Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2 . W a s i s t I d e n t i t ä t 1
3. Identität im Wandel der Zeit 2
4.1. Risiken und Chancen der Digital Natives
4.2. Identitätskonstruktion im Internet: Second Life 6
5 . F a z i t 7
6 . L i t e r a t u r 9
II
1. Einleitung
Nahezu jeder deutsche Familienhaushalt ist mittlerweile mit einem Computer ausgerüstet. Gerade für Kinder und Jugendliche ist der PC mit Internetanschluss wichtiger Bestandteil des Sozialisationsprozesses geworden, mit ihm lassen sich Hausaufgaben und Referate schneller und leichter erledigen und er ermöglicht es, via Chat mit den Freunden vom Kinderzimmer aus in Kontakt zu treten.
Das Internet ist heutzutage als Kommunikationsmittel nicht mehr wegzudenken, ebenso dient es zur Lösung von Verständigungsproblemen (vgl. Hurrelmann 2002, S.254). Hier stellt sich die Frage, ob der Computer und insbesondere das Internet nur positiv zu werten sind oder ob dieses Massenmedium auch Gefahren mit sich bringt. Welche Chancen und Risiken birgt das Internet? Wie wirkt sich die Nutzung des „World Wide Web“ auf die Identitätsbildung der „Generation Internet“ aus und inwiefern ist der Begriff der „Identität“ einem Wandel unterzogen, was ist heute anders? Diesen und anderen Fragen soll im Folgenden nachgegangen werden.
2. Identität
Der Begriff Identität ist in der Soziologie zu einem breit diskutierten Wort geworden, der eine oder andere Soziologe hat sich daran gemacht, eine Definition zu erarbeiten. Mead beispielsweise „versteht Identität als einen lebenslangen Prozess.“ (Abels 2006, S.250). Goffman hingegen sieht Identität als Inszenierung, demnach spielt jeder Mensch eine Rolle und gibt sein wahres „Inneres“ dem Gegenüber nicht preis (vgl. Abels 2006, S.251). Erikson definiert den Begriff Identität wie folgt: „Identität ist das Bewusstsein, ein unverwechselbares Individuum mit einer ganz eigenen Lebensgeschichte zu sein, in seinem Handeln eine gewisse Konsequenz zu zeigen und in der Auseinandersetzung mit anderen eine Balance zwischen individuellen Ansprüchen und sozialen Erwartungen gefunden zu haben.“ (Abels 2006, S.254).
Eng verbunden mit der eigenen Identität ist der Sozialisationsprozess, im Zuge dessen sich jeder Mensch eine individuelle Persönlichkeit aneignet und in eine Gemeinschaft integriert wird. Mitglieder einer Gesellschaft teilen „kulturellen Normen und soziale Rollen“ (Geulen 2003, S.156). In modernen Gesellschaften wie der unseren ist es dem Menschen möglich, seinen Lebensweg selbst zu bestimmen: „In modernen komplexen Gesellschaften,
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insbesondere jenen, die großen Wert auf individuelle Wahlfreiheit legen, gibt es durchaus verschiedene Lebensentwürfe für Frauen, Männer, Arbeiter, Oberschichtmitglieder, Katholiken, Muslime usw.“. (Geulen 2003,S.156). Die Möglichkeiten der eigenen Identitätsausbildung sind somit enorm vielfältig und frei wählbar: Man kann seine Zukunft selbst bestimmen, seine Schullaufbahn eigenständig wählen und auch den zukünftigen Beruf selbst entscheiden.
Früher wurde zwischen zwei Arten von Identität unterschieden: Der persönlichen Identität (Charakterzüge, Interessen und Hobbies) und der sozialen Identität (Verwandte, Freunde und andere soziale Kontakte). Diese Identitäten waren nicht starr, sondern vielmehr wandelten sie sich mit jedem neu entdeckten Interesse, dem eine Person nachging (vgl. Palfrey/ Gasser 2008, S.19). Die soziale Identität konnte dadurch verändert werden, indem die Person seinem Umfeld entfloh und in eine völlig neue Umgebung zog. „Wollte sich das Mädchen umfassend verändern, musste es also weit wegziehen- beispielsweise in eine andere Stadt, deren Einwohner mit den Bewohnern ihres bisherigen Wohnortes kaum in Kontakt standen. Wenn sie nur weit genug fortging, konnte sie ihre alte soziale Identität komplett ablegen.“ (Palfrey/ Gasser 2008, S.20).
Doch wie verhält es sich heutzutage mit dem Identitätswechsel?
3. Identität im Wandel der Zeit
Mit dem Beginn des industriellen Zeitalters wandelten sich auch die Möglichkeiten der Identitätskonstruktion. Neue Erfindungen erleichtern das Leben der Menschen in modernen Gesellschaften seitdem ernorm, das Verkehrswesen wurde erneuert, die Lebensstandards wurden höher und die Verstädterung nahm zu (vgl. Palfrey/ Gasser 2008, S.20). Damit geht jedoch einher, dass die soziale Identität nicht mehr so leicht kontrollier- und wandelbar ist wie zuvor: Die sozialen Kontakte können durch die Verstädterung und das verbesserte Verkehrswesen über weite Distanzen nun besser aufrecht erhalten werden, des weiteren erhöhen seither Neuheiten wie die „Entstehung des modernen Verlagswesens (z.B. Tageszeitungen), die Entwicklung neuer Aufzeichnungsverfahren (z.B. Fotografie) und die Einrichtung moderner Verwaltungen (z.B. Behörden, die Einwohnerverzeichnisse führten oder amtliche Formulare für die Durchreise verlangen)... den Beständigkeitsgrad ihrer Identität.“ (Palfrey/Gasser 2008, S.21).
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Arbeit zitieren:
Hanna Ruehle, 2009, Generation Internet, München, GRIN Verlag GmbH
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