Inhaltsverzeichnis
1. E i n l e i t u n g 3
2. Zum Kurzfilm 4
3. Zur didaktischen Umsetzung 5
3.1 Vorüberlegungen zum Einsatz im Unterricht 5
3.2 L e r n z i e l e 5
3.3 Der Begriff des Schwarzfahrers 6
3.4 Bildbeschreibung zum Einstieg 8
3.5 Filmbegleitende Aufgaben 9
3.6 Z u m A b s p i e l e n d e s F i l m s 1 0
3.7 Die Filmdiskussion 11
3.8 Weitere Anregungen im Hinblick auf interkulturelles Lernen 12
3.9 Beispiel eines Unterrichtsentwurfs 12
4. Abschließende Gedanken 16
5. L i t e r a t u r 1 7
2
1. Einleitung
Im Rahmen des Seminars „Schule in der multikulturellen Gesellschaft“ haben eine Kom- militonin und ich eine Filmdiskussion zum Kurzspielfilm „Schwarzfahrer“ moderiert. Die- ser Film spricht besondere Schwierigkeiten an, die in einer multikulturellen Gesellschaft, wie sie in Deutschland existiert, anzutreffen sind, z. B. Xenophobie und Rassismus. Ob- wohl uns im Seminar wenig Zeit zur Verfügung stand, konnten wir den Kurzfilm zeigen und mit den Seminarteilnehmern kurz besprechen.
Zumal es sich um eine Lehrveranstaltung handelte, die dem erziehungswissenschaftlichen Teilstudiengang für Lehramtsstudierende zugeordnet ist, wurde der Schwerpunkt der Film- diskussion auf die didaktische Umsetzung dieses Kurzfilms gelegt. Dementsprechend wur- de im Seminar die Arbeit mit dem Medium (Kurz)Film beispielhaft am „Schwarzfahrer“ demonstriert. In der vorliegenden Hausarbeit setze ich mich ausführlicher mit unterrichtli- chen Realisierungsmöglichkeiten auseinander.
Zunächst werde ich kurz den Inhalt des Kurzfilms „Schwarzfahrer“ wiedergeben und mich anschließend mit verschiedenen Punkten zur didaktischen Umsetzung dieses Films befas- sen. Unter anderem werde ich Lernziele einer möglichen Unterrichtseinheit, Möglichkeiten zum Unterrichtseinstieg, Hinweise zum Abspielen des Films sowie verschiedene Ideen zur Erarbeitung und Vertiefung vorstellen. Im Anschluss folgt ein Beispiel eines Unterrichts- entwurfs, der sich insbesondere für den Einsatz des Kurzfilms im DaF-Unterricht eignet.
2. Zum Kurzfilm
Der 1955 geborene Regisseur und Drehbuchautor Pepe Danquart produziert vorwiegend Dokumentar- und Kurzfilme, die Merkmale und Gegebenheiten der deutschen Gesellschaft thematisieren. Der Kurzspielfilm „Schwarzfahrer“ aus dem Jahre 1993 folgt dieser Traditi- on und stellt den Migrationsdiskurs in Deutschland in den Vordergrund. Der Schwarz- Weiß-Film dauert zwölf Minuten und enthält keine längeren Dialoge. Die Produktion ge- wann u. a. den Preis der New York Filmakademie, eine Auszeichnung bei den Internatio- nalen Filmfestspielen Berlin 1993 sowie 1994 den Oscar für den besten Kurzfilm (Best Live Action Short Film).
Der Film beginnt mit einem jungen Schwarzen, der sich an einer Straßenbahnhaltestelle mit seinem weißen Freund unterhält. Nachdem sich die beiden Freunde verabschiedet ha- ben, steigt der Schwarze in eine Straßenbahn und fragt eine ältere weiße Frau, ob der Platz neben ihr frei sei. Die Frau mustert ihn von oben bis unten, aber antwortet nicht, also setzt sich der junge Mann neben sie. Während er aus dem Fenster guckt und Nüsse isst, beginnt die Frau mit einem rassistisch-xenophoben Wortschwall, der sich über fast den gesamten Kurzfilm erstreckt.
Die anderen Trampassagiere greifen nicht ein. Sie nicken zustimmend, schauen einfach weg oder nehmen die Situation nicht wahr. Ein türkischer Junge ist der einzige, der kurz auf Türkisch einige Widerworte gibt. Die Tirade der alten Frau hält an bis zur nächsten Haltestelle, wo ein Kontrolleur den Wagen betritt und die Fahrscheine überprüft. Die Frau holt ihren Fahrschein aus der Handtasche, doch im Nu wird er vom jungen Schwarzen weggerissen, in den Mund gesteckt und verschluckt. Als der Kontrolleur die Frau nach ihrem Fahrschein fragt, versucht sie vergebens zu erklären, was geschehen ist. Nachdem der Afrikaner ungerührt sein eigenes Ticket vorgezeigt hat, wird die Frau wegen „Schwarzfahrens“ aus der Tram gewiesen.
Der eigentliche Schwarzfahrer im Film ist ein Deutscher, der am Anfang des Films sein Moped nicht starten kann und spontan in die Straßenbahn steigt, ohne einen Fahrschein gekauft zu haben. Dieser kommt jedoch unbestraft davon, während der Kontrolleur mit der alten Frau beschäftigt ist (Hess-Lüttich 2000, S. 4).
3. Zur didaktischen Umsetzung
3.1 Vorüberlegungen zum Einsatz im Unterricht
Verschiedene Unterrichtsfächer eignen sich für den Einsatz des Kurzfilms „Schwarzfah- rer“. Neben Deutsch, Geschichte, Geographie, Politische Bildung und LER wird in der Literatur häufig auf den Einsatz im DaF-Unterricht hingewiesen. Gerade wenn Schüler Deutsch als Fremdsprache lernen, einen Migrationshintergrund besitzen und im Einwande- rungsland Deutschland aufwachsen, wirkt der Kurzfilm noch provokativer und spornt die Fremdsprachenlerner zum Diskutieren an.
Im Deutschunterricht für Schüler mit Migrationshintergrund eignet sich der Film in höhe- ren Klassenstufen, wenn gewisse Sprachkenntnisse erworben worden sind (etwa Niveau B1 – C1 nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen). Für Schüler mit ausrei- chenden Deutschkenntnissen kann der Film sicherlich auch schon in unteren Klassen ein- gesetzt werden. Auf jeden Fall sind mindestens zwei Unterrichtsstunden à 45 Minuten (in- sgesamt 90 Minuten) für die Beschäftigung mit dem Kurzfilm notwendig (Hartha-Fischer 2006, S. 1).
3.2 Lernziele
Im Mittelpunkt einer Unterrichtseinheit, die sich dem „Schwarzfahrer“ widmet, steht zu- nächst der Kurzfilm selbst. Im Zusammenhang mit diesem abwechslungsreichen Medien- gebrauch bedarf es der Festlegung von Lernzielen, die dem Filmeinsatz einen konkreten Zweck verleihen. Mögliche Lernziele wären zum Beispiel:
N Die Schüler lernen eine rassistische Grundhaltung zu erkennen.
N Die Schüler sind sich bewusst, dass viele rassistische Entgleisungen im Alltag nicht
erfasst werden können und somit straffrei bleiben.
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Andreas Mittag, 2009, Zur didaktischen Umsetzung des Kurzfilms „Schwarzfahrer“ im Hinblick auf Schule in der multikulturellen Gesellschaft, Munich, GRIN Publishing GmbH
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