. der extremen Stadt-Land-Gegensätze oder der Gefahr der ständigen Konjunkturüberhitzung am Wachsen. Diese ist im Vergleich auf der Ebene wie z.B. zu Japan, Großbritannien oder Deutschland zu benennen. Seit dem Beitritt Chinas zu WTO am 11. Dezember 2001 wurde dieser Markt für Investoren noch attraktiver. Die ausländischen Direktinvestitionen beliefen sich hierbei im Jahr 2007 auf 61,67 1 Milliarden US-Dollar. Diese positive Entwicklung des Trends ist ein Signal für die Chancen in China.
1 http://www.finanzen.net/nachricht/China_auslaendische_Direktinvestitionen_nahe_62_Mrd_USD_647159 (12.04.2008/19:31)
2 BPB:http://www.bpb.de/wissen/VULE3D,,0,Ausl%E4ndische_Direktinvestitionen_(ADI)_pro_Jahr.html (12.04.2008/20:00)
Diese positive Entwicklung ist für den deutschen Mittelstand von großer Bedeutung. Die Gründung und der Aufbau von Niederlassungen, Tochterunternehmen oder Kooperationen genießen dabei eine hohe Priorität. Diese Entwicklung wurde bereits im Jahr 2004 in einer Studie von Deloitte & Touche 3 beschrieben. Aus der Studie ging hervor, dass hiesigen mittelständischen Unternehmen in China höhere Wachstumschancen ausrechnen als z.B. Osteuropa, Brasilien oder Indien. Dem nach hatten in der Studie von 165 befragten Unternehmen mehr als 70% 4 eine China-Strategie für sich definiert.
In der Endbetrachtung wird auf die Entwicklung auf dem asiatischen Automobilmarkt eingegangen und diskutiert. Zum Schluss erfolg die Darstellung und Beschreibung von Zollvorschriften für den Export von Fahrzeugen nach China diese werden dabei genauer erläutert.
3 Innovationsreport: Mittelständler investieren in China, in: http://www.innovations-report.de/html/berichte/wirtschaft_finanzen/bericht-44973.html (16.04.2008/21:23)
4 Ebenda
1. Globaler Automobilmarkt
Die weltweite Nachfrage nach Automobilen nimmt von Jahr zu Jahr zu. Während sich die dynamische Entwicklung in den aufstrebenden Märkten China, Indien und Russland weiter fortsetzt, bleibt der Produktionsanstieg in den traditionellen Automobilherstellerländern Deutschland, USA und Japan eher gering. Die folgende Abbildung gibt einen Überblick über die weltweiten Produktionszahlen im Jahr 2006.
Wie zu sehen ist, wiesen die Mercosur-Staaten eine begrenzte Absatzdynamik auf. Japan verzeichnet nur noch ein sehr geringes Wachstum, während China sehr stark wächst. Insgesamt wurden im Jahr 2006 weltweit 68,1 Mio. Kraftfahrzeuge produziert. Im Vergleich zu Vorjahr stieg die Produktion um 3 Prozent.
Im Jahr 2007 wurden nach Angaben des Verbandes der Automobilindustrie weltweit 71,9 Mio. Kraftfahrzeuge produziert, das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Plus von 5,5 Prozent. 6
5 Vgl. Verband der Automobilindustrie e. V. (VDA) 2007. S 42.
6 Vgl. Automobilproduktion: www.vda.de/de/aktuell/statistik/jahreszahlen/automobilproduktion/index.html (12.04.2008/18:21)
1.1 Europäischer Automobilmarkt
Der europäische Automarkt durchlebt seit Jahrzehnten eine interessante Entwicklung, die man in der Abbildung 3 gut erkennen kann. Von 1995 bis 1999 nahm die Zahl der verkauften Automobile auf dem europäischen Automarkt linear zu. Im Jahr 2000 sind die Verkaufszahlen deutlich zurückgegangen und bewegten sich bis 2005 in der Nähe von 15Mio. – Marke. Laut den Angaben des europäischen Herstellerverband ACEA wurden in Europa im Jahr 2007 15,96 Mill. Autos zugelassen. Das entspricht einem Marktzuwachs von 1,1 Prozent Im Vergleich zum Vorjahr.
Abbildung 3: Automarkt Europa - Verkaufte Einheiten 1995 bis 2005 7
Heute ist Europa knapp nach den USA der weltweit zweitgrößte Absatzmarkt für Pkw. Für das laufende Jahr 2008 rechnen die Experten der Automobilbranche damit, dass der europäische Automarkt einen starken Zuwachs bekommt. Es ist sogar davon die Rede, dass nach Jahrzehnten der US-Dominanz der weltweite Spitzenplatz an den europäischen Automarkt geht. Während sich der europäische Automarkt auf der globalen Ebene ausbreitet, durchlebt er parallel dazu eine Anteilverlagerung in seinem Inneren. In den neuen EU-Mitgliedsstaaten und bzw. Osteuropa nimmt der Absatz vom Jahr zu Jahr zu, währen im Westeuropa kein Absatz-Boom zu erkennen ist. Im vergangenen Jahr legten von den großen westeuropäischen Märkten nur Frankreich, Italien und Großbritannien zu. In Deutschland dagegen sank die Zahl der zugelassenen Neuwagen um mehr als neun Prozent 8 . Laut der Angaben des VDA wurden 2007 in Russland ca. 2,4 Mio. Autos
7 Automarkt Europa: http://www.automobil-produktion.de/themen/00725/index.php(12.04.2008/19:12)
8 Vgl. Europäischer Automarkt: http://www.handelsblatt.com/News/Unternehmen/Industrie/_pv/grid_id/1356618/_ p/200038/_t/ft/_b/1378734/defau lt.aspx/europa-duerfte-2008-die-usa-ueberholen.html (12.04.2008/19:56)
verkauft. Im 2008 rechnet der VDA mit 2,8 Mio. verkauften Autos. Bei gleichbleibendem Wachstum, dürfte Russland spätestens 2009 Deutschland als größten Automobilmarkt in Europa ablösen.
1.2 Asiatischer Automobilmarkt
Der asiatische Automarkt gewinnt an Bedeutung und gerät dabei immer mehr ins Zentrum internationaler Automobilhersteller. In Zukunft werden immer mehr internationale Automobilhersteller und -zulieferer ihre Hoffnungen auf den asiatischen Automobilmarkt setzen. Die Nachfrage nach Autos vor allem im asiatischen Raum soll in den kommenden fünf Jahren stark steigen, meinten neunzig Prozent der Top-Manager bei einer Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG. Im Vorjahr waren nur 66 Prozent der Top-Manager von dieser Entwicklung überzeugt.
Diese rasante Entwicklung ist in erster Linie auf die zunehmende Zahl von Freihandelsabkommen im asiatischen Raum zurück zu führen. So wird laut Expertenmeinung der chinesische Markt um 14,1 Prozent jährlich wachsen. Laut der Expertenprognose soll im Jahr 2009 die Zahl der verkauften Autos auf dem chinesischen Automarkt 4,4 Mio. betragen. Somit muss der bisherige Spitzenreiter Japan, seinen Titel auf dem asiatischen Automarkt abgeben. Die nachfolgende Tabelle zeigt, dass 2020 der weltweite Absatz von Automobilen die 72 Mio. –Marke erreicht.
9 Wirtschaftsfaktor Auto: http://www.fh-gelsenkirchen.de/fb11/homepages/dudenhoeffer/ PresseVeroeffentlichungen/AutomobilRevue-Jubilaeumsausgabe-2006-S-11.pdf (14.04.2008/20:23)
Diese gigantische Nachfrage nach Autos bedeutet für die Automobilhersteller und deren Zulieferer eine große Herausforderung. Die Herausforderung liegt nicht daran die vorhandenen Fahrzeugkonzepte zu duplizieren, sondern geeignete Fahrzeuge für den Konsummarkt zu entwickeln. Es sind zum einen Fahrzeuge, die für den Geldbeutel der Käufer in der neuen Automärkten erschwinglich sind. Indien schreitet mit der Entwicklung voran und beliefert den Markt mit dem 5000-Dollar-Auto. Der indische Konzern Tata ist bereits dabei, ein 2000-Dollar-Auto auf die Straße zu bringen, um die Käuferschicht zu erweitern. Laut Expertenmeinung dürfte Indien in drei Jahren mit 1,8 Millionen produzierten Pkw Korea als drittgrößten Automobilmarkt in Asien ablösen. Die jährliche Wachstumsrate von 15 Prozent bringt auch Thailand auf die Überholspur. Laut der Analyse der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG, die auf zahlreichen Interviews mit führenden Branchenvertretern und aktuellen Marktdaten basiert, kommt das Wachstum des Automobilmarktes in den nächsten 15 Jahren aus Asien. Die wichtigsten Zukunftsmärkte sind in erster Linie China, Japan sowie Indien 10 .
2. Grundlagen der Marktsegmentierung
Jeder Automobilhersteller muss vor einer Entscheidung darüber, auf welchen Märkten er tätig sein möchte, die Märkte genau analysieren bzw. in Teilmärkte zerlegen. Die Zerlegung des Gesamtmarktes nach ausgewählten Kriterien in Teilmärkte wird als Marksegmentierung bezeichnet. Die einzelnen Segmente bzw. Teilmärkte sollen untereinander klar unterscheidbar (heterogen) und in sich jeweils möglichst ähnlich (homogen) sein. Die Grundlage für eine Marktsegmentierung ist in erster Linie die Tatsache, dass verschiedene Kunden unterschiedliche Anforderungen an Produkte stellen und somit ein unterschiedliches Kaufverhalten aufweisen. Bei einer fixierten Nachfrage nach einem bestimmten Produkt mit den gleichen Eigenschaften und zum gleichen Preis, wäre eine Segmentierung für den Verkäufer bzw. Automobilproduzenten überflüssig. 11
Bei der Marktsegmentierung werden unterschiedlichen Segmentierungsstrategien angewendet. In der nachfolgenden Abbildung werden die vier wichtigsten Typen dargestellt.
10 Vgl. Impulse in der Automobilindustrie:http://www.kpmg.de/docs/Impulse_in_der_ Automobil industrie_Managerumfrage_2005-2006_de.pdf (09.04.2008/ 12:57)
11 Vgl.WernerPepels(2007).S.9H14.
Im Teil a) der Abbildung 4 wird die Möglichkeit keiner Marktsegmentierung gezeigt. In diesem Fall bedient das Unternehmen den gesamten Markt. Diese Segmentierungsstrategie ist nunmehr außerordentlich selten. In der Vergangenheit wurde sie überwiegend in der monopolistischen verstaatlichten Wirtschaft angewandt.
Die vollständige Marktsegmentierung, besser bekannte als Individualmarketing, wird vorwiegend im Bereich der kundenindividuellen Einzelfertigung angewandt (siehe. Abbildung 4b).
Bei der eindimensionalen Segmentierung (siehe. Abbildung 4c) wird der Gesamtmarkt anhand eines einzigen Segmentierungskriteriums (z.B. die Aufteilung des Gesamtmarktes aufgrund des Kriteriums „Alter“ in drei Altersgruppen) aufgeteilt.
Bei der mehrdimensionalen Segmentierung (siehe. Abbildung 4d) werden die einzelne Segmentierungskriterien miteinander kombiniert. 13
12 Vgl. Kotler/Bliemel (2001), S. 417.
13 Vgl. Kotler/Bliemel (2001), S. 417 ff.
Wie am Anfang des Kapitels bereits erwähnt wurde, kann der Gesamtmarkt aufgrund bestimmter Kriterien bzw. Segmentierungsvariablen, in Teilmärkte aufgeteilt werden. Die folgende Abbildung 5 stellt eine mögliche Einteilung der Kriterien dar.
Abbildung 5: Einteilung der Segmentierungskriterien 14
Im folgenden Beispiel wird näher auf das geographische Kriterium eingegangen. Eine Segmentierung des Gesamtmarktes nach geographischen Kriterien setzt in der Regel regionale Unterschiede bei den Kundenwünschen voraus. Während zum Beispiel Renault in Mittel- und Osteuropa als hochwertig und komfortabel eingestuft wird, ist die Marke in Österreich im Bereich "billig" angesiedelt. Die weiteren Segmentierungskriterien werden in dem Kapitel 2.1 ausführlich beschrieben.
2.1 Segmentierung des Automobilmarktes
In dem Kapitel 2 wurden bisher vor allem allgemeine Segmentierungsvarianten beschrieben. In den meisten Fällen reichen die klassischen Segmentierungsvarianten oft nicht aus, sodass auf die marktspezifischen Segmentierungsvarianten zurückgegriffen werden muss. In den 80er und 90er Jahren hat sich die herkunftslanddominante Segmentierung des Automobilmarktes durchgesetzt.
14 Vgl. Kotler/Bliemel (2001), S. 432.
Die Abbildung 6 sagt noch ein Mal deutlich aus, dass die Kunden in den 80er und 90er Jahre bei der Wahl des Autos großen Wert auf das Herkunftsland legten.
Tabelle 2: Mehrdimensionale Segmentierung des Automobilmarktes 16
Eine weitere vieldimensionale Segmentierung des Automobilmarktes aus dem Jahr 1988 wird in der Tabelle 2 beispielhaft dargestellt.
15 Vgl. Grundbegriffe der Marktsegmentierung: http://www.zingel.de/pdf/09seg.pdf(12.04.2008/11:12)
16 Vgl.O.g.
Heute kann die Segmentierung des Automobilmarktes mit zwei verschiedenen Ansätzen vorgenommen werden. Die eine Möglichkeit ist die klassische Segmentierung nach Größenklassen, die aber aufgrund der steigenden Komplexität und Vielseitigkeit nicht mehr alleine zum Ziel führen kann. Die Berücksichtigung der individuellen Kundenwünsche ist in diesem Fall eine elegantere Methode.
In der Abbildung 7 werden die beiden Möglichkeiten noch ein Mal zusammenfassend dargestellt.
2.2 Segmentierung des Automobilmarktes nach Größenklassen
Wie bereits im Kapitel 2.1 erwähnt wurde, eignet sich die Segmentierung des Automobilmarktes anhand der Größenklassen nur begrenzt. Dennoch stellt diese Art der Segmentierung für Händler und Kunden eine relativ leicht nachvollzieh- und anwendbare Möglichkeit darstellt. Die verschieden Fahrzeugeigenschaften (z.B. Motor, Länge, Anzahl Türen, etc.) bestimmen die Klassenzugehörigkeit. Diese eindimensionale Segmentierungsvariante wird schon seit einiger Zeit verwendet, sodass die meisten Fahrzeuge genau einer bestimmten Klasse zugeordnet werden können. In der englischsprachigen Literatur und Presse ist es oft üblich, dass die Segmentierung nach Größenklassen in einer alphabetischen Reihung vorgenommen wird. In der folgenden Tabelle wird eine alphabetische Reihung beispielhaft dargestellt.
Wie der Tabelle 3 entnommen werden kann, reich die Einteilung vom A-Segment bis hin zum G-Segment. Die Klasse der so genannten „Kleinwagen“ bilden die A- und B-Segmente. Zu A-Segment gehören schwach motorisierte Autos (unter 1000ccm), die in der Regel als 2-türige Exemplare mit einer maximalen Länge von 3m angeboten werden. In Europa nimmt dieses Segment eher eine bedeutungslose Rolle ein, dennoch gibt es zahlreiche europäische Automobilhersteller, die den Markt mit „Kleinstwagen“ beliefern. Die folgende Tabelle stellt die Übersicht europäischer „Kleinstwagen“ dar.
Auf dem asiatischen Absatzmarkt besonders in Japan sind die A-Segmente stark vertreten. Die Automobilhersteller Suzuki und Daewoo sind auf die Herstellung von den so genannten „Miniwagen“ besonders spezialisiert. Die folgende Tabelle stellt die Übersicht asiatischer „Kleinstwagen“ dar.
Zum B-Segment zählen Kleinwagen, die sich durch eine höhere Motorisierung (in der Regel bis 1500ccm), eine Länge bis 3,7 m und eine geringe Auswahlmöglichkeit an Innenausstattungsvarianten auszeichnen. Die Fahrzeuge dieser Klasse sind sehr sparsam und eignen sich gut für den Stadtverkehr. Die folgende Tabelle stellt die Übersicht europäischer „Kleinwagen“ dar.
Wie in der folgenden Tabelle zu erkennen ist, sind auch die asiatischen Hersteller auf dem B-Segment stark vertreten.
Ein Vorreiter auf dem asiatischen PKW-Markt im Bezug auf A und B-Segment ist Indien. Hersteller wie Maruti, Tata und Hyundai dominieren derzeit mit einem Marktanteil von 77 Prozent das Geschehen in dem Land. Der Anteil verkaufter Minibzw. Kleinwagen beträgt rund 88 (siehe. Abbildung 8). Die wachsende Mittelklasse Indiens umfasst rund 400 Mio. Einwohner, so dass die Nachfrage nach preiswerteren Automobilen stetig steigt. Die geographischen Lage sowie niedriger Kosten sind die besten Bedingungen für die indische Automobilindustrie. Die boomende Nachfrage zieht magisch europäische Automobilkonzerne an, die speziell für den indischen Markt entworfene Fahrzeuge produzieren wollen.
17 Vgl.VDA(2007)S.47
Zu C-Segment zählen Fahrzeuge mit Motorisierung zwischen 1300 und 2000ccm, einer Länge bis zu 4,2m und zahlreichen Ausstattungsvarianten. Gemessen am Absatzvolumen ist dieses Segment in Europa das größte Segment. Auf dem asiatischen Markt ist es eher das B-Segment. Weltweit sind beinah alle Automobilhersteller im C-Segment vertreten. Die nachfolgen Tabellen geben eine Übersicht europäischer und asiatischer Automobilproduzenten und deren Modelle im C-Segment.
Die Mittelklasse ist weltweit das zweitgrößte Segment. Dieses Segment zeichnen
hohe Motorausstattung (1600 bis 2800ccm) sowie die Länge bis 4,5 m aus. Ebenfalls
sind hier beinahe alle europäischen und asiatischen Hersteller vertreten. Die
nachfolgen Tabellen geben ebenfalls eine Übersicht europäischer und asiatischer
Automobilproduzenten und deren Modelle im D-Segment.
Zu dem sogenannten „luxury car sector“ zählen das E- und F-Segment. Klassische Wagen des E und F-Segments sind in der folgenden Tabelle aufgelistet.
Für die meisten Kunden sind diese Fahrzeuge oft mit Prestige verbunden. Klarerweise sind diese Segmente aufgrund des hohen Preises in Asian weniger vertreten als in Europa.
Weitere Segmente wie z.B. Minivans und Sportwagen zählen zu den sogenannten Nischenfahrzeugen und werden im Kapitel 2.3 ausführlich erläutert.
2.3 Segmentierung des Automobilmarktes nach individuellen
Kundenwünschen
Die eindimensionale Segmentierung nach Größenklassen reicht in der Regel nicht aus, um den gesamten Automarkt zufrieden zu stellen. Es ist erforderlich den Automobilmarkt nach weiteren Kriterien zu segmentieren. Als Mögliche Kriterien kämen hier z.B. Produkteigenschaften wie Preisklasse, Ausstattungsvarianten (Premium, Standard) und Aufbauarten (Kombi, Limousine, etc.) in Frage. Auf dem europäischen und
Kundenpräferenzen, die aufgrund ökonomischer und kultureller Besonderheiten sowie unterschiedlichen transporttechnischen Gegebenheiten zu Stande kommen. Ein wichtiges Kriterium auf den Automarkt ist die Farbe des Fahrzeuges. In der nachfolgenden Grafik wird beispielhaft dargestellt, dass die Trendfarben in Deutschland grau, schwarz und blau sind. In Europa werden nach Expertenmeinung zukünftig verstärkt farbige, aber ruhige Töne wie Gold, Grünbeige, Blau, Silber und Rot abgefragt. Außer bei Schwarz-Weiß-Kombinationen gehe das Interesse an agressiven Farben zurück.
18 KBA: Anteile der Farben: http://www.kbashop.de/wcsstore/KBA/Attachment/Kostenlose_ Produkte/n_sonstiges_2006.pdf(03.05.2008/16:32)
Quote paper:
Eugen Herklotz, 2008, Vergleich der Marktcharakteristika des europäischen und asiatischen Automobilmarktes, Munich, GRIN Publishing GmbH
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