Inhaltsverzeichnis
Einleitung 2
1) Rechte Gesinnung 3
1.1) Rechte Subkulturen. 5
2) Verbreitung rechten Gedankengutes 9
2.1) Macht der Musik. 10
3) Prävention 14
Fazit. 16
Literaturverzeichnis. 17
1
Einleitung
„Wir sollten einen Führer haben, der Deutschland zum Wohle aller mit starker Hand regiert.“ Einer solchen These dürfte kein vernunftbegabter Mensch in diesem Land zustimmen, sollte man meinen! Eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung hat jedoch ergeben, dass 15,4 % der Deutschen voll und ganz bzw. überwiegend dieser Meinung zustimmen. Weitere 18,7 % stimmen teils zu, teils nicht. Somit kann sich ein gutes Drittel der deutschen Bevölkerung nicht klar gegen diese eindeutig rechtsextreme Aussage erklären. In der Studie aus dem Jahr 2006 wurden über 5000 Menschen befragt. Zu achtzehn Thesen und verschiedenen Themen, die dem rechtsextremen Lager zugeordnet werden können, wurden repräsentativ Bürger zu ihrer Einstellung befragt. Das Ergebnis ist durchweg erschreckend: Ein großer Teil der (befragten) Deutschen hat extreme Vorurteile gegenüber Ausländern und teilt rechtsextreme Ansichten. Ein Beispiel noch: „Die Juden haben einfach etwas Besonderes und Eigentümliches an sich und passen nicht so recht zu uns.“ Dieser These stimmen 13,5 % zu (voll und ganz oder überwiegend), weitere 22,4 % teils ja, teils nein. Diese Zahlen geben nicht nur zum Nachdenken Anlass, sondern auch zum Handeln. Offensichtlich gibt es eine starke Verbreitung rechtsextremen Gedankenguts in großen Bevölkerungsgruppen. An dieser Stelle ist es besonders wichtig, die Jugendlichen ins Blickfeld zu nehmen, da es für rechtsextreme Gruppierungen einfacher ist, diese von ihren Ideen zu überzeugen, wenn diese schon zum Teil in der Mitte der Gesellschaft verwurzelt sind. Ich möchte mich in dieser Arbeit damit beschäftigen, wie extremes rechtes Gedankengut verbreitet wird, wie sich faschistische Einstellungen äußern und in welcher Form vor allem Jugendliche ihre rechtsextreme Gesinnung nach außen tragen. Außerdem möchte ich Ursachen aufzeigen dafür, dass sich junge Menschen von einem diskriminierenden, faschistischen Weltbild überzeugen und faszinieren lassen.
Der dritte und letzte Teil der Arbeit soll Ideen zur Prävention geben. Hier werde ich kurz darauf eingehen, wie Schule und Freizeitgestaltung darauf zielen können, Jugendliche gesellschaftlich zu integrieren.
2
1) Rechte Gesinnung
Rechtes bzw. rechtsextremes Gedankengut ist weit verbreitet. An diese Stelle soll zunächst ein kleiner Abriss gestellt werden, der den Zusammenhang zwischen Nationalismus und Rassismus thematisiert. Inwiefern Nationalismus als Grundlage von Rechtsextremismus zu sehen ist, soll aufgezeigt werden. Hierbei stütze ich mich auf die Ausführungen von Gerd Wiegel, der historisch und theoretisch analysiert, inwiefern Nationalismus und Rassismus Ausschließungspraktiken darstellen und wo ihre Schnittmengen sind. „Unter Ausschließungspraktiken verstehe ich den Ausschluss vom Zugang zu materiellen, kulturellen und auch symbolischen Gütern.“ (Wiegel, S. 10)
Nationalismus sowie Rassismus stellen hier spezielle Formen der Ausschließung dar, bei denen Menschen aufgrund von realen oder imaginären Merkmalen, die sich auf Nation und Rasse beziehen ausgeschlossen werden.
Bei der folgenden historischen Darstellung soll aufgezeigt werden, wie sich in Deutschland zunächst ein Nationalismus ausprägen konnte und auf welchen Merkmalen dieser aufbaute. Die Entwicklung des Kapitalismus im 18. Jahrhundert bringt einen Aufstieg des Bürgertums mit sich. Dieses wird Träger eines sich entwickelnden Nationalbewusstseins. Konstitutive Merkmale sind zunächst gemeinsame Sprache, Bildungswerte und Philosophie. Die Nation ist zunächst (nur) eine Kulturnation. Es findet eine Betonung des Volkes und der Reinheit einer nationalen Kultur statt. Diese Postulate werden z.B. von Herder aufgestellt, sie seien wichtig, um kulturelle Leistungen hervorbringen zu können. (vgl. ebd., S. 17)
„Dieses Postulat der „Reinheit“ einer nationalen Kultur beinhaltet schon die Annahme einer feststehenden, tradierten Kultur, die sich mittels der Nationalsprache, die ebenfalls als homogene in die Vergangenheit projiziert wird, quasi ethnisch vermittelt. Die Zugehörigkeit zur nationalen Gemeinschaft ist somit von der Abstammung determiniert, wird also zu etwas Schicksalhaftem.“ (ebd., S. 18)
Einhergehend mit der Besatzung Deutschland durch Napoleon ab 1806 entwickelte sich ein aggressiver deutscher Nationalismus in Abgrenzung zu allem Französischen. Johann Gottlieb Fichteschrieb mit seinen „Reden an die deutsche Nation“ 1807/08 ein erstes Manifest eines völkisch bestimmten Nationalchauvinismus. Die Erziehung der Jugend im nationalen Sinne, die Überlegenheit der Deutschen über andere Völker sind hier ausschlaggebend. Zu dieser Zeit fehlte noch ein gemeinsamer Staat, Sprache und Kultur waren konstitutive Faktoren der Nation. (vgl. ebd., S. 19)
3
In der Phase der Bildung der Nationalstaaten, vor allem der franz. Revolution wird gleichzeitig der Nationalismus bzw. verschiedene Ausprägungen (Nationalismen) geprägt. Diese betonen mit unterschiedlicher Gewichtung verschiedene Gemeinschaftsmerkmale der Nation. (vgl. ebd., S. 21ff.)
Nationalismus als Ausschließungspraxis: welche ideologischen Momente machen den Nationalismus zu einer Ausschließungspraxis?
„Die gemeinschaftlichen Komponenten einer Nation umfassen ethnische, sprachliche und religiöse Merkmale genauso wie die Gemeinsamkeit soziokultureller Einstellungen und historischer Erinnerungen. Diese Merkmale dienen dem Nationalismus als Elemente der Homogenisierung der Bevölkerung.“ (ebd., S. 41)
Es erfolgt eine Abgrenzung der Gemeinschaft gegenüber Fremden: Wiegel stützt sich hier auf Kühnl, welcher feststellt, dass das Deutschsein erst dann wirklich erfahrbar sein kann, wenn es auch Gruppen gibt, die als ‚Nichtdeutsch’ beschrieben werden und auch so behandelt werden. Dies impliziert schon, dass die Mitglieder der Gemeinschaft vor Gemeinschaftsfremden bevorzugt werden. Es wird eine gemeinsame Ethnizität konstruiert, Mitglieder und Fremde werden somit definiert. Der Nationalismus bildet hier eine Ausschließungspraxis, die auf rassistischen Merkmalen beruht (vgl. ebd., S. 43)
Inwiefern sind Nationalismus und Rassismus miteinander verknüpft? Darauf aufbauend, dass diese beiden Ideologien Ausschließungspraktiken darstellen, zeichnet Wiegel den historischen Zusammenhang weiter: Im 18. Jahrhundert sieht er die hauptsächliche Entwicklung für den Aufstieg der Ideologien „Demgegenüber stellt das 19. Jahrhundert die Zeit der Popularisierung nationalistischer und rassistischer Vorstellungen dar, die in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts als dominierende Ideologien angesehen werden können. Die engste Verbindung zwischen Nationalismus und Rassismus folgt in der Phase des Imperialismus und der beiden Weltkriege, die ihren Höhepunkt im ‚rassisch’ legitimierten Nationalismus des deutschen Faschismus hatte.“(vgl. ebd., S. 80)
Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Nationalismus, verbunden mit einem extremen Chauvinismus zur Massenideologie, was sich an der Kriegsbegeisterung im Sommer 1914 nachweisen lässt. Dieser Nationalismus war eng mit rassistischen Vorstellungen verknüpft. In diesem Sinne proglamierte der deutsche Kaiser den Krieg als „Rassenkrieg“. (vgl. ebd., S. 85)
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Arbeit zitieren:
Reiner Kapinus, 2008, Die Äußere Rechte, München, GRIN Verlag GmbH
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